Moncaup (Pyrénées-Atlantiques)

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Moncaup
Wappen von Moncaup
Moncaup (Frankreich)
Moncaup
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Pau
Kanton Terres des Luys et Coteaux du Vic-Bilh
Gemeindeverband Nord Est Béarn
Koordinaten 43° 29′ N, 0° 3′ WKoordinaten: 43° 29′ N, 0° 3′ W
Höhe 171–291 m
Fläche 11,35 km2
Einwohner 154 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 14 Einw./km2
Postleitzahl 64350
INSEE-Code

Rathaus von Moncaup

Moncaup ist eine französische Gemeinde mit 154 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Pau und zum Kanton Terres des Luys et Coteaux du Vic-Bilh (bis 2015: Kanton Lembeye).

Der Name in der gascognischen Sprache lautet Moncauv.[1] Die Bewohner werden Moncaupais und Moncaupaises genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moncaup liegt circa 45 Kilometer nordöstlich von Pau in der Region Vic-Bilh der historischen Provinz Béarn am nordöstlichen Rand des Départements an der Grenze zu dem benachbarten Département Hautes-Pyrénées.

Umgeben wird Moncaup von den Nachbargemeinden:

Séméacq-Blachon Monpezat Lascazères
(Hautes-Pyrénées)
Corbère-Abères Nachbargemeinden Sombrun
(Hautes-Pyrénées)
Bassillon-Vauzé Vidouze
(Hautes-Pyrénées)
Lahitte-Toupière
(Hautes-Pyrénées)

Moncaup liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Der Louet, ein Nebenfluss des Adour, durchquert das Gebiet der Gemeinde zusammen mit seinem Zufluss, dem Ruisseau de Mortères, ebenso wie der Larcis, ein Nebenfluss des Lées. Der Bergons, ein weiterer Nebenfluss des Adour, entspringt im Gemeindegebiet.[3]

Landschaft bei Moncaup

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moncaup entwickelte sich im Mittelalter an der Grenze zum Bigorre als sogenanntes castelnau. Ein Castelnau (deutsch Neuburg, okzitanisch castèl nòu, im Vulgärlatein castellum novum), ist ein Dorf oder eine Stadt, die in der Nähe einer Erdhügelburg gegründet wurde. Ein Entwicklungsschub ergab sich durch die Lage an einem der Jakobswege nach Santiago de Compostela. Ein Hospital zur Aufnahme und Pflege der vorbeiziehenden Pilgern unter der Leitung des Malteserordens von Caubin und Morlaàs wurde eingerichtet. Bei dem Zensus im Jahre 1385 wurden in Moncaup 52 Haushalte gezählt, darunter dem des Kommandeurs des Hospitals. Das Dorf gehörte zur Bailliage von Lembeye. Aufgrund der geografischen Lage geriet Moncoup immer wieder in die Interessenkonflikte der benachbarten Territorien, z. B. 1415 zwischen den Häusern des Béarn und des Armagnac. In der Folge wurde Moncaup jedoch Sitz eines bedeutenden Marktes, der von Katharina von Navarra bewilligt worden war, was der Größe von Moncaup zu einem weiteren Schub verhalf. Im 16. Jahrhundert gehörte die heutige Gemeinde Monpezat zu Moncaup. 1675 wurden in Moncaup bereits 135 Haushalte gezählt.[2][4]

Toponyme und Erwähnungen von Moncaup waren:

