Monaco

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Principauté de Monaco (französisch)
Principatu de Mu̍negu (monegassisch)
Fürstentum Monaco
Flagge Monacos
Wappen Monacos
Flagge Wappen
Wahlspruch: Deo Juvante
(lateinisch für „Mit Gottes Hilfe“)
Amtssprache Französisch
Hauptstadt Monaco[1]
Staats- und Regierungsform konstitutionelle Monarchie
Staatsoberhaupt Fürst Albert II.
Regierungschef Staatsminister Pierre Dartout
Fläche 2,084[2] km²
Einwohnerzahl 38.100 (2019)[3]
Bevölkerungsdichte 18.282 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung   −0,5 %[3] (2018–2019)
Bruttoinlandsprodukt 6,087 Mrd. Euro (2018)[4]
Brutto­inlands­produkt pro Einwohner 158.930 Euro (2018)
Index der menschlichen Entwicklung nicht berücksichtigt
Währung Euro (EUR)
Unabhängigkeit 25. Februar 1489 (von Frankreich)
National­hymne Hymne Monégasque
Nationalfeiertag 19. November
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen MC
ISO 3166 MC, MCO, 492
Internet-TLD .mc
Telefonvorwahl +377
1 Monaco ist ein Stadtstaat. Monaco-Ville („Monaco-Stadt“) ist keine Stadt, sondern lediglich der Stadtbezirk, in dem sich der Palast befindet.
MonacoFrankreichFrankreichItalienMittelmeerÖsterreichBelgienBulgarienRepublik ZypernTschechienDeutschlandDänemarkDänemarkEstlandSpanienFinnlandFrankreichFrankreichVereinigtes KönigreichVereinigtes KönigreichGriechenlandGriechenlandUngarnIrlandItalienItalienItalienLitauenLuxemburgLettlandNiederlandePolenPortugalRumänienSchwedenSlowenienSlowakeiIslandMontenegroNordmazedonienKroatienTürkeiTürkeiMaltaSerbienDänemarkDänemarkNorwegenNorwegenIsle of ManGuernseyJerseyAndorraMonacoSchweizLiechtensteinVatikanstadtSan MarinoAlbanienKosovoBosnien und HerzegowinaMoldauWeißrusslandRusslandUkraineKasachstanAbchasienSüdossetienGeorgienAserbaidschanAserbaidschanArmenienIranLibanonSyrienIsraelJordanienSaudi-ArabienIrakRusslandTunesienAlgerienMarokkoLage des Fürstentums Monaco in Europa
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Lage des Fürstentums Monaco in Europa
Fontvieille (Monaco)La ColleMonaco-VilleLa CondamineLes RévoiresMoneghettiSaint Michel (Monaco)Monte-CarloLarvottoLa Rousse/Saint-RomanFrankreichDie neun Stadtbezirke Monacos
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Die neun Stadtbezirke Monacos
Karte
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Luftansicht Monacos
Blick auf den Port Hercule und nach Monte-Carlo

Monaco, Langform Fürstentum Monaco (französisch Principauté de Monaco, okzitanisch Principat de Mónegue, monegassisch Principatu de Mu̍negu, italienisch Principato di Monaco), ist ein Stadtstaat in Südeuropa und liegt am Mittelmeer. Monacos Staatsform ist als konstitutionelle Monarchie verfasst. Staatsreligion ist der Katholizismus. Das Fürstentum ist nach der Vatikanstadt der zweitkleinste Staat der Erde. Monaco zählt 38.100 Einwohner[3] (2019) auf einer Fläche von 2,084 Quadratkilometern[2] (rund 208 Hektar) und weist mit 18.282 Einwohnern je Quadratkilometer die höchste Bevölkerungsdichte aller Staaten auf (gefolgt von Singapur und Bahrain). Von der Bevölkerung verfügen 77,5 Prozent nicht über die monegassische Staatsbürgerschaft.[3] Der extrem dicht besiedelte Staat liegt in den Seealpen und an der Côte d’Azur, der französischen Riviera, nahe der Grenze zu Italien.

Monaco war ein antiker Handelsplatz der Phönizier und später der Griechen, die hier an der Nordküste des westlichen Mittelmeers einen Herkules-Tempel errichtet hatten, der bald den Beinamen Monoikos, „einzelnes Haus“, erhielt. Als der Ort ein römischer Hafen wurde, erhielt er den Namen Herculis Monoeci Portus, woraus verkürzt Monaco entstand.[5]

Das Fürstentum ist heute ein Finanzplatz und vornehmlich bei den Reichen der Welt als Hauptwohnsitz begehrt, da der Stadtstaat keine Einkommen- und Erbschaftsteuer erhebt und im Ausland begangene Steuerdelikte nicht verfolgt. Unternehmen in Monaco zahlen hingegen Steuern. Der Staat ist kein Mitglied der Europäischen Union,[6] gleichwohl des Europarates. Ferner ist Monaco Mitglied der Vereinten Nationen und der Internationalen Organisation der Frankophonie.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fürstentum liegt an der französischen Riviera, auf 43° 44′ nördlicher Breite und 7° 25′ östlicher Länge zwischen der französischen Stadt Nizza im Westen (13 km Entfernung)[7] und der französisch-italienischen Grenze (etwa zehn Kilometer Entfernung) im Osten. Die Küstenlänge des Fürstentums ohne Häfen und Strände beträgt 4856 Meter.[2] In den letzten Jahrzehnten wurde das Staatsgebiet durch Landgewinnung um mehr als 40 Hektar auf 208,4 Hektar[2] (2,084 Quadratkilometer) vergrößert. Monaco verfügt über ein schmales Küstenmeeresgebiet. Die gesamte Fläche des Landes liegt am Rand der Seealpen.

Die einzige Staatsgrenze ist jene zur Französischen Republik. Die französischen Nachbargemeinden, die unmittelbar an den Stadtstaat Monaco grenzen, lauten (im Uhrzeigersinn): Cap-d’Ail, La Turbie, Beausoleil, Roquebrune-Cap-Martin. Die Länge der Staatsgrenze beträgt 5469 Meter. Monaco grenzt mit 1341 Metern an Cap-d’Ail, mit 390 Metern an La Turbie, mit 3274 Metern an Beausoleil und mit 464 Metern an Roquebrune-Cap-Martin.[2]

Die höchste Erhebung des französischen Umlandes unweit Monacos ist der 1148 Meter hohe Mont Agel, von dem aus früher Radio Monte-Carlo sendete. Die höchste Erhebung des monegassischen Staatsgebiets liegt auf gut 164,5 Metern Meereshöhe im Stadtteil Jardin Exotique, während der Platz vor dem fürstlichen Palast auf 62,2 Metern Höhe liegt.[2]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Unterscheidung zwischen dem Staat und der Stadt Monaco ist rein theoretisch, der Staat besteht tatsächlich nur aus der Stadt (Gemeinde). Nach der Verfassung von 1911 war das Fürstentum in drei Gemeinden gegliedert:

Der Vorwurf an die fürstliche Macht, nach dem Spruch Teile und herrsche zu verfahren, führte dazu, dass 1917 die drei Gemeinden in eine Gemeinde zusammengefasst wurden. Die ursprünglichen Gemeinden galten fortan als Stadtbezirke (Quartiers).

  • Als vierter Stadtbezirk kam Fontvieille hinzu, das ab etwa 1970 im Südwesten durch Neulandgewinnung aus dem Meer entstand. Auf französischer Seite gegenüber liegt die ZAC (Zone d’aménagement concerté, etwa Stadtteilentwicklungsplan) von Saint-Antoine.
  • Als fünfter Stadtbezirk wurde Les Moneghetti durch Ausgliederung aus La Condamine geschaffen.
  • Sechster Stadtbezirk wurde Larvotto durch Ausgliederung aus Monte-Carlo.
  • Siebter Stadtbezirk wurde La Rousse/Saint Roman (mit Le Ténao), ebenfalls durch Ausgliederung aus Monte-Carlo.

In der Folge wurden drei weitere Stadtbezirke geschaffen:

Gegenwärtig (2021) entsteht ein neuer Stadtbezirk namens Le Portier mit einer Fläche von 0,275 Quadratkilometern durch weitere Neulandgewinnung vor der Küste Monte-Carlos. Dieser Stadtbezirk soll 2025 planmäßig fertiggestellt werden.[8]

Das Territorium des Fürstentums wurde per 13. September 2013 durch eine souveräne Verordnung neu geordnet und umfasst seither neun Stadtbezirke.[2][9] Hierbei wurden generell alle Grenzziehungen innerhalb des Fürstentums teils geringfügig, teils erheblich geändert. Zudem wurden die Stadtbezirke Jardin Exotique und Ravin de Sainte-Dévote neu geschaffen. Die Stadtbezirke Monaco-Ville und Ravin de Sainte-Dévote gelten als „reservierte Sektoren“ (Secteur réservé).

