Modern Soul Band

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Modern Soul Band
Allgemeine Informationen
Genre(s) Soul, Jazzrock
Gründung 1968
Website www.modernsoulband.de
Gründungsmitglieder
Keyboard, Komposition
Gerhard Hugo Laartz
Klaus Nowodworski
Eugen Hahn
Andy Altenfelder
Jürgen Fritsch
Günter Dobrowolski
Gunther Wosylus
Aktuelle Besetzung
Keyboard, Komposition
Gerhard Hugo Laartz
Gesang
Dirk Lorenz
Trompete
Ferry Grott
Saxophon
D.-Mercedes Wendler
Stephan Bohm
Gitarre
Wolfgang Nick Nicklisch
Bass
Jörg Dobersch
Schlagzeug
Mathias Matze Fuhrmann
Ehemalige Mitglieder
Posaune
Conny Bauer
Schlagzeug
Karl-Jürgen Rath
Trompete
Jochen Gleichmann
Schlagzeug
Stephan Geuther
Gitarre, Gesang
Hansi Biebl
Gesang
Regine Dobberschütz
Bass
Christian Liebig
Gitarre
Eberhard Klunker
Schlagzeug
Ulrich Kersten
Gitarre
Wolfgang Nicklisch
Saxophon
Joachim Schmauch
Gitarre
Volker Reichel
Trompete, Perkussion
Christian Höhle
Gesang
Barbara Kuster
Gesang
Gonda Streibig
Saxophon
Helmut Forsthoff
Saxophon
André Erdmann
Gesang
Christian Zwiebel Schmidt
Gitarre
Jens Schultz
Posaune
Dagobert Darsow
Saxophon
Frank Fritsch
Trompete
Claus Dieter Knispel
Trompete
Andreas Hillmann
Schlagzeug
Klaus Döring
Gitarre
André Horvath
Schlagzeug
Bernd Haucke
Gitarre
Gisbert Piatkowski
Saxophon
Andreas Wieczorek
Gesang
Michael Barakowski
Gesang
André Siodla
Schlagzeug
Roger Heinrich
Bass
Carsten Mutschall
Gitarre
Jens Jensen
Gäste
Gesang
Uschi Brüning
Saxophon
Ernst-Ludwig Petrowsky
Gesang
Angelika Weiz
Jahreshitparade der DDR
Titel[1]
Himmel und Hölle
  DDR 22 1976

Die Modern Soul Band (kurz MSB) ist eine deutsche Soul- und Jazzrockband, die 1968 in der DDR gegründet wurde. Die Besetzungslisten seit Bestehen der Band umfassen über 40 Musiker.

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem in der DDR die Music-Stromers mit einem Auftrittsverbot belegt worden waren, gründete im Juli 1968 Gerhard Hugo Laartz mit Eugen Hahn (Bass), Andy Altenfelder (Trompete), Jürgen Fritsch (Saxophon), Klaus Nowodworski (Gesang), Günter Dobrowolski (Gitarre) und Gunther Wosylus (Schlagzeug) das Modern Septett. Heimstatt der jungen Band war der Ost-Berliner Fredersdorfer Klub (offiziell: Jugendclub Freundschaft) in der Nähe des heutigen Ostbahnhofs. Dort versammelten sich Musikliebhaber, die wenig für Beatmusik und den typischen Rocksound der DDR übrig hatten. Anfangs spielte die Band meist Coverversionen von Blood, Sweat & Tears und Chicago, bis in den 1970er Jahren auch eigene Songs entstanden. Damit war die Band zu dieser Zeit die einzige DDR-Band, die Soul und Jazzrock spielte. Soulmusik war „in der DDR damals noch ganz neu und modern“.[2] Nachdem Posaunist Conny Bauer hinzugekommen war und für Wosylus, der zu den Puhdys wechselte, Karl-Jürgen Rath ans Schlagzeug gekommen war, wurde die Gruppe Modern Soul Band genannt. Im selben Jahr verließen auch Altenfelder und Dobrowolski die Band. Ersetzt wurden sie durch Jochen Gleichmann (Trompete), der schon bei den Music-Stromers dabei war, und Hansi Biebl. Neben Nowodworski sangen zwischen 1973 und 1978 Regine Dobberschütz und anschließend Barbara Kuster und Gonda Streibig.

