Mitteldeutscher Rundfunk

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Zur früheren MIRAG (1924–1952) siehe Mitteldeutsche Rundfunk AG.
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 Landesrundfunkanstalt der ARD

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Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) ist die Landesrundfunkanstalt für das Land Sachsen-Anhalt sowie für die Freistaaten Sachsen und Thüringen (Hörfunk und Fernsehen). Er ist Mitglied der ARD und hat die Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen Rechts. Er ersetzte ab 1992 die im Zuge der deutschen Wiedervereinigung aufgelösten Rundfunk- und Fernsehsender der DDR in einem Teil ihres früheren Sendegebietes (Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wurden vom SFB, ORB und NDR übernommen).

Der Sitz der Anstalt wurde gemäß Rundfunkstaatsvertrag in Leipzig (Sachsen) errichtet. Die Fernsehzentrale ist seitdem auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs in Leipzig-Süd am Ende der Kantstraße beheimatet.

Die Hörfunkprogramme wie MDR Jump, MDR Aktuell, MDR Sputnik und MDR Figaro sowie das digitale Programm MDR Klassik senden aus der Rundfunkzentrale in Halle (Saale). In den Landeshauptstädten Dresden, Erfurt und Magdeburg befinden sich die Landesfunkhäuser, die eigenständige Radioprogramme sowie täglich regionale Magazine im Fernsehen (Sachsenspiegel, Sachsen-Anhalt heute, Thüringen Journal) für die drei Bundesländer ausstrahlen.

Entstehung und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MIRAG
Logo von 1992 bis 2003
Die MDR-Zentrale in Leipzig

Der Mitteldeutsche Rundfunk hat seine Ursprünge in der 1924 gegründeten Mitteldeutschen Rundfunk AG (MIRAG). Die MIRAG gehörte nach der Einführung des Unterhaltungsrundfunks in Deutschland zu den ersten großen überregionalen Rundfunkgesellschaften. Nach der Gleichschaltung des Rundfunks in der Zeit des Nationalsozialismus und der Verstaatlichung der MIRAG ging diese 1934 in den „Reichssender Leipzig“ über.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lizenzierte die sowjetische Besatzungsmacht 1945 übergangsweise „Radio Leipzig“, das nur wenige Monate bis zur erneuten Gründung des Mitteldeutschen Rundfunks bestand. 1946 startete das neue Programm „Mitteldeutscher Rundfunk, Sender Leipzig“ im neuen Funkhaus Springerstraße. Dem Mitteldeutschen Rundfunk wurden bald darauf die Landessender Dresden, Halle und Weimar sowie die Studios Chemnitz und Magdeburg angeschlossen. In dieser zweiten Ära eines eigenständigen Mitteldeutschen Rundfunks konnte die traditionsreiche Leipziger Hörspielproduktion mit Ursendungen wie Der brave Soldat Schwejk von Jaroslav Hašek, Regie: Carl Nagel, mit Karl Hellmer, Wolf Kaiser, Maximilian Larsen, 7. Juni 1950 oder Herhören, hier spricht Jesus Hackenberger von Walter Karl Schweikert, Komposition: Curt Beilschmidt, Regie: Werner Wieland, mit Willy A. Kleinau, Robert Aßmann, 13. Juli 1951 deutschlandweit beachtete Spielplan-Akzente setzen.

Im Jahr 1952 wurde die DDR zentralisiert und die fünf Länder aufgelöst. Im Zuge dessen wurde auch der DDR-Rundfunk vereinheitlicht und in Berlin zentriert. Im neuen Funkhaus Nalepastraße in Berlin-Oberschöneweide wurden seitdem alle Haupt-Hörfunkprogramme der DDR produziert. Fernsehprogramm wurde seitdem nur noch in Berlin-Adlershof produziert.

Im September 1952 wurde das Programm „Sender Leipzig“ schlicht zum Unterhaltungsprogramm „Berlin III“ umgewandelt. Doch wurde bereits im August 1953 die Rundfunkstruktur neu organisiert. Es entstanden die Programme Deutschlandsender, Berliner Rundfunk und Radio DDR. 1956 wurde das Regionalprogramm von Radio DDR, „Sender Leipzig“, eingeführt. In Leipzig sendete man für Radio DDR ein Programmfenster, dessen Sendezeit schrittweise bis zu elf Stunden aufgestockt wurde (zuletzt 1989) und die Radio-DDR-Messewelle die jeweils zur Frühjahrs- und Herbstmesse in Leipzig von 7 bis 19 Uhr auf Sendung war, später bis 20 Uhr. In den anderen ehemaligen, großen Regionalstudios des Mitteldeutschen Rundfunks in Dresden, Halle und Weimar wurden ebenfalls Regionalprogramme hergestellt.

