Mołtajny

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Mołtajny
Mołtajny führt kein Wappen
Mołtajny (Polen)
Mołtajny
Mołtajny
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Kętrzyn
Gmina: Barciany
Geographische Lage: 54° 18′ N, 21° 21′ OKoordinaten: 54° 17′ 50″ N, 21° 21′ 2″ O
Höhe: 40 m n.p.m.
Einwohner: 714 (31. Dez. 2010[1])
Postleitzahl: 11-410[2]
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NKE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Aptynty/DW 591BobrowoBarciany
Asuny → Mołtajny
DujeGórki → Mołtajny
CzaczekArklity → Mołtajny
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig



Mołtajny (deutsch Molthainen, 1938 bis 1945 Molteinen) ist ein Dorf in Polen innerhalb der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Gmina Barciany (Landgemeinde Barten) im Powiat Kętrzyński (Kreis Rastenburg).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt nur etwa drei Kilometer südlich der polnischen Staatsgrenze zur Oblast Kaliningrad. Im Süden grenzt der Arklitter See (polnisch Jezioro Arklickie) an Mołtajny. Bis zur einstigen Kreisstadt Gerdauen (heute russisch Schelesnodoroschny) sind es acht Kilometer in nördlicher Richtung, und bis zur heutigen Kreismetropole Kętrzyn (deutsch Rastenburg) 24 Kilometer in südlicher Richtung.

Blick auf den Arklitter See bei Mołtajny

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wohnhaus in Mołtajny
Wohnblock in Mołtajny

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wann genau das heutige Mołtajny angelegt wurde, ist nicht bekannt. Zwischen 1374 und 1379 wurde die Handfeste des Dorfes erneuert. Möglicherweise wurde bereits zu dieser Zeit die Kirche errichtet. Im 14. Jahrhundert hieß das Dorf Molteyn, danach Molthenen, vor 1785 Multen, um 1785 Moltehnen, nach 1820 Moltheinen und bis zum 2. Juni 1938 Molthainen. Dann wurde der Name von Molthainen in Molteinen geändert.[3]

Im Jahre 1874 wurde Molthainen in den neu errichteten Amtsbezirk Arklitten (polnisch Arklity) eingegliedert,[4] Am 30. September 1928 vergrößerte sich die Landgemeinde Molthainen um den Nachbargutsbezirk Arklitten, der – allerdings ohne die Exklave Egloffstein (polnisch Główczyno) – eingemeindet wurde.[4] Mit Wirkung vom 15. Oktober 1934 wurde der Amtsbezirk Arklitten in „Amtsbezirk Molthainen“ umbenannt.[4] Er gehörte wie sein „Vorgänger“ zum Kreis Gerdauen im Regierungsbezirk Königsberg in der preußischen Provinz Ostpreußen. Ab dem 8. November 1938 hieß er „Amtsbezirk Molteinen“[4]

Während des Zweiten Weltkrieges gab es hier ein Arbeitslager. Anfang 1945 nahm die Rote Armee das Gebiet ein und als Folge des Krieges wurde der Ort Teil Polens. 1954 wurde das in „Mołtajny“ umbenannte Dorf Sitz einer Gromada. Sie hatte 1960 eine Fläche von 83,56 km² mit 1.825 Einwohnern. In diese Zeit fällt auch die Neuerrichtung eines Schulgebäudes sowie eines Bibliothekpunktes. 1970 gab es in dem Dorf einen Kindergarten, eine achtklassige Grundschule sowie in Kino mit Platz für 80 Personen. Bei der Auflösung der Gromadas gehörten zum jetzigen Schulzenamt (polnisch Sołectwo) die fünf Ortschaften Arklity (Arklitten), Błedowo (Blandau), Górki (Berg), Markuzy (Markhausen) sowie Mołtajny selbst. Seit 1977 ist das bis dahin zur Gemeinde Skandawa (Skandau) gehörende Schulzenamt Teil der Landgemeinde Barciany (Barten) im Powiat Kętrzyński (Kreis Rastenburg), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Anzahl
1910 301[5]
1933 736
1939 672[6]
1970 234[7]
2011 682[8]

Amtsbezirk Molthainen/Molteinen (1934–1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit seines Bestehens umfasste der Amtsbezirk Molthainen resp. Molteinen in der Nachfolge des Amtsbezirks Arklitten nur noch die Dörfer:[4]

Deutscher Name Polnischer Name Bemerkungen
Bieberstein Bobrowo
Molthainen/Molteinen Mołtajny

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchengebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche in Mołtajny

Die Kirche von Mołtajny ist eine der ältesten der Gegend. Ihre urkundliche Ersterwähnung stammt aus dem Jahr 1384,[7] andere Quellen nennen das Jahr 1404[9] als Jahr der Errichtung. Die Saalkirche wurde aus Feldstein errichtet. Der Turm der Kirche wurde im 16. Jahrhundert noch erhöht. Die Vorhalle stammt vermutlich aus Ende des 14., Anfang des 15. Jahrhunderts. Die Sakristei wurde vermutlich um 1500 errichtet.

Kirchengemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Molthainen war auch in vorreformatorischer Zeit ein Kirchdorf. Die Reformation fand recht früh Eingang. Bis 1945 war Molthainen eine evangelische Kirchengemeinde[10] und das Kirchspiel lag auf der Grenze zwischen der – heute auf russischem Staatsgebiet gelegenen – Kreisstadt Gerdauen (russisch: Schelesnodoroschny) zum Landkreis Rastenburg. Molthainen gehörte zum Kirchenkreis Gerdauen innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Heute lebt in Mołtajny eine überwiegend römisch-katholische Bevölkerung. Der Ort ist Sitz der Pfarrei Świętej Anny („St. Anna“) im Dekanat Kętrzyn II (Rastenburg Nordost) innerhalb des Erzbistums Ermland der Katholischen Kirche in Polen. Angeschlossen ist die Filialgemeinde in Aptynty (Aftinten).

Hier wohnende evangelische Kirchenglieder gehören jetzt zur Kirchengemeinde in Kętrzyn (Rastenburg) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsausfahrtsschild in Mołtajny

In Mołtajny begegnen sich zahlreiche Straßen. Durch das Dorf verläuft eine von Barciany (Barten) über Bobrowo (Bieberstein) kommende Nebenstraße, welche in westlicher Richtung nach etwa drei Kilometern nach Aptynty führt und dann in die Woiwodschaftsstraße 591 (frühere deutsche Reichsstraße 141) einmündet. In östlicher Richtung führt eine Straße nach Asuny (Assaunen), in nördlicher Richtung nach Górki (Berg) und Duje (Doyen, 1938 bis 1945 Dugen), und in südlicher Richtung nach Arklity (Arklitten) und nach Czaczek (Schätzels).

Schienen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächste Bahnstation befindet sich in Kętrzyn wo es Direktverbindungen nach Olsztyn (Allenstein) und Posen sowie nach Ełk (Lyck) und Białystok gibt. Kętrzyn kann über eine Linienbusverbindung erreicht werden.

Bis 1945 war Molthainen (Molteinen) eine Bahnstation an der wohl 1916 eröffneten Bahnstrecke Barten–Gerdauen der Rastenburger Kleinbahnen. Diese Strecke wurde in Kriegsfolge aufgegeben.

Luft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nächste internationale Flughafen ist der Flughafen Kaliningrad, welcher sich etwa 80 Kilometer nordwestlich auf russischem Hoheitsgebiet befindet. Der nächste internationale Flughafen auf polnischem Staatsgebiet ist der etwa 190 Kilometer westlich gelegene Lech-Wałęsa-Flughafen Danzig.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dorf gibt es eine Grundschule.

Mit dem Ort verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julius Axenfeld (1834–1896), evangelischer Theologe, Pfarrer und Missionar sowie Gründer von Schulen und diakonischen Einrichtungen, lebte zeitweise in Molthainen bei seinem Onkel, dem Pfarrer Julius Heinersdorff
  • Friedrich Schauer (1891–1958), evangelischer Theologe und Neuorientalist, Erster Leiter der Evangelischen Akademie Baden in Herrenalb, war von 1920 bis 1929 Pfarrer an der Kirche Molthainen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tadeusz Swat: Dzieje Wsi. In: Aniela Bałanda u. a.: Kętrzyn. Z dziejów miasta i okolic. Pojezierze, Olsztyn 1978, S. 207–208 (Seria monografii miast Warmii i Mazur).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mołtajny – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Główny Urząd Statystyczny, Portret miejscowości statystycznych w gminie Barciany (powiat kętrzyński, województwo warmińsko-mazurskie) w 2010 r. Online (xls-Datei)
  2. Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2013, S. 794
  3. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Molteinen
  4. a b c d e Rolf Jehke, Amtsbezirk Arklity/Molthainen/Molteinen
  5. gemeindeverzeichnis.de, „Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 - Landkreis Gerdauen“
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Gerdauen (russ. Schelesnodoroschnyj). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. a b Swat 1978, S. 208
  8. Wieś Mołtajny w liczbach
  9. Moltajny - Molthainen/Molteinen bei ostpreussen.net
  10. Kirchspiel Molthainen