Mobility Carsharing

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Mobility Genossenschaft[1][2]
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Rechtsform Genossenschaft
Gründung 2. Mai 1997
Sitz Luzern, Schweiz
Leitung Patrick Marti (2016)
Mitarbeiter 190 (2015)
Umsatz 74  Mio. CHF (2015)
Branche Carsharing
Website www.mobility.ch

Die Mobility Genossenschaft (auch Mobility Carsharing oder kurz Mobility genannt), ist das marktführende Schweizer Carsharing-Unternehmen mit Hauptsitz in Luzern. Mobility bietet 2'900 Fahrzeuge an 1'460 Standorten für Privatkunden sowie Mobilitätslösungen für Firmen an.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen bezweckt laut Handelsregister-Eintrag «(…) durch gemeinsame Selbsthilfe den energie-, rohstoff- und umweltschonenden Betrieb von Fahrzeugen aller Art und Erbringen von Dienstleistungen im Bereich der Mobilität im In- und Ausland; zur Verfügung stellen von Fahrzeugen aller Art zur entgeltlichen Nutzung als ökologische und ökonomische Alternative zum privaten Eigentum (…)».[2]

Durch die Kombination von öffentlichem und privatem Verkehr soll den Genossenschaftern, Mitgliedern und weiteren Kunden die Möglichkeit gegeben werden, das jeweils geeignetste Transportmittel zu wählen.

Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mobility verfügt über 2'900 Fahrzeuge an 1'460 Standorten in 500 Ortschaften der Schweiz und zählt gut 127'300 Kunden (Stand 2015), von welchen 59'000 Genossenschafter sind.[3] Das Unternehmen hat 190 Mitarbeitende bei einem Umsatz von 74 Millionen Schweizer Franken. Laut einer Studie des Bundesamts für Energie ist Mobility das größte Carsharing-Unternehmen Europas.[4]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renault Mégane von Mobility am Standort in Kaiseraugst.

Die Fahrzeugflotte umfasst Alltagsfahrzeuge in neun Kategorien, die von sparsamen Kleinwagen über Cabriolets bis hin zu Kleintransportern reichen. Die kräftige rote Farbe macht dabei den zentralen Wiedererkennungswert des Unternehmens in der Schweiz aus. Nachhaltigkeit ist ein zentraler Faktor beim Fahrzeugmanagement von Mobility: Die Gesamtflotte erreicht laut Eigenangaben einen Durchschnittsausstoss von 91 g CO2/km. [5] [6] Damit übertrifft Mobility die ab 2015 geltenden Vorgaben des Bundes um 27 Prozent. [7]

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fahrzeuge werden über das Internet, telefonisch oder via Smartphone-Applikation[8] reserviert. Das ist rund um die Uhr und kurzfristig möglich. Die Reservation wird innert weniger Minuten via SMS auf das Fahrzeug übertragen. Anschließend kann das Fahrzeug mit der Mobility-Card geöffnet und verwendet werden. Einige Fahrzeugtypen sind für den komplett schlüssellosen Betrieb ausgerüstet. Nach der Rückgabe übermittelt der Bordcomputer dem zentralen System ebenfalls via SMS die Fahrdaten für die Fahrtenabrechnung. Verrechnet werden Gebühren für die Anzahl gefahrener Kilometer und für die Benutzungsdauer. Sämtliche Kosten für Benzin, Autoversicherung, Steuern, Wartung und Abschreibung sind darin inbegriffen. [9]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Mobility-Standort in Luzern.

Mobility stellt Fahrzeuge vorzugsweise an Bahnhöfen und in Ballungsräumen zur Verfügung. Dies begründet sich mit den Kooperationen mit verschiedenen Betrieben des öffentlichen Verkehrs im Bereich der Anschlussmobilität. [10] So befinden sich allein an SBB-Bahnhöfen über 40 Prozent der Mobility-Autos. Damit wird die Kombination von öffentlichem Verkehr und Auto bezweckt. [11]

Angebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mobility spricht mit ihren Abonnementen und Angeboten verschiedene Zielgruppen an. So hat Mobility das Abonnement «mobility4learners» (2013) für Lernfahrer und Neulenker lanciert.[12][13] Dasselbe mit dem Abonnement «mobility@campus» (2014) für Studierende. Privatkunden haben die Möglichkeit, Genossenschafter zu werden oder Jahres-/ Testabos zu lösen. Sie profitieren dabei oft von Vergünstigungen, falls sie ebenfalls Abonnemente bei Partner-Tarifverbünden (z. B. Zürcher Verkehrsverbund)[14] besitzen.

