Mitsubishi Carisma

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mitsubishi
Mitsubishi Carisma Schrägheck (1995–1999)

Mitsubishi Carisma Schrägheck (1995–1999)

Carisma
Produktionszeitraum: 1995–2004
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, Kombilimousine
Motoren: Ottomotoren:
1,3–1,8 Liter
(60–103 kW)
Dieselmotoren:
1,9 Liter
(66–85 kW)
Länge: 4435–4475 mm
Breite: 1695–1770 mm
Höhe: 1405–1450 mm
Radstand: 2550 mm
Leergewicht: 1105–1394 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: Mitsubishi Lancer

Der Mitsubishi Carisma ist ein Pkw-Modell des japanischen Herstellers Mitsubishi, welches von 1995 bis 2004 zusammen mit dem Volvo S40/V40 in den Niederlanden produziert wurde.

Technisch teilt sich der Wagen folglich einige Volvo-, aber auch Renault-Komponenten (z. B. Getriebe von Renault). Allerdings ist nicht in jedem Fahrzeug ein Renault-Getriebe verbaut. Man erkennt betreffende Fahrzeuge an der für Renault typischen Rückwärtsgangarretierung, die zum Einlegen des Rückwärtsgangs das Anheben eines Rings unterhalb des Schaltknaufs erforderlich macht. Motorisierungen mit Renault-Getriebe sind die 1.6- und 1.8-l-Motoren (auch der MSX) – der GDI hingegen verfügt über ein Mitsubishi-Getriebe.

Carisma I (1995–1999)[Bearbeiten]

Rückansicht des Carisma Schrägheck

Im Jahr 1995 wurde der Mitsubishi Carisma als Fließheck der Öffentlichkeit vorgestellt. Er ist der erste in den Niederlanden, bei NedCar (einem joint Venture zwischen Volvo, Mitsubishi und dem niederländischen Staat) produzierte Mitsubishi. Er zeichnet sich durch einen für seine Klasse großen Innenraum aus. Der Carisma wurde zunächst mit einem 1,6- und 1,8-Liter-Vierzylinder-Ottomotor mit 66 kW (90 PS) beziehungsweise 85 kW (115 PS) angeboten.

Sterne im Euro-NCAP-Crashtest[1] Crashtest-Stern 3.svg

1996 folgte eine klassische Stufenheck-Limousine mit etwas mehr Kofferraumvolumen (480 Liter statt 430 Liter). Diese Version ist eine hauseigene stärker motorisierte und deswegen auch teurere Alternative zum gleichzeitig eingeführten und etwas kleineren Lancer Typ CJO, jedoch deutlich unbeliebter als das Fließheck. Anfang 1997 hielt ein Dieselmotor Einzug in den Carisma. Es ist ein bereits aus dem Renault 19 bekannter 1,9-Liter-Motor mit 66 kW (90 PS).

Ende 1997 wurde der Carisma zum Innovationsträger für Mitsubishi in Europa. Er erhielt den 1,8-Liter-GDI-Motor mit 92 kW (125 PS), der den konventionellen 1,8-Liter-Motor ablöste. Dabei handelt es sich um den ersten in Großserie in Europa angebotenen Benzinmotor mit Direkteinspritzung. Als Stufenheckversion wurde der GDI-Carisma auch für kurze Zeit nach Japan exportiert. In Europa gab es den Carisma in folgenden Ausstattungen: GL, GLX/LX sowie als GLS/LS, sowie einige Sondermodelle wie GDI EXE oder MSX (103 kW/140 PS). Der GDI-Direkteinspritzer ist ein sehr sparsamer Motor, welcher bei entsprechender Wartung auch hohe Kilometerleistungen erreichen kann, weiterhin haben sich diese Motoren als sehr zuverlässig erwiesen.

Für den GDI-Motor sprechen der günstige Verbrauch und die Motorleistung. Im Widerspruch jedoch stehen die durch die Abgasrückführung mögliche Verkokung des Ansaugtraktes, die den Verbrauch und das Ansprechverhalten des Motors beeinträchtigen können.[2]

Motoren[Bearbeiten]

Ottomotoren
Modell Zylinder/
Ventile
Hubraum Max. Leistung Max. Drehmoment Motorcode 0–100 km/h Vmax Bauzeitraum Bemerkungen
1.3 4/16 1299 cm³ 60 kW (82 PS) bei 5000 min−1 120 Nm bei 4000 min−1 4G13 14,1 s 175 km/h nur für einige Exportländer
1.6 4/16 1597 cm³ 66 kW (90 PS) bei 5500 min−1 137 Nm bei 4000 min−1 4G92 12,0 s[A 1] 180 km/h 1995–1997
73 kW (99 PS) bei 5750 min−1 185 km/h 1997–1999
1.8 4/16 1834 cm³ 85 kW (115 PS) bei 5500 min−1 162 Nm bei 4500 min−1 4G93 10,2 s[A 2] 200 km/h 1995–1997
1.8 MSX 103 kW (140 PS) bei 6500 min−1 167 Nm bei 5000 min−1 9,2 s 215 km/h 1995–1997 Sondermodell; nicht auf dem deutschen Markt
1.8 GDI 92 kW (125 PS) bei 5500 min−1 174 Nm bei 3750 min−1 10,0 s[A 3] 200 km/h 1997–1999 mit Benzin-Direkteinspritzung; löste beide bisherigen 1.8 ab
  1. Automat: 0–100 km/h 14,3 s
  2. Automat: 0–100 km/h 12,0 s
  3. Automat: 0–100 km/h 12,4 s
Dieselmotoren
Modell Zylinder/
Ventile
Hubraum Max. Leistung Max. Drehmoment Motorcode 0–100 km/h Vmax Bauzeitraum Bemerkungen
1.9 TD 4/8 1870 cm³ 66 kW (90 PS) bei 4250 min−1 176 Nm bei 2250 min−1 F8QT 13,2 s 180 km/h 1997–1999 Wirbelkammerdiesel, mit Turbolader und Ladeluftkühler; Motor von Renault

