Modalität (Sprachwissenschaft)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur Bedeutung des Begriffs Modalität in anderen Wissensgebieten siehe Modalität (Begriffsklärung)
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Siehe Diskussionsseite Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Modalität bezeichnet in der Sprachwissenschaft in einem engeren Sinn den sprachlichen Ausdruck einer Bedeutungskategorie, die auch in der Philosophie und der Logik unter dem Stichwort Modalität behandelt wird. Die genaue Abgrenzung des Gebiets der Modalität wird aber nicht einheitlich betrachtet. So wird die „Modalität“ entweder als eine rein semantische Kategorie aufgefasst, die bestimmte Typen von Aussagen (Propositionen) charakterisiert, oder aber als eine semantisch-pragmatische Kategorie angesehen, die Sprecherhaltungen zu Aussagen mit einbezieht. Modalität in der Aussage eines Satzes ist eine semantische Eigenschaft, welche die Einstellung des Sprechers zum Inhalt des Satzes betrifft. Anders formuliert verdeutlicht der Sprecher mit sprachlichen Mitteln sein Verhältnis zum Ereignis, Handlung und zu seiner Aussage, so kann der Sprecher z. B. damit Gebote, Angebote, Erlaubnisse, Pflichten Rechte und Wünsche formulieren. In einer grundsätzlichen, ersten Aussage wird durch einen Sprecher versprachlicht, dass eine Anzahl von Menschen Fußball spielt. – Beispiele:

* Wir spielen Fußball. Explikation: Grundsätzliche Aussage  der Sprecher teilt mit das eine Anzahl von Menschen Fußball spielt.
* Wir wollen Fußball spielen. Explikation: Das eingesetzte Modalverb modifiziert die Aussage im Satz dahingehend, dass der Sprecher vorhat bzw. den Wunsch äußert das die Gruppe Fußball spielen möge.

Modalität in der Semantik[Bearbeiten]

Modalität kann als eine semantische Kategorie verstanden werden, mit der die Bedeutung von Begriffen wie möglich / notwendig dargestellt wird. Modale Aussagen zeichnen sich in dieser Sicht dadurch aus, dass sie sich nicht (allein) auf einzelne Fakten der wirklichen Welt beziehen, sondern für die Geltung ihrer Aussage alternative Möglichkeiten („mögliche Welten“) einbeziehen.

Sie bezeichnen dann eine Quantifikation über solche Alternativen:

  • eine Aussage über eine Möglichkeit entspricht einer Existenzaussage (wenn beispielsweise ein Kriminalkommissar sagt: „Der Gärtner könnte der Mörder sein“ = „Es gibt ein mögliches Szenario, in dem der Gärtner der Mörder ist“);
  • eine Aussage über eine Notwendigkeit entspricht einer All-Aussage („Der Gärtner muss der Mörder sein“ = „Nach dem gegenwärtigen Stand der Erkenntnis, ist es in allen denkbaren Szenarien so, dass der Gärtner der Mörder ist“ — eine sogenannte epistemische Notwendigkeit).

Wichtige (aber nicht die einzigen) sprachlichen Träger solcher Aussagen sind demnach Modalverben. Eine einflussreiche Theorie zur Darstellung von Modalität (also z. B. der Bedeutung von Modalverben) ist die Mögliche Welten-Semantik.

Neben diesem engeren Bereich der Modalität wird der Begriff von Sprachwissenschaftlern oft auch auf weitere Bedeutungskategorien ausgedehnt, die beschreiben, wie ein Sprecher sich zur Gültigkeit seiner Aussage positioniert, und berührt somit dann auch Gebiete wie die Pragmatik sowie die grammatische Kategorie des Modus.

Modalausdrücke im Deutschen[Bearbeiten]

Man findet unter den Modalausdrücken folgende Lexeme oder lexikalische Mittel, so etwa:

  • Modale Satzadverbien, möglicherweise, sicherlich, vielleicht;
  • Modale Adjektive, wahrscheinlich, gewiss, notwendig, erlaubt;
  • Modalverben, können, dürfen, mögen, müssen, sollen, wollen.

