Momo Challenge

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Die Momo Challenge (deutsch: Momo-Herausforderung) ist eine hinsichtlich ihres Ursprungs und ihrer Existenz umstrittene Form des Cyber-Mobbings, die sich seit 2018 über soziale Medien, Mobiltelefone und Videos verbreitet. Im englischen Sprachraum wird sie als Hoax beschrieben. Sie sei ein Beispiel für die gesellschaftliche Dynamik moralischer Panik.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere Smartphonenutzer sollen dabei über den Instant-Messaging-Dienst WhatsApp in wellenweise verschickten Droh-Kettenbriefen aufgefordert worden sein, einen Benutzer namens „Momo“ zu kontaktieren, um von diesem vermeintlich angsteinflößende Nachrichten und Medien zu erhalten. Sie sollen im Weiteren angewiesen worden sein, eine Reihe namensgebender gefährlicher Aufgaben auszuführen. Seit 2019 soll die Momo Challenge auch vereinzelt in Videos auf YouTube aufgetaucht sein, vor allem in solchen, die sich an Kinder und Jugendliche richten, so etwa in Videos zu den Computerspielen Minecraft und Fortnite.[1] Die ersten WhatsApp-Telefonnummern, von denen Momo Nachrichten verbreitet haben soll, hatten Vorwahlen aus Japan, Mexiko und Spanien. Diese sind inzwischen weitgehend gesperrt oder nicht mehr erreichbar.[2]

Im Laufe der Berichterstattung verdichteten sich allerdings die Hinweise, dass die Momo Challenge so selbst nie stattfand. Sowohl die British Broadcasting Company als auch der Guardian berichteten, das Phänomen sei ein Hoax.[3][4] Der deutschen Jugendschutz-Initiative Schau hin! zufolge sei es eine „simple Kettenbrief-Masche“.[5] Demnach sind die Berichte über die in den sozialen Medien verbreiteten Bedrohungen unzutreffend. Davon zu unterscheiden ist das – offenbar reale – Internetphänomen der sich stark verbreitenden Berichterstattung über die vermeintliche Momo Challenge und die damit verbundenen Nachahmungsversuche.

Bilder von Momo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Bildern der zunächst übernatürlich anmutenden Person Momo handelt es sich um Fotos einer echten puppenähnlichen Statue, die in der Vanilla Gallery in Tokio (Japan) ausgestellt wird. Sie ähnelt einem Mädchen mit strähnigen schwarzen Haaren und breitem, verzerrtem Mund sowie herausquellenden großen schwarzen Augen.[2][6]

Berichte über Fälle von Suizid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Argentinien,[7][8] Frankreich[6][9] und Belgien[10] soll je ein Fall eines Selbstmordes von Jugendlichen bekannt geworden sein, der auf dieses Phänomen zurückgeführt wird. Das Faktencheckportal Snopes.com sprach diesbezüglichen Berichten jedoch die Glaubwürdigkeit ab, stattdessen handele es sich „um Gerüchte ohne Substanz“.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die "Momo-Challenge" ist zurück: Horrorfigur taucht in Kindervideos und bei Fortnite auf. Abgerufen am 28. Februar 2019.
  2. a b Achtung HOAX! Gruselige Nachrichten von Momo, Webseite: saferinternet.at vom 26. Juli 2018.
  3. Momo challenge: The anatomy of a hoax. 28. Februar 2019 (bbc.com [abgerufen am 11. März 2019]).
  4. Jim Waterson Media editor: Viral 'Momo challenge' is a malicious hoax, say charities. In: The Guardian. 28. Februar 2019, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 11. März 2019]).
  5. a b Morbide Mädchenpuppe gruselt nicht nur via Whatsapp. In: stuttgarter-zeitung.de. 18. Dezember 2019, abgerufen am 21. Mai 2021.
  6. a b Sui Xin Yao: Momo Challenge fordert weiteres Opfer (14) in Frankreich, Webseite: nau.ch vom 7. November 2018, zuletzt abgerufen am 7. November 2018.
  7. Freya Noble: What is Momo? Terrifying 'challenge' linked to 12-year-old's suicide, Webseite: 9news.com.au vom 2. August 2018.
  8. Police suspect 12-year-old girl's suicide linked to WhatsApp terror game Momo, Buenos Aires Times vom 25. Juli 2018.
  9. 14-jähriger stirbt wegen Momo Challenge, Heute.at vom 7. November 2018.
  10. "Momo Challenge": Kein Fall in Luxemburg. Luxemburger Wort, 6. November 2018.