Im Juli 1990 erfolgte eine neue Dezentralisierung. Aus den Landessendern entstanden drei neue regionale Sendeanstalten, in Sachsen „Sachsen Radio“, in Sachsen-Anhalt „Radio Sachsen Anhalt“ und in Thüringen „Thüringer Rundfunk“, die bis Ende 1991 sendeten. Mit der Novelle des Rundfunkstaatsvertrages für die fünf neuen Länder nach der Wiedervereinigung wurde am 31. Mai 1991 der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) als Dreiländeranstalt für die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gegründet.

Seit 1. Januar 1992 werden die heute bekannten Programme des Mitteldeutschen Rundfunks gesendet. Erster Fernsehdirektor des MDR wurde Henning Röhl, der bisherige Chefredakteur von „ARD-aktuell“ (Tagesschau und Tagesthemen). Das Programm war seit 27. August 1993 auch über Satellit europaweit zu empfangen. Seit 1992 beteiligt sich der MDR am ARD-Gemeinschaftsprogramm.

Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt

Im Hörfunk starteten am 1. Januar 1992 die drei Landes-Programme MDR 1 Radio Sachsen, MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt und MDR 1 Radio Thüringen, das Popmusik-, Service- und Unterhaltungsprogramm MDR Life, das Informationsprogramm MDR Info, MDR Kultur und das vom DDR-Rundfunk übernommene Jugendprogramm DT 64.

Die Leipziger Satelliten-Sendeantenne mit neun Metern Durchmesser im April 2005
Dieselbe Anlage im Juni 2005

Im Februar 1993 bezog der MDR ein erstes rekonstruiertes Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Leipziger Schlachthofgeländes: Die Alte Börse. Viele weitere Gebäude wurden restauriert und in ein neues Ensemble eingebettet. Am 14. Mai 2000 wurde erstmals aus der neuen MDR-Zentrale gesendet.

Am 1. Mai 1993 wurde Jugendradio DT 64 in das Programm MDR Sputnik überführt, das seit 1. März 1993 über Satellit ausgestrahlt wurde. Am 1. Januar 2000 wurde das Unterhaltungsprogramm MDR Life wegen Erfolglosigkeit vom neuen Hörfunkprogramm Jump FM, später Jump und jetzt MDR Jump abgelöst. MDR Klassik startete am 6. Mai 2002. Am 1. Januar 2004 wurde das Kulturprogramm MDR Kultur in MDR Figaro umbenannt. Im Zuge dessen erfolgte auch eine Reformierung des Programms von MDR Figaro, das neben Klassik auch viel Wert auf anspruchsvolle Popmusik legt.

Mitte April 2001 geriet der MDR in die Medienkritik, als Berichte über mögliche Millionenverluste bei Finanzgeschäften laut wurden. In einer öffentlichen Stellungnahme des MDR dementierte dieser die Vorwürfe, Rundfunkgebühren in riskante Wertpapiere investiert zu haben.[1] Über Parteigrenzen kritisierten Landespolitiker das Finanzgebaren des Senders.[2]

Im Oktober 2015 wurde in der Presse über Pläne der von den Parteien Die Linke, SPD und Bündnis 90/Die Grünen gebildeten Landesregierung Thüringens berichtet, aus dem MDR-Staatsvertrag auszutreten und dem HR beizutreten.[3]

Organisation und Finanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die rechtliche Vertretung und Leitung der Rundfunkanstalt nimmt die Intendantin wahr, die durch den Rundfunkrat ernannt wird. Karola Wille ist Intendantin des MDR. Sie trat das Amt am 1. November 2011 an.[4][5]

Ihr Vorgänger war Udo Reiter. Er war seit 1991 erster Intendant des MDR.

