Modular Festival

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Das Modular Festival ist ein dreitägiges Musikfestival in Augsburg. Es ist das größte gemeinnützige Jugend- und Popkulturfestival in Bayerisch-Schwaben. Es findet jährlich im Wittelsbacher Park rund um den Augsburger Hotelturm statt, wird vom Stadtjugendring Augsburg (SJR) veranstaltet und von der Stadt Augsburg gefördert.

Ursprünglich im Jahr 2007 als Hallenfestival konzipiert, hat sich das Modular Festival in eine Freiluftkonzertreihe gewandelt. Es zieht rund 30.000 Besucher an drei Tagen an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Modular Festival ist der Nachfolger der Augsburger Jugendfestivals „x-large“ und „PopCity“. Seinen Namen hat es von den verschiedenen Modulen (Bausteinen), aus denen es besteht.[1]

Das Modular Festival begann 2007 als Inhouse-Festival und wuchs im Laufe der Jahre, vor allem 2011 mit dem Projekt „City of Peace“ der Stadt Augsburg zur Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011. Von 2009 bis 2011 fand das Festival an verschiedenen Locations in Augsburg statt, z. B. im Konzertsaal im Leopold-Mozart-Zentrum, auf dem Rathausplatz, dem Annahof und in verschiedenen Augsburger Clubs.

Impulse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Veranstaltung präsentiert jährlich namhafte nationale, internationale und lokale Künstler aus den Genres Indie, Pop und Elektro. Neben den Headlinern gehört das Highlight „Puppet on a String“ zur traditionellen Eröffnung des Festivals. Der Name „Puppet on a String“ lehnt sich an die in Augsburg beheimatete Augsburger Puppenkiste an und bezeichnet ein professionelles klassisches Orchester, das Stücke von lokalen Künstlern (Puppe) gemeinsam mit ihnen unter Anleitung professioneller Arrangeure (Strippenzieher) neu interpretiert und auf die Bühne bringt.

Mit ihrem Fokus auf die Einbeziehung der lokalen Kultur- und Kreativwirtschaft, zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und dem fest im Konzept verankerten Leitgedanken der Partizipation geht die Veranstaltung über ein herkömmliches Besucherfestival hinaus. Dabei werden die Stadt und ihre jungen Bürger mit ihren Ideen bereits im Vorfeld durch Workshops und Mitmachaktionen in das Festival einbezogen, was dem Festival seinen Charakter gibt.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 beschloss die Stadt Augsburg ein Biennale-Konzept, wonach Veranstaltungsreihen wie der Jazzsommer, Klapps oder Modular nur noch alle zwei Jahre gefördert werden. Nachdem das Modular Festival im Jahr 2013 noch über 12.000 Besucher anzog, fiel es im Jahr 2014 aus.[2][3] 2015 einigte sich der Augsburger Kulturausschuss mit dem Stadtjugendring, das Modular Festival für die nächsten drei Jahre doch wieder jährlich zu veranstalten. Dieses Konzept wird nur bei erfolgreicher Sponsorengewinnung möglich werden, da der städtische Zuschuss bei jährlich 75.000 Euro bleiben soll.[4]

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Besonderheiten des Modular Festivals zählen das vielfältige Rahmenprogramm sowie die Gedanken der Partizipation und Vernetzung, die auch durch die vergleichsweise niedrigen Eintrittspreise gefördert werden.

Rahmenprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rahmenprogramm umfasst Workshops aller Art, Kunst und Kultur (Poetry Slam, Autorenlesungen, Ausstellungen, Diskussionspanels) sowie Sportangebote und Kreativmärkte. Es ist für jede Besucher-Altersgruppe etwas dabei: „Modular Kids“ konzentriert sich beispielsweise auf Kinder von ungefähr fünf bis zwölf Jahren. Andere Workshops sind gezielt an Jugendliche bis 18 Jahre gerichtet. Die Workshops bewegen sich zum Beispiel in den Bereichen Textil, Musik, Malerei oder Upcycling. Die Themenschwerpunkte liegen bei aktuellen Themen und subkulturellen Angeboten.