Im Bereich Firmenmobilität bietet Mobility zwei verschiedene Lösungen an. Im Rahmen des Angebots «Business Carsharing» nutzen Firmen Mobility-Autos – vom punktuellen Einsatz bis hin zu Exklusivfahrzeugen am Unternehmenssitz. «Mobility Poolcar-Sharing» hingegen rüstet bereits bestehende Unternehmensflotten mit Carsharing-Technologie aus und erlaubt somit betriebsinternes Carsharing. Weiterführende Services wie Schadenmanagement und Wartung sind ebenfalls in das Angebot integriert. Verschiedene Unternehmen haben ihre Fahrzeugflotte ganz oder teilweise an Mobility ausgelagert. Dazu gehören beispielsweise die Migros (seit 1998) und ABB.

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen kooperiert mit verschiedenen Betrieben des öffentlichen Verkehrs, die Standplätze an Bahnhöfen zur Verfügung stellen und Angebote des kombinierten Verkehrs vermarkten. Dazu gehören unter anderem:

Des Weiteren bestehen Kooperationen mit den Autovermietungen Europcar (2016) und Hertz (1996), die den Mobility-Mitgliedern vergünstigte Mietkonditionen anbieten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mobility entstand 1997 durch die Fusion der beiden Schweizer Carsharing-Genossenschaften AutoTeilet-Genossenschaft (ATG) und ShareCom. Diese Vorläuferunternehmen wurden beide 1987 gegründet, die ATG in Stans und die ShareCom in Zürich. Bereits 1991 kooperierten die beiden Unternehmen und ermöglichten ihren Mitgliedern die gegenseitige Nutzung der Fahrzeuge. Im selben Jahr beteiligten sie sich bei der Gründung des Vereins European Car Sharing (ECS). 1996 übernahm die ATG die Genfer Genossenschaft CopAuto (gegründet 1993). Die ShareCom entwickelte im gleichen Jahr die ersten Bordcomputer. [20]

Das aus der Fusion von ATG und ShareCom 1997 neu entstandene Unternehmen Mobility CarSharing mit rechtlichem Hauptsitz in Zürich umfasste 17'400 Kunden und 760 Fahrzeuge. In der Folge wurde die technische Weiterentwicklung des Reservationssystems vorangetrieben: Die Fahrzeuge wurden mit Bordcomputern ausgerüstet, und die Mitglieder erhielten eine Chipkarte (Mobility-Card). Gleichzeitig wurde die Reservation über das Internet eingeführt. Die kostspieligen technischen Einrichtungen bedeuteten eine große finanzielle Belastung, sodass im Jahr 2000 ein Sanierungsprogramm notwendig wurde. [21]

Seither steigerte Mobility sowohl die Anzahl der Genossenschafter und Kunden als auch der eingesetzten Fahrzeuge und Standorte kontinuierlich. Diverse Kooperationen wurden lanciert oder ausgebaut. 2013 wurde Mobility mit dem GfM-Preis von der Schweizerischen Gesellschaft für Marketing ausgezeichnet. [22]

Per 1. Oktober 2007 wurde der rechtliche Sitz nach Luzern verlegt, wo sich bereits der operative Hauptsitz der Genossenschaft befand. Der nächste Umzug findet im Jahr 2018 statt. Dann verlegt Mobility ihren Hauptsitz von Luzern nach Rotkreuz ZG. [23]

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mobility vertreibt über die Tochterfirma Mobility International AG (gegründet 2001 als Mobility Support AG) ihr selbst entwickeltes Buchungssystem MobiSys 2.0 sowie ihr Know-how in Flottenmanagement und Marketing.