Wille unterstellt sind acht Direktoren, die für folgende Aufgabengebiete verantwortlich sind:

  • Wolf-Dieter Jacobi – Fernsehen
  • Johann Michael Möller – Hörfunk
  • Sandro Viroli – Landesfunkhaus Sachsen
  • Elke Lüdecke – Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt
  • Boris Lochthofen – Landesfunkhaus Thüringen
  • Ulrich Liebenow – Betriebsdirektor
  • Jens-Ole Schröder – Justiziariat
  • Astrid Göbel – Verwaltung

Der MDR beschäftigte im Jahr 2014 durchschnittlich insgesamt 2204 feste, 1388 arbeitnehmerähnliche und zahlreiche weitere freie Mitarbeiter in unterschiedlichen Beschäftigungsformen.[6]

Die Gesamterträge des MDR aus dem Rundfunkbeitrag inklusive der Rückflüsse aus dem Anteil der Landesmedienanstalten am Rundfunkbeitrag beliefen sich 2014 auf 622,068 Mio. Euro.[7]

Programme des MDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der MDR veranstaltet heute folgende Fernseh- und Hörfunkprogramme:

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehsender Schwerpunkt
Eigenständig produzierte Programme
Mdr-fernsehen-logo.svg MDR Fernsehen Vollprogramm für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in drei regionalen Varianten für die einzelnen Bundesländer (mit entsprechendem regionalem Programmfenster)
Gemeinschaftsprogramme unter Federführung des MDR
Kika 2012.svg KiKA Kinder- und Jugendkanal von ARD und ZDF
Zulieferung zu Gemeinschaftsprogrammen
Das Erste 2014.svg Das Erste Gemeinschaftsprogramm der ARD-Anstalten
Einsfestival 2009.svg Einsfestival Digitales ARD-Programm für junge Erwachsene
EinsPlus Logo 2013.svg EinsPlus Digitales ARD-Jugendprogramm, ehemals Service- und Ratgeber
Tagesschau24-2012.svg Tagesschau24 Digitaler Nachrichtenkanal, ehemals EinsExtra
Arte Logo 2011.svg ARTE deutsch-französisches Kulturprogramm
3sat-Logo.svg 3sat Kulturelles Gemeinschaftsprogramm von ARD, ZDF, ORF und SRG SSR
Phoenix Logo 2012.svg Phoenix Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD und ZDF

Fernsehproduktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo Geschichte Mitteldeutschlands
ehemalige Dekoration der Sendung MDR aktuell auf dem MDR-Gelände Leipzig.

Der MDR produziert für die ARD unter anderem Kriminalfilme der Sendereihen Tatort (mit Simone Thomalla und Martin Wuttke) und Polizeiruf 110 (mit Jaecki Schwarz), die erfolgreiche Krankenhausserie In aller Freundschaft, Familie Dr. Kleist sowie die Tierfilm-Reihen Elefant, Tiger & Co., Abenteuer Zoo, Deutschlands wilde Tiere und Europas wilder Osten, außerdem das werktägliche Boulevard-Magazin Brisant.

Die höchsten Einschaltquoten von bis zu 30 Prozent im Sendegebiet erreicht das MDR Fernsehen mit seinen täglichen Ländermagazinen Sachsen Spiegel, Sachsen-Anhalt heute und MDR Thüringen Journal. Die 30-minütigen Nachrichtenmagazine werden zeitgleich in regionaler Splittung live um 19:00 Uhr ausgestrahlt. Danach folgt die Nachrichtensendung MDR aktuell um 19:30 Uhr aus Leipzig. Beliebt sind auch die wochentäglichen Nachmittagssendungen MDR um 2 von 14:00 bis 15:00 Uhr sowie ab 16:00 Uhr die zum Familien-Tagesprogramm gehörende Live-Sendung MDR um 4. Sonntags 19:50 Uhr bittet die Polizei bei Kripo live um Mithilfe. Montags werden in der Sendung Mach dich ran um 19:50 Uhr Tagesaufgaben für Zuschauer gelöst, die bei Problemen selbst nicht mehr weiterwissen. Anhaltender Beliebtheit erfreute sich die Dokumentationsreihe Geschichte Mitteldeutschlands sowie das gleichnamige Magazin. Es wurde 14-täglich um 21:15 Uhr im MDR-Fernsehen ausgestrahlt und von Grimme-Preisträger Gunter Schoß moderiert. Seit 2015 moderiert Mirko Drotschmann die Nachfolgesendung ·MDR Zeitreise [8]. Es ist bislang das einzige Geschichtsmagazin im Bereich der ARD-Sendeanstalten.

Die Übertragung der Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 produzierte der MDR als federführender Sender stellvertretend für die ARD.

Im Jahr 2011 erfolgte die Auszeichnung mit der Rudolf-Diesel-Medaille für die „Beste Medienkommunikation“ in der „Hall of Fame“ im Deutschen Museum in München für das Erfindermagazin Einfach genial.[9][10][11]

Hörfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörfunksender Schwerpunkt
MDR-Landesprogramme
MDR1 Radio Sachsen.svg MDR 1 Radio Sachsen Oldie-orientiert, regionaler Fokus auf Sachsen
Logo von MDR Sachsen-Anhalt.jpg MDR Sachsen-Anhalt Oldie-orientiert, regionaler Fokus Sachsen-Anhalt
MDR Thüringen.svg MDR Thüringen Oldie-orientiert, regionaler Fokus auf Thüringen
MDR-Hörfunk
MDR JUMP Logo.svg MDR Jump Pop- und Servicewelle (vormals MDR Life und Jump)
Logo MDR KULTUR 2016.png MDR Kultur kulturelles Unterhaltungsprogramm mit Pop, Rock, Oldies, Jazz und klassischer Musik (zwischen 2004 und 2016 MDR Figaro)
MDR Sputnik.svg MDR Sputnik* Jugendradio (vormals MDR DT64)
Logo mdr AKTUELL 2016.png MDR Aktuell Nachrichten- und Informationsprogramm, Mantelprogramm der ARD-Infonacht (zwischen 1992 und 2016 MDR Info)
MDR Klassik.svg MDR Klassik** klassische Musik, kulturelle Berichterstattung
MDR Dachmarke.svg MDR Meine Schlagerwelt** Schlagerprogramm mit regionalem Wortanteil, geplant ab 02.September
Sonderprogramme
MDR Sorbischer Rundfunk.svg Sorbischer Rundfunk Programm in den sorbischen Sprachen, in Zusammenarbeit mit dem rbb
MDR Dachmarke.svg MDR Sachsen Extra*** Eventkanal mit Live-Übertragungen aus dem sächsischen Landtag sowie Fußballvollreportagen (Mantelprogramm ist MDR 1 Radio Sachsen)
MDR Dachmarke.svg Figarino**** Kinderradio

* nur digital, im Kabel und im Internet, via UKW nur in Leipzig und Sachsen-Anhalt, ** nur digital und im Internet, *** nur digital via DAB+, **** nur im Internet

Orchester und Chöre des MDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MDR Sinfonieorchester[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das MDR Sinfonieorchester wurde 1915 gegründet und 1924 in das Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig überführt; Chefdirigent ist seit September 2012 Kristjan Järvi.

MDR Rundfunkchor Leipzig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet 1946 als Rundfunkchor Leipzig, ist der MDR Rundfunkchor Leipzig heute der größte professionelle Konzertchor Deutschlands. Seit Mai 1998 ist der Engländer Howard Arman Chordirektor und künstlerischer Leiter.

MDR Kinderchor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der MDR Kinderchor ist der einzige Kinderchor der ARD. Er wurde 1948 von Hans Sandig gegründet. Seit 1990 lag die künstlerische Verantwortung für die rund 120 Chorkinder zwischen sechs und 19 Jahren in den Händen des Dirigenten Gunter Berger. 2011 übernahm Ulrich Kaiser sein Amt.

Konzerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sender richtet jährlich den MDR Musiksommer aus und zeichnet für eine gesamte Spielzeit mit regelmäßigen Konzerten in Leipzig, Magdeburg, Erfurt, Suhl und Weimar verantwortlich.

Fernsehballett[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der MDR hatte die Federführung beim früheren MDR Fernsehballett, dem damals einzigen Fernsehballett Europas. Es ging 1992 aus dem 1962 gebildeten DFF-Fernsehballett hervor und hatte zuletzt 18 Mitglieder.[12]

MDR Sendeanlagen/DVB-T[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der MDR besitzt kaum eigene Sendeanlagen, es werden zur Verbreitung der Programme überwiegend von Media Broadcast betriebene Anlagen genutzt. Ausnahmen sind UKW-Kleinsender der Studios in Halle und Leipzig. Das DVB-T Netz ist seit Mitte 2008 im gesamten Sendegebiet des MDR ausgebaut.

MDR-Werbung GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die MDR-Werbung GmbH (MDRW) ist eine 100%ige Tochter des MDR. Ihr Zuständigkeitsbereich liegt in der Vermarktung der Werbezeit der TV- und Hörfunkprogramme des MDR. Die MDRW wurde am 23. August 1991 in Erfurt gegründet.[13]

Skandale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2000: Der MDR verlor 2,6 Millionen DM im Rahmen von Hochrisiko-Anleihen in Ecuador.
  • 2001: Es wurde bekannt, dass mehrere z. T. meinungsbildende MDR-Moderatoren für die Staatssicherheit der DDR gearbeitet hatten, so u. a. Sabine Hingst, Ingo Dubinski, Frank Liehr oder Horst Mempel.
  • 2001: Der ungewöhnliche Vertrag mit Stephan Sulke, der 1992 ein Wohnungsbauprojekt für MDR-Mitarbeiter vermittelt hatte, wurde bekannt.[14] Aufgrund des zwischenzeitlichen Wertverlusts durch die Immobilienkrise und nicht benötigte Überkapazitäten erlitt der MDR durch dieses Projekt einen Verlust von rund 7,3 Millionen DM.[15]
  • 2005: Im Sommer 2005 wurde dem Sportchef Wilfried Mohren wegen Schleichwerbung zu Ungunsten des MDR fristlos gekündigt.
  • 2009: Der Rechnungshof kritisierte den MDR für Wertpapiere, die im Zuge der Finanzkrise an Wert verloren hatten.[16]
  • 2010: Bei dem vom MDR federführend betriebenen und beaufsichtigten Kinderkanal (KiKa) hat der KiKa-Herstellungsleiter Marco Kirchhof mehr als 4,6 Mio EUR veruntreut.[17]
  • 2011: MDR-Unterhaltungschef Udo Foth, soll mehrfach Vorschüsse im mittleren sechsstelligen Bereich für MDR-Programme von TV-Produktionsfirmen eingefordert haben – die Ermittlungsergebnisse blieben unter Verschluss, jedoch wurde Foth entlassen.[18]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mitteldeutscher Rundfunk – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Angelika Gummelt: Von der Pleiße an die Saale – Ein kleiner Streifzug durch die Geschichte und Vorgeschichte der MDR-Hörfunkzentrale. Leipzig 2007. Eine Veröffentlichung der MDR-Kommunikation.
  • Hagen Pfau: Mitteldeutscher Rundfunk – Radio-Geschichte(n). Altenburg 2000, ISBN 3-930550-10-5
  • Jörg Clemen: Mitteldeutscher Rundfunk – die Geschichte des Sinfonieorchesters. Altenburg 1999, ISBN 3-930550-09-1

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der MDR „zockt“ nicht mit Gebührengeldern, Stellungnahme des MDR, 16. April 2001
  2. Spiegel Online: Landespolitiker rügen Finanzgeschäfte des MDR, 16. April 2001
  3. Möglicher Austritt Thüringens aus dem MDR
  4. Bericht auf stern.de vom 10. Oktober 2011, abgerufen am 17. Oktober 2011
  5. Karola Wille wird neue Intendantin des MDR (Memento vom 24. Oktober 2011 im Internet Archive)
  6. MDR-Geschäftsbericht 2014 (PDF; 9,1 MB, Seite 62 ff. und Seite 80), abgerufen am 25. Januar 2016
  7. Ertrags- und Aufwandsrechnung des MDR 2014 (PDF; 51 KB), abgerufen am 25. Januar 2016
  8. „Geschichte Mitteldeutschlands“ ist jetzt MDR ZEITREISE, Abgerufen am 1. November 2015
  9. Bericht von messelive.tv, 30. November 2011
  10. Nominierung für Dieselmedaille. MDR, 30. September 2011, archiviert vom Original am 14. Oktober 2011, abgerufen am 28. September 2012.
  11. Preisverleihung an die MDR-Moderatorin und Autorin Ulrike Nitzschke, 30. November 2011
  12. Thüringer Allgemeine: MDR verkauft Fernsehballett, 7. Februar 2012
  13. Homepage MDR-Werbung
  14. Andreas Wassermann & Hans-Jürgen Jakobs: Immobilien: Der große Reibach. In: Der Spiegel. Nr. 5, 29. Januar 2001
  15. MDR: Absoluter Hammer. In: Der Spiegel. Nr. 28, 9. Juli 2001
  16. MDR bestreitet Zockerei mit Rundfunkgebühren, Handelsblatt vom 16. April 2009
  17. KiKA-Skandal: MDR-Chefin Wille stellt Oberkontrolleur Gehler kalt, SZ-Online vom 21. Dezember 2012
  18. Steffen Grimberg: Öffentlich-rechtliches Fernsehen: Immer Ärger mit dem Schunkelsender. In: die tageszeitung. 8. September 2011 (taz.de).

Koordinaten: 51° 18′ 57,8″ N, 12° 23′ 6,2″ O