Miro Cerar

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Miro Cerar

Miro Cerar (* 25. August 1963 in Ljubljana) ist ein slowenischer Jurist und Politiker. Am 18. September 2014 wurde er Ministerpräsident Sloweniens, am 15. März 2018 trat er von seinem Posten zurück. Er bleibt aber kommissarisch bis zur Bildung eines neuen Kabinetts im Amt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miro Cerar ist der Sohn der slowenischen Generalstaatsanwältin und ehemaligen Justizministerin Zdenka Cerar und des Kunstturners Miroslav Cerar. Cerar gilt seit mehreren Jahren als einer der einflussreichsten slowenischen Juristen und arbeitete bereits an der Verfassung der Republik Slowenien mit. Er ist Professor an der Juristischen Fakultät der Universität Ljubljana.[1]

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Rücktritt von Alenka Bratušek als Ministerpräsidentin im Mai 2014 kündigte Cerar an, in die Politik zu gehen. Am 2. Juni 2014 gründete er die Partei Stranka Mira Cerarja (SMC – „Miro Cerars Partei“),[2] mit der er die slowenische Parlamentswahl am 13. Juli 2014 in einem Erdrutschsieg gewann.[3] Am 25. August 2014 wählte die Staatsversammlung, das Parlament Sloweniens, Cerar mit 51 gegen elf Stimmen zum neuen Ministerpräsidenten und beauftragte ihn mit der Regierungsbildung.[4] Am 18. September 2014 wurde seine Regierung vereidigt. An dieser sind neben Cerars Partei auch die Demokratische Pensionistenpartei Sloweniens und die Socialni demokrati beteiligt.[5]

Am 14. März 2018 kündigte Cerar seinen Rücktritt für den darauffolgenden Tag an. Grund war eine kurz zuvor ergangene Entscheidung des obersten Gerichtshofs des Landes, in der ein über den Neubau der Bahnstrecke Prešnica–Koper abgehaltenes Referendum für ungültig erklärt worden war.[6] Staatspräsident Pahor nahm den Rücktritt an, verzichtete aber darauf, einen anderen Politiker mit der Regierungsbildung zu beauftragen. Stattdessen sprach er sich dafür aus, die für Juli 2018 terminierte Parlamentswahl vorzuziehen.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Miroslav Cerar Jr. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website der Juristischen Fakultät: prof. dr. Miro Cerar, univ. dipl. prav.
  2. Slowenien – Bewegung auf politischer Bühne vor Neuwahlen (Wiener Zeitung, 2. Juni 2014)
  3. Quereinsteiger gewinnt in Slowenien, Opposition erkennt Wahl nicht an (derStandard.at, 14. Juli 2014)
  4. http://www.dw.de/slovenian-parliament-endorses-law-professor-miro-cerar-as-pm/a-17878394
  5. Slowenische Mitte-links-Regierung vom Parlament bestätigt, Der Standard online, 18. September 2014
  6. Sloweniens Premier Cerar tritt wegen gescheiterten Eisenbahnprojekts zurück. Der Standard, 14. März 2018.
  7. Neuwahl in Slowenien nach Rücktritt von Premier Cerar. ORF, 15. März 2018, abgerufen am selben Tage.