Stadtbezirke Monacos (seit 2013)
Stadtbezirk Fläche in Hektar[2]
Monte-Carlo 43,7
Fontvieille 33,0
La Condamine 29,6
Larvotto 27,5
Jardin Exotique 23,5
Monaco-Ville 19,6
La Rousse 17,7
Les Moneghetti 11,5
Ravin de Sainte-Dévote 2,3
Fürstentum Monaco (Gesamt) 208,4

Die Stadtbezirke werden für statistische Zwecke in 173 Blöcke (îlots) untergliedert.

Sie sind nur durch vierstellige Ziffernfolgen (eine zweistellige Erweiterung der Stadtbezirksnummern) bezeichnet und tragen keine Namen.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Monaco herrscht Mittelmeerklima mit milden Wintern und warmen Sommern, einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 1.092,2 Millimetern und einer durchschnittlichen Sonnenscheindauer von 2.616 Stunden pro Jahr (alle Angaben von 2019).[2] Die durchschnittlichen Temperaturen lagen im Jahr 2019 bei mindestens 15,4 Grad Celsius, höchstens bei 20,4 Grad Celsius.


Monatliche Niederschlagsmengen und Regentage für Monaco 2019
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Niederschlag (mm) 21,9 93,6 1,3 212,6 22,3 0,4 24,8 1,9 48,0 178,0 334,6 152,8 Σ 1.092,2
Regentage (d) 3 2 1 9 7 0 2 1 3 9 16 6 Σ 59
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Quelle: Direction de l’Environnement[2]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2019 waren in Monaco 38.100 Einwohner amtlich registriert.[3] Im Vergleich zum 31. Dezember 2018 verzeichnete das Fürstentum 200 Einwohner weniger (−0,5 Prozent). Die Einwohner Monacos werden als Monegassen (französisch monégasques) bezeichnet. Die Fertilitätsrate beläuft sich für den Zeitraum 2017 bis 2019 auf 2,5. Im Jahr 2019 betrug die Geburtenrate 13,2 Promille, die Sterblichkeitsrate 8,4 Promille. Statistisch gebiert eine Frau mit monegassischer Staatsbürgerschaft im Alter von 32,4 Jahren (Zeitraum 2019 bis 2019). 2019 wurden 939 Neugeborene gezählt, hiervon waren 52,6 Prozent männlich, 47,4 Prozent weiblich. Die Lebenserwartung bei Geburten in den Jahren 2017 bis 2019 wurde durchschnittlich und unter Berücksichtigung des männlichen und weiblichen Geschlechts mit 86,5 Jahren angegeben (Männer: 84,4 Jahre, Frauen: 88,7 Jahre). Monaco war damit der Staat mit der weltweit höchsten Lebenserwartung.[10] 524 Sterbefälle wurden 2019 registriert, davon 50,6 Prozent männlich und 49,4 Prozent weiblich.

Als einziges Land der Welt unterteilt Monaco seine Bevölkerung in drei Kategorien: gebürtige Monegassen, Landeskinder (enfants du pays) und wohlhabende Ausländer.[11] So verfügt erstere Gruppe über das Recht auf eine angemessene staatliche Wohnung (mit Möglichkeit der Vererbung). Die Landeskinder als zweite Kategorie sind nicht im Besitz der monegassischen Staatsbürgerschaft, leben jedoch seit Generationen im Fürstentum und haben einen Rechtsanspruch auf eine angemessene Wohnung aus nichtstaatlichem Immobilienbesitz.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Saint-Dévote
Panoramaansicht Monacos

Die einheimische Bevölkerung Monacos ist ligurisch-provenzalischen Ursprungs. Sie stellt knapp ein Viertel der Wohnbevölkerung dar. Somit ist Monaco ein Einwanderungsland und weist mit 77,5 Prozent[3] einen der höchsten Anteile an Ausländern aller Staaten auf. Im Jahr 2016 verfügten 8.378 Personen (22,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) über die monegassische Staatsbürgerschaft. 2016 waren 9.286 Einwohner Franzosen und stellten die größte Ausländergruppe dar. 8.172 italienische Staatsangehörige stellten die drittgrößte Nationalität dar, gefolgt von den Briten (2.795 Einwohner), Schweizern (1.187), Belgiern (1.073), Deutschen (907), Russen (749), Niederländern (555), Portugiesen (523), Griechen (401), US-Amerikanern (366), Schweden (323), Kanadiern (311) und Spaniern (294). Der Anteil der Franzosen an der Bevölkerung ist permanent rückläufig, da die in Monaco wohnenden französischen Staatsangehörigen aufgrund eines Abkommens zwischen Frankreich und Monaco in Frankreich steuerpflichtig sind, sodass sie die extrem hohen Lebenshaltungskosten (insbesondere Immobilienpreise) nicht durch eine Steuerersparnis kompensieren können.

Monegassische Staatsbürgerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die monegassische Staatsbürgerschaft stellt die Zugehörigkeit einer natürlichen Person zum Fürstentum Monaco dar. Das Staatsbürgerschaftsrecht Monacos gilt als sehr restriktiv. Jährlich beantragen mehr als 500 Personen die monegassische Staatsbürgerschaft.[12] Die Entscheidung über Zuteilung und Ablehnung der monegassischen Staatsangehörigkeit obliegt ausschließlich dem Fürsten Albert II. Im Jahr 2007 wurde 68 Personen[13] die monegassische Staatsbürgerschaft verliehen, im Jahr 2010 nur sieben Personen.[12][14]

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alleinige Amtssprache Monacos ist das Französische. Als Vernakulärsprachen wurden Monegassisch und Okzitanisch gesprochen. Während Letzteres als in Monaco nahezu ausgestorben gilt, hat sich die Position des Monegassischen seit den 1980er-Jahren gefestigt. Das Monegassische (Eigenbezeichnung: munegascu) ist ein romanischer Dialekt, der mit dem an der französischen und italienischen Riviera beheimateten Ligurischen eng verwandt ist. Im Zusammenhang mit der Herkunft der Herrscherfamilie Grimaldi aus Genua wurde Monegassisch zu einem ordentlichen Lehrfach an den monegassischen Schulen erhoben; das Abitur (Matura) kann auf Monegassisch abgelegt werden. Über die muttersprachliche Verteilung der im Fürstentum gesprochenen Sprachen gibt es keine Erhebungen. Aufgrund ihres Status als offizielle Sprache, vorherrschende Unterrichtssprache und Muttersprache der starken französischen Minderheit ist das Französische als die in Monaco am häufigsten gesprochene Sprache zu betrachten, gefolgt von Italienisch. Das Französische ist seit dem Anschluss der Monaco umgebenden Ländereien, namentlich der Grafschaft Nizza und von Teilen Savoyens, an Frankreich im Jahre 1860 zur vorherrschenden Schrift- und Umgangssprache Monacos aufgestiegen; in der mit dem französischen Adelshaus Goyon de Matignon verbundenen Herrscherfamilie Grimaldi spielte die sprachlich-kulturelle Bindung an Frankreich bereits zuvor eine Rolle.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die römisch-katholische Kirche ist Staatskirche. Monaco ist Sitz eines Erzbischofs, der direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt ist. Bischofskirche ist die Kathedrale Notre-Dame-Immaculée. Die Freiheiten anderer Religionen und Konfessionen werden von der monegassischen Verfassung garantiert. Neben Katholiken und Protestanten bestehen orthodoxe und jüdische Minderheiten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wehranlagen unterhalb des Fürstenpalastes
Monaco, Republik Genua. Italien 1494
Monaco, Republik Genua. Italien 1796
Französische Annexion 1860
Fürstenpalast Monacos 43° 43′ 52″ N, 7° 25′ 11″ O
Monaco um 1900
Blick auf den Hafen und Felsen von Monaco

Nachdem Kaiser Heinrich VI. im Jahr 1191 der Republik Genua die Herrschaft über die Küstenregion um das heutige Monaco übertragen hatte, wurde am 10. Juni 1215 an der Stelle, an der heute der Fürstenpalast steht, mit dem Bau einer genuesischen Grenzfestung begonnen. Dieser Tag gilt als das Gründungsdatum Monacos.

