Mondkalb

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Als Mondkalb wurden im 16. Jahrhundert die Missgeburten von Hausrindern bezeichnet, deren Fehlbildungen man auf einen schädlichen Einfluss des Mondes zurückführte (z. B. Amorphus globosus).

Ebenso wurden Kinder mit angeborenen Fehlbildungen, wie z. B. Trisomie 21 Kinder, aus gleichen Vorstellungen als Mondkälber bezeichnet. Davon kommt die Redewendung: "Schaut wie ein Mondkalb".

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Mondkalb wird in William Shakespeares letztem Drama Der Sturm der wilde, hässliche Caliban angeredet. Den Begriff Mondkalb benutzte auch der Dichter Christian Morgenstern in seinen Galgenliedern (etwa in dem Gedicht Das aesthetische Wiesel). Auf tatsächliche Mondkälber (mooncalves) lässt H. G. Wells in einer ironischen Bedeutungskonkretisierung die erstaunten Protagonisten seines Science-Fiction-Romans Die ersten Menschen auf dem Mond (1901) bei einer Reise zum Mond treffen. Der 1920 veröffentlichte Roman Moon-Calf (Mondkalb) wird oft als Floyd Dells einziger Bestseller bezeichnet.

Das Mondkalb (OT: Way… Way Out!) ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Komödie aus dem Jahr 1966. Mondkalb ist ein Film der deutschen Regisseurin Sylke Enders aus dem Jahr 2008.

Unter dem Titel Mondkalb – Zeitschrift für das organisierte Gebrechen erscheint in Berlin seit Mai 2007 eine Zeitung, die den Begriff ironisch aufnimmt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Daniel Grinsted: Die Reise zum Mond: zur Faszinationsgeschichte eines medienkulturellen Phänomens zwischen Realität und Fiktion. Logos, Berlin 2009, ISBN 3-832-52164-X, S. 48.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Mondkalb – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Mondkalb – Zitate