Monbijou Theater

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Amphitheater des Monbijou Theaters

Das Monbijou Theater, vormals Hexenkessel Hoftheater,[1] war ein freies Theater in Berlin-Mitte mit jährlich mehr als 100.000 Besuchern.[2] Es befand sich im Monbijoupark gegenüber dem Bode-Museum. Das Theater verfügte über zwei Aufführungsstätten. Im Sommer bespielte das Ensemble ein Amphitheater unter freiem Himmel und im Winter die so genannten „Märchenhütten“.[3] Außerdem wurden zeitweilig verschiedene andere Spielstätten genutzt. Seit 2019 wird der Monbijoupark von einem anderen Betreiber als Spielort für das Ensemble „Theater an der Museumsinsel“ genutzt.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Monbijou Theater startete 1994 als Hexenkessel Hoftheater, das von mehreren Künstlern unter der künstlerischen Leitung des Regisseurs Jan Zimmermann gegründet wurde.[5][6] Das Ensemble spielte zunächst auf einem Hinterhof der Schönhauser Allee 177 A. Das Hexenkessel Hoftheater wurde erfolgreich, unter anderem mit Jan Zimmermanns Shakespeare–Inszenierungen und Grimms Märchen „für jedermann“. Publikumsnähe und Improvisationsfreude bescherten dem Ensemble eine große Anhängerschaft.[7][8][9]

Im Jahr 2000 zog die freie Truppe an die Spree in den Monbijoupark. Schauspieler Christian Schulz,[10] der die Finanzen übernommen hatte und zum Theaterchef avancierte, holte Geschäftspartner David Regehr[11] mit ins Boot.

2007 wurden zwei Märchenhütten auf dem Bunkerdach im Monbijoupark errichtet, in denen das Hexenkessel Ensemble in den Wintermonaten Märchen der Brüder Grimm inszenierte und spielte. Die Märchenhütten wurden zu Ehren der Brüder Grimm „Jacob-Hütte“ und „Wilhelm-Hütte“ genannt. Sie boten Platz für jeweils etwa hundert Zuschauer. Beide Märchenhüttem stammen aus Polen und wurden in Einzelteilen nach Berlin transportiert.

Januar 2016. Winterliche Märchenhütte im Monbijou Park in Berlin Mitte.

2006 bis 2007 verfügte die Theatertruppe über das sogenannte Theaterschiff, die MS Marie. Das Boot lag an der Ebertbrücke vor dem Bode-Museum vor Anker. An Deck des Schiffes wurden in den Sommermonaten verschiedene Stücke aufgeführt. Dafür waren eine Bühne sowie Sitzgelegenheiten für die Zuschauer angebracht worden.

Theaterschiff des Monbijou Theater am Bode-Museum Berlin.

2008 wurde das hölzerne Amphitheater, entworfen von Regehr,[12] zum ersten Mal aufgebaut und bespielt.[13] Es bot Platz für 450 Zuschauer. Aus Genehmigungsgründen musste der halbrunde Theaterbau jedes Jahr im Herbst wieder abgebaut und im folgenden Frühjahr wieder aufgestellt werden.

Im Sommer 2014 traten, während die Kerntruppe des Ensembles weiter das Amphitheater bespielte, Schauspieler auch auf einem alten Holzkarren, dem „Theaterkarren“ auf. Vor den Augen des Publikums wurde dieser von den Schauspielern an den Ort der Aufführung gezogen und während der Vorstellung als Bühne genutzt.

2014 benannte die Theaterleitung das Hexenkessel Hoftheater in Monbijou Theater um.[14] Nachdem sich Theaterchef Schulz und Teile des Ensembles entzweit hatten, zog das Stammensemble mit dem neuen Namen „Hexenberg Ensemble“ auf den Pfefferberg im Prenzlauer Berg. Dort werden seit 2016 im Glaspalast unter anderem die Zimmermannschen Originale gespielt.[15] Der Spielbetrieb des Monbijou Theaters ging weiter.[16]

Die Humboldt-Universität als Eigentümerin der Bunker, auf denen das Theater und die Märchenhütten standen, vermietete im Frühjahr 2019 das Areal an die Gemeinnützige Theater an der Museumsinsel GmbH.[4][17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hexenkessel Hoftheater. Anagnorisis, 2. August 2010.
  2. Unsichere Zeiten fürs Monbijoutheater. Der Tagesspiegel, 7. August 2018.
  3. Besucherrekord in Märchenhütten. Berliner Woche, 3. März 2016.
  4. a b Das Theater geht weiter. Tagesspiegel, 30. Juni 2019.
  5. Die Shakespeare-Geschwister. Der Tagesspiegel, 19. Juni 2005.
  6. Heitere Schmiere: "Don Juan" im Hexenkessel Hoftheater. TIP, 28. Juni 2010.
  7. Im Hexenkessel in der Schönhauser Allee steht „Was ihr wollt“ auf dem Programm. Berliner Kurier, 24. Juli 1997.
  8. Gelegentlich heiter. Berliner Zeitung, 22. Juli 1998.
  9. Wenn es sein muss, spielt der Hauptdarsteller mit Schirm. Berliner Morgenpost, 1. August 2013.
  10. Der Mann, der Orte inszeniert Berliner Morgenpost, 26. August 2012.
  11. David Regehr. Muxmäuschenwild Magazin, 22. November 2016.
  12. Vita David Regehr In: Website der Staatsoper Berlin
  13. Liebeschaos im Halbrund. Berliner Zeitung, 29. Juni 2008.
  14. Hexenkessel Hoftheater wird Monbijoutheater: Neue Spielzeit. Berlin1, 26. Mai 2014.
  15. Neue Märchen-Spielstätte Grimmis im Glaspalast. Tagesspiegel, 18. November 2016.
  16. Unschlagbares Duo. tag24.de, 26. Mai 2018.
  17. Unhaltbare Zustände im neuen Theater im Monbijoupark. Berliner Woche, 13. Juli 2019.