Mister Minit

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Mister Minit in München (Stachusuntergeschoss)

Mister Minit ist ein international tätiges Unternehmen, das stationär diverse Dienstleistungen und Produkte anbietet. Schwerpunkt ist der Schuh- und Schlüsseldienst. In diesen Bereichen ist das Unternehmen der Weltmarktführer. Hauptaktionär ist seit 2006 Howard Dyer. Sitz der deutschen Zentrale war bis 2010 Monheim am Rhein. [1] Seit 2011 ist es Düsseldorf. [2] Mister Minit ist einer der größten Franchisegeber Deutschlands.

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. Juli 1957 eröffnete in Brüssel Donald Hillsdon Ryan die erste Filiale im Warenhaus Au Bon Marché. Laut Firmenhistorie brachen die Absätze der zu der Zeit modernen Stöckelschuhe häufig auf dem Kopfsteinpflaster der Brüsseler Altstadt ab. Traditionelle Schuhmacher benötigten für eine Reparatur bis zu zehn Tagen. So kam der Marketingmanager von Procter & Gamble auf die Idee eines Sofortdienstes, die er auf wenigen Quadratmetern unter der Rolltreppe des Warenhauses umsetzte. Nach dem erfolgreichen Start wurde das Konzept der Absatz Bar unter dem noch ungeschützten Namen Talon Minute (später Highheel-Bar) in den Warenhäusern von Antwerpen, Gent und Lüttich umgesetzt. Als Markenname entstand 1964 Mister Minit, kurz darauf folgte als Symbol Fred, der Mister-Minit-Mann im roten Kittel.

Expansion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mister-Minit-Filiale in Japan (2008)

Ein Jahr nach der Gründung erfolgten die Expansionen nach Frankreich und in die Schweiz, 1959 der Start in Deutschland. 1966 gab es Mister Minit überall auf dem westeuropäischen Festland, sowie in Australien und Neuseeland. 1972 folgten die ersten Filialen in Japan, 1986 in Großbritannien und Norwegen. Nach der Auflösung des Ostblocks folgten die Tschechische Republik und Estland (1996), Polen (2000) und Russland (2004). 2006 wurden die nationalen Gesellschaften von Mister Minit in Japan, Singapur, Australien und Neuseeland verkauft. 2007 gab es 1200 Shops in über 16 Ländern in Europa sowie weltweit über 2000 Service-Shops.

Sortimentserweiterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1960 wurden als weitere Dienstleistungen Schlüsselvervielfältigungen und das Schärfen von Messern und Schlittschuhen angeboten. Mitte der 1960er Jahre folgten das Gravieren und ein Uhrenreparaturdienst. Seit 1978 wurden Stempel angefertigt. Später folgten unter anderem ein Stick- und Fotoservice, der Verkauf von Sicherheitstechnik und Geschenkartikeln sowie das Anfertigen von KFZ-Kennzeichen.

Vertrieb in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mister Minit, im Kaufhof in Bonn, 1988

Standorte werden wie zu Gründungszeiten schwerpunktmäßig nach dem Shop-in-Shop-Konzept gewählt: in Kaufhäusern, Einkaufszentren oder Bahnhöfen. In Deutschland werden rund 300 Shops betrieben und etwa 500 Mitarbeiter beschäftigt. Zusätzlich gibt es Partner-Kooperationen mit weiteren 51 Shops. Mit 60 Franchisenehmern in Deutschland gilt Mister Minit nach Branchenangaben zu den führenden Franchise-Systemen.

Entwicklung der Besitzverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1997 erwarb UBS Capital das Unternehmen,[3] 2005 wurde Mister Minit an das Finanzunternehmen CVC Capital Partners verkauft,[4] und 2006 wurde der Vorsitzende der Mister Group, Howard Dyer, Mehrheitsaktionär.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mister Minit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mister Minit zieht weg: Shellgebäude war zu groß in: Rheinische Post vom 31. August 2010, abgerufen am 13. Januar 2010.
  2. Mister Minit zieht von Monheim nach Duesseldorf in: Rheinische Post vom 7. Oktober 2010, abgerufen am 13. Januar 2010.
  3. Warum mußte Mister Minit gehen? in: Absatzwirtschaft – Zeitschrift für Marketing Nr. 12 vom 10. Dezember 1999, Seite 16, abgerufen am 13. Januar 2010.
  4. Finanzinvestor CVC kauft Mister Minit in: Wirtschaftswoche vom 1. September 2005.
  5. Marken-Kolumne: Was Marken nützt: Freds Rache in: brand eins 11/2007, abgerufen am 13. Januar 2010.