Die bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen im 13. Jahrhundert zwischen den Ghibellinen und Guelfen in Norditalien führten 1296 zur Vertreibung der papsttreuen Guelfen und damit auch der Familie Grimaldi aus Genua. Am 8. Januar 1297 gelingt es Soldaten der Grimaldi und mit ihnen verbündeter guelfischer Familien unter der Führung von Francesco Grimaldi, in die bis dahin in ghibellinischer Hand befindliche Festung Monaco einzudringen und diese im Handstreich zu erobern. Von nun an ist die Geschichte des Staates Monaco eng mit der Familie Grimaldi verbunden, deren Mitglieder mit nur kurzen Unterbrechungen bis zum heutigen Tag die Herrschaft über Monaco ausüben. Erster Herrscher Monacos aus diesem Haus wurde 1297 Raniero Grimaldi, der Monaco allerdings schon 1301 wieder an Genua abtreten musste. Seinem Sohn Carlo I. gelang im Jahr 1331 mit Unterstützung des französischen Königs die erneute Eroberung Monacos sowie 1346 der Erwerb von Menton und 1355 von Roquebrune. 1357 wurde Monaco nochmals von Genua zurückerobert und gelangte 1419 endgültig in die Hände der Grimaldi.

Im Jahr 1489 wurde die Unabhängigkeit Monacos durch den König von Frankreich und den Herzog von Savoyen anerkannt. Eine letzte Belagerung Monacos im Jahr 1507 durch die Genuesen endete erfolglos, worauf König Ludwig XII. 1512 die monegassische Unabhängigkeit bestätigte. Ab 1523, nach dem Regierungsantritt Augustins I., verschlechterten sich die Beziehungen zu Frankreich; Monaco schloss daraufhin 1525 mit Kaiser Karl V. den Vertrag von Burgos und Tordesillas und stellte sich unter spanischen Schutz. Honoré II. bezeichnete sich ab 1612 als Fürst und Herrn von Monaco; 1633 wurde der Fürstentitel offiziell von Spanien anerkannt.[15] Ungefähr ab 1630 erfolgte eine Wiederannäherung an Frankreich, die schließlich 1641 im Vertrag von Péronne besiegelt wurde. Frankreich wurde erneut Monacos Schutzmacht; noch im selben Jahr wurde die spanische Garnison aus Monaco vertrieben.

Mit dem Tod von Antoine I. starben die Grimaldi in männlicher Linie aus. In der Folge gingen Name und Herrschaft auf die eingeheiratete Familie Goyon de Matignon über.

Französische Revolutionstruppen eroberten Monaco 1793. Der Nationalkonvent erklärte die Grimaldi für abgesetzt und rief die Republik Monaco aus. Am 14. Februar 1793 wurde Monaco von Frankreich annektiert, die Mitglieder der Fürstenfamilie wurden inhaftiert. Erst am 6. April 1814 und dann endgültig am 20. November 1815 wurde in den beiden Verträgen von Paris die Unabhängigkeit Monacos wiederhergestellt, nun allerdings unter dem Schutz des Königreichs Sardinien. Wirtschaftliche Schwierigkeiten und politische Unruhen im Gefolge der Februarrevolution 1848 führten 1848 zur Abspaltung von Menton und Roquebrune, die am 2. Februar 1861 durch den Vertrag mit Napoleon III. endgültig besiegelt wurde. Zugleich erkannte Frankreich aber die volle Unabhängigkeit Monacos unter der alleinigen Souveränität des Fürsten an.

In diese Zeit fiel auch der wirtschaftliche Aufstieg Monacos. Mit der Gründung der Spielbank Monte-Carlo im Jahr 1853, der Zollunion mit Frankreich 1865 und dem Anschluss an das Eisenbahnnetz 1868 wurde die Grundlage für den mondänen Tourismus gelegt, aus dem Monaco in den folgenden Jahrzehnten einen großen Teil seiner Staatseinnahmen bezog. Fürst Albert I., der sich als Ozeanograph und Paläontologe betätigt hatte, gründete 1889 das inzwischen weltberühmte Ozeanographische Museum. 1911 gab er dem Land die erste Verfassung.

1918 wurde das erste bilaterale Abkommen mit Frankreich unterzeichnet, das erneut die Unabhängigkeit Monacos durch Frankreich garantierte. Im Zweiten Weltkrieg wurde Monaco zeitweise von deutschen Truppen besetzt. Das Frauenwahlrecht auf lokaler Ebene wurde am 24. Mai 1945 eingeführt.[16] Monaco trat am 8. Juli 1948 der Weltgesundheitsorganisation bei.

Seit dem 17. Dezember 1962 gilt die heutige Verfassung. Das aktive und passive Frauenwahlrecht auf nationaler Ebene wurde am 17. Dezember 1962 eingeführt.[17] 1981 erfolgte die Erhebung zum römisch-katholischen Erzbistum Monaco; 1993 der Beitritt zu den Vereinten Nationen. Am 7. Januar 2000 wurde ein ständiger Vertreter bei der Europäischen Union in Brüssel entsandt. 2002 folgte die Einführung des Euro (den Französischen Franc ablösend) in Monaco als assoziierter Euro-Nutzer (Buchgeld ab 1999). Monaco wurde am 5. Oktober 2004 nach sechsjähriger Wartezeit in den Europarat aufgenommen. 2005 wurde das zweite bilaterale Abkommen mit Frankreich abgeschlossen.

Internationale Aufmerksamkeit erlangte Monaco 1956, als Fürst Rainier und die berühmte US-amerikanische Schauspielerin Grace Kelly heirateten, und erneut 2011, als deren Sohn Albert und Charlène Wittstock heirateten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fürstenhof zu Monaco

Staatsrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monaco ist seit 1911 eine konstitutionelle Monarchie, in der der regierende Fürst das Staatsoberhaupt ist. Er wird im Fürstentum gewöhnlich Patron („Schutzherr“)[6] oder Monseigneur („mein Herr“) genannt.[18] Die Exekutive besteht aus dem Regierungsrat, der aus vier Mitgliedern besteht, die das Kabinett bilden; Vorsitzender des Regierungsrates ist der Staatsminister. Seit der Verfassungsänderung 1962 teilt sich der Fürst seine Regierungsmacht mit dem Parlament (Conseil National). Dieses besteht aus 24 Mitgliedern, die in freien und geheimen Wahlen auf fünf Jahre gewählt werden. Das Parlament wurde zuletzt am 11. Februar 2018 gewählt. Regionale Angelegenheiten, die nur das Staatsgebiet Monacos betreffen, werden vom Gemeinderat beschlossen, der 15 gewählte Mitglieder hat und vom Bürgermeister Monacos, Georges Marsan,[19] geleitet wird.

Die Unabhängigkeit Monacos, die seit dem 25. Februar 1489 besteht, war bisher an das Bestehen der Grimaldi-Dynastie gebunden. Ein Vertrag mit Frankreich regelte bis 2002, dass bei Aussterben der Grimaldi Monaco an Frankreich fällt. Zwischen Frankreich und Monaco besteht ein so genanntes völkerrechtliches Protektorats-Verhältnis, das in einem „Schutzvertrag mit Frankreich“ vom 17. Juli 1918 festgelegt wurde. Darin garantierte Frankreich die Unabhängigkeit und Souveränität Monacos, für wichtige Einzelentscheidungen der monegassischen Außenpolitik wurde eine Konsultationspflicht festgelegt. Zur Nachfolge des Fürsten heißt es darin: „Im Falle einer Vakanz der Krone, beispielsweise durch das Fehlen eines direkten oder adoptierten Erben, würde das Gebiet Monacos einen autonomen Staat unter dem Protektorat von Frankreich bilden“. Für mehrere Schlüsselpositionen im Fürstentum (Regierungschef, Generalstaatsanwalt und Polizeichef) schlug dem Abkommen zufolge die französische Regierung die Beamten vor. So wurde der Staatsminister vom Fürsten aus einem Dreiervorschlag der französischen Regierung ausgewählt und musste stets ein Franzose sein. Im Oktober 2002 wurde eine Neufassung des Vertrages unterzeichnet, die den außenpolitischen Spielraum Monacos erweitert, in wichtigen Fragen aber weiterhin eine Konsultationspflicht vorsieht. Die Auswahl des Staatsministers steht dem Fürsten nun frei, bedarf aber der Zustimmung Frankreichs.