Partizipation und Vernetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonderer Wert wird auf Teilhabe, Mitwirkung und Mitbestimmung der Jugendlichen der Stadt, kurz Partizipation, gelegt. Mit einer Vielzahl an ehrenamtlich engagierten Personen, größtenteils Jugendlichen zwischen 18 und 25 Jahren, werden alle Bereiche der Festivalorganisation abgedeckt: Produktion, Technik, Gastronomie, Künstlerbetreuung, Programmbetreuung, Büro, Merchandise und vieles mehr. Junge Menschen können so unter Anleitung von Profis Erfahrung im Bereich Veranstaltungs- und Kulturmanagement machen. Rund 350 ehrenamtliche Helfer waren auf dem Modular 2017 tätig.[5]

Durch die Einbindung von Jugendlichen soll sichergestellt werden, dass das Festival zeitgemäß bleibt und dem Geschmack der Jugend entspricht. In Kooperation mit den Augsburger Hochschulen werden vor dem Festival in Seminaren künstlerische Inhalte herausgearbeitet und zum Festival beigesteuert. Beim Programmpunkt „Modular Youngstars“ übernimmt beispielsweise eine zusammengestellte Gruppe Jugendlicher unter Anleitung von Profis die komplette Organisation einer eigenen Bühne auf dem Festival (inklusive Öffentlichkeitsarbeit, Casting, Auswahl der Bands und Koordination mit den Künstlern). Bei vielen Diskussionspanels können sich die Festivalbesucher in die Gespräche einbringen.

Dem Leitgedanken der Vernetzung versucht das Modular Festival durch zahlreiche Kooperationen gerecht zu werden. Dabei verbindet das Festival beispielsweise die Augsburger Hoch- und Musikschulen, einzelne Institutionen und Organisationen, verschiedene städtische Ämter sowie viele Künstler und Kreativschaffende der Region untereinander. Der mit anderen jugend- und popkulturellen Festivals verglichen niedrige Eintrittspreis fördert die Teilnahme möglichst vieler Akteure und damit auch die Vernetzung.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Festival findet in einem Landschaftsschutzgebiet (Wittelsbacher Park) statt. Vor allem nach dem Festival 2016 gab es Kritik an den entstandenen Umweltschäden. Durch den Einsatz von (schweren) Fahrzeugen bei Auf- und Abbau sowie den temporären Installationen (z.B. eine BMX-Bahn) wurden Rasenflächen so beschädigt, dass sie neu angesät werden mussten.[6] Ein Vogel-Monitoring ergab, dass die im Park nistenden Vögel nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Festivalleitung denkt über alternative Veranstaltungsorte, z.B. das Gaswerk Augsburg nach.[7]

Termine und Künstler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf drei Bühnen treten nationale, internationale und lokale Bands und Musiker auf. Der Fokus liegt auf den Musikrichtungen Rock, Pop, Elektro, Klassik, Hip-Hop und Indie. Zu den Bands und Musikern zählten:

