Moivrescher Satz

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Der Moivresche Satz, auch Satz von de Moivre oder Formel von de Moivre genannt, besagt, dass für jede komplexe Zahl (und damit auch jede reelle Zahl) und jede natürliche Zahl der Zusammenhang

gilt.[1]

Er trägt seinen Namen zu Ehren von Abraham de Moivre,[2] der diesen Satz im ersten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts fand.[3] De Moivre selbst hatte die Formel nach eigener Aussage von seinem Lehrer Isaac Newton[4] und verwendete sie in verschiedenen seiner Schriften, auch wenn er sie nie explizit niederschrieb (das tat erst Leonhard Euler 1748, Introductio in analysin infinitorum, wo er auch die Eulersche Formel aufstellte).

Die Formel verbindet die komplexen Zahlen mit der Trigonometrie, sodass die komplexen Zahlen trigonometrisch dargestellt werden können. Der Ausdruck kann auch verkürzt als dargestellt werden.

Herleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Moivresche Satz kann mit der Eulerformel

der komplexen Exponentialfunktion und ihrer Funktionalgleichung

abgeleitet werden.

Ein alternativer Beweis ergibt sich aus der Produktdarstellung (siehe Additionstheoreme)

per vollständiger Induktion.

Verallgemeinerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn

dann ist

eine mehrwertige Funktion aber nicht

.

Dadurch gilt

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton von Braunmühl: Vorlesungen über Geschichte der Trigonometrie. Geschichte der Trigonometrie. Enthält: Teil 1 – Von den ältesten Zeiten bis zur Erfindung der Logarithmen, Teil 2 Von der Erfindung der Logarithmen bis auf die Gegenwart. Reprografischer Nachdruck der 1. Auflage. M. Sändig, Niederwalluf bei Wiesbaden 1971, ISBN 3-500-23250-7 (Erstauflage bei Teubner, Leipzig, 1900–1903).
  • Hans Kerner, Wolf von Wahl: Mathematik für Physiker. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 2007, ISBN 978-3-540-72479-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kerner und Wahl (2007), S. 70
  2. Braunmühl (1971), Teil 2 S. 75
  3. Braunmühl (1971), Teil 2 S. 78
  4. Nahin, An imaginary tale, Princeton University Press 1998, S. 56