Monaco ist seit dem 28. Mai 1993 Mitglied der Vereinten Nationen, beantragte am 21. Oktober 1998 den Beitritt zum Europarat und wurde am 5. Oktober 2004 aufgenommen. Aufgrund seiner Nähe zu Frankreich unterhält Monaco außerdem enge Beziehungen zur Europäischen Union und ist dem Schengener Abkommen angeschlossen. Seit dem 7. Januar 2000 unterhält der Stadtstaat eine Vertretung bei der Europäischen Union in Brüssel.

Die Regierungsgeschäfte Monacos werden seit April 2005 von Fürst Albert II. ausgeübt, nachdem sein Vater Fürst Rainier am 6. April 2005 verstarb. Nach einer üblichen Trauerphase wurde Albert II. am 12. Juli 2005 offiziell in sein neues Amt eingeführt. Dabei verzichtete er demonstrativ auf das sonst übliche Hofzeremoniell zugunsten einer volksnah gestalteten Feier.

2008 hat eine Kommission der Europäischen Union zum wiederholten Male das mangelhafte Demokratieverständnis des Fürstentums (insbesondere die schwache Stellung des Parlaments) kritisiert. Der früher geäußerten Kritik an der mangelhaften Bekämpfung der Geldwäsche und der unzureichenden Bankenaufsicht ist die Regierung durch eine Vielzahl seit 2008 eingeleiteter Maßnahmen begegnet. So wurden neben einer Verschärfung der Gesetze mit einer Vielzahl von Staaten, darunter im Jahr 2011 mit Deutschland,[20] Abkommen zum Informationsaustausch getroffen. Monaco ist Mitglied des globalen Forums für Transparenz und Informationsaustausch bei der OECD.[21] Heute wird die Kooperationsbereitschaft Monacos im Kampf gegen die Geldwäsche explizit gelobt.[22][23]

Thronfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Thronfolge ist im Artikel 10 der Verfassung des Fürstentums Monaco[24] geregelt und wurde zuletzt 2002 geändert. Thronfolger ist der erste direkte und legitime Nachkomme des Fürsten mit Priorisierung der männlichen Nachkommen im gleichen Verwandtschaftsverhältnis. Wenn der Fürst keinen Nachkommen hat, gilt diese Regelung für die Brüder und Schwestern bzw. deren Nachkommen. Wenn der Thronfolger auf den Thron verzichtet, treten seine Nachkommen an seine Stelle.[25] Der Thronerbe von Fürst Albert II. ist Alberts Sohn Prinz Jacques (* 10. Dezember 2014), gefolgt von dessen Zwillingsschwester Prinzessin Gabriella (* 10. Dezember 2014).[26] Die frühere Regelung, dass Monaco an Frankreich zurückgefallen wäre, wenn es keine Thronerben der Grimaldis gegeben hätte, wurde im zweiten monegassisch-französischen Abkommen 2002 abgeschafft. Daher bliebe Monaco nach einem eventuellen Erlöschen der Dynastie Grimaldi ein souveräner Staat.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monaco als Stadtstaat unterscheidet zwischen staatlicher und kommunaler Ebene. Auf kommunaler Ebene existiert der Gemeinderat (conseil communal) und besteht aus 15 Mitgliedern mit monegassischer Staatsbürgerschaft.[27] Präsident des Gemeinderates ist der Bürgermeister des Fürstentums Monaco, Georges Marsan. Dem Gemeinderat gehören neben dem Bürgermeister 13 Beigeordnete und eine Gemeinderätin an.[28] Die Mitglieder werden für die Dauer von vier Jahren durch das monegassische Stimmvolk gewählt. Die letzte Wahl zum Gemeinderat fand am 17. März 2019 statt. Die Amtszeit des Gemeinderates begann am 16. April 2019 und endet turnusgemäß 2023.

Gewählte Mitglieder des monegassischen Gemeinderates (2019–2023)[28]
Mitglied Funktion Ressort
Georges Marsan Bürgermeister von Monaco
Camille Svara erste Beigeordnete Social
Marjorie Crovetto zweite Beigeordnete Cadre de vie, de l’Environnement et du DD
Françoise Gamerdinger dritte Beigeordnete
Jacques Pastor vierter Beigeordneter Patrimoine et des Traditions
Nicolas Croesi fünfter Beigeordneter Transition Numérique
Jean-Marc Deoriti-Castellini sechster Beigeordneter Animation et des Loisirs
Chloé Boscagli Leclercq siebte Beigeordnete Jeunesse
Axelle Amalberti Verdino achte Beigeordnete Développement des Ressources Financières
Charles Maricic neunter Beigeordneter
Karyn Ardisson Salopek zehnte Beigeordnete Culture
François Lallemand elfter Beigeordneter
André J. Campana zwölfter Beigeordneter
Claude Bollati dreizehnter Beigeordneter
Mélanie Flachaire Gemeinderätin

Rathaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus bzw. Bürgermeisteramt Monacos (mairie) ist die älteste Institution des Fürstentums. Es hat seinen Sitz am Place de la Mairie. Etwa 745 Mitarbeiter sind in den 20 kommunalen Dienststellen beschäftigt.[29] Die kommunalen Dienststellen sind sieben Kompetenzbereichen zugeordnet.

Kommunale Dienststellen[30]
  • Secrétariat Général
  • Académie Rainier III
  • École Supérieure d’Arts Plastiques
  • Espace Léo Ferré
  • Jardin Exotique de Monaco
  • Médiathèque de Monaco
  • Police Municipale
  • Recette Municipale
  • Service Animation de la Ville
  • Service Communication
  • Service d’Actions Sociales
  • Service de l’État Civil – Nationalité
  • Service de Gestion des Personnels
  • Service de l’Affichage et de la Publicité
  • Service du Contrôle Municipal des Dépenses
  • Service du Domaine Communal, Commerce, Halles et Marchés
  • Service Informatique
  • Service Municipal des Sports et des Associations
  • Service Techniques Communaux

Öffentliche Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soldat des monegassischen Militärs

Die öffentliche Sicherheit wird durch eine 517 Personen starke Polizeieinheit gewährleistet.[31] Auf 38.100 Einwohner[3] bezogen hat Monaco mit 517 Polizisten die weltweit höchste Pro-Kopf-Polizeipräsenz und statistisch kommt ein Polizist auf 74 Einwohner.[32] Die Polizei ist unterteilt in eine Kriminalpolizei, die mit Interpol zusammenarbeitet, eine Stadtpolizei, eine Verwaltungseinheit sowie eine See- und Lufteinheit.[31][33]

Monacos äußere Verteidigung wird größtenteils durch Frankreich übernommen, gleichwohl unterhält das Fürstentum eine kleine Militäreinheit, das Corps des Sapeurs-Pompiers. Diese 135 Soldaten (10 Offiziere, 26 Unteroffiziere, 99 Mannschaftsdienstgrade) umfassende und damit drittkleinste Streitkraft der Welt ist hauptsächlich als Feuerwehr tätig und darüber hinaus für den Zivilschutz zuständig.

Es existiert außerdem die 116 Mann (3 Offiziere, 15 Unteroffiziere, 98 Carabiniers) starke, paramilitärische Compagnie des Carabiniers du Prince. Als Gendarmerie ist sie ebenfalls dem Militär zugeordnet und stellt den Personenschutz für den Fürsten sowie die Ehrenwache am Palast. Sie nimmt außerdem protokollarische Aufgaben bei besonderen Gelegenheiten und Staatsempfängen wahr. Zur Kompanie gehören die Fanfare de la Compagnie des Carabiniers du Prince (26 Musiker unter dem Kommando eines Maréchal des logis) sowie eine Motorradstaffel und eine Tauchereinheit. Militär und Polizei sind dem Innenministerium unterstellt; ihre Tradition reicht zurück bis in das Jahr 1817.

