Monbahus

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Monbahus
Wappen von Monbahus
Monbahus (Frankreich)
Monbahus
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Lot-et-Garonne
Arrondissement Villeneuve-sur-Lot
Kanton Le Haut Agenais Périgord
Gemeindeverband Bastides en Haut Agenais Périgord
Koordinaten 44° 33′ N, 0° 32′ OKoordinaten: 44° 33′ N, 0° 32′ O
Höhe 67–190 m
Fläche 31,97 km2
Einwohner 603 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 19 Einw./km2
Postleitzahl 47290
INSEE-Code
Website monbahus.fr

Monbahus ist eine französische Gemeinde mit 603 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Lot-et-Garonne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Villeneuve-sur-Lot und zum Kanton Le Haut Agenais Périgord (bis 2015: Kanton Cancon).

Der frühere Name des Dorfs lautete im 13. Jahrhundert „Monbaux“. Das Wort „Baux“ stammt von baussau ab, das „Felswand“ bedeutet.[1]

Die Einwohner werden Monbahusiens und Monbahusiennes genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monbahus liegt circa 20 Kilometer nordwestlich von Villeneuve-sur-Lot in der historischen Provinz Agenais am nördlichen Rand des Départements.

Umgeben wird Monbahus von den acht Nachbargemeinden:

Montignac-de-Lauzun Monviel
Tombebœuf Nachbargemeinden Moulinet
Villebramar Montastruc
Pinel-Hauterive
Beaugas

Monbahus liegt im Einzugsgebiet des Flusses Garonne.

Der Tolzac ist einer seiner Nebenflüsse. Er durchquert das Gebiet der Gemeinde zusammen mit seinen Nebenflüssen,

  • dem Tolzac de Mangane,
  • dem Ruisseau de Salembert, der in Monbahus entspringt, und
  • dem Tolzac de Verteuil, der auch Petit Tolzac genannt wird.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 13. Jahrhundert existierte eine Motte mit einer hölzernen Festung auf einem Hügel oberhalb des Dorfs. Die geografische Lage zwischen dem Agenais und dem Périgord bedingte Auswirkungen des Hundertjährigen Kriegs. Im Jahre 1586 wurde die Festung während der Hugenottenkriege von katholischen Truppen belagert, erobert und in Brand gesteckt. Im 17. und im 18. Jahrhundert sind auf dem Standort vier Windmühlen gebaut worden, von denen heute eine teilweise noch existiert. Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert gehörte die Seigneurie von Monbahus der Familie de Caumont, die weitere Besitzungen in der Umgebung hatten. Anschließend gelangte sie in die Hände der Familie Gontaud-Biron. Ein Herrenhaus existierte am Weiler Puydauphin und war Sitz eines eigenen Gerichtsbezirks. Im 19. Jahrhundert zählte das Napoleonische Kataster eine Kirche, eine Markthalle und 20 Häuser. Der Bau der Landstraße von Marmande nach Libos in der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte eine Verlagerung des Zentrums zur Folge, in der einige Häuser abgerissen, andere neu gebaut wurden.[4]

Monbahus lag an einer Nebenlinie der Eisenbahn zwischen Tonneins und Boudy-de-Beauregard. Sie beförderte von 1927 bis zum 1. September 1929 Personen und bis zum 30. Juni 1933 auch Güter.[1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von rund 1.640. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen, ein Trend, der bis heute anhält.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2016
Einwohner 947 863 729 709 695 642 660 624 603
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[5] INSEE ab 2011[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Notre-Dame[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anhand der unteren Partien der Wände der Apsis wird die Bauzeit der Kirche auf das 12. Jahrhundert geschätzt. Sie befindet sich am nordwestlichen Rand der Hochfläche, auf der sich das Dorf von Monbahus befindet. Bei dem Besuch des Vikars Jean Valier im Jahre 1551 wurde festgestellt, dass die Kirche mit keinem Gewölbe versehen war, eine Kapelle besaß und einen Glockengiebel aufwies. Der Bischof Nicolas de Villars bezeichnete den Zustand zu Beginn des 17. Jahrhunderts als schlecht. Der Neubau von 1612 umfasste nur den vorderen Bereich. Im 18. Jahrhundert wurde nördlich eine Kapelle angebaut, die 1837 durch ein größeres Gebäude ersetzt wurde. Sie öffnet sich zum Langhaus über vier Rundbögen. Zur gleichen Zeit oder in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Sakristei an der Südseite neu gebaut.[7]

Zwei Einrichtungsgegenstände der Kirche sind als Monument historique der beweglichen Güter eingeschrieben. Es handelt sich um eine Statue mit der Darstellung Marias mit Jesuskind aus dem späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert und um ein Gemälde mit dem Motiv der Anbetung der Hirten aus dem Jahre 1839.[8][9]

Pfarrkirche Saint-Martin in Roufiac[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrgemeinde Roufiac westlich des heutigen Zentrums von Monbahus wurde im 13. Jahrhundert erwähnt. Von der mittelalterlichen Kirche haben möglicherweise nur die Wände der Apsis die Jahrhunderte überdauert. Der Putz, der sie heute vollständig überdeckt, lässt keine entsprechende Analyse zu. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde das Gotteshaus in großen Teilen neu gebaut, wie an der Form des westlichen Eingangsportals, des südlichen Eingangs und der Nische mit Kielbogen im Chor, die als Kredenz dient, geschlossen werden kann. Der Glockengiebel bestand bereits 1607, als der Bischof Nicolas de Villars die Kirche besuchte. Das Protokoll eines weiteren Besuchs im Jahre 1666 belegt, dass in der Zwischenzeit die nördliche Seitenkapelle errichtet worden war, die Maria geweiht war. Der Bischof Chabannes gab 1737 seinerseits an, dass sie dem heiligen Rochus geweiht wäre. Im Jahre 1882 wurde der Glockengiebel ausbessert und die Fensteröffnungen nach Plänen des Architekten T. Teulère überarbeitet. Restaurierungen fanden 1927 und nochmals im Jahre 1974 statt.[10]