Währen der Modus eine grammatikalisch–morphologische Kategorie ist, die die Einschätzung der Realität oder der Realisierungsmöglichkeiten des versprachlichten Sachverhaltes durch den Sprecher ausdrückt, wird die Modalität hingegen als eine funktional-semantische Kategorie gefasst. Dennoch kann Modalität auch durch grammatikalisch–morphologische Mittel der Modi (z. B. des Indikativs, Konjunktivs, Imperativs) ausgedrückt werden. Da die Modi unter diesen Gesichtspunkten teil der Modalität sind kann Modalität als Überbegriff verstanden werden.[1]

Der Begriff Modalität[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Der Begriff der „Modalität“ ist nicht mit dem Modus oder dem Modalsystem gleichzusetzen. Während Modi, wie die irrealen Modi Konjunktiv, Optativ, Nezessitativ usw. oder reale Modi wie der Indikativ, Energikus usw., jeweils Inhaltskategorien sind, die an bestimmte Flexionsformen gebunden werden, steht die Modalität für eine rein semantische Kategorie, die weder an bestimmte Formen gebunden noch auf bestimmte Einzelsprachen beschränkt ist.

Drei Definitionen zum Begriff der „Modalität“:

„Modalität ist die semantisch-pragmatische Kategorie, welche es auf systematische Weise erlaubt, die Standardeigenschaft von Propositionen, sich auf Sachverhalte in der aktuellen und wirklichen Welt zu beziehen, auf Sachverhalte in anderen Welten zu erweitern, die mit „unserer“ nicht identisch sind.“

Volkmar Engerer: Wahrheit und Modalität. Tidsskrift for Sprogforskning, Årgang 3, Nr. 2 (2005), S. 51

„Modalität ist eine den Modus einschließende übergreifende monosyntaktische[2] und semantisch-pragmatische (kommunikative) Kategorie, die das Verhältnis des Sprechers zur Aussage und das der Aussage zur Realität bzw. zur Realisierung eines Gegebenen zum Ausdruck bringt und grammatisch und / oder lexikalisch, intonational, rhetorisch usw. realisiert werden kann.“

Theodor Lewandowski: Linguistisches Wörterbuch. Auflage 6, Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim 1994, ISBN 3-8252-1518-0, S. 714

„Modalität ist eine funktional-semantische Kategorie, die ein System darstellt, in welchem Mittel verschiedener Ebenen der Sprache – morphologische, syntaktisch-konstruktive, intonatorische und Wortbildungsmittel – zusammenwirken und zum Ausdruck bringen, ob der in der Äußerung sprachlich ausgedrückte Bewußtseinsinhalt des Sprechenden als mit der Wirklichkeit übereinstimmend bezeichnet wird oder nicht.“

Gražina Droessinger[3]

Der Begriff beschreibt mehrere Ebenen aus der Sicht des Sprechers, die Perspektive zum gesprochenen und die Ebene zur Wirklichkeit, die ihren Ausdruck in der geschaffenen sprachlichen Realität findet.

Diese Definition wird durch andere Erklärungen von Modalität relativiert. So kann Modalität auch verstanden werden als, das:

  • Verhältnis der Aussage des Sprechers (Realität) zur Wirklichkeit;[4]
  • Verhältnis des Sprechers zum Satzinhalt;[5]
  • Verhältnis des versprachlichten Sachverhaltes, der Aussage zur Wirklichkeit und das Verhältnis des Sprechers zum Satzinhalt (siehe auch oben).[6]

Grammatisch wird Modalität durch spezielle Ausdrücke markiert (z. B. Modalverben, Satzadverbien, Konjunktivformen etc.), jedoch können auch einfache Sätze im Indikativ unter Umständen eine modale Interpretation erhalten.

Einteilung[Bearbeiten]

Frank Robert Palmer betrachtet die Modalität[7] als eine grammatikalische Kategorie. Eine Kategorie die mit dem Tempus und Aspekt verwandt sei. Während der Tempus und Aspekt auf die zeitliche Einordnung oder den internen zeitlichen Verlauf des Geschehens Bezug nähmen, führte die Modalität den Status der Proposition eines Ereignisses auf.

