Mistelgau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mistelgau
Mistelgau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mistelgau hervorgehoben
Koordinaten: 49° 55′ N, 11° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bayreuth
Verwaltungs­gemeinschaft: Mistelgau
Höhe: 435 m ü. NHN
Fläche: 40,51 km2
Einwohner: 3789 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 95490, 95515
Vorwahl: 09279
Kfz-Kennzeichen: BT, EBS, ESB, KEM, MÜB, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 72 167
Gemeindegliederung: 41 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstr. 35
95490 Mistelgau
Webpräsenz: www.mistelgau.de
Bürgermeister: Karl Lappe (Wählergemeinschaft Plösen-Gollenbach-Wohnsgehaig)
Lage der Gemeinde Mistelgau im Landkreis Bayreuth
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Über dieses Bild
Mistelgau Panorama
Blick von der Neubürg auf Mistelgau

Mistelgau ist eine Gemeinde im Landkreis Bayreuth (Regierungsbezirk Oberfranken) und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Mistelgau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mistelgau liegt ca. 10 km westlich von Bayreuth am nördlichen Rand der Fränkischen Schweiz.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Eckersdorf, Mistelbach, Hummeltal, Glashütten, Waischenfeld, Plankenfels, Hollfeld und Thurnau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Mistelgau ist in 41 Ortsteile eingeteilt:[2]

Es gibt folgende Gemarkungen: Frankenhaag, Mengersdorf, Mistelgau, Obernsees, Plösen, Seitenbach, Truppach, Wohnsgehaig, Creez.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die späteren Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth waren seit 1248 Territorialherren im Gemeindegebiet. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes war im Jahr 1379. Ab 1500 lag Mistelgau im Fränkischen Reichskreis. Als Teil des seit 1792 preußischen Fürstentums Bayreuth fiel Mistelgau im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und kam 1810 zu Bayern. Durch den Ort führte die Lokalbahn Bayreuth–Hollfeld.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eingemeindungen fanden am 1. April 1971 (Teil einer Gemeinde)[3], am 1. Januar und 1. Juli 1972 (zusammen fünf Gemeinden)[3] sowie am 1. Mai 1978 (eine Gemeinde) statt[4]. Zum 1. September 2010 wurde ein Teil des gemeindefreien Gebiets Löhlitzer Wald eingemeindet.

Ortsteil Einwohner
(1970)
Eingemeindungsdatum Bemerkungen
Creez (teilweise) 083 1. April 1971
Frankenhaag 280 1. Januar 1972
Mengersdorf 1. Januar 1969 Eingemeindung nach Truppach
Obernsees 584 1. Mai 1978
Plösen 413 1. Januar 1972
Seitenbach 171 1. Januar 1972
Truppach 347 1. Januar 1972 Vergrößerung um Mengersdorf am 1. Januar 1969
Wohnsgehaig 233 1. Juli 1972
Löhlitzer Wald 1. September 2010
Rittergut Mengersdorf

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 2952 Einwohner
  • 1970: 2993 Einwohner
  • 1987: 3133 Einwohner
  • 1991: 3276 Einwohner
  • 1995: 3664 Einwohner
  • 2000: 3748 Einwohner
  • 2005: 3885 Einwohner
  • 2010: 3837 Einwohner
  • 2015: 3775 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister der Gemeinde ist Karl Lappe (Wahlgemeinschaft Plösen-Gollenbach-Wohnsgehaig). Er wurde in einer Stichwahl am 30. März 2014 zum Nachfolger von Georg Birner (Wählergemeinschaft Plösen-Gollenbach-Wohnsgehaig) gewählt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat
2002 2008 2014
CSU/Überparteiliche Wählergruppe 4 3 3
SPD/Freie Wählergemeinschaft 1 1 1
Wahlgemeinschaft Plösen-Gollenbach-Wohnsgehaig* 3 4 3
Bürgervereinigung Obernsees 3 3 3
Wählergruppe Truppach-Mengersdorf 2 1 1
Wählergruppe Frankenhaag-Streit 1 1 1
Mistelgauer Bürgergemeinschaft/Freie Wähler** 1 2 3
Wählergruppe Seitenbach 1 1 1
  • * 2002 angetreten als Wahlgemeinschaft Plösen-Gollenbach
  • ** 2002 angetreten als Mistelgauer Bürgergemeinschaft

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Truppach

Das Schloss Truppach ist ein quadratischer Bau mit zwei Stockwerken. An den Ecken ragen erkerartige Türmchen über das Dach hinaus. Durch verschiedene Umbaumaßnahmen hat das Schloss seinen wehrhaften mittelalterlichen Charakter verloren. Zur Geschichte der Adelssitze in Truppach siehe auch Truppach (Adelsgeschlecht).

Fossiliengrube Mistelgau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fossiliengrube

Die Fossiliengrube Mistelgau (Koordinaten: N49 54.296, E11 27.968) ist ein Geotop im Landkreis Bayreuth und erhielt die Auszeichnung als eines der hundert schönsten Geotope Bayerns. Bis zum Jahr 2005 diente die Tongrube Mistelgau dem Abbau von Rohmaterial für die Ziegelherstellung. Überregionale Bekanntheit erlangte sie wegen ihrer beeindruckenden Versteinerungen. Durch ein „Belemnitenschlachtfeld“ und Reste von Sauriern ist es eine der bedeutendsten Fossilfundstellen Europas. Die Funde sind Bestandteil der Ausstellung des Urwelt-Museums Oberfranken.

Tongrube Mistelgau ist vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als wertvolles Geotop (Geotop-Nummer: 472A016) ausgewiesen.[5]

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Obernsees bietet die Therme Obernsees ein umfangreiches Gesundheits- und Wellness-Programm. Seit 2007 ist ein Feriendorf im Umfeld der Therme geplant. Baubeginn der ersten 13 Häuser war im November 2014.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Margot Drechsel (auch Drexler, Drechsler; * 17. Mai 1908 in Mengersdorf; † Juni 1945 in Bautzen hingerichtet), Aufseherin in verschiedenen Konzentrationslagern
  • Ulrich Leykam (* 12. September 1948 in Truppach), Kirchenmusiker

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Mistelgau. Bayerische Landesbibliothek Online. Abgerufen im 7. Dezember 2011.
  3. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 432.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 676.
  5. Bayerisches Landesamt für Umwelt, Geotop Tongrube Mistelgau (abgerufen am 24. Oktober 2017).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mistelgau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien