Mitteleschenbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mitteleschenbach
Mitteleschenbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mitteleschenbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 13′ N, 10° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Verwaltungs­gemeinschaft: Wolframs-Eschenbach
Höhe: 407 m ü. NHN
Fläche: 10,51 km2
Einwohner: 1568 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 149 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91734
Vorwahl: 09871
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 178
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstr. 2
91734 Mitteleschenbach
Webpräsenz: www.mitteleschenbach.de
Bürgermeister: Stefan Maul (CSU)
Lage der Gemeinde Mitteleschenbach im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-Ries Ansbach Fürth Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Fürth Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Unterer Wald Lehrberg Adelshofen (Mittelfranken) Bechhofen (Mittelfranken) Bruckberg (Mittelfranken) Buch am Wald Burk Colmberg Dentlein am Forst Diebach Dietenhofen Dinkelsbühl Dombühl Ehingen (Mittelfranken) Feuchtwangen Flachslanden Gebsattel Gerolfingen Geslau Heilsbronn Insingen Langfurth Leutershausen Lichtenau (Mittelfranken) Merkendorf (Mittelfranken) Mönchsroth Neuendettelsau Neusitz Oberdachstetten Ohrenbach Petersaurach Röckingen Rothenburg ob der Tauber Rügland Sachsen bei Ansbach Schillingsfürst Schnelldorf Schopfloch (Mittelfranken) Steinsfeld Unterschwaningen Wassertrüdingen Weidenbach (Mittelfranken) Weihenzell Weiltingen Wettringen (Mittelfranken) Wieseth Windelsbach Windsbach Wittelshofen Wörnitz (Gemeinde) Wolframs-Eschenbach Wilburgstetten Ornbau Mitteleschenbach Herrieden Dürrwangen Burgoberbach Aurach (Landkreis Ansbach) Arberg Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
St. Nikolaus
Gänsebrunnen
Gasthof

Mitteleschenbach ist eine Gemeinde im Landkreis Ansbach in Mittelfranken. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Wolframs-Eschenbach.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitteleschenbach liegt am Rande des Fränkischen Seenlandes. Durch den Ort fließt der Altbach, der bei Gersbach mit dem Bambach zum Erlbach zusammenfließt, der ein rechter Zufluss der Fränkischen Rezat ist. Durch das Gemeindegebiet fließt auch der Bremenwiesbach, der bei der Kugelmühle als rechter Zufluss in den Erlbach mündet. Südlich von Mitteleschenbach erhebt sich das Spalter Hügelland.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat vier amtlich benannte Ortsteile:[2]

Die Haselmühle und die Klappermühle[3] sind keine amtlich benannten Ortsteile.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windsbach
Wolframs-Eschenbach Nachbargemeinden Spalt
Haundorf

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mitteleschenbach beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr 717 mm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde der Ort wohl im 11. Jahrhundert. Zu diesem Zeitpunkt gab es im Ort bereits eine Kirche, die St. Nikolaus und St. Sola geweiht war. Der Ort wird als Eskenbach im Jahre 1183/95 erstmals urkundlich erwähnt. Der Beleg von 1157/61 kann nicht sicher diesem Ort zugeordnet werden. Der Ortsname leitet sich von dem gleichnamigen Gewässernamen ab. Das Bestimmungswort ist die Esche. Seit 1287 ist die Form Mitteleschenbach bezeugt zur Unterscheidung von gleichnamigen, in der Nähe gelegenen Orten (Obereschenbach, Untereschenbach).[5]

Das Kloster Heilsbronn erwarb im Ort zu Beginn des 14. Jh. einige Güter. 1356 kam ein Pfenniggült hinzu, das Heinz Hofmann überschrieb, und 1370 noch zwei Äcker, die Konrad Flurheu schenkte. Im Ganzen hatte das Kloster dort vier Untertanen.

Das Amt des Hochstiftes Eichstätt gehörte ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis. Es wurde zugunsten Bayerns im Jahr 1803 säkularisiert, von diesem noch im selben Jahr an das Fürstentum Ansbach abgetreten (Hauptlandesvergleich Bayern/Preußen) und gelangte mit diesem 1806 durch Tausch an Bayern zurück.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1808 das Steuerdistrikt Mitteleschenbach gebildet, zu dem Bremenhof, Elpersdorf, Gersbach, Hölzleinsmühle, Käshof, Mitteleschenbach, Moosbach, Retzendorf und Wolfsau gehörten. Die Ruralgemeinde Mitteleschenbach wurde im Jahr 1810 gegründet[6] und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt Mitteleschenbach. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) erfolgte die Aufspaltung der Ruralgemeinde Mitteleschenbach in

  • Ruralgemeinde Elpersdorf mit Kugelmühle;
  • Ruralgemeinde Mitteleschenbach mit Bremenhof, Gersbach und Käshof;
  • Ruralgemeinde Moosbach;
  • Ruralgemeinde Retzendorf mit Hölzleinsmühle und Wolfsau.