Monacos Regierung versucht unter anderem durch Videoüberwachung für öffentliche Sicherheit und Sauberkeit zu sorgen. Es existieren rund 60 öffentliche Sicherheitskameras in allen Teilen des Fürstentums, die mit der Polizeizentrale verbunden sind; hinzu kommt eine deutlich höhere Anzahl privat installierter Überwachungskameras sowie etwa 500 private Sicherheitsmitarbeiter.[6] Unter anderem deshalb wird dem Fürstentum häufig vorgeworfen, es sei ein Überwachungsstaat. In Monaco herrscht dafür die weltweit niedrigste Kriminalitätsrate.[34][35]

Steuer- und Geldpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Monaco gibt es seit 1869 keine direkte Steuerpflicht für Privatpersonen. Der große Anteil vermögender Einwanderer hat das Fürstentum zu einem Symbol für Luxus und Reichtum werden lassen. Der Großteil der Einnahmen wird über Unternehmensbesteuerung (u. a. Ertragsteuer), Gebühren (z. B. Stempelsteuer, Registrierungsgebühren, oder Abgaben auf alkoholische Getränke und Versicherungsverträge) und Zölle erwirtschaftet.[36]

Monaco hat weder eine eigene Währung noch eine Zentralbank. Es bestand eine Art Währungsunion mit Frankreich, in der die monegassischen Banken den gleichen Regeln wie die französischen unterworfen waren. Im Dezember 2001 schloss Monaco mit Frankreich ein Abkommen zur Einführung des Euro. Die monegassischen Euromünzen werden vom Kontingent Frankreichs abgeleitet, das die Europäische Zentralbank festlegt.[37]

Monaco gehört gemäß Art. 3 Abs. 2 ZK zum Zollgebiet der Europäischen Gemeinschaft, da ein Zollabkommen mit Frankreich besteht.

Am 28. Januar 2016 legte die EU-Kommission ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung von Steuerflucht vor, in dem unter anderem Monaco auf der schwarzen Liste der Steueroasen stand.[38] Erstmals 1962 hatten Charles de Gaulle und Rainier III. (Monaco) sich auf die Ausnahme von Franzosen aus der Steuerbefreiung geeinigt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2019 zählte Monaco 57.867 Arbeitsplätze.[4] Davon waren 4.776 Mitarbeiter im öffentlichen Dienst und 53.091 in der Privatwirtschaft beschäftigt. Somit stehen 57.867 Beschäftigte einer Einwohnerzahl von 38.100[3] gegenüber. Die 53.091 Arbeitsplätze im privaten Sektor verteilten sich 2019 wie folgt: primären Wirtschaftssektor (Urproduktion) 134 Mitarbeiter (0,3 Prozent), im sekundären Sektor (Industrie) 7.193 (13,5 Prozent) und im tertiären Sektor (Dienstleistung) 45.764 Mitarbeiter (86,2 Prozent).[4] Täglich pendeln rund 40.000 Menschen zur Arbeit nach Monaco.[11]

Ein Drittel der Bevölkerung sind Millionäre. 2017 war Monaco damit die Stadt mit der weltweit höchsten Dichte an Millionären. Im März 2018 lebten in Monaco zudem vier Milliardäre.[39]

2018 betrug das Bruttoinlandsprodukt 6,087 Milliarden Euro und pro Arbeitnehmer 108.112 Euro.[4] Damit ist es hinter Katar das zweitreichste Land der Welt.[40] Die Immobilienpreise sind hingegen sehr hoch. Im Jahr 2018 betrug der durchschnittliche Kaufpreis 53.000 Euro pro Quadratmeter, bei einigen Luxusobjekten 100.000 Euro pro Quadratmeter.[41]

Landwirtschaft/Fischerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemein gilt, dass aufgrund der Bevölkerungsdichte Landwirtschaft im klassischen Sinne praktisch nicht mehr existiert. Allerdings gründete im Frühjahr 2016 Jessica Sbaraglia Terre de Monaco, ein Start-up-Unternehmen, das sich der biologischen Landwirtschaft widmet. Ein Jahr später umfassten die von dem Jungunternehmen in Monaco bepflanzten Flächen (in der Regel Hausdächer) bereits 1.400 Quadratmeter.[42] Der einst bedeutende Fischfang spielt heute gesamtwirtschaftlich eine marginale Rolle, gleichwohl gibt es ihn noch; Monaco ist mit rund einer Tonne Fang pro Jahr die kleinste Fischereination der Welt.

Öffentlicher Dienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im öffentlichen Sektor hatten im Jahr 2019 4.776 Mitarbeiter eine Arbeitsstelle.[4] Dabei verteilte sich der Großteil der Mitarbeiter auf die Regierungsverwaltung und das Innenministerium. Zum öffentlichen Dienst zählen folgende Behörden und Amtsträger:[43]

  • Palast
  • Sekretariate der Kommissionen, Versammlungen und oberste Verwaltungsbehörden
  • Regierungsverwaltung
  • Staatsministerium
  • Innenministerium
  • Ministerium für Finanzen und Wirtschaft
  • Ministerium für Soziales und der Gesundheit
  • Ministerium für Arbeit, Umwelt und Stadtplanung
  • Ministerium für auswärtige Beziehungen und Zusammenarbeit
  • Ministerium für Justiz
  • Kommune (Stadt)
  • Beamte

Wirtschaftszweige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn des wirtschaftlichen Aufschwungs stand das Glücksspiel, welches wiederum den Tourismus gesteigert hat. Heute stehen Finanzdienstleistungen im Vordergrund: Im Jahr 2019 waren 30 Kreditinstitute registriert und verwalteten ein Vermögen von rund 133,8 Milliarden Euro.[4] In einer Rangliste der wichtigsten Finanzzentren weltweit belegte Monaco den 54. Platz (Stand: 2018).[44] Das Land veröffentlicht Quartalszahlen wie ein Wirtschaftsunternehmen.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahl der Touristen lag im Jahr 2010 bei etwa 265.000.[6]

2019 zählte das Fürstentum zwölf Hotels, davon vier 2- bis 3-Sterne-Hotels, vier 4-Sterne- und vier 5-Sterne-Hotels. Zusammen offerierten sie 5.528 Betten in 2.469 Zimmern.[4] 2019 bezifferte sich der Belegungsgrad der Hotels im Durchschnitt auf 65,9 Prozent (die höchste Quote wurde im August mit 84,2 und die niedrigste im Dezember mit 41,7 Prozent verzeichnet). Im selben Jahr wurden 377.493 Ankünfte, 930.481 Nächtigungen und durchschnittlich 2,5 Aufenthaltstage in Hotels registriert.

Staatshaushalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2019 umfasste der monegassische Staatshaushalt Erträge (Einnahmen) von 1,5237 Milliarden Euro und Aufwendungen (Ausgaben) von 1,5199 Milliarden Euro.[4] Somit ist der Haushaltssaldo positiv.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des Bruttoinlandsprodukts) folgender Bereiche:

Bautätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht über die jüngsten Bauprojekte

Monaco wird auch „Manhattan am Mittelmeer“ genannt. Dies verweist auf die stetige Bautätigkeit (Hochhäuser). Bereits in den 1970er-Jahren wurde der neue Stadtteil Fontvieille durch Aufschüttung dem Meer abgetrotzt. Ein weiterer Stadtbezirk namens Le Portier mit sechs Hektar befindet sich bis 2025 im Bau und entsteht auf künstlichem Grund.

Anfang des Jahrtausends wurde dem Hafen La Condamine ein schwimmender Pier aus Beton von 352 Metern Länge, 28 Metern Breite und einem Gewicht von 160.000 Tonnen einschließlich eines kleineren Gegenstücks auf der anderen Hafenseite vorgelagert, der in Spanien gebaut und über das Meer nach Monaco transportiert wurde. Dieser Pier dient hauptsächlich als Wellenbrecher für den Hafen sowie als Anlegesteg, unter anderem für die neue Generation großer Kreuzfahrtschiffe; in seinem Inneren bietet er Stellplätze für 360 Personenkraftwagen sowie 25.000 Kubikmeter Lagerräume.[47]

Auffallend ist eine in Monaco permanent festzustellende und teils zu öffentlichen Beeinträchtigungen führende Bautätigkeit an vielen Stellen des Fürstentums. Dies ist in der sehr geringen Landesfläche von 2,084 Quadratkilometern[2] begründet. Aufgrund dieses Platzmangels ist das Fürstentum darauf bedacht, jede Freifläche des Territoriums so effizient wie möglich auszunutzen und zu bebauen. So werden beispielsweise seit der unterirdischen Verlegung der Eisenbahnstrecke die freigewordenen Gleisflächen mit Hochhäusern bebaut.

