Mongolenfleck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Klassifikation nach ICD-10
D22.5 Melanozytennävus des Rumpfes
ICD-10 online (WHO-Version 2016)
Bild eines Mongolenflecks

Der Mongolenfleck (auch Asiatenfleck, Sakralfleck, Steißfleck, Hunnenfleck) bezeichnet ein unregelmäßiges bläuliches Muttermal meist am Rücken, Gesäß oder Kreuzbein eines Neugeborenen. Es ist eine bestimmte Unterart von Pigmentnävi. Diese harmlose Ansammlung von Pigmentzellen (Melanozyten) ist ein Überbleibsel der Embryonalentwicklung, denn die Melanozytenvorläufer (Melanoblasten) wandern aus einer Gewebeschicht des Neuralrohrs (aus dem später das Rückenmark entsteht) in die Haut ein. Das Geburtsmal verblasst bzw. verschwindet meist nach vier bis acht Jahren oder spätestens bis zur Pubertät.

Der Name Mongolenfleck leitet sich davon ab, dass bei über 99 % der Kinder von „mongolider“ Herkunft (Chinesen, Japaner, Koreaner, Vietnamesen, Mongolen, Turkvölker, Indochinesen, Indianer, Inuit) dieses Mal auftritt. Die Häufigkeit reicht in Asien von 95 bis 100 %, in Ostafrika von 90 bis 95 %.[1] Entdeckt und so benannt wurde das Merkmal von dem deutschen Anthropologen Erwin Bälz,[2] von französischen Forschern wurde es im 20. Jahrhundert als Indiz für die Ausbreitung der Hunnen verwendet. Der Mongolenfleck kommt jedoch auch in Nord- und Südamerika vor. Nach Ansicht des französischen Anthropologen Robert Gessain soll der Fleck ursprünglich bei den Inuit aufgetreten sein.[3]

Die Inzidenz des Mongolenflecks hängt stark von der generellen Pigmentierung der Haut ab. Er wird manchmal irrtümlich als Hauterkrankung angesehen. Neben den verschiedenen farblichen Ausprägungen und Größen gibt es den Fleck auch an verschiedenen Körperstellen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.tokyo-med.ac.jp/genet/msp/about.htm
  2. Baelz, E. Die körperlichen Eigenschaften der Japaner. (1885) Mittheil.d.deutschen Gesell. f. Natur- und Völkerkunde Ostasiens. Bd. 4, H. 32
  3. Gessain, Robert (1953). "La tache pigmentaire congénitale chez les Eskimo d'Angmassalik". Journal de la Société des Américanistes 42: 301–332.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!