Mogulistan

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Mogulistan ca. 1450. Die Mogule kontrollierten Mogulistan, Alti Shahr und Turfan.
Nachfolger des Mongolischen Reiches:
  • Khanat der Goldenen Horde
  • Tschagatai-Khanat
  • Ilchanat
  • Reich der Yuan-Dynastie
  • Einflusszonen der zwei Teile des Tschagatai-Khanats um das Jahr 1490: Uiguristan im Osten und Mogulistan im Westen

    Mogulistan, Moghulistan, Mogolistan bzw. Mongolistan ist ein geographischer Begriff, der ‚Land der Mongolen’ bedeutet, und von den Persern ab dem 13. Jahrhundert für den westlichen Teil des Tschagatai-Khanats in Zentralasien verwendet wurde.

    Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Mogulistan erstreckt sich im Norden bis zum Tarbagatai-Gebirge, im Westen bis zum See Yssykköl und dem Balchasch-See, im Osten bis zum Altai-Gebirge, im Süden bis zu den Oasen der Uiguren. Grundsätzlich können das gesamte Tian-Shan-Gebirge des nördlichen Xinjiang, die Flüsse Tschüi und Talas und das Fergana-Tal ebenfalls Mogulistan (d. h. Kasachen und Kirgisen) zugerechnet werden.

    Gewöhnlich wird das Tschagatai-Khanat unterteilt in das östlich gelegene Uiguristan, Alti Shahr (das Land der Sechs Städte[1] - bzw. Kaschgarien) (d. h. Yarkant, Kaschgar, Hotan, Aksu, Uqturpan[2], Yengisar[3]) mit dem Tarimbecken und das sich westlich anschließende Mogulistan mit dem Siebenstromland.

    Heute gehört der östliche Teil Mogulistans zur chinesischen Provinz Xinjiang, die westlichen Teile gehören zu Kasachstan und Kirgisien.

    Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Nach der Teilung des Mongolischen Reiches (ab 1260) entstand das Tschagatai-Khanat, das selbst aus zwei Teilen bestand. Mogulistan war ursprünglich unter der Verwaltung des Östlichen Tschagatai-Khanats, Tughluq-Timur (1329/30–1363) war Khan von Mogulistan und ab 1360 auch Khan des Tschagatai-Khanats. Eine wichtige Stadt war Almaliq, das im 13. und 14. Jahrhundert während der Mongolenherrschaft gedieh. Almaliq war die Stadt eines Karluken-Herrschers gewesen, der bereits früh Dschingis Khan folgte, später unterhielt der mongolische Tschagatai Khan in der Nähe sein Heerlager. In der Stadt wurden im 14. Jahrhundert Münzprägungen nachgewiesen.[4]

    Im 15. Jahrhundert kam eine große Anzahl usbekischer Nomaden unter Abu'l-Chair Khan (1412–1468), es folgten Sultane aus der Goldenen Horde, Kerey Khan und Janybek Khan, die hierher kamen. Die Herrscher des Östlichen Tschagatai-Khanats, Esen Buqa II und Yunus Khan, traten an sie einen Teil von Mogulistan (Kuqibashi[5]) ab und sie errichteten das Kasachische Khanat. Das Tschagatai-Khanat wurde zunehmend auf das südliche Xinjiang (Nanjiang) beschränkt. Dieses Gebiet wurde später das Kasachen-Khanat der Großen Horde, dessen Bewohner waren Wusun, Kankalis, Dughlat, Jalayir und andere Stämme.

    Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • Fischer Weltgeschichte. Band 16: Zentralasien.
    • René Grousset: Die Steppenvölker. Essen 1975.

    Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. vgl. Alti S̲h̲ahr (Encyclopaedia of Islam, Second Edition)
    2. chin. Wushi
    3. chin. Yingjisha
    4. Jürgen Paul: Zentralasien. S. Fischer, Frankfurt am Main 2012 (= Neue Fischer Weltgeschichte. Band 10), S. 292.
    5. Chinesisch 库齐巴什, in der Nähe des Flusses Tschüi; vgl. 360doc.com: Xinjiang lishi jianjie.
    Mogulistan (Alternativbezeichnungen des Lemmas)
    Moghulistan; Moghulistan; Mughalistan; مغولستان; Dongchahetai hanhuo 东察合台汗国; Dōng Cháhétái Hànguó; Östliches Tschagatai-Khanat; Dong Chahetai hanguo