Nach ersten Rundfunkproduktionen folgte 1970 ein einmonatiges Gastspiel im Berliner Friedrichstadtpalast. 1972 ging Biebl zu Veronika Fischer und Band, und für ihn wechselte Eberhard Klunker in die Band. 1973 kam an Stelle von Bauer, der sich ausschließlich dem Jazz widmen wollte, Dagobert Darsow. 1973 und 1977 fusionierte die Modern Soul Band zeitweilig für längere Tourneen mit der Klaus Lenz-Band zur Klaus Lenz Modern Soul Big Band. Die Modern Soul Band zählte zu den meistproduzierten Bands beim DDR-Rundfunk; die erste Live-LP bei Amiga erschien 1977. Tourneegäste waren unter anderem Veronika Fischer, Uschi Brüning, Stefan Diestelmann, Helmut Forsthoff und Ernst-Ludwig Petrowsky. Die Gruppe spielte insgesamt eine wichtige Rolle für die Entwicklung der DDR-Rockmusik.

Beim 15-jährigen Jubiläum 1983 feierten als Gäste Angelika Weiz, Rosay Wortham (USA) sowie Peter Herbolzheimer aus der Bundesrepublik Deutschland mit. 1984 gewann sie auf dem Internationalen Schlagerfestival Dresden mit dem Titel Ideale den zweiten Preis beim „Grand Prix“ sowie den Pressepreis. Die Band war bald darauf nicht mehr nur in der DDR erfolgreich, sondern ab 1986 auch auf Auslandstourneen. Nach der Wende fing die Gruppe nach kurzer Pause 1991 wieder an; nun konnten erstmals alle Texte in alter Soultradition auf Englisch interpretiert werden – anders als zuvor mit zensierten, deutschen Texten. Ab 1994 arbeitete die Modern Soul Band in fast konstanter Besetzung. Im Juli 1999 kehrte der ursprüngliche Sänger Klaus Nowodworski wieder zurück. Nachdem er 2001 gestorben war, kam für ihn Dirk Lorenz als neuer Frontmann.

Am 7. und 8. September 2003 feierte die Band gemeinsam mit vielen Ehrengästen wie Uschi Brüning, Conny Bauer, Ernst-Ludwig Petrowsky, Klaus Lenz und Reinhard Lakomy ihr 35-jähriges Bühnenjubiläum, zu dem eine DVD erschien. Die 2004 veröffentlichte CD Soul Time Live entstand aus einem Live-Mitschnitt im Dezember 2003. 2007 erschien die Single Sommer in Berlin. Im März 2008 veröffentlichte MSB das Porträt Highway Rock – 40 Years Modern Soul Band, wobei fast ausschließlich bisher unveröffentlichte Titel auf der CD zu finden sind. Höhepunkte waren am 11. und 12. Juli 2008 die Konzerte mit Gästen anlässlich des 40. Jahrestages des Bestehens der Band. Dies wurde auf einer DVD und Doppel-CD festgehalten und veröffentlicht.

2011 verließen Roger Heinrich (Schlagzeug), Carsten Muttschall (Bass) und Jens Jensen (Gitarre) die Band und wurden durch Mathias Fuhrmann, Jörg Dobersch und Wolfgang Nicklisch ersetzt. Außerdem kam Sänger André Siodla neu zur Modern Soul Band.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langspielplatten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1976: Modern Soul Band (Amiga)
  • 1979: Meeting (Amiga)
  • 1987: Berliner Song (Amiga)

CD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991: Moods
  • 1998: Rolling Man
  • 2003: 35 Jahre MSB
  • 2004: Soultime – live
  • 2007: Sommer in Berlin
  • 2008: Highway Rock – Das Porträt
  • 2008: 40 Jahre MSB – live in Berlin

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H. P. Hofmann: Beat Lexikon. Interpreten, Autoren, Sachbegriffe. VEB Lied der Zeit Musikverlag, Berlin (Ost) 1977.
  • Götz Hintze: Rocklexikon der DDR. Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-89602-303-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Götz Hintze: Rocklexikon der DDR. 2. Auflage. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-303-9
  2. http://www.intaktrec.ch/osterbauer-a.htm