Moatize

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Moatize
Moatize (Mosambik)
Moatize
Moatize
Koordinaten 16° 7′ S, 33° 45′ OKoordinaten: 16° 7′ S, 33° 45′ O
Basisdaten
Staat Mosambik

Provinz

Tete
Distrikt Moatize
Der stillgelegte Bahnhof von Moatize
Der stillgelegte Bahnhof von Moatize

Moatize ist eine mosambikanische Kleinstadt in der Provinz Tete. Moatize hat großzügig angelegte Plätze und einige Denkmäler der FRELIMO.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt im Distrikt Moatize, nur wenige Kilometer von der Stadt Tete entfernt auf dem gegenüberliegenden, linken Sambesiufer.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moatize hat 30.000 Einwohner (2006).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird geschätzt, dass bei Moatize mit etwa 2,5 bis 3 Milliarden Tonnen die größten Steinkohlevorkommen Afrikas liegen. Um sie zu fördern, sollen die Eisenbahnstrecke von Moatize nach Sena, die zum Hafen Beira führt, und die Straße vollständig erneuert werden. Ebenso soll eine Bahnstrecke nach Nkaya in Malawi mit Anschluss zum mosambikanischen Hafen in Nacala gebaut werden, die drei Viertel der transportierten Kohle aufnehmen soll.[1] Ausländischer Hauptinvestor ist die Mitsui Group aus Japan.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DDR unterhielt intensive Beziehungen zur Volksrepublik Mosambik, deren Befreiungsfront FRELIMO schon vor der Unabhängigkeit von der DDR militärisch unterstützt worden war. Ab 1977[2] wurde der Aufbau einer breiten wirtschaftlichen Zusammenarbeit angestrebt. Der Steinkohlebergbau von Moatize war nach einer DDR-Hilfsaktion nach Grubenunglücken im Jahre 1977 im Folgejahr verstaatlicht worden, die Förderung sollte zu gleichen Teilen zwischen der DDR und Mosambik[3] aufgeteilt werden.[4]

Die DDR hatte sich damit zwar mögliche Kohlenimporte von rund 250.000 t jährlich gesichert, stellte aber erst Anfang 1979 gravierende Qualitätsprobleme bei der Verkokung fest. Da die internationale Kreditwürdigkeit der mosambikanischen Regierung vom Produktionsfortgang in Moatize abhing, war dieses Ergebnis für beide Seiten katastrophal. Moatize war damals die einzige größere Kolonie von DDR-Bürgern im Ausland; die ostdeutschen Beschäftigten wurden allerdings rigide abgeschottet. Unter diesen Umständen habe sich, laut dem Historiker Döring, ein latenter Rassismus entwickelt. Zu Beginn der 80er Jahre kühlten die Beziehungen zu Mosambik ab und wurden nach 1983 inklusive der DDR-Präsenz in Moatize regelrecht abgewickelt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Moatize gibt es zwei Grundschulen und eine Sekundärschule. Es gibt eine auf die außenpolitische Zusammenarbeit mit der DDR zurückgehende Schule für Bergbautechnik und Gesteinskunde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Präsentation des Projekts bei vale.com (englisch; PDF), abgerufen am 25. Januar 2017
  2. Hans-Joachim Döring: Entwicklungspolitik und Solidarität in der DDR, dargestellt an Beispielen der staatlichen Zusammenarbeit mit Mosambik und Äthiopien und der entwicklungsbezogenen Bildungsarbeit unabhängiger Gruppen, (PDF; 797 kB), Diss., TU Berlin 2007
  3. Hans-Joachim Döring: Es geht um unsere Existenz. Die Politik der DDR gegenüber der Dritten Welt am Beispiel von Mosambik und Äthiopien, (Forschungen zur DDR-Gesellschaft), Berlin 1999, ISBN 3-86153-185-2
  4. Matthias Voss Wir haben Spuren hinterlassen!: Die DDR in Mosambik: Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse aus drei Jahrzehnten, LIT Verlag Berlin-Hamburg-Münster, 2005 ISBN 3-8258-8321-3