Mittelweg 36

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Mittelweg 36
Beschreibung deutsche sozialwissenschaftliche und zeithistorische Fachzeitschrift
Erstausgabe 1992
Verkaufte Auflage 1200 Exemplare
Herausgeber Hamburger Institut für Sozialforschung
Weblink his-online.de
ISSN (Print) 0941-6382

Mittelweg 36 ist eine deutsche sozialwissenschaftliche und zeithistorische Fachzeitschrift, die vom Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS) herausgegeben wird.

Die Zeitschrift, die nach der Postanschrift des Instituts benannt ist, erscheint seit 1992 zweimonatlich in Hamburg, seit 1994 in der Hamburger Edition. Sie ist sowohl als gedrucktes Heft als auch als E-Book erhältlich, die Druckauflage beträgt 1200 Exemplare (Stand August 2014). Autoren sind neben den Mitarbeitern des HIS auch Wissenschaftler und Publizisten aus dem In- und Ausland. Die Redaktion verantworten Martin Bauer, Stefan Mörchen und Christina Müller. Thomas Neumann (1937–2002)[1] und Gaby Zipfel[2] prägten Gründungsphase, Aufbau und Entwicklung der Zeitschrift. Beiträge aus der Zeitschrift stoßen regelmäßig auch außerhalb des Wissenschaftsbetriebs auf Resonanz.[3] Mittelweg 36 ist Partner des Kulturzeitschriftennetzwerks Eurozine.

Themen und inhaltliche Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das HIS dokumentiert mit der Zeitschrift seine Forschungsergebnisse, nimmt an aktuellen Debatten teil oder stößt diese an, meist in Form von wissenschaftlichen Aufsätzen, Interviews, Essays und Kommentaren. Ein wichtiges Anliegen der Zeitschrift ist die Beobachtung der Gesellschaft. In loser Folge erscheinen Schwerpunkthefte zu Themen wie etwa Stuttgart 21, Politische Ökonomie, Freundschaft oder Arbeitslosigkeit. Von 1998 bis 2004 wurde in der Zeitschrift eine Debatte um soziale Exklusion geführt, auf die nicht nur 2006 ein Sammelband der Hamburger Edition Bezug nahm,[4] sondern auch 2008 ein Band der Reihe suhrkamp taschenbuch wissenschaft.[5]

Viele Hefte enthalten eine Literaturbeilage, die aktuelle Publikationen zu sozialwissenschaftlichen und zeithistorischen Themen diskutiert oder überblicksartige Aufsätze zu literarischen oder ideengeschichtlichen Fragen und Trends bietet. In den vergangenen Jahren wurde darin zum Beispiel die Darstellung von Soldaten im Nachkriegsroman behandelt, die Geschichtsethik Reinhart Kosellecks analysiert oder das Werk von François Dubet vorgestellt.

In der Rubrik Aus der Protest-Chronik am Ende jeder Ausgabe beleuchtet der Politologe Wolfgang Kraushaar jeweils eine Episode aus der Geschichte des politischen Widerstands, etwa die deutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre. Jedes Heft enthält außerdem ein einleitendes Zitat auf Seite 1 und ein Bild auf Seite 2, die sich auf das Thema und die Beiträge des jeweiligen Heftes oder auf aktuelle Debatten beziehen können. Seit 2010 werden im Mittelweg 36 regelmäßig die Ergebnisse der Berliner Colloquien zur Zeitgeschichte veröffentlicht, die das HIS gemeinsam mit dem Einstein Forum Potsdam veranstaltet.

In neuerer Zeit hat der Mittelweg verstärkt auf Themenhefte gesetzt, nicht zuletzt, weil sich diese auch als individuelle Hefte verkaufen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lars Clausen: Die ersten zehn Jahre „Mittelweg 36“. In: Mittelweg 36, 3/2002, S. 49–53.
  • Zeitschrift: Mittelweg 36. In: Projekte, Veranstaltungen, Veröffentlichungen 2010–2013, Hamburger Institut für Sozialforschung, April 2012, S. 83–93.
  • Martin Bauer: Die Öffentlichkeit der Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung. In: Projekte, Veranstaltungen, Veröffentlichungen 2012–2015 (PDF) Hamburger Institut für Sozialforschung, April 2014, S. 90–93.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jan Philipp Reemtsma: Nachruf. In: Mittelweg 36, 3/2002, S. 46–48.
  2. Liste mit Veröffentlichungen von Gaby Zipfel in Mittelweg 36.
  3. Vgl. etwa die in der Broschüre Projekte, Veranstaltungen, Veröffentlichungen, 2008–2011, Hamburger Institut für Sozialforschung, Februar 2010, S. 78 f. versammelten Pressestimmen.
  4. Heinz Bude, Andreas Willisch (Hrsg.): Das Problem der Exklusion. Ausgegrenzte, Entbehrliche, Überflüssige, Hamburg 2006, ISBN 978-3-936096-69-9.
  5. Siehe dazu Hilde von Balluseck: Rezension vom 13. August 2009 zu: Heinz Bude, Andreas Willisch (Hrsg.): Exklusion. Die Debatte über die „Überflüssigen“. Suhrkamp Verlag (Frankfurt/M) 2008. Orig.-Ausg., 1. Auflage. 335 Seiten. ISBN 978-3-518-29419-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245 (Abruf am 19. August 2014).