Eine Skulptur mit der Darstellung des Schutzpatrons der Kirche, dem heiligen Martin, ist als Monument historique der beweglichen Güter eingeschrieben. Sie stammt aus dem späten 18. Jahrhundert.[11]

Pfarrkirche Saint-Vincent in Loupinat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dem Besuch des Vikars Jean Valier im Jahre 1551 wurde das Gotteshaus als ländliche Kirche neben vier oder fünf Häusern beschrieben, ohne Gewölbe, aber mit einem Glockengiebel. Mit dem Neubau des Eingangsportals im Jahre 1639 sind wahrscheinlich zur gleichen Zeit umfangreiche Reparaturarbeiten durchgeführt worden. Im Jahre 1893 wurde der Zustand als schlecht bezeichnet.[12]

Ehemalige Abtei Saint-Pierre de Gondon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zisterzienserabtei wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts von Mönchen der Abtei Cadouin im Périgord gegründet. Laut L. Massip könnte dies durch Géraud de Salles zwischen 1105 und 1110 erfolgt sein. Der Standort war inmitten eines Walds, der den Seigneurs von Lauzun gehörte. Während des Hundertjährigen Kriegs und der Hugenottenkriege wurde das Kloster zerstört. Der Bischof von Agen, Claude de Gélas, ließ es in der Folge wiederherstellen. Im Jahre 1790 lebten nur vier Mönche in der Abtei, das noch die Kirche und das Klostergebäude umfasste. Außerdem gehörten der Garten, Weinberge, ein Wald, zwei Pachtbauernhöfe, eine Ziegelei, eine Windmühle und ein Haus in Monbahus dazu. Heute ist die Kirche verschwunden. Von den Klostergebäuden existiert ein rechteckiges Wohnhaus, das wahrscheinlich im Mittelalter aus Werksteinen errichtet wurde. Die Fenster stammen aus dem 18. 19. und 20. Jahrhundert. Ein viereckiger Taubenschlag datiert aus dem Ende des 18. oder dem Beginn des 19. Jahrhunderts, eine Scheune mit Stall aus dem Jahr 1907.[13]

Kapelle Notre-Dame de la Butte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Festung auf dem Hügel, der das Dorf überragt, zerstört worden war, sind vier Windmühlen zwischen dem frühen 17. und dem 18. Jahrhundert an der Stelle errichtet worden. Drei Mühlen sind zwischen 1870 und 1891 abgerissen worden, und die Steine der ehemaligen Festung sind verwendet worden, um die rue Traversière zu pflastern. Die übrig gebliebene Mühle namens Galinat wurde 1898 an die Gemeinde veräußert, die beschloss, diese in eine Kapelle umzuwandeln, die von einer Marienstatue bekrönt ist.[14]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde.

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[15]
Gesamt = 93

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über:

  • eine öffentliche Vor- und Grundschule mit 63 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2018/2019[16] und
  • das private Collège „Notre-Dame“.[17]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monbahus ist erreichbar über die Routes départementales 124, 145, 227, 241, 254, 256 und 273.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Monbahus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Présentation de la commune (fr) Gemeinde Monbahus. Abgerufen am 25. März 2019.
  2. Lot-et-Garonne (fr) habitants.fr. Abgerufen am 25. März 2019.
  3. Ma commune : Monbahus (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 25. März 2019.
  4. village. (fr) Französisches Kultusministerium. 1. März 2007. Abgerufen am 25. März 2019.
  5. Notice Communale Monbahus (fr) École des Hautes Études en Sciences Sociales. Archiviert vom Original am 18. September 2016. Abgerufen am 25. März 2019.
  6. Populations légales 2016 Commune de Monbahus (47170) (fr) INSEE. Abgerufen am 25. März 2019.
  7. église paroissiale Notre-Dame (fr) Französisches Kultusministerium. 1. März 2007. Abgerufen am 25. März 2019.
  8. Sculpture : Vierge à l’Enfant (fr) Französisches Kultusministerium. 30. Dezember 2015. Abgerufen am 25. März 2019.
  9. Peinture : Adoration des Bergers (fr) Französisches Kultusministerium. 30. Dezember 2015. Abgerufen am 25. März 2019.
  10. église paroissiale Saint-Martin dite église de Roufiac. (fr) Französisches Kultusministerium. 1. März 2007. Abgerufen am 25. März 2019.
  11. Sculpture : St Martin (fr) Französisches Kultusministerium. 30. Dezember 2015. Abgerufen am 25. März 2019.
  12. église paroissiale Saint-Vincent dite église de Loupinat. (fr) Französisches Kultusministerium. 1. März 2007. Abgerufen am 25. März 2019.
  13. abbaye de cisterciens dite abbaye Saint-Pierre de Gondon, actuellement ferme. (fr) Französisches Kultusministerium. 1. März 2007. Abgerufen am 25. März 2019.
  14. édifice fortifié, puis moulin, actuellement Chapelle Notre-Dame de la Butte. (fr) Französisches Kultusministerium. 24. September 2015. Abgerufen am 25. März 2019.
  15. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Monbahus (47170) (fr) INSEE. Abgerufen am 25. März 2019.
  16. École maternelle et élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 25. März 2019.
  17. Collège (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 25. März 2019.