Mitten im Leben (Pseudo-Doku)

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Seriendaten
Originaltitel Mitten im Leben - Deutschland Privat!
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Produktionsland Deutschland
Jahr(e) 2007–2013
Produktions-
unternehmen
diverse Produktionsunternehmen
Länge ca. 47 Minuten
Ausstrahlungs-
turnus
werktags
Genre Scripted Reality
Titelmusik AnastaciaOne Day in Your Life (2002)
Erstausstrahlung 27. Dezember 2007 auf RTL

Mitten im Leben war eine mehrmals täglich ausgestrahlte Pseudo-Doku des Fernsehsenders RTL. Die Erstausstrahlung fand am 27. Dezember 2007 statt.[1] Die Sendung ist zum 8. März 2013 aufgrund von schwachen Quoten abgesetzt worden.[2]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

vom Dezember 2007 bis Februar 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Dezember 2007 bis Ende Februar 2009 handelte es sich bei Mitten im Leben nach Angaben von RTL um eine klassische Doku-Soap. Gezeigt wurden echte Alltagsgeschichten, in der die gezeigten Personen in dramatisch inszenierter, unterhaltender Weise dargestellt wurden.

seit März 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 2. März 2009 werden in der 16-Uhr-Ausgabe erstmals Geschichten "nacherzählt". Im Abspann der Folgen ist nun zu lesen: Nach einer wahren Geschichte. Die handelnden Personen sind frei erfunden.[3][4] Ähnlich wie bei Verdachtsfälle und Familien im Brennpunkt handelt es sich nun um gestellte Szenen (Scripted Reality). Zu jeder Folge gibt es genaue Drehbücher. Die handelnden Personen sind ausschließlich Laiendarsteller. Des Öfteren wurden auch pseudo-prominente Personen wie Jürgen Milski oder Menderes Bağcı gezeigt.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sendung wurde im Auftrag von RTL von verschieden Produktionsunternehmen, beispielsweise Janus TV, Doppelklick TV oder Filmpool produziert. Die Folgen nach 2010 wurden fast ausschließlich von Doppelklick TV produziert. Viele Folgen wurden in Köln und Umgebung gedreht. Als Schauspieler wurden kostengünstige Laiendarsteller engagiert.

Ausstrahlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neue Folgen der Sendung wurden montags bis freitags um 14:00 Uhr auf RTL gesendet. Wiederholungen wurden vormittags um 9:30 Uhr sowie um 10:30 Uhr ausgestrahlt. Am Wochenende gab es nachmittags zu unregelmäßigen Startzeiten Wiederholungen zu sehen. Gelegentlich wurden auch nachts Wiederholungen gesendet. Im September 2012 pausierte das Format für mehrere Wochen. Gesendet wurden zu dieser Zeit ähnliche Scripted Reality-Formate. Beispielsweise Familien in Geldnot und Die Trovatos – Detektive decken auf.[5] Des Weiteren konnte man Mitten im Leben bis zu 30 Tage nach TV-Ausstrahlung im Video-on-Demand Angebot RTLnow abrufen.

Quoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Quoten der ersten Ausgaben waren unterdurchschnittlich. Seitdem jedoch das Format zur Scripted Reality umgebaut wurde, sind die Quoten gestiegen. Dadurch war Mitten im Leben auch Vorbild für andere Formate im RTL-Nachmittagsprogramm. Mittlerweile sind die Zuschauerzahlen deutlich gesunken, liegen aber weiterhin auf Höhe des Senderschnitts von RTL.[4][6][7]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Format stand oft in der Kritik. Die schauspielerischen Leistungen der Laiendarsteller wurden bemängelt und die Drehbücher seien realitätsfern.

Ende 2011 gaben die Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen (LfM) und die Gesellschaft zur Förderung des internationalen Jugend- und Bildungsfernsehens eine Studie zum Thema Scripted Reality in Auftrag. Nach der Studie sagen 51 % der Kinder und Jugendlichen zwischen sechs und 18 Jahren aus, dass Reality-Soaps mit erdachter Handlung bei der Lösung von Problemen helfen. 30 % der Befragten glauben tatsächlich, dass es sich bei den Sendungen um echte Doku-Soaps handele, wohingegen 48 % angaben, die Soaps seien nachgespielte Szenen aus der Wirklichkeit.

Das Ergebnis der Studie zeigt, dass "das fehlende Erkennen des fiktionalen Charakters" zu einer "fehlenden Distanzierung bei der Konfrontation mit der Problemlage führe". Fernsehen reduziere die Menschen auf "gut" und "böse", mehr nicht.[8]

Das ARD-Politmagazin Panorama zeigte in der Ausgabe vom 7. Juli 2011 mit dem Titel "Das Lügenfernsehen" einen Bericht über Scripted Reality. Kritisiert wurde auch Mitten im Leben. Es hieß, dass in solchen Formaten die Zuschauer mit erfundenen Dialogen in die Irre geführt werden und eine Wirklichkeit nur vorgegaukelt wird.[9][10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitten im Leben! In: fernsehserien.de. Abgerufen am 6. Januar 2013.
  2. RTL trennt sich nachmittags von "Mitten im Leben". In: dwdl.de. Abgerufen am 9. April 2013.
  3. Stefan Niggemeier: "Mitten im Leben": RTL hat noch ein paar Laien im Keller. In: FAZ. 5. März 2009, abgerufen am 6. Januar 2013.
  4. a b Uwe Mantel: "Mitten im Leben" bei RTL: Mit Fakes zum Erfolg. In: DWDL.de. 6. März 2009, abgerufen am 6. Januar 2013.
  5. Alexander Krei: RTL: Frischer Wind für Scripted-Reality-Schiene. In: DWDL.de. 12. Juli 2012, abgerufen am 6. Januar 2013.
  6. Manuel Nunez Sanchez: «Mitten im Leben» verliert allmählich. In: Quotenmeter.de. 11. Februar 2012, abgerufen am 6. Januar 2013.
  7. Alexander Krei: RTL: Scripted-Reality-Dokus verlieren an Zugkraft. In: DWDL.de. 23. Juni 2012, abgerufen am 6. Januar 2013.
  8. dpa: RTL wegen "inszenierter Wirklichkeit" am Pranger. In: HNA.de. 14. Dezember 2011, abgerufen am 6. Januar 2013.
  9. Das Lügenfernsehen. In: DasErste.de. Abgerufen am 6. Januar 2012.
  10. Das Lügenfernsehen ARD Channel auf YouTube. In: DasErste.de. Abgerufen am 6. Januar 2012.