Miron Białoszewski

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Gedenktafel für Miron Białoszewski

Miron Białoszewski (* 30. Juni 1922 in Warschau; † 17. Juni 1983 ebenda) war ein polnischer Dichter.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Białoszewski machte sein Abitur während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg und studierte danach an der geheimen Untergrunduniversität polnische Philologie. Er nahm am Warschauer Aufstand 1944 teil und nach der Niederschlagung wurde er zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Auf dem Transport nach Deutschland konnte er flüchten und kehrte nach Polen zurück. Nach dem Krieg beendete er sein Studium und arbeitete neben dem Studium als Postangestellter. Nach dem Studium begann er als Journalist für Warschauer Tageszeitungen zu arbeiten. Außerdem schrieb er für Kinder- und Jugendzeitschriften, in denen er seine ersten Gedichte und Lieder veröffentlichte. Sein literarisches Debüt gab er 1955 in der Zeitung Literaturleben und 1956 erschien sein erster Gedichtband. Zahlreiche seiner Gedichte wurden vertont. Eines der berühmtesten ist Karuzela z madonnami. Von Zygmunt Konieczny in den 1960er-Jahren vertont, war dieses Lied eines der bekanntesten Lieder von Ewa Demarczyk, der legendären Chansonsängerin Polens.

Białoszewskis Schriften liegen auf polnisch in einer zwölfbändigen Gesamtausgabe vor, die postum herausgegeben wurde. Er gilt als nationaler Klassiker der zwanzigsten Jahrhunderts.[1]

2012 erschien im Leipziger Verlag Reinecke & Voß unter dem Titel Wir Seesterne ein Auswahlband seiner Gedichte, übersetzt von Dagmara Kraus. Eine deutschsprachige Version der umfangreichen Tagebücher Miron Białoszewskis erschien 2014 unter dem Titel Das Geheime Tagebuch im Berliner Verlag edition.fotoTAPETA, herausgegeben von Tadeusz Sobolewski und ebenfalls von Dagmara Kraus übersetzt (ISBN 978-3-940524-27-0). 2015 erschienen weitere Gedichte, sowie ein Brief des Dichters beim Verlag Reinecke & Voß unter dem Titel Vom Eischlupf. Bei diesem Band fungiert Dagmara Kraus als Herausgeberin. Die Gedichte wurden von 16 verschiedenen Autorinnen in die deutsche Sprache übertragen, sie sind jeweils im polnischen Original, sowie in 7-16 Nachdichtungen abgedruckt.[2] Die Gedichte Białoszewskis gelten aus schwer übersetzbar, häufig unterscheiden sich die Übertragungen der durchwegs namhaften Lyriker (darunter Ulf Stolterfoht, Monika Rinck, Norbert Lange) stark.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maria Janion, Magdalena Marszałek (Hrsg.): Die Polen und ihre Vampire. Studien zur Kritik der Phantasmen. Aus dem Polnischen von Bernhard Hartmann und Thomas Weiler. Suhrkamp, Berlin 2014, ISBN 978-3-518-42430-8. Darin: Krieg und Form (1976).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Felix Philipp Ingold: Ein populärer Hermetiker. Neue Zürcher Zeitung, 10. August 2016, abgerufen am 11. August 2016.
  2. Adrian Kasnitz: Mutationen aus Ei. fixpoetry, 17. April 2015, abgerufen am 19. April 2015.
  3. Armin Steigenberger: Ein populärer Hermetiker. poetenladen, 30. Juni 2012, abgerufen am 11. August 2016.