Der Immobilienmarkt und das Baugewerbe sowie viele Bereiche des öffentlichen Lebens (Fußballclub etc.) werden durch das Imperium der Familie Pastor beherrscht. Monaco gilt hinsichtlich Wohneigentum als teuerster Ort weltweit.[48][49] So kostete im vierten Quartal 2010 ein Quadratmeter durchschnittlich rund 46.200 Euro[49] und eine Einzimmerwohnung mit 30 Quadratmetern rund 1,5 Millionen Euro.[11] Bei Penthäusern in Monte-Carlo kostet ein Quadratmeter mehr als 100.000 Euro. Mit einem Preis von etwas über 90.000 Euro pro Quadratmeter lag das 2014 im Bau befindliche und zu dem Zeitpunkt teuerste Penthausapartment der Welt im landesweiten Durchschnitt. Es sollte mit 3300 Quadratmetern, verteilt auf fünf Etagen, über 300 Millionen Euro kosten und ist Teil des Wohnhauskomplexes Tour Odéon.[50]

Postwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das System des französischen Code Postal (Postleitzahl) wird in Monaco verwendet, sodass das gesamte Fürstentum die Postleitzahl 98000 für die reguläre postalische Zustellung hat. Postfächer[51][52] und CEDEX[53] nutzen Postleitzahlen im Bereich 980XX. Alle anderen mit 98 beginnenden Postleitzahlen beziehen sich auf die französischen Überseegebiete.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang des Bahnhofsgebäudes Monaco – Monte Carlo im Stadtbezirk Ravin de Sainte-Dévote
Unterirdischer Bahnhof Monaco – Monte Carlo

Monaco verfügt über ein sehr gut ausgebautes Straßennetz und intakte Straßenbeläge. Aufgrund der kleinen Landesfläche, der verhältnismäßig hohen Einwohnerzahl, der hohen Anzahl an Arbeitsplätzen und des Tourismus ist die Verkehrssituation naturgemäß angespannt, insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten, zu denen die Situation äußerst angespannt ist. Während der Hauptsaison und Großveranstaltungen sind Verkehrsstaus auf den Straßen häufig die Folge. Demgegenüber verfügt Monaco über eine große Anzahl öffentlicher Parkhäuser, die fast durchweg unterirdisch in die Felsen gebaut wurden.

Im Fürstentum verkehren tagsüber sechs und nachts zwei Buslinien, die von der Compagnie des Autobus de Monaco (CAM) betrieben werden und alle Stadtbezirke Monacos bedienen. Der Fahrpreis für eine Einzelfahrt beträgt 1,50 Euro beim Kauf am Automaten, in einer Verkaufsstelle und im Internet.[54] Beim Kauf im Bus kostet eine Einzelfahrkarte zwei Euro und beinhaltet das Busboot zur Überquerung des Port Hercule zwischen dem Quai des États-Unis und dem Quai Antoine 1er. Die fürstliche Verwaltung Monacos hat erklärtermaßen das Ziel, durch günstige Fahrpreise für Einheimische mehr Fahrgäste für die öffentlichen Verkehrsmittel zu gewinnen. Eine 24 Stunden gültige Tageskarte ist für fünf Euro im Bus, an Automaten, Verkaufsstellen und im Internet zu erstehen und umfasst die unbegrenzte Nutzung des Busnetzes bis Betriebsschluss des Verkaufstages.

Öffentliche Buslinien in Monaco[55]
Linie Verlauf
1 Monaco-Ville (le Rocher) ↔ Saint-Roman
2 Monaco-Ville (le Rocher) ↔ Jardin Exotique
3 Fontvieille Centre Commercial ↔ Hector Otto
4 Fontvieille Centre Commercial ↔ Saint-Roman
5 Hôpital ↔ Larvotto
6 Fontvieille Centre Commercial ↔ Larvotto
N1 Albert II ↔ Place des Moulins
N2 Monaco-Ville ↔ Jardin Exotique
Bateau bus Quai des États-Unis ↔ Quai Antoine 1er

Der unterirdische Bahnhof Monaco – Monte Carlo liegt an der Bahnstrecke Marseille–Ventimiglia (Frankreich–Monaco–Italien), die am Meer verläuft und Orte der Côte d’Azur verbindet. Der Bahnhof wird von der französischen Staatsbahn SNCF betrieben und liegt etwas oberhalb des Hafenbeckens von La Condamine, zu dem Fußgänger durch einen Fußgängertunnel oder über eine im Freien liegende Passage gelangen.

Der nächstgelegene Flughafen ist der circa 19 Kilometer (Luftlinie) entfernte Flughafen Nizza Côte d’Azur, von dem aus Hubschrauberverbindungen zum Héliport de Monaco durchgeführt werden. Die Heli Air Monaco ist die nationale Fluggesellschaft Monacos. Eine weitere Fluggesellschaft ist Monacair. Zudem verkehren regelmäßig private Buslinien zwischen dem Flughafen Nizza und dem Fürstentum.

Im Fürstentum registrierte Kraftfahrzeuge erhalten ein Kraftfahrzeugkennzeichen mit einer hellblauen Schrift auf weißem Grund.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monaco ist ein bemerkenswertes kulturelles Zentrum.

Oper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1879 wurde nach dem Projekt des Architekten Charles Garnier (Erbauer der Pariser Oper) das Gebäude des Saals Garnier – die Opéra de Monaco – gebaut.

In diesem Opernhaus sangen in verschiedenen Jahren Enrico Caruso, Fjodor Schaljapin, Plácido Domingo, Luciano Pavarotti. 1905 wurde hier die Oper Amica von Pietro Mascagni uraufgeführt. Im Jahr 1911 waren hier von Sergei Djagilew die Ballets Russes Djagilews unter der Protektion des Fürsten von Monacos, Pierre, gegründet worden. Hier tanzten Anna Pawlowa, Vaslav Nijinsky, Tamara Karsawina, George Balanchine, Sergei Lifar, später Rudolf Nurejew und Mikhail Baryshnikov.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ozeanographische Museum

Tanzakademie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Monte-Carlo wurde die Akademie des klassischen Tanzes geschaffen. Sie trägt den Namen der verstorbenen früheren US-amerikanischen Schauspielerin und Fürstin Grace.

Kulturpreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fonds des Fürsten Pierre, den Rainier III. zu Ehren seines Vaters gegründet hat, überreicht jährlich den Großen literarischen Preis, den musikalischen Preis des Fürsten Rainier III. und den internationalen Preis auf dem Gebiet der modernen Kunst.

Feiertage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fürstentum hat zwölf jährliche Feiertage.[68] Ostermontag (französisch le lundi de Pâques), Christi Himmelfahrt (l’Ascension), Pfingstmontag (le lundi de Pentecôte) und Fronleichnam (la Fête Dieu) fallen jährlich auf ein anderes Datum. Sofern Neujahr, der Erste Mai, Mariä Himmelfahrt (l’Assomption), Allerheiligen (la Toussaint), der Nationalfeiertag (la Fête du Prince) oder Weihnachten jeweils auf einen Sonntag fallen, ist der anschließende Montag ein Feiertag.

Feiertage im Fürstentum Monaco 2021[68]
Datum Name des Feiertags Bemerkung
1. Januar le jour de l’An Neujahr
27. Januar la Sainte Dévote Fest der Heiligen Devota, Schutzpatronin Monacos
5. April le lundi de Pâques Ostermontag
1. Mai le 1er mai Erster Mai
13. Mai l’Ascension Christi Himmelfahrt, donnerstags, 40 Tage nach Ostern
24. Mai le lundi de Pentecôte Pfingstmontag, 50 Tage nach Ostern
3. Juni la Fête Dieu Fronleichnam, donnerstags, 60 Tage nach Ostern
15. August l’Assomption Mariä Himmelfahrt, 2021 vom 15. auf den 16. August verlegt
1. November la Toussaint Allerheiligen
19. November la Fête du Prince auch la Fête de S.A.S. le Prince Souverain und la Fête Nationale Monégasque genannt, Nationalfeiertag Monacos am Namenstag von Fürst Rainier III. († 2005)
8. Dezember l’Immaculée Conception Unbefleckte Empfängnis; 9. Dezember, sofern der 8. auf einen Sonntag fällt
25. Dezember Noël Weihnachten

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1911 gegründete Club Alpin Monégasque (CAM) ist ein Alpiner Verein.

1929 fand erstmals der Grand Prix von Monaco statt, seit 1955 gastiert die Formel 1 jährlich (mit Ausnahme 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie)[69] im Fürstentum. Außerdem führt die Rallye Monte Carlo in den Stadtstaat.