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach zwei Höchstständen der Einwohnerzahl von rund 830 in der ersten Hälfte und in der Mitte des 19. Jahrhunderts reduzierte sich die Zahl bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1970er Jahren auf ein Niveau von rund 160, das bis heute gehalten wird.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2016
Einwohner 239 192 164 165 177 144 151 158 154
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[6] INSEE ab 2009[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Sainte-Lucie
  • Pfarrkirche von Moncaup, geweiht Lucia von Syrakus. Der einfache Vorgängerbau wurde im Laufe des Mittelalters und noch vor der Bildung des Zentrums der Gemeinde erbaut. Obwohl sie 1860 renoviert worden war, wurde sie 1901 abgerissen, weil die Gemeinde sie als zu abgelegen vom Zentrum erachtete. Die heutige Kirche wurde zwischen 1903 und 1906 als Ersatz errichtet. Ihr dreischiffiges Langhaus ist mit einem Glockenturm abgeschlossen, der einen viereckigen Helm trägt. Sechs Glasfenster aus beginnenden 20. Jahrhunderts sind Werke des Glasmalers Pierre Arcencam, zwei stammen aus dem ersten Hälfte des gleichen Jahrhunderts und stammen von der Glasmalerei Mauméjean. Viele weitere Einrichtungsgegenstände datieren aus dem 18. und 19. Jahrhundert und sind als nationale Kulturgüter registriert.[8][9]
  • Schloss von Moncaup. Es ist am Ende des 17. Jahrhunderts errichtet worden, zu einer Zeit des höchsten Wohlstands und Blüte der Gemeinde. Das herrschaftliche Anwesen gehörte fortan Jean de Laborde, einem Arzt, der 1655 in den Adelsstand erhoben wurde. Es blieb im Besitz der Familie Laborde-Montpezat bis 1730. Auf der Karte von Cassini von 1750 ist es unter dem Namen Moncaup eingetragen. Das Schloss besteht aus zwei Gebäuden, die l-förmig angeordnet sind. Sie besitzen hohe Walmdächer, die mit kleinen Flachziegeln gedeckt sind. Das Schloss ist nicht zu besichtigen.[10][5]
  • Schloss Floris. Es ist ebenfalls gegen Ende des 17. Jahrhunderts gebaut worden und erhielt seinen Namen von seinem ersten Besitzer. 1675 gehörte es der Familie Tarrides-Floris, dann ging es in den Besitz der Familie Tarride-Lomagne über, nach der Französischen Revolution an die Familie Duviau. Letztere ließen es vermutlich gegen Ende des 18. Jahrhunderts neu bauen, denn es trägt die Jahreszahl „1797“ und die Initialen „P.D.“ auf dem Giebel. Auf der Karte von Cassini von 1750 ist es unter dem Namen Floris eingetragen. Ein anderes Datum „1841“ auf dem schmiedeeisernen Geländer der Loggia erlaubt die Datierung der Erweiterung des östlichen Flügels. Das Schloss ist heute ein Weingut und nicht zu besichtigen.[11][5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinberg in Moncaup

Die Landwirtschaft ist traditionell der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Gemeinde. Moncaup liegt in den Zonen AOC der Weinanbaugebiete des Béarn, Madiran und Pacherenc du Vic-Bilh.[12]

Das Landgut Clos Basté baut auf einer Fläche von zehn Hektar Weine der AOC Madiran und Pacherenc du Vic-Bilh nach biologischen Richtlinien an. Besucher können neben Verkostung und Kauf von Weinen auf Anfrage die Weinberge und den Weinkeller auf Führungen kennenlernen.[13]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[14]
Gesamt = 15

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moncaup verfügt über eine öffentliche Grundschule mit 16 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2017/2018.[15]

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vier Rundwege von 3 bis 7 km Länge führen zu bis zu fünf Wasserquellen rund um Moncaup.[16]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moncaup wird durchquert von den Routes départementales 51 (Hautes-Pyrénées: 48), 142 und 221 (Hautes-Pyrénées: 50).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Moncaup (Pyrénées-Atlantiques) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Moncaup (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 22. September 2017.
  2. a b Moncaup (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 22. September 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 22. September 2017.
  3. Ma commune : Moncaup (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 22. September 2017.
  4. a b Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 114. 1863. Abgerufen am 22. September 2017.
  5. a b c David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 22. September 2017.
  6. Notice Communale Moncaup (fr) EHESS. Abgerufen am 22. September 2017.
  7. Populations légales 2014 Commune de Moncaup (64390) (fr) INSEE. Abgerufen am 22. September 2017.
  8. Eglise Sainte-Lucie (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 22. September 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 22. September 2017.
  9. Eglise paroissiale Sainte-Lucie (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 22. September 2017.
  10. Château de Moncaup (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 22. September 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 22. September 2017.
  11. Château Floris (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 22. September 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 22. September 2017.
  12. Institut national de l’origine et de la qualité - Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 22. September 2017.
  13. Les domaines viticoles (fr) Tourismusbüro „LEMBEYE & GARLIN“ für die Region Vic-Bilh. Abgerufen am 22. September 2017.
  14. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Moncaup (64390) (fr) INSEE. Abgerufen am 22. September 2017.
  15. École élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 22. September 2017.
  16. Randonnée (fr) Tourismusbüro „LEMBEYE & GARLIN“. Abgerufen am 22. September 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.tourisme-vicbilh.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.