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Moiré

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Seidenband aus echtem Moiré
Bundesverdienstkreuz mit Schulterband aus Moiré

Der oder das Moiré (auch Moiree; Aussprache [mwaˈʀe]; von frz. moiré, 'moiriert, marmoriert‘) ist ein Gewebe mit einer Maserung (ähnlich einer Holzmaserung oder Wasserwellen), das meist aus Seide, Viskose oder Kunstfasern hergestellt wird. Durch den Moiré-Effekt zweier übereinander gelegter Lagen Gewebe entstehen unterschiedliche Helligkeiten. In älterer deutscher Literatur wird solches Gewebe als gewässert bezeichnet.[1][2]

Man unterscheidet zwischen echtem und unechtem Moiré. Beim echten Moiré entsteht das typische Musterbild durch die Verbindung zweier Lagen eines gerippten Gewebes. Da die Rippen niemals exakt parallel liegen, entstehen an den Kreuzungspunkten flachere, glänzende Stellen. Da die Verschiebung der Rippen zufällig ist, wiederholt sich das so entstehende Muster nicht.

Als Moirieren bezeichnet man das Verfahren zur Herstellung des echten Moiré. Die Lagen des Ausgangsgewebes werden durch Trockenappretur auf einem Kalander zwischen erhitzten, zylindrischen Walzen aufeinandergepresst. Bei thermoplastischen Materialien ist das Muster wasch- und reinigungsbeständig.[3][4]

Unechtes Moiré

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Beim unechten Moiré wird das Muster mit Hilfe einer entsprechend gemusterten Walze und einer weichen Gegenwalze auf das Gewebe geprägt (Gaufrieren). Ein Moiré-Effekt im eigentlichen Sinne entsteht nicht, sondern liegt lediglich der Pressvorlage zugrunde, durch unterschiedlichen Lichteinfall ändert sich das Muster aber sehr ähnlich.

Derartig gepresste Papiere oder Kartons mit glatten, glänzenden Oberflächen werden als Moiré-Papier bezeichnet. Sie fanden unter anderem als Vorsatzpapiere oder für Bucheinbände Verwendung.

Einzelnachweise

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  1. Carl Günther Ludovici: Neu eröfnete Academie der Kaufleute, oder encyclopädisches Kaufmannslexicon alles Wissenswerthen und Gemeinnützigen in den weiten Gebieten der Handlungswissenschaft und Handelskunde überhaupt... Band 4, Leipzig: Breitkopf & Härtel 1799, Sp. 991 s. v. Mohr, Moor, Moir
  2. Friedrich Erdmann Petri, Wilhelm Hoffmann: Handbuch der Fremdwörter in deutschen Schrift- und Umgangsprache. 12. Auflage, Leipzig: Arnoldische Buchhandlung 1865, S. 507 Moire, f., fr. (spr. moahr'), ein gewässertes Seidenzeuch; moiré, gewässert (von Bändern und Zeuchen; auch auf Metallen); moire métallique, ein geflaminter oder marmorirter Metalllack.
  3. Ursula Völker, Katrin Brückner: Von der Faser zum Stoff – Textile Werkstoff- und Warenkunde. Verlag Dr. Felix Büchner. Hamburg 2007, ISBN 978-3-582-05112-7, S. 204.
  4. Thomas Meyer zur Capellen: Lexikon der Gewebe. 3., erweiterte Auflage. Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-87150-893-4, S. 276 ff.