Datum Künstler
2. April bis 4. April 2009 Lasse Samström
15. April bis 17. April 2010 The Builders & The Butchers, Tomorrow they will be legend, Yuki Nonti und Herkules, Boy Miez Girl
29. Juni bis 2. Juli 2011 Bosse, Puppet on a String 2.0, Leadbelly Project, A/B Repeat, Boy Miez Girl, Der Herr Polaris, Black Music Crew, Anajo, Kill me, Adulescens, Lydia Daher, Misuk, Apparat Band, Sizarr, Beat! Beat! Beat!, Fotos, This is the arrival, Palmcourtbeats, Huss & Hodn, Main concept, Team Makasi, Blindspot, MO´breaks meets Uni – Big – Band, HiGHAG, Renasissance Dj Team, The Notwist, Kind the Fu, Ghost of Tom Joad, Crash Conspiracy, Kleinmeister, Hello Gravity, Jack Beauregard, A home. A heart. Whatever., Benni Benson, Puppet on a String
31. Mai bis 2. Juni 2012 Kraftklub, Prinz Pi, WhoMadeWho, Dendemann, Abby, Here is Why, Vierkantradlager, The Rhythms, Blindspot, Twisted Shoes, The Lions dance, Sick & Dope, Puppet of a String 2.0, A-B Repeat, We Destroy Disco, BMC, Fiva und das Phantom Orchester, YA-HA, Fuck Art Let`s Dance, Me and my Drummer, This is the Arrival, Roosevelt, Bilderbuch, Boy miez Girl, Pool, Rhytm Police, Benni Benson, Paper & Places, Leerlauf, The Swindle
30. Mai bis 1. Juni 2013 The Notwist, Thees Uhlmann, Frittenbude, die Orsons, eRRdeKa, Carpet, About an autor, We destroy disco, Thees uhlmann & band, Ahzumjot, The impression, Gerard, Adulescens, Augsburgs finest, Boy miez Girl, Come back harriet, Je suis Julie, Yellow scoop, We saw worlds collide, Beginner soundsystem 2.0, Kakkmaddafakka, Ok kid, When saints go machine, Reptile youth, Claire, Yesterday shop, The Exclusive, Hanuman tribe, Talking pets, The Sensational Skydrunk Heartbeat Orchestra, Müller, De la cave
2014 ausgefallen
4. Juni bis 6. Juni 2015 Haftbefehl, AnnenMayKantereit, Wanda, eRRdeKa, Exclusive, Benni Benson, Rakede, Adulescens, The Whiskey Foundation, Fräulein Brecheisen, We Destroy Disco, Das Hobos, Chuckamuck, The Stolers, Oliver Gottwald, Okta Logue[8]
26. Mai bis 28. Mai 2016 AnnenMayKantereit (Secret Act), eRRdeKa & Das Puppet On A String Orchester, Chefket, Fatoni, Jesper Munk, NeonSchwarz, Me and My Drummer, Go Go Berlin, Schmutzki, Die Nerven, Say Yes Dog, l´Aupaire, Drangsal, Vita Bergen, Parcels, A Tale Of Golden Keys, Adulescens, BENNI BENSON & Der Herr Polaris, King the Fu, San Anton Kid, Moon Transit[9]
15. Juni bis 17. Juni 2017 Kakkmaddafakka, Moop Mama, Mule & Man, Maeckes & Die Katastrophen, Die Höchste Eisenbahn, Hundreds, Megaloh, Faber, SXTN, Fotos, MC Bomber, Carnival Youth, Impala Ray, Lion Sphere, Gurr, 3Plusss[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heute Abend startet das Modular-Festival. Augsburger Allgemeine vom 1. April 2009, abgerufen am 19. April 2016.
  2. Festival-Modular fällt 2014 aus. Augsburger Allgemeine vom 24. Januar 2014, abgerufen am 19. April 2016.
  3. Die Jugend hat bei Modular das Wort, Artikel der Augsburger Allgemeinen vom 19. September 2014, abgerufen am 19. April 2016
  4. Modular jedes Jahr!, Artikel der Neuen Szene Augsburg vom 23. Juli 2015, abgerufen am 19. April 2016
  5. Bei Modular hat sie alles im Griff Artikel der Augsburger Allgemeinen vom 14. Juni 2017, abgerufen am 15. Juni 2017
  6. http://www.amaroland.de/saubaer-des-jahres.htm
  7. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Wird-das-Modular-bald-am-Gaswerk-gefeiert-id37969582.html
  8. Modular Festival 2015: Die Band Wanda bringt „Amore“ nach Augsburg, Artikel der Augsburger Allgemeinen vom 6. Juni 2015, abgerufen am 19. April 2016
  9. Sechzig Acts – und ein Geheimnis, Artikel der Neuen Szene Augsburg vom 1. April 2016, abgerufen am 19. April 2016
  10. Modular-Festival 2017 bietet viele Bands und einige Änderungen, Artikel der Augsburger Allgemeinen vom 2. April 2017, abgerufen am 16. Juni 2017