Missionshauskirche (St. Wendel)

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Die Missionshauskirche in St. Wendel
Blick ins Innere der Kirche
Orgelprospekt

Die Missionshauskirche ist eine Kirche der christlichen Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare (SVD) im saarländischen St. Wendel. Sie gehört zum Gebäudekomplex des Missionshauses St. Wendel, das u. a. das Arnold-Janssen-Gymnasium, ein Seniorenheim der Deutschen Provinz und ein Museum beherbergt.[1] Die Kirche ist als Teil des Missionshauses in der Denkmalliste des Saarlandes als Einzeldenkmal aufgeführt.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen ersten Entwurf zum Bau der Missionshauskirche legte Patres Scholl im Jahr 1905 vor. Architekt Ludwig Becker (Mainz) wurde dann im Jahr 1907 zu den Planungen hinzugezogen. P. Alfred Fraebel (SVD) (St. Gabriel in Mödling bei Wien), der mit der Ausgestaltung des Innenraums beauftragt wurde, zeichnete schließlich auch für den Gesamtentwurf der Kirche verantwortlich. Die Bauleitung oblag r. Alexander Pyra.[3]

Die Grundsteinlegung erfolgte im Jahr 1910 und am 1. Juni 1913 konnte der Trierer Bischof Michael Felix Korum die feierliche Weihe der fertiggestellten Kirche vornehmen.[3]

Am 10. Januar 1941 wurde das Missionshaus – nicht zuletzt auf Betreiben des nationalsozialistischen Gauleiters Josef Bürckel[4] – wegen angeblicher Staatsfeindlichkeit des Ordens ohne Gerichtsverfahren enteignet[5] und die Schule der Mission in eine NPEA (Nationalpolitische Erziehungsanstalt), umgangssprachlich „Napola“ umgewandelt. Die Kirche sollte einem Umbau unterzogen werden, der einen teilweisen Abriss und die Umwandlung in einen Festsaal vorsah.[3]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche, die nach der Enteignung ihrer Ausstattung beraubt worden war, von der französischen Besatzung zurückgegeben. Da Altäre, Bänke, Beichtstühle, Sakristeieinrichtung u. a. auf den Pfarreien verteilt waren, konnten sie der Kirche in gutem Zustand zurückgegeben werden.[3]

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1955 goss die Saarlouiser Glockengießerei in Saarlouis-Fraulautern, die von Karl (III) Otto von der Glockengießerei Otto in Bremen-Hemelingen und dem Saarländer Aloys Riewer 1953 gegründet worden war, für die      Missionshauskirche in St. Wendel drei Bronzeglocken mit den Schlagtönen: e' – g' – a'. Die Glocken haben folgende Durchmesser: 1240 mm, 1042 mm, 928 mm und wiegen: 1200 kg, 720 kg, 500 kg.[6][7]

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel der Kirche wurde von der Firma Stahlhuth (Aachen) erbaut. 1965 erfolgte ein Umbau durch die Firma Hugo Mayer (Heusweiler). Das Kegelladen-Instrument verfügt über 30 klingende Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal. Ein Manual (III Positiv) ist allerdings vakant. Die Spiel- und Registertraktur ist elektrisch. Die Disposition lautet wie folgt:[8]

I Hauptwerk C–g3

1. Gedacktpommer 16′
2. Prinzipal 8′
3. Gemshorn 8′
4. Gedackt 8′
5. Oktave 4′
6. Rohrflöte 4′
7. Nazard 223
8. Waldflöte 2′
9. Terz 135
10. Mixtur major IV 113
11. Mixtur minor IV 1′
12. Trompete 8′
II Schwellwerk C–g3
13. Harfenprinzipal 8′
14. Holzflöte 8′
15. Quintade 8′
16. Italienisch Prinzipal 4′
17. Blockflöte 4′
18. Octave 2′
19. Quinte 113
20. Scharff IV 23
21. Fagott 16′
22. Rohrschalmey 8′
23. Klarine 4′
III Positiv (vakant) C–g3
Singend Gedackt 8′
Spitzgedackt 4′
Prinzipal 2′
Oktävlein 1′
Klingende Cymbel III 13
Krummhorn 8′
Pedal C–f1
24. Prinzipalbass 16′
25. Subbass 16′
Gedacktbass (aus I) 16′
26. Octave 8'
Gedacktbass (aus I) 8′
27. Choralbass 4′
28. Zink II
29. Mixtur IV
30. Posaune 16′

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Janßen: Die Missionshäuser der SVD und der hl. Arnold Janssen, Dissertation, Universität Bonn, 2017; PDF-Ausgabe.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Missionshauskirche (St. Wendel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Missionshaus St. Wendel Auf: www.steyler.eu, abgerufen am 8. April 2014
  2. Denkmalliste des Saarlandes, Teildenkmalliste Landkreis St. Wendel (PDF; 2,5 MB), abgerufen am 8. April 2014
  3. a b c d Die Geschichte des Missionshauses St. Wendel Auf: www.steyler.eu, abgerufen am 8. April 2014
  4. Der Kirchenkampf im Reich. In: Freie Stimmen. Deutsche Kärntner Landeszeitung. Jg. 57. Folge 175 vom 3. August 1937, S. 2 online bei ANNO.
  5. Johann Neuhäusler: Kreuz und Hakenkreuz. Der Kampf des Nationalsozialismus gegen die katholische Kirche und der kirchliche Widerstand. Bd. 1. Verlag der Katholischen Kirche Bayerns, München 1946, S. 150 Nr. 13.
  6. Gerhard Reinhold: Otto Glocken - Familien- und Firmengeschichte der Glockengießerdynastie Otto. Selbstverlag, Essen 2019, ISBN 978-3-00-063109-2, S. 588, hier insbes. S. 87 bis 95, 567.
  7. Gerhard Reinhold: Kirchenglocken - christliches Weltkulturerbe, dargestellt am Beispiel der Glockengießer Otto, Hemelingen/Bremen. Nijmegen/NL 2019, S. 556, hier insbes. S. 102 bis 112, 518, urn:nbn:nl:ui:22-2066/204770 (Dissertation an der Radboud Universiteit Nijmegen).
  8. Orgel der Missionshauskirche St. Wendel Auf: www.organindex.de, abgerufen am 8. April 2014.

Koordinaten: 49° 27′ 50,8″ N, 7° 11′ 31,7″ O