Er teilt die verschiedenen Arten von Modalität wie folgt ein:[8]

Die beiden Hauptgruppen sind nach F. R. Palmer die Propositional- und Ereignismodalität.

Bei anderen Autoren wird dynamische Modalität z. B. auch als ontische Modalität bezeichnet. Der Terminus deontisch stammt aus der Logik (vergleiche auch die Terminologie aus der Aussagenlogik und der Modallogik) und wird in der Linguistik für eine Verpflichtung und Erlaubnis verwendet. Deontische Modalität betrifft die Notwendigkeit oder Möglichkeit von Handlungen und Ereignissen, die von moralisch verantwortlichen Handelnden ausgeführt werden.

Es werden je nach wissenschaftlicher Arbeit und Autor eine große Anzahl an modalen Kategorien und Subkategorien in der theoretischen Reflexion über die Modalität zu finden sein, z. B. die alethische Modalität, die epistemische Modalität.[10]

Modalität in europäischen Sprachen[Bearbeiten]

In europäischen Sprachen wird Modalität auch durch spezielle Modalverben (können, müssen, dürfen, mögen, sollen, wollen) sowie den Modus des Verbes (Konjunktiv, Indikativ, Imperativ) ausgedrückt. Modalität ist jedoch semantisch gesehen eine Eigenschaft des ganzen Satzes. Von Adverbien und Modalpartikeln (ja, doch) über die Intonation bis hin zum Satzzeichen besteht eine Vielzahl sprachlicher Phänomene, die alle zur Modalitätsbildung herangezogen werden. Oft ist eine Kombination von über den Satz verteilten Elementen nötig, um eine bestimmte Modalität auszudrücken.

Modalität in der Spanischen Sprache[Bearbeiten]

siehe hierzu Subjuntivo, Modalität und Modus

Literatur[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Es fehlt zentrale Fachliteratur Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Modalität – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martin Hummel: Der Grundwert des spanischen Subjunktivs. Narr Francke Attempto, Tübingen 2001, ISBN 3-8233-5125-7, S. 144.
  2. Frank R. Palmer: Mood and Modality. Third printing. Cambridge University Press, Cambridge 2007, ISBN 978-0-521-80479-0, S. 185. Zitat: (...) „One possible difference that might be suggested is that mood in the European languages is a morphosyntactic category closely integrated with person, number, tense and voice.“ (...)
  3. GRAŽINA DROESSINGER: Zum Begriff und zu den Arten der Modalität in der Linguistik., S. 88–89, aus Rüdiger Deth: Die Teilmodalität Possibilität im Russischen und Deutschen. Dissertation, Humboldt Universität Berlin (1986), S. 29
  4. Viktor V. Vinogradov: O kategorii modal’nosti i modal’nych slovach v russkom jazyke. (1950) In: Viktor V. Vinogradov: Issledovanija po russkoj grammatike. Nauka, Moskva 1975, S. 53–87.
  5. Charles Bally: Syntaxe de la modalité explicite. Cahier F. de Saussure, 2, Genève Cercle Ferdinand de Saussure, (1942), S. 3–13.
  6. Helmut Jachnow, Nina B Meckovskaja, Boris J. Norman, Adam E. Suprun (Hrsg.): Modalität und Modus (Modal’nost’ i naklonenie). Allgemeine Fragen und Realisierung im Slavischen. (= Slavistische Studienbücher. Neue Folge. Band 4). Harrassowitz, Wiesbaden 1994, ISBN 3-447-03532-3, S. 52–89.
  7. Mood and Modality. Cambridge University Press, Cambridge 1986, ISBN 0-521-31930-7.
  8. Frank R. Palmer: Mood and Modality. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2001.
  9. Evidentialität. Norbert Fries, Online Lexikon Linguistik. Berlin 2006 ff.
  10. William Frawley, Erin Eschenroeder, Sarah Mills, Thao Nguyen: The Expression of Modality. (= The expression of cognitive categories. Band 1). Walter de Gruyter, Berlin 2006, ISBN 3-11-018436-2, S. 1 f.