Mittelmühle (Nürnberg)

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Stadt Nürnberg
Koordinaten: 49° 32′ 4″ N, 10° 59′ 52″ O
Höhe: 286 m ü. NHN
Postleitzahl: 90427
Vorwahl: 0911
Die Mittelmühle in Kleingründlach (2012)

Die Mittelmühle ist ein Ort von Nürnberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die an der Gründlach gelegene ehemalige Einöde ist heute als Haus Nr. 2 des Mittelmühlwegs aufgegangen.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich wurde die Mittelmühle 1363 das erste Mal belegt.[2] Flussabwärts befindet sich die Königs- oder Untermühle, flussaufwärts die Obermühle.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Mittelmühle zu Kleingründlach. Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was vom brandenburg-bayreuthischen Oberamt Baiersdorf bestritten wurde. Die Grundherrschaft über die Mühle hatte der Siechkobel St. Johannis der Reichsstadt Nürnberg inne.[3] Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Mittelmühle die Hausnummer 5 des Ortes Kleingründlach.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kleingründlach dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Eltersdorf zugeordnet. Es gehörte auch der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Eltersdorf an. 1912 wurde Mittelmühle nach Großgründlach umgemeindet.[4]

Am 1. Juli 1972 wurde die Mittelmühle im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Nürnberg eingemeindet.

Baudenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mittelmühlweg 2: Mittelmühle, zweigeschossige Mühlen- und Wohngebäude, im Kern aus dem 17. Jahrhundert

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900
Einwohner 8 6 * 10 10 9
Häuser[5] 2 1 1 1
Quelle [6] [7] [8] [9] [10] [11]
* Ort wird zu Kleingründlach gerechnet.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Laurentius (Großgründlach) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Hedwig (Großgründlach) gepfarrt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. Bischoff: „Die Königsmühle an der Gründlach“, in: Erlanger Bausteine 23 (1976), 49–69.
  • Otto Braasch: Mittelfranken: Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Geländedenkmäler. S. 181.
  • Günther P. Fehring, Anton Ress, Wilhelm Schwemmer: Die Stadt Nürnberg (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 10). 2. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München 1977, ISBN 978-3-422-00550-1, S. 361.
  • Hanns Hubert Hofmann: Nürnberg-Fürth (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 4). Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1954, DNB 452071224, S. 140 (Digitalisat).Ebd. S. 228 (Digitalisat).
  • Wolfgang Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Band 1). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1963, DNB 455524629, S. 68.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mittelmühle (Kleingründlach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Obermühle im BayernAtlas
  2. Frhr. Bertold Haller von Hallerstein: Kleingründlach. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8 (online). Nach W. Wiessner, S. 47, Ersterwähnung 1383.
  3. H. H. Hofmann, S. 140.
  4. H. H. Hofmann, S. 228.
  5. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1885 als Wohngebäude.
  6. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 59 (Digitalisat).
  7. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 88 (Digitalisat).
  8. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1015, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  9. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1180, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  10. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1112 (Digitalisat).
  11. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1179 (Digitalisat).