2014 lancierte Mobility das erste stationsungebundene Carsharing-Angebot der Schweiz namens «Catch a Car» in Basel. Als Member kann man die Catch-Cars per Smartphone oder via Website orten und ohne vorgängige Reservation von A nach B fahren. Catch a Car befand sich bis anfangs 2016 in einer zweijährigen Pilotphase.[24] Aufgrund der positiven Ergebnisse des Pilotprojektes, wird das stationsungebundene Carsharing-Angebot weiterhin in Basel angeboten und expandiert nach Genf.[25] Die Auswirkungen von Catch a Car auf das Mobilitätsverhalten der einzelnen Mitglieder wurde von der ETH Zürich wissenschaftlich begleitet. [26]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • CarSharing in der Schweiz - eine bewegte Erfolgsgeschichte, (Buch von Werner Hadorn, erschienen im Verlag Smart Books)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag im Handelsregister des Kantons Zürich
  2. a b Handelsregister des Kantons Luzern. Handelsregisteramt des Kantons Luzern, abgerufen am 23. April 2012.
  3. https://www.mobility.ch/fileadmin/files/documents/annual_reports/2015_Mobility_Geschaefts-_und_Nachhaltigkeitsbericht.pdf
  4. Bundesamt für Energie: Evaluation Car-Sharing, September 2007
  5. Stiftung myclimate: Mobility – klimaneutrales Carsharing mit myclimate. In: Stiftung myclimate. Abgerufen am 16. Juni 2016.
  6. Ein Mobility-Auto ersetzt 10 Privatautos. In: Medienmitteilung. Abgerufen am 16. Juni 2016 (PDF).
  7. https://www.mobility.ch/fileadmin/files/documents/annual_reports/Web_Geschaeftsbericht_DE.pdf
  8. „mobility car“ im App Store. In: App Store. Abgerufen am 16. Juni 2016.
  9. So Funktioniert Mobility. Abgerufen am 16. Juni 2016 (PDF).
  10. www.20minuten.ch, 20 Minuten, 20 Min, www.20min.ch: 20 Minuten - Mobility wächst – und sucht dringend Parkplätze - Zentralschweiz. In: 20 Minuten. Abgerufen am 16. Juni 2016.
  11. SBB: Effizient von Tür zu Tür mit kombinierter Mobilität. In: www.sbb.ch. Abgerufen am 16. Juni 2016.
  12. Blick: Löli-Alarm bei Mobility: Jetzt gibts Carsharing für Lernfahrer - Blick. In: www.blick.ch. Abgerufen am 16. Juni 2016.
  13. Mobility car sharing für Fahrschüler. In: fahrlehrer.ch. Abgerufen am 16. Juni 2016.
  14. ZVV-Jahresabo mit Mobility: Carsharing zum Vorzugspreis – ZVV. In: ZVV. Abgerufen am 16. Juni 2016.
  15. Libero + Mobility - myLibero.ch. In: www.mylibero.ch. Abgerufen am 16. Juni 2016.
  16. ZVV-Jahresabo mit Mobility: Carsharing zum Vorzugspreis – ZVV. In: ZVV. Abgerufen am 16. Juni 2016.
  17. CS2 - Creative Solutions GmbH - 4450 Sissach - http://www.cs2.ch/: TNW - Mobility Carsharing. In: www.tnw.ch. Abgerufen am 16. Juni 2016.
  18. Avantages abonnés Mobilis — Mobilis. In: www.mobilis-vaud.ch. Abgerufen am 16. Juni 2016.
  19. Unireso - Mobilité combinée - unireso + Mobility. In: www.unireso.com. Abgerufen am 16. Juni 2016.
  20. Eine Schweizer Erfindung mit Potenzial: Die Car-Sharing-Idee kommt weltweit in Fahrt. In: Neue Zürcher Zeitung. Abgerufen am 16. Juni 2016.
  21. Marketing-Fallstudie Mobility Carsharing. Tagesanzeiger, abgerufen am 16. Juni 2016.
  22. https://www.mobility.ch/fileadmin/files/meta/media/media_releases/MM_D_Mobility_GfM_Marketingpreis.pdf
  23. Mobility zieht von Luzern nach Rotkreuz. In: Neue Luzerner Zeitung. Abgerufen am 16. Juni 2016.
  24. Amt für Mobilität des Kantons Basel-Stadt - Catch a Car. In: www.mobilitaet.bs.ch. Abgerufen am 16. Juni 2016.
  25. Michel Schultheiss: «Catch a Car» will von Basel aus andere Städte erobern. In: Tageswoche. Abgerufen am 16. Juni 2016.
  26. https://www.catch-a-car.ch/