Die AS Monaco gehört mit acht Meistertiteln zu den erfolgreichsten Fußballvereinen der französischen Liga. Der monegassische Fußballclub spielt im Stade Louis II im Stadtteil Fontvieille. Das Fürstentum unterhält außerdem eine eigene Fußballnationalmannschaft, der Verband Fédération Monegasque de Football ist hingegen weder Mitglied der UEFA noch der FIFA.

Im Frühling findet jeweils ein Tennisturnier der ATP Masters Series statt. Gespielt wird dabei auf Sand. Das Monte Carlo Masters gehört zu den wichtigsten Turnieren im Herrentennis.

Von 2005 bis 2009 fand im Fürstentum jährlich im September der Ironman 70.3 Monaco, ein Triathlon über die halbe Ironman-Distanz (1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren, 21,1 Kilometer Laufen) statt.

Seit 1995 findet im November der Marathon de Monaco et des Riviera statt

Die EPT Monte Carlo, die seit 2005 im Monte Carlo Bay Hotel ausgetragen wird, ist das bedeutendste jährliche Pokerturnier Europas.

Seit 2003 ist Monaco Ziel der Red Bull X-Alps.

Monegassische Küche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die monegassische Küche ist eine mediterrane Küche. Neben Fisch- und Fleischgerichten ist die italienische Küche weit verbreitet. Monegassische Gerichte werden meist mit Oliven, Tomaten und Zwiebeln zubereitet.

Eine typische Vorspeise ist Barbajuan. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Art frittierter kleiner Ravioli. Es gibt lokal unterschiedliche Rezepte für die Füllung, das monegassische Original kommt im Gegensatz zu den Barbajuan aus z. B. Menton stets ohne Reis aus.

Zu Weihnachten gibt es sehr häufig ein Weihnachtsbrot (Pain de Noël), auf welchem Walnüsse in Form eines Kreuzes um einen Olivenzweig angeordnet sind.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medienpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der geringen Einwohnerzahl Monacos existiert keine vielfältige Medienlandschaft. Die Pressefreiheit im Fürstentum Monaco ist vorhanden. Andererseits ist eine kritische Berichterstattung über die fürstliche Familie nicht erwünscht und findet in der lokalen Presse begrenzt statt. Gewerbliche Film- und Fotoaufnahmen bedürfen der vorherigen Genehmigung durch das Innenministerium.[70]

Rundfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RMC (Radio Monte Carlo) und TMC Monte Carlo senden rund um die Uhr. Die Anstalten sind von der Regierung unabhängig. Des Weiteren betreibt Monaco einen Staatskanal, welcher wichtige Ereignisse überträgt und Meldungen der Behörden in Verkehr bringt. Monaco Info sendet seit 1995 mehrere Stunden wöchentlich.[71]

Zeitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tageszeitung für Monaco titelt mit Monaco-Matin. Wöchentlich erscheint die Monaco Hebdo, dagegen handelt es sich bei L'Observateur de Monaco um ein Monatsmagazin. Für die deutschsprachige Minderheit erscheint einmal im Monat die Monaco Zeitung. Wichtige ausländische Zeitungen sind erhältlich.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fern-/Weitwanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monaco zählt zu den Alpenstaaten, hat die Alpenkonvention unterzeichnet und einen eigenen Alpenverein, den Club Alpin Monégasque (CAM).

Der neu geschaffene Fernwanderweg Via Alpina, auf dem man alle acht Alpenstaaten von Monaco bis Triest durchwandern kann, wurde am 21. Juni 2002 mit einer Wanderung von der Place du Palais nach La Turbie eröffnet.

Internationales Zirkusfestival von Monte-Carlo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang jeden Jahres findet das Internationale Zirkusfestival von Monte-Carlo statt. Unter der Schirmherrschaft des Fürsten Albert streiten die besten Zirkusartisten der Welt um den „Oscar der Zirkuswelt“, den Goldenen Clown. In diesen Tagen verwandelt sich Monaco in einen riesigen Zirkus mit Clowns, Artisten und vielen verschiedenen Tieren, die im großen Zirkuszelt auftreten und die Straßen und Plätze des Fürstentums mit Leben füllen, was einen Kontrast zum sonst eher elitären Leben in Monaco darstellt.

Touristenziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Opéra de Monte Carlo, der Eingang zum Opernhaus

Der Place du Casino (von den Einheimischen liebevoll Camembert genannt) stellt in mehrfacher Hinsicht eines der touristischen Zentren Monacos dar. Erstens wegen seiner sehr zentralen Lage mitten im Fürstentum. Zweitens befinden sich dort das bekannte Hôtel de Paris sowie das berühmte Casino von Monte-Carlo und direkt daneben die prunkvolle Oper, wobei alle genannten Einrichtungen durch ihre historische Architektur beeindrucken. Drittens ist der Casino-Platz mit seinem Rondell die erste Anlaufstelle für Touristen, die auf Kreuzfahrt das Fürstentum besuchen, da die Schiffe direkt unterhalb des Casinos anlegen. In den Sommermonaten ist der Place du Casino speziell an Freitag- und Samstagabenden ein Treffpunkt für Monaco-Touristen aus aller Welt.

Als zweiter zentraler Touristenmagnet in Monaco gilt die Altstadt Monaco-Ville, die als Rocher (französisch für Felsen) bezeichnet wird. Sie ist auf dem sogenannten Fürstenfelsen gelegen, auf dem sich der Fürstenpalast, die politische und private Residenz der Fürstenfamilie, befindet. Die Altstadt Monacos ist, wie für das Fürstentum typisch, sehr eng bebaut; in den engen Gassen der Altstadt befinden sich zahlreiche Gaststätten und Souvenirläden. Speziell in der Hochsaison ist die Altstadt sehr stark von Monaco-Touristen bevölkert und mitunter schon als von Touristen überlaufen zu bezeichnen.

Der exotische Freiluft-Garten Monacos – Jardin Exotique – bietet Pflanzenkundlern eine sehr große Anzahl der verschiedensten Pflanzen- und Baumarten zur Besichtigung. Der Exotische Garten zeichnet sich zudem durch seine Lage aus. Er befindet sich an der Staatsgrenze zu Frankreich in Richtung Nizza in großer Höhe, von wo sich ein spektakulärer Panoramablick über das Fürstentum bietet.

Das Ozeanographische Museum befindet sich auf dem Felsen von Monaco in Monaco-Ville und bietet Besuchern eine Fülle von meereskundlichen Exponaten, darunter seltene lebende Meerestiere in Aquarien. Es beherbergt etwa 4000 Fischarten sowie Arten von 200 Familien Wirbelloser. Die prunkvolle Architektur des Museums weist auf seine Gründung 1910 durch Albert I hin. Der Gründer betätigte sich selbst als Ozeanologe, Walforscher und Teuthologe. Er war an dem damals als sensationell empfundenen Fund eines Lepidoteuthis grimaldii (ein geschuppter Tiefseetintenfisch) beteiligt, welcher nach seiner Familie Grimaldi benannt wurde. Das rasch danach erbaute Museum sollte diesen Fund gebührend präsentieren. Die Lage direkt 85 Meter oberhalb des Meeres auf einer Felsenklippe ist ebenfalls eindrucksvoll.[72]

Ein Teil des Port Hercule

Die Yachthäfen Monacos sind regelmäßig beliebte Touristenziele, an denen besonders spektakuläre und große Privatjachten von vermögenden Eignern vor Anker liegen. Der größte Hafen, Port Hercule, befindet sich in La Condamine, entlang jener öffentlicher Straßen, die für den alljährlichen Formel-1-Grand-Prix genutzt werden. Weitere Yachthäfen finden sich direkt unterhalb des Fürstenfelsens in Fontvieille und auf der gegenüberliegenden Seite von Fontvieille in Richtung Cap-d’Ail (Frankreich).

In Larvotto befindet sich der öffentliche Strand Monacos, der vor allem in den warmen Sommermonaten ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Touristen ist. Der dortige Sand ist indessen grobkörnig und nicht mit feinen, weißen Sandstränden an anderen Mittelmeerorten zu vergleichen, und im Wasser stellen mitunter Quallen eine Störung des Badebetriebes dar. Ein weiterer vergleichsweise großer und im Sommer recht bevölkerter öffentlicher Badestrand befindet sich unmittelbar hinter Fontvieille, zu Cap-d’Ail hin und auf französischem Staatsgebiet gelegen.

