mittageisen

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mittageisen
mittageisen 1982 (v.l.n.r. Bruno Waser, Daniel S., Markus S.)
mittageisen 1982 (v.l.n.r. Bruno Waser, Daniel S., Markus S.)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Dark Wave
Gründung 1981
Auflösung 1986
Website http://www.mital-u.ch/mittageisen
Gründungsmitglieder
Synthesizer, Gesang
Bruno Waser
Daniel S
Markus Sch
Letzte Besetzung
Synthesizer, Rhythmus, Stimme
Bruno Waser
Gitarre
Daniel S
Synthesizer
Manuela H
E-Bass
Markus St
Ehemalige Mitglieder
Ursula S (1982)

Mittageisen war eine Dark-Wave-Gruppe der frühen 1980er Jahre aus der Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name bezieht sich auf ein Lied von Siouxsie and the Banshees (veröffentlicht 1979 als Single), das wiederum durch die Fotomontage 'Hurrah, die Butter ist Alle!' von John Heartfield aus dem Jahre 1934 inspiriert ist. Dieses Bild wurde als Titelblatt für die „Arbeiter Illustrierten Zeitung“ vom 19. Dezember 1935 verwendet. Heartfield (1891–1968) war ein frühes Mitglied vom Club Dada, welcher 1916 als Cabaret Voltaire in Zürich startete. Das Bild mit dem Original-Titel „Hurrah, die Butter ist alle“ zeigt eine Familie, welche Eisen verzehrt. Der Auslöser dazu war folgender Satz einer Göring-Rede: „Erz hat stets ein Reich stark gemacht, Butter und Schmalz haben höchstens ein Volk fett gemacht.“

Die Gruppe wurde 1981 von Bruno Waser (Synthesizer, Gesang) nach verschiedenen Aktivitäten im Bereich der Punkmusik (u. a. Produktion der ersten Swiss-Punk-LP „CRAZY“) initiiert. Die beiden anderen Gründungsmitglieder Daniel S (Gitarre) und Markus Sch (Gitarre, Stimme) waren bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in Punkbands aktiv. Kurz nach der Gründung komplettierte Ursula S als Bassistin die Gruppe, verliess jedoch mittageisen noch vor den Aufnahmen zum ersten Album im Herbst 1982. Zuvor nahmen mittageisen ein Demo-Tape mit sechs Stücken auf, welche neu eingespielt teilweise auf dem ersten Album veröffentlicht wurden.

Neben diversen Konzerten, unter anderen mit Bands wie Liliput, The Vyllies und Propaganda, wurde mittageisen vor allem durch die Veröffentlichung ihres ersten Albums im März 1983 zu einer der profiliertesten Schweizer New-Wave-Bands. Ihr Album wurde Platte der Woche der Sendung „Sounds“ des Schweizer Radios und wurde in den entsprechenden Sendungen von Radiostationen in Deutschland und Holland oft gespielt.[1]

Als typische Postpunk-Band entwickelte mittageisen einen eigenen, originären Musikstil, in dem sich gemäss Kritikern Einflüsse von Joy Division, frühen The Cure und The Velvet Underground erkennen lassen.[2] Neben der Musik überzeugten vor allem die deutschsprachigen, expressiven Texte von Bruno Waser, welche die Melodien stimmungsvoll ergänzten.

Nach dem Weggang von Markus Sch und der Ergänzung um Manuela H (Synthesizer) veröffentlichte die Gruppe im Januar 1985 die Maxi-Single „automaten“ mit einem für die damalige Zeit neuartigen Electrosound. Die Single fand den Weg in die John Peel-Show auf BBC Radio 1 und avancierte zum Indie-Disco-Hit.

Nach letzten Aufnahmen wurde die Gruppe im Jahr 1986 aufgrund „musikalischer Differenzen“ aufgelöst. Bruno Walser veröffentlichte einige Jahre später unter dem Namen "mittageisen v2" die Single „geld – arbeit“, welche in zwei Auflagen mit unterschiedlichen Versionen veröffentlicht wurde. Bei der zweiten Auflage unterstützte ihn Marco Repetto (Grauzone), mit dem er in den frühen 1980er Jahren zusammen mit Paul Ott das Fanzine „Sondernummer“ publiziert hatte.[3]

Diskografie[Bearbeiten]

Singles[Bearbeiten]

  • 1985 – automaten/neues china (7“ + 12“)

Kassette[Bearbeiten]

  • 1981 – im niemandsland am ende des 20. jahrhunderts

Alben[Bearbeiten]

  • 1983 – mittageisen
  • 1994 – alles ist anders … nichts hat sich geändert
  • 2008 – 1981–1986 remastered (2CD)

Video[Bearbeiten]

  • 1995 – automaten

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. various: Jaarlijst Oor 1983. 1983. Abgerufen am 13. Januar 2011.
  2. Donnacha DeLong: Sordid Reviews February 1999. Sorted magAZine. 1999. Abgerufen am 13. Januar 2011.
  3. Paul Ott / Hollow Skai (Hg.): wir waren HELDEN für einen Tag, p. 137. Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg 1983, ISBN 3-499-17682-3, S. 264.;