Carisma II (1999–2004)[Bearbeiten]

Mitsubishi Carisma Schrägheck
(1999–2002)
Heckansicht
Mitsubishi Carisma Schrägheck
(2002–2004)

Im Jahr 1999 wurde der Carisma optisch wie auch technisch stark überarbeitet. Der 1,6-Liter-Benziner leistet jetzt 73 kW (99 PS) und es wurden neue Ausstattungslinien eingeführt: das Standardmodell Classic, der langstreckentaugliche Comfort, die sportliche Avance-Version sowie die gehobene Ausführung namens Elegance.

2000 wurde der GDI-Motor überarbeitet. Er erhielt ein geändertes Drosselklappengehäuse, andere Motorsoftware sowie eine veränderte Hochdruckpumpeneinheit und leistet nun 90 kW (122 PS). Außerdem wird der alte Diesel durch zwei neue 1,9-DI-D-Motoren (Commonrail-Diesel) mit entweder 75 kW (102 PS) oder 85 kW (115 PS) aus dem Renault-Regal ersetzt. Sie gelten als besonders laufruhig und sparsam.

2000 erschien auch das Sondermodell Dynamics, das den Höhepunkt der Carisma-Reihe darstellte. Es besaß ein vom Formel-1-Spezialisten Fondmetal (Minardi) entwickeltes Bodykit und 17-Zoll-Felgen und war ausschließlich mit dem GDI-Motor erhältlich. Der 1,6-Liter-Motor wurde erneut optimiert und leistet nun 76 kW (103 PS).

2002 erhielt der Carisma erneut ein leichtes Facelift, erkennbar an abgedunkelten Scheinwerfern, neuen Sitzbezügen und silbernen Mitsubishi-Emblemen; zudem wurde das Cockpitdesign verändert (geändertes Lenkradlayout). In Deutschland fiel zeitgleich die Stufenheckversion aus dem Programm.

Der 1,8-l-GDI-Benzindirekteinspritzer wurde 2003 aus dem Programm genommen.

Im Jahr 2004 wurde die Produktion des Carisma zugunsten des neuen Colt Z30 eingestellt, der seitdem in Born vom Band läuft. Nachfolger des Carisma ist der ab 2003 als Stufenheck und Kombi erhältliche Lancer. Trotz größerer Außenmaße bietet der Lancer innen weniger Platz als der Carisma.

Da es den Mitsubishi Lancer von 1999 bis 2003 offiziell in Deutschland nicht gab, wurde der auf ihm basierende Lancer Evolution zeitweise als Carisma GT Evolution verkauft.

Motoren[Bearbeiten]

Ottomotoren
Modell Zylinder/
Ventile
Hubraum Max. Leistung Max. Drehmoment Motorcode 0–100 km/h Vmax Bauzeitraum Bemerkungen
1.6 4/16 1597 cm³ 73 kW (99 PS) bei 5750 min−1 137 Nm bei 4000 min−1 4G92 12,1 s 185 km/h 1999–2000
76 kW (103 PS) bei 6000 min−1 141 Nm bei 4500 min−1 12,4 s[B 1] 190 km/h[B 1] 2000–2004
1.8 GDI 4/16 1834 cm³ 92 kW (125 PS) bei 5500 min−1 174 Nm bei 3750 min−1 4G93 10,0 s[B 2] 200 km/h 1999–2000 Benzin-Direkteinspritzung
90 kW (122 PS) bei 5500 min−1 10,4 s 2000–2003
  1. a b Automat: 0–100 km/h 15,1 s; Vmax 185 km/h
  2. Automat: 0–100 km/h 12,4 s
Dieselmotoren
Modell Zylinder/
Ventile
Hubraum Max. Leistung Max. Drehmoment Motorcode 0–100 km/h Vmax Bauzeitraum Bemerkungen
1.9 TD 4/8 1870 cm³ 66 kW (90 PS) bei 4250 min−1 176 Nm bei 2250 min−1 F8QT 13,2 s 180 km/h 1999–2000 Wirbelkammerdiesel, mit Turbolader und Ladeluftkühler; Motor von Renault
1.9 DI-D MP 75 kW (102 PS) bei 4000 min−1 215 Nm bei 1700 min−1 F9Q1 11,9 s 190 km/h 2000–2004 Common-Rail-Diesel, mit Turbolader und Ladeluftkühler; Motor von Renault
1.9 DI-D HP 85 kW (115 PS) bei 4000 min−1 265 Nm bei 1800 min−1 F9Q2 10,4 s 195 km/h Common-Rail-Diesel, mit VTG-Turbolader und Ladeluftkühler; Motor von Renault

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Crash-Test Mitsubishi Carisma (2001)
  2. *Beseitigung der Verkokung im Ansaugtrakt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mitsubishi Carisma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien