Mondsee

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Mondsee
Wappen Österreichkarte
Wappen von Mondsee
Mondsee (Österreich)
Mondsee
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Vöcklabruck
Kfz-Kennzeichen: VB
Fläche: 16,6 km²
Koordinaten: 47° 51′ N, 13° 21′ OKoordinaten: 47° 51′ 24″ N, 13° 21′ 6″ O
Höhe: 493 m ü. A.
Einwohner: 3.673 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 5310
Vorwahl: 06232
Gemeindekennziffer: 4 17 15
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 14
5310 Mondsee
Website: www.gemeinde-mondsee.at
Politik
Bürgermeister: Karl Feurhuber (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
11
4
4
4
2
11 
Insgesamt 25 Sitze
Lage der Marktgemeinde Mondsee im Bezirk Vöcklabruck
Ampflwang im HausruckwaldAttersee am AtterseeAttnang-PuchheimAtzbachAurach am HongarBerg im AttergauDesselbrunnFornachFrankenburg am HausruckFrankenmarktGampernInnerschwand am MondseeLenzingManningMondseeNeukirchen an der VöcklaNiederthalheimNußdorf am AtterseeOberhofen am IrrseeOberndorf bei SchwanenstadtOberwangOttnang am HausruckPfaffingPilsbachPitzenbergPöndorfPuchkirchen am TrattbergPühretRedleitenRedlhamRegauRüstorfRutzenhamSchlattSchörfling am AtterseeSchwanenstadtSeewalchen am AtterseeSt. Georgen im AttergauSt. LorenzSteinbach am AtterseeStraß im AttergauTiefgrabenTimelkamUngenachUnterach am AtterseeVöcklabruckVöcklamarktWeißenkirchen im AttergauWeyregg am AtterseeWolfsegg am HausruckZell am MoosZell am PettenfirstOberösterreichLage der Gemeinde Mondsee im Bezirk  Vöcklabruck (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Mondsee, Luftbild
Mondsee, Luftbild
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Die Marktgemeinde Mondsee mit 3673 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) liegt im Salzkammergut am gleichnamigen See im Bundesland Oberösterreich an der Grenze zum Land Salzburg. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Vöcklabruck, seit der Gerichtsbezirk Mondsee per 1. Juli 2013 aufgelöst wurde.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt auf 493 m Höhe im Hausruckviertel am Mondsee. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,5 km, von West nach Ost 7,7 km. Die Gesamtfläche beträgt 16,4 km², 0,6 % der Fläche sind bewaldet, 7,3 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt, 83 % der Fläche nimmt der Mondsee ein.

Da die gesamte Wasserfläche des Mondsees zur gleichnamigen Gemeinde gehört, gilt das auch für den im See befindlichen Kreuzstein.

Geographische Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Digitalen Oberösterreichischen Raum-Informations-System gibt es im Gemeindegebiet noch folgende historische Hausnamen: Graben, Hofbriel, Hoibriel, Maria Hilf, Moos, Pfaffenberg und Schlössel. Außerdem existieren die Flurnamen Steiner Bach (Steinerbach) und Zeller Ach.[1]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage im Bezug zum Ort Mondsee:

Tiefgraben
(umgibt den Ort)
Nachbargemeinden
St. Lorenz Sankt Gilgen
(am Südufer des Sees,
Bezirk Salzburg-Umgebung)
Innerschwand
(am Nordostufer des Sees)
Unterach am Attersee (am Südostende des Sees)

Die drei Nachbargemeinden Innerschwand, St. Lorenz und Tiefgraben haben ein gemeinsames Gemeindeamt im „Rathaus“ am Wredeplatz in Mondsee (ähnlich einer deutschen Verwaltungsgemeinschaft).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 2.600 Einwohner, 2001 dann 3.207 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ufernahen Bereich des Mondsees bei See und Scharfling wurden unter Wasser Reste von Siedlungen gefunden und man förderte einen reichen Fundbestand an Zeugnissen jungsteinzeitlicher Töpferei und Werkzeugen aus Stein und Knochen zu Tage. Man deutete sie als die Reste einer Pfahlbaukultur. Die Wissenschaft hat dafür nach der Hauptfundstelle am Mondsee den Namen Mondseekultur geprägt. Sie wird annähernd mit 2800 bis 1800 v. Chr. begrenzt und erstreckt sich über den größten Teil Oberösterreichs und Teile Salzburgs. Neuere Forschungen haben ergeben, dass es sich um ursprüngliche Landsiedlungen handelt, die später durch Anstieg des Seespiegels unter Wasser gesetzt wurden. Das Museum Mondseeland besitzt eine umfangreiche Pfahlbausammlung.

In der Römerzeit bestand hier eine Siedlung, wie Funde beweisen, und eine Straße verband sie mit Juvavum, dem römischen Salzburg. Um 600 begannen die Bayern das Mondseerland zu besiedeln und rodeten die Wälder. 748 gründete der Baiernherzog Odilo aus dem Geschlecht der Agilolfinger das Kloster Mondsee, das somit das älteste Kloster in Oberösterreich ist. Die Entwicklung dieser Landschaft wurde von nun an sowohl in geistig-kultureller als auch in wirtschaftlicher Hinsicht vom Kloster geprägt und ließ eine Kulturlandschaft mit eigenen Zügen entstehen.

Als ältestes Kloster des Landes stellt Mondsee eine Stätte des frühen Christentums in Oberösterreich dar. Nach der Klostertradition kamen die ersten Mönche aus Montecassino. Die Wissenschaft nennt altbayrische Klöster und vor allem St. Peter in Salzburg als Herkunftsort. Schon bald nach seiner Gründung zählte Mondsee zu den hervorragendsten Klöstern Bayerns. Das Kloster war berühmt für seine Schreibschule und Buchmalerei. Bereits vor 788 war hier der sogenannte Tassilopsalter entstanden. Er stellt das älteste vollständig erhaltene Buch dar, das auf dem Gebiet des heutigen Österreich geschrieben wurde. Kurz nach 800 entstand hier der sogenannte Mondseer Matthäus – die älteste deutsche Bibelübersetzung. Von 831 bis 1106 war Mondsee Besitz der Regensburger Bischöfe.

Ansicht des Mondsees (früher Mannsee). Kupferstich von Georg Matthäus Vischer (1674)
Ortsplan Mondsee um 1850

Bis 1506 gehörte das Mondseeland zum Herzogtum Bayern. Danach ging es in den Besitz der Habsburger über. 1791 wurde das Kloster unter Kaiser Leopold II. aufgehoben. 1810 erhielt der bayerische Feldmarschall Carl Philipp von Wrede das aufgelassene Kloster Mondsee (neben Suben und Gleink) als Schloss mit eigener Herrschaft, Wrede blieb auch nach der Rückgabe des Gebiets an Österreich Besitzer und förderte das Gebiet nach Kräften (Straßenbau, Beginn der Erzeugung des Mondseer Käses …).

Seit 1867 gibt es Fremdenverkehr in Mondsee, die erste Dampfschifffahrt begann 1872. 1891 wurde der Ort an die Salzkammergutlokalbahn angeschlossen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Mondsee

Basilika Mondsee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Basilika Mondsee

Die Basilika und Pfarrkirche Hl. Michael ist eine ehemalige Stiftskirche vom ehemaligen Stift Mondsee. Die Kirche wurde als dreischiffiger gotischer Bau errichtet un im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts im Stil des Barock umgebaut. Die prunkvolle, barocke Ausstattung wurde geprägt durch den Maler und Bildhauer Meinrad Guggenbichler (1649–1723). 2005 erhielt sie den Titel einer päpstlichen Basilika minor.

Kloster Mondsee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Kloster Mondsee

Das Kloster Mondsee ist eines der ältesten Klöster in Österreich und wird seit der Säkularisierung Schloss Mondsee genannt. Das Kloster wurde im Jahre 748 vom bayrischen Herzog Odilo gegründet und gewann vor allem durch die vielen Besitzungen und Ländereien rasch an Bedeutung. Der Sage nach soll Herzog Odilo in der Nacht auf einem Berg am Mondseeufer auf der Jagd gewesen sein. Als der Mond hinter den Wolken hervor trat und den Weg erhellte, wurde der Herzog vor einem Absturz in den See bewahrt. Als Dank für diese Rettung ließ er am Mondsee ein Kloster errichten. Das vorbenediktinische Stift stieg bald zu einem der mächtigsten bayrischen Klöster auf. Als in späterer Folge Odilos Sohn Tassilo III. im Jahre 777 das Kloster Kremsmünster gründete, berief er bereits Mönche aus der Mondseer Stiftung seines Vaters, um die Region zu missionieren. Nachdem Tassilo und somit die Agilolfinger gestürzt worden waren, ging das Kloster Mondsee in den Rang einer karolingischen Reichsabtei über und nahm 800 n. Chr. die benediktische Regel an.

Besonders wertvoll für diese Region ist der so genannte Mondseer Traditionskodex, welcher eine Sammlung von wichtigen Urkunden und Handschriften zur Geschichte Ostbayerns, Salzburgs und Oberösterreichs darstellt. Diese Schriftstücke umfassen rund 135 Urkundenabschriften und reichen bis in die Mitte des achten Jahrhunderts n. Chr. zurück. Als im Jahre 1791 das Kloster Mondsee aufgelassen wurde, wurden sämtliche Archivstücke an die Registratur des Landes ob der Enns in Linz abgeliefert, wo sie in den darauf folgenden Jahren in Vergessenheit gerieten.

Der Salzburger Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach bestätigte, nachdem das Mondseeland 1506 pfandweise an das Fürsterzbistum gekommen war, am 4. April 1515 u. a. das „schon vorher geführte“ Marktwappen. Am 27. März 1567 stellte Kaiser Maximilian II. über Bitte der Mondseer Bürgerschaft dem Markt einen Wappenbrief aus; das Original ist nicht mehr vorhanden, der Text im Konzept dazu erhalten.

Die Wappenbeschreibung in den beiden Urkunden stimmt mit der Darstellung auf den alten Siegeln vollkommen überein; der älteste bekannte Abdruck mit der Frakturumschrift Sigillum mannsee findet sich auf einer Quittung vom 2. September 1525. Das dem Markt verliehene Wappen zeigt in Blau über einem „wühlenden“ (wellig-bewegten) See in natürlicher (blau-grüner) Farbe eine goldene, gestürzte Mondsichel, rechts und links begleitet von je einem goldenen, sechsstrahligen Stern; dieses Wappen wurde noch auf einem Aktenstück vom 20. Dezember 1749 nachweisbar im Siegel verwendet.

Nach der Aufhebung des Untertanenverhältnisses (1848) übernahm der Markt das „zweite“, zu Beginn des 17. Jahrhunderts aufgekommene Klosterwappen und hält bis heute an dieser Darstellung fest. Die Gemeindefarben werden nach altem Herkommen ohne nachweisbare Genehmigung geführt.

Mondsee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Mondsee (See)

Das Gewässer gehört mit 14,2 km² zu den größeren Seen im Salzkammergut.

Weiters:

  • Heimatmuseum mit Pfahlbaumuseum
  • Bauernmuseum Mondseeland: Freilichtmuseum mit dem Mondseer Rauchhaus
  • Salzkammergutlokalbahn-Museum
  • Galerie Schloss Mondsee
  • Bürgermusikkapelle Mondsee
  • Sängerbund
  • Goldhaubenfrauen
  • Spielgemeinschaft Mondseer Jedermann
  • Kultur- und Veranstaltungszentrum mit Kreuzgang und Kreuzhof im Schloss Mondsee
  • Musiktage Mondsee, klassische Konzertwoche Ende August, jährlich (siehe Weblinks)
  • Junge Bühne Mondsee (Laientheatergruppe seit 1992) − Jährliche Aufführungen meist im Jänner

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kulturwanderweg
  • Mondseeschifffahrt
  • Klettersteig Drachenwand
  • Alpenseebad Mondsee
  • Seepromenade – Almeida Park
  • Wasserskishow
  • Seefest
  • Kulturgut Horibachhof

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Mondsee ist Start und Ziel des jährlich stattfindenden Mondsee 5 Seen Radmarathon[2], einer Radsportveranstaltung, die durch das Salzkammergut führt.

Wissenschaftliche Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mondsee befindet sich das Forschungsinstitut für Limnologie (ILIM), ein limnologisches Institut der Universität Innsbruck.[3] Das übergeordnete Forschungsziel ist, die Struktur, Funktion und Dynamik der Süßwasser-Ökosysteme zu verstehen. Obwohl sich das Institut vor allem der Grundlagenforschung widmet, werden Fragen der angewandten Limnologie ebenfalls bearbeitet.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Karl Feuerhuber von der ÖVP, Vizebürgermeister sind Robert Graspointner von der ÖVP und Franz Vockner von der SPÖ.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von Mondsee (Ortsteil Gaisberg), über den Mondsee, St. Lorenz: Almkogel, Drachenwand, Schatzwand, Schober

Blasonierung: Geteilt; oben in Blau ein goldener, sichelförmig gesichteter Vollmond; unten in Silber drei goldene, zwei zu eins gestellte Einbäume mit schwarzen, schrägrechten Brandstreifen, linkshin gerudert von je einem rot gekleideten, stehenden Fischer mit schwarzem Filzhut.

Die Gemeindefarben sind: Blau-Weiß

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wredeplatz mit der Basilika (ehem. Stiftskirche des Klosters Mondsee)
Das renovierte Gewölbe in der Basilika Mondsee (Sommer 2007)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Wallner (1891–1951), Operettenlibrettist und Drehbuchautor

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 2018 erschienene Roman "Unter der Drachenwand" von Arno Geiger über den Soldaten Veit spielt 1944 in Mondsee.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mondsee (Municipality) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Mondsee – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DORIS Digitales Oberösterreichisches Raum-Informations-System: Suche Suche nach Haus- Flur- Orts- oder Straßennamen in einer Katastralgemeinde: Mondsee
  2. Homepage des Mondsee 5 Seen Radmarathon aufgerufen am 19. April 2011
  3. Forschungsinstitut für Limnologie der Universität Innsbruck in Mondsee, www.uibk.ac.at/limno