Mom I’d Like to Fuck

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Die US-amerikanische Pornodarstellerin India Summer ist im MILF-Subgenre aktiv

Mom I’d Like to Fuck (englisch wörtlich übersetzt: „Mama, die ich gerne ficken würde“), in Kurzform MILF (/mɪlf/), auch Mother I’d Like to Fuck, ist ein umgangssprachlicher, aus dem Porno-Metier entliehener Ausdruck für attraktive Frauen mittleren Alters, im 4. und 5. Lebensjahrzehnt, die aus der Sicht junger, aber auch älterer Männer und Frauen eine attraktive Sexualpartnerin darstellen. Das männliche Äquivalent ist der DILF (Dad I’d like to fuck).

Etymologie und Geschichte

Der Ausdruck wurde durch die Verwendung in der Teenager-Komödie American Pie – Wie ein heißer Apfelkuchen aus dem Jahr 1999 bekannt. Dort wurde die Protagonistin Janine Stifler („Stifler’s Mom“) als MILF (in der deutschen Synchronisation eingedeutscht zu „MIGF“) bezeichnet. Die Rolle wurde von der Darstellerin Jennifer Coolidge verkörpert. Der Ausdruck „MILF“ existierte allerdings schon Jahre zuvor und wurde vor allem im Internet verwendet.

„MILF“ wurde anschließend als Titel unterschiedlicher gleichnamiger Pornoserien verwendet und ist mittlerweile als feste Genrebezeichnung für Pornografie mit nicht mehr jungen Frauen gebräuchlich.

Wirkung und Begriffsverwendung in den Medien

Mittlerweile gilt das Image und der Ausdruck „MILF“ als zeitgeistiges Phänomen und wird in vielen unterschiedlichen Zusammenhängen aufgegriffen. Der Begriff, so die Zeit 2015 in einem Beitrag zum Phänomen, sei von der Sexualwissenschaft erstaunlich wenig ausgelotet. Entstanden sei der Begriff zwar wohl im Internet – speziell im Umfeld von Porno-Internetplattformen, bei denen MILF als Rubrik schon seit Jahren weit vorne liege. Verbreitet und breiter adaptiert worden sei er jedoch durch „eine Bewegung aus dem Volk“.[1] Das Gegenstück des „DILF“ ist mit geringer Zeitverzögerung und ohne die Konnotation mit Pornografie in den Medien aufgetaucht.[2] Verwendung fand der Begriff zwischenzeitlich in Musikstücken, in Film- und TV-Serien-Dialogen sowie im Rahmen von Kampagnen und Performances. Beispiele:

  • Daneben spiegelt sich das Phänomen „MILF“ auch in mehreren Büchern wider[3] oder in Fernsehsendungen wie Desperate Housewives, The Real Housewives of Orange County und dem Wettbewerb Hottest Mom in America. Inzwischen werden neben Kaffeetassen auch T-Shirts mit dem Aufdruck „got milf?“ oder „MILF in Training“ gehandelt. So sorgte unter anderem Britney Spears für Aufsehen, indem sie letzteres Shirt während ihrer ersten Schwangerschaft trug.
  • Am 10. April 2008 wurde auf NBC die Episode MILF Island der Sitcom-Serie 30 Rock von Tina Fey ausgestrahlt, die als Thema eine nicht existierende TV-Serie namens „MILF-Island“ hat.
  • In Deutschland wurde der Begriff im Jahr 2011 von der Initiative „MILFs gegen Merkel“ aus dem Umfeld von Die PARTEI aufgegriffen. Die Aktion diente der Unterstützung bei den Berliner Wahlen 2011, bei denen der einschlägige Slogan auch auf einem Wahlplakat Verwendung fand.
  • Während des US-Wahlkampfes 2008 wurde der Begriff VPilf (Vice Presidents I’d like to fuck) geschaffen. In Anlehnung an MILF wurde damit die republikanische Vize-Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin betitelt. Der parodistische Pornofilm Who’s Nailin’ Paylin bezieht sich in seinem Untertitel „Adventures of a Hockey MILF“ auf Aussagen Palins (diese bezeichnete sich selbst als Hockey mom).
  • Rund um die Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton wurde vor allem auf Internetblogs und Facebook der Begriff QILF (Queen I'd like to fuck)[4] verbreitet; es kursiert auch der Ausdruck PILF (Princess ...).[5] Mittlerweile werden T-Shirts mit diesem Slogan verkauft. Auch Königin Rania von Jordanien wird als QILF bezeichnet. Ebenso werden attraktive männliche Stars wie David Beckham, Cristiano Ronaldo oder Bruce Willis im mittleren oder fortgeschrittenen Lebensalter in der entsprechenden Regenbogenpresse oder in Szene-Magazinen als DILFs bezeichnet.[6]

Pornografie

Bekannte Filmreihen des Genre MILF sind zum Beispiel MILF Lessons von Bangbros, MILF Cruiser oder Diary of a MILF von Naughty America. Serien wie MILF Chocolate von Legend und Chocolate MILF von Video Team sind überwiegend mit afroamerikanischen Darstellerinnen wie etwa Lacey Duvalle, Midori, Sinnamon Love und Jada Fire besetzt.

Die Darstellerin Vicky Vette wurde im Jahr 2005 im Alter von 40 Jahren mit einem AVN Award als „Best Tease Performance“ in dem Film Metropolis ausgezeichnet. Im Jahr 2007 feierte Teri Weigel im Alter von 45 Jahren als MILF ein Comeback in dem Film American MILF.

Im Jahr 2008 gab es erstmals zwei Kategorien zum Thema MILF bei den sogenannten „Porno-Oscars“, den US-amerikanischen AVN Awards: Gewinner in der Kategorie „Best MILF Release“ war der Film It’s a Mommy Thing! (u. a. mit Nina Hartley) und als Gewinner in der Kategorie „Best MILF Series“ wurde die Filmreihe Momma Knows Best von Red Light District ausgezeichnet (u. a. mit Francesca Lé). Die Serie Seasoned Players von Tom Byron wurde in den Jahren 2009, 2010 und 2012 jeweils als „Best MILF Series“ ausgezeichnet.

Die Organisation X-Rated Critics Organization kürt seit 2006 jedes Jahr eine Darstellerin als „MILF of the Year“. Bisher wurden die folgenden Darstellerinnen in dieser Kategorie ausgezeichnet: Janine Lindemulder (2007), Kylie Ireland (2008), Julia Ann (2009, 2011), Lisa Ann (2010), India Summer (2012), Veronica Avluv (2013), Francesca Le (2014), India Summer (2015).

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. MILF: Mutter, Sex, Objekt, Christian Fuchs, Zeit Online, 21. Mai 2015
  2. DILFs. Dads I'd Like to F—-·. IMDb. 20. September 2012, abgerufen am 12. August 2016.
  3. The Hot Mom’s Handbook (ISBN 1-59555-851-9, 2006), Confessions of a Naughty Mommy (ISBN 978-1-58005-157-6, 2005), The MILF Anthology (ISBN 978-1-56201-491-9, 2006)
  4. QILF im Urban Dictionary. Abgerufen am 12. August 2016.
  5. PILF im Urban Dictionary. Abgerufen am 12. August 2016.
  6. Danielle Tullo, Kate Beckman: 32 Hottest DILFS of All Time. There is nothing better. Cosmopolitan. 19. Mai 2015, abgerufen am 12. August 2016.