Japanischer Garten an der Avenue Princesse Grace

Als Kontrast zu den zahllosen Betonbauten in Monaco wurden mehrere öffentliche Gärten mit teils exotischen Pflanzen, Palmen sowie einheimischen und importierten Vogelarten angelegt. Erwähnenswert sind hier der japanische Garten, der sich südlich des Grimaldi Forums an der Avenue Princesse Grace befindet und durch große Pflanzenpracht, filigrane japanische Hütten- und Brückenbauten und Teiche mit seltenen Koi-Karpfen gefällt; sowie die Gärten in Fontvieille und im Bereich zwischen Ozeanographischem Museum und Fürstenpalast.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monaco unterhält zurzeit zwei Städtepartnerschaften:[73]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portal: Monaco – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Monaco

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Abend: Provence, Côte d’Azur. 14. Auflage. Baedeker, Ostfildern 2013, ISBN 978-3-8297-1442-6, S. 278–286.
  • Bettina Grosse de Cosnac: Der Clan von Monaco – Geschichte und Gegenwart der Grimaldis. Europa-Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-203-77520-4.
  • Klaudia Homann, Eberhard Homann: Monaco. Reise Know-How Verlag, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-8317-2188-7.
  • Léon-Honoré Labande: Histoire de la Principauté de Monaco. A. Picard, Paris 1934 (Nachdruck: Laffitte, Marseille 1980).
  • Oliver Marcel, Michel Mathis: Fürstentum Monaco. 3. Auflage. Edition Escudo de Oro, Barcelona 1993, ISBN 84-378-1440-5.
  • Thomas Veszelits: Die Monaco AG. Wie die Grimaldis ihr Fürstentum vergolden. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-593-37956-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Monaco. In: auswaertiges-amt.de. Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland, abgerufen am 6. Januar 2021.
  2. a b c d e f g h i j k Chapitre 1 – Territoire et Environnement. (PDF; 4,4 MB) In: gouv.mc. Regierung des Fürstentums Monaco, abgerufen am 5. Januar 2021 (französisch).
  3. a b c d e f g h Chapitre 2 – Population. (PDF; 3,1 MB) In: gouv.mc. Regierung des Fürstentums Monaco, abgerufen am 5. Januar 2021 (französisch).
  4. a b c d e f g h Chapitre 3 – Économie. (PDF; 3,9 MB) In: gouv.mc. Regierung des Fürstentums Monaco, abgerufen am 5. Januar 2021 (französisch).
  5. Dietmar Urmes: Handbuch der geographischen Namen. ISBN 3-937715-70-3.
  6. a b c d Holger Alich und Timo Andresen: Die Monaco AG; Handelsblatt-online, 30. Juni 2011, abgerufen am 30. Juni 2011.
  7. Entfernungstabelle für Monaco auf The World Clock, abgerufen am 15. Mai 2015.
  8. Monaco’s $2.3bn project to expand into Mediterranean Sea. In: cnn.com. CNN, 5. Januar 2018, abgerufen am 5. Januar 2021 (englisch).
  9. Ordonnance Souveraine n° 4.481 du 13 septembre 2013 (Memento vom 14. Dezember 2014 im Internet Archive). Journal de Monaco (Bulletin Officiel de la Principauté). Abgerufen am 22. Dezember 2014.
  10. The World Factbook — Central Intelligence Agency. Abgerufen am 21. Juli 2017 (englisch).
  11. a b c Annika Joeres: Kleiner Staat mit hohen Tieren. Die Zeit, 1. Juli 2011, S. 2, abgerufen am 26. Dezember 2014.
  12. a b Annika Joeres: Kleiner Staat mit hohen Tieren. Die Zeit, 1. Juli 2011, S. 1, abgerufen am 26. Dezember 2014.
  13. Anne Rovan: Monaco croule sous les demandes. Le Figaro, 25. Juni 2008, abgerufen am 26. Dezember 2014 (französisch).
  14. Sabrina Bonarrigo: Les naturalisations en chute libre. (Nicht mehr online verfügbar.) Monaco Hebdo, 23. März 2011, archiviert vom Original am 26. Dezember 2014; abgerufen am 26. Dezember 2014 (französisch).
  15. Geschichte von Monaco (französisch), abgerufen am 19. Mai 2015.
  16. – New Parline: the IPU’s Open Data Platform (beta). In: data.ipu.org. 24. Mai 1945, abgerufen am 5. Oktober 2018 (englisch).
  17. Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 261.
  18. So spricht Philippe Narmino, Justizminister von Monaco, in der Eigenschaft als Standesbeamter bei dessen ziviler Trauung 2011, seinen Fürsten an. Ein Video davon ist bei AP Archive zu sehen: Prince Albert marries Charlene Wittstock in civil ceremony (abgerufen am 22. März 2015).
  19. Maire de Monaco – Georges Marsan. Mairie de Monaco. Abgerufen am 1. Juni 2014.
  20. Monaco – Beziehungen zu Deutschland (Juni 2013). Auswärtiges Amt.
  21. Member list of the global forum for transparency and information exchange for tax purposes (Juni 2013)
  22. Internetseite des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland (Juni 2013)
  23. Internetseite der OECD (Juni 2013)
  24. La Constitution de la Principauté (Die Verfassung des Fürstentums). Fürstentum Monaco. Abgerufen am 24. November 2013.
  25. La Constitution (Memento vom 15. November 2009 im Internet Archive) (französisch)
  26. Naissances Princières. Fürstlicher Palast von Monaco. 10. Dezember 2014. Abgerufen am 10. Dezember 2014.
  27. Les membres du Conseil Communal 2019 / 2023. In: mairie.mc. Rathaus Monaco (Mairie de Monaco), abgerufen am 5. Januar 2021.
  28. a b Les élus. In: mairie.mc. Rathaus Monaco (Mairie de Monaco), abgerufen am 5. Januar 2021.
  29. La Mairie. In: mairie.mc. Rathaus Monaco (Mairie de Monaco), abgerufen am 5. Januar 2021.
  30. Mairie de Monaco. (PDF; 4,7 MB) In: mairie.mc. Rathaus Monaco (Mairie de Monaco), abgerufen am 5. Januar 2021.
  31. a b Monaco Government Sûreté Publique (Memento vom 16. Mai 2011 im Internet Archive) der Regierung des Fürstentums Monaco (Mai 2007)
  32. Ermittlungen im Fall Pastor – Mord mit Aussicht. Süddeutsche Zeitung vom 24. Juni 2014. Abgerufen am 24. Juni 2014.
  33. polis.osce.org (Memento vom 23. Juni 2007 im Internet Archive) (Mai 2007)
  34. unodc.org (Dezember 2012; MS Excel; 149 kB)
  35. daniel-kruell.de (Memento vom 15. Januar 2013 im Internet Archive) (Dezember 2012)
  36. Ausführliche Erläuterung des monegassischen Steuersystems auf der offiziellen Webseite: Taxation in Monaco
  37. Zusammenfassung der EU-Gesetzgebung: Vereinbarungen im Zusammenhang mit Währungsfragen (Monaco, San Marino und Vatikanstadt, Andorra). Abgerufen am 25. Januar 2012.
  38. Trend: EU will neue schwarze Liste von Steueroasen
  39. Roger Aitken: Millionaire Density In Monaco Firms To ‘1 In 3’ Topping Global Rankings, Hangzhou In Top 20. In: forbes.com. Forbes, 27. Mai 2018, abgerufen am 6. Januar 2021 (englisch).
  40. The World Factbook — Central Intelligence Agency. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 21. Juli 2017 (englisch, Neuer Weblink (Inhalt dort jedoch nicht gefunden): https://www.cia.gov/the-world-factbook/countries/monaco).@1@2Vorlage:Toter Link/www.cia.gov (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  41. À Monaco, le marché immobilier est stable… à 53.000 euros le mètre carré. In: immobilier.lefigaro.fr. Le Figaro, 7. Juni 2018, abgerufen am 6. Januar 2021 (französisch).
  42. Biogärten auf den Dächern von Monaco. In: visitmonaco.com. Direktion für Tourismus und Kongresse des Fürstentums Monaco, 27. Juni 2017, abgerufen am 6. Januar 2021.
  43. monaco statistics pocket – Principauté de Monaco. (PDF; 5,0 MB) Ministère d’état (Staatsministerium), abgerufen am 26. Juli 2015 (französisch).
  44. The Global Financial Centres Index 23. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 27. März 2018; abgerufen am 13. Juli 2018.
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Koordinaten: 43° 44′ N, 7° 25′ O