Von 1862 bis 1879 wurde Mitteleschenbach von dem Bezirksamt Heilsbronn verwaltet, seit 1880 von dem Bezirksamt Gunzenhausen (ab 1938: Landkreis Gunzenhausen) und dem Rentamt Gunzenhausen (ab 1920: Finanzamt Gunzenhausen). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Heilsbronn, seit 1880 beim Amtsgericht Gunzenhausen.[7]

128 Mitteleschenbacher Soldaten ließen im Zweiten Weltkrieg ihr Leben. Nach mehrtägigem Beschuss wurde der Ort am 22. April 1945 von amerikanischen Streitkräften besetzt.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitteleschenbach ist überwiegend katholisch. Die Bewohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Nikolaus gepfarrt, die Bewohner evangelisch-lutherischer Konfession nach St. Margareta in Windsbach (Gersbach, Mitteleschenbach) bzw. nach St. Andreas in Wassermungenau (Bremenhof, Käshof).

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Mitteleschenbach

Jahr 1818[8] 1846[9] 1867[10] 1875[11] 1900[12] 1910[13] 1925[14] 1939[15] 1950[16] 1961[17] 1970[18] 1987[19] 1995 2005 2015
Einwohner 590 583 793 808 899 881 854 948 1070 1134 1300 1356 1524 1581 1568
Wohngebäude 116 123 157 164 165 199 241 357

Ort Mitteleschenbach

Jahr 1818[8] 1832[20] 1846[9] 1867[10] 1875[11] 1900[12] 1925[14] 1950[16] 1961[17] 1970[18] 1987[19]
Einwohner 536 520 527 726 730 795 767 946 1045 1205 1282
Wohngebäude 107 107 114 149 149 181 222 337

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Mitteleschenbach hat 13 Mitglieder einschließlich des Bürgermeisters.

CSU SPD Gesamt
2002 9 4 13 Sitze
2008 8 5 13 Sitze
2014 7 5 12 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit Januar 2001 Stefan Maul (CSU). Er wurde im März 2014 mit 60,16 % der Stimmen im Amt bestätigt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot gekreuzt ein goldener Bischofsstab und ein goldener Rechen.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreisstraße AN 59 führt nach Selgenstadt bzw. nach Winkelhaid. Die AN 15/WUG 23 führt nach Gersbach bzw. an Leidingendorf vorbei nach Haundorf. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Speckheim.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Bildungseinrichtungen:

  • Grundschule
  • Musikschule Rezat-Mönchswald
  • Volkshochschule Wolframs-Eschenbach – Mitteleschenbach – Merkendorf

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Mitteleschenbach auf der Website bayerische-landesbibliothek-online
  3. Verein für Computergenealogie e. V., Klappermühle
  4. Beide Orte werden nach 1885 in den Ortsverzeichnissen nicht mehr als Ortsteil geführt.
  5. W.-A. von Reitzenstein, S. 149.
  6. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 963.
  7. M. Jehle, Bd. 2, S. 1001.
  8. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 59 (Digitalisat). Für die Gemeinde Mitteleschenbach zuzüglich der Einwohner von Bremenhof (S. 12), Gersbach (S. 29) und Käshof (S. 45).
  9. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 150 (Digitalisat).
  10. a b Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1043, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  11. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. ... mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1208 (Digitalisat).
  12. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1200 (Digitalisat).
  13. Gemeindeverzeichnis.de, Bezirksamt Gunzenhausen
  14. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1237 (Digitalisat).
  15. Geschichte-on-Demand.de, Landkreis Gunzenhausen
  16. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern - Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1070 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 786 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 170 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 329 (Digitalisat).
  20. Joseph Anton Eisenmann, Karl Friedrich Hohn (Hrsg.): Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern. Band 2: M–Z. Palm und Enke, Erlangen 1832, S. 69 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mitteleschenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien