Mongolia 360°

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Die Land Art Biennale (LAM 360°/Land Art Mongolia Engl.) ist eine Land Art Veranstaltung in der Mongolei. Mit einem Symposium in Bor-Öndör in der Gobi wurde die Biennale 2006 gegründet und findet alle zwei Jahre an jeweils verschiedenen Orten in der Mongolei statt, wobei besonders die Unterschiedlichkeit von landschaftlichen Gebieten in der Vegetation und den klimatischen Bedingungen deutlich wird.

Die im August 2010 stattfindende Land Art Mongolia widmete sich dem Thema der Nachhaltigkeit. Aus etwa dreihundert Einsendungen aus dreiundzwanzig Ländern wurden zwanzig internationale und fünf mongolische Künstler ausgewählt, mit Ihren Vorhaben auf die Landschaft der Gobi zu reagieren. Kurator der ersten Biennale (2010) ist der in Shanghai und Peking (Volksrepublik China) lebende Kunstkritiker R. A. Suri.

Neben der Land Art Veranstaltung in der Gobi präsentiert die Mongolian National Modern Art Gallery in Ulaanbaatar eine Dokumentationsausstellung mit Fotografien, Installationen und Zeichnungen der Kunstwerke. Ein dreisprachiger Katalog (deutsch/englisch/mongolisch) mit Künstlerstatements und Fotografien dokumentiert Mongolia 360°. Ein begleitendes Symposium parallel zur Ausstellung behandelt die Themen Öffentlicher Raum versus freier Raum, Entwicklung multilateraler Kunstprojekte sowie Politische Bedingungen der Nachhaltigkeit - jeweils veranstaltet durch die Konrad-Adenauer-Stiftung

Die Land Art Biennale ist in der Gestaltung, Planung und Finanzierung ein multilaterales Projekt. Die Besonderheit dieser kulturellen Veranstaltung liegt nicht nur in der spezifischen Verortung in der Wüste Gobi als einer Art ‚räumlichen’ Metapher der relativen Unabhängigkeit der Land Art Kunstform gegenüber wirtschaftlichen Aspekten des Kunstmarkts, sondern vor allem darin, dass über diese experimentelle Kunstform Themen angesprochen werden können, die eine einzigartige Beobachtung aus vielfältigen Perspektiven auf politische Diskurse in den Metropolen erlaubt. Blickpunkte verschiedenster Interessengruppen führen hierin zusammen. Nur durch die Integration einer breiten Schicht gesellschaftlicher Gruppen gelang es, im begleitenden Symposium zur Biennale 2010 eine Verbindung von Kunst und Politik nicht nur zu thematisieren, sondern einen direkten Austausch unterschiedlicher Blickwinkel und Perspektiven anzuregen. Dieser Versuch eines Crossover von Politik und Kunst wurde in der Mongolei mit großem Interesse aufgenommen und schließt in seiner kulturpolitischen Brisanz an die interessantesten Kunstprojekte weltweit an.

Veranstalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2012 ist MNG 360° (MNG 360° БАЙГАЛИЙН УРЛАГ МОНГОЛ) eine eingetragene Organisation (NGO) in der Mongolei mit Sitz in Ulan Bator und dem Ziel die Entwicklung der Land Art zu fördern. Unterstützende Institutionen sind u.a. der Prince Claus Fund, das Auswärtiges Amt, das Goethe-Institut, Soros-Stiftung,Artfacts.net, Berliner Senat die Deutsche Botschaft in Ulaanbaatar, die Mongolische Botschaft in Berlin sowie private Sponsoren; künstlerische Leitung Marc Schmitz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee zu einer unabhängigen Land Art Veranstaltung in der Mongolei wurde von den Künstlern Sereeteriin Dagwadordsch und Marc Schmitz 2006 initiiert. im August 2006 wurde ein Land Art Symposium in Bor Undur in der Gobi veranstaltet, an dem die mongolischen Künstler Sh. Chimeddorj, Sereeteriin Dagwadordsch, D. Batzorig, Ch. Boldbaatar, Ch. Batzorig, Dolgor Ser-Od, Marc Schmitz D. Burda und D. Dulgan teilnahmen. Die Ergebnisse wurden im August 2006 in der Galerie der Union of Mongolian Artists ausgestellt unter dem Titel Land Art Mongolia/Transitory Operations. Die erste internationale Land Art Biennale fand 4 Jahre später im August 2010 statt.

Nach der erfolgreichen Inauguration der Land Art Biennale 2010 wurde in zahlreichen Veröffentlichungen die Besonderheit dieser Veranstaltung hervorgehoben. Eine weite, mongolische als auch internationale Vernetzung interessierter Personen und Institutionen aus dem Bereich Kunst und Politik regte eine Weiterführung und Entwicklung der Biennale an. Art Asia Pacific (NY) bezeichnete in ihrem Jahresalmanach die Biennale als wichtigste Kulturveranstaltung der Mongolei im Jahr 2010. Art Network Asia (Singapore) erarbeitete ein Forschungsdossier zur Land Art Veranstaltung. 2012 wurde Mongolia 360° auf dem World Biennial Forum in Gangju (Korea) vorgestellt.

1st Land Art Biennial[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Biennale fand vom 8. August 2010 bis zum 25. Oktober 2010 statt.

Beteiligte Künstler waren:

  • Anibal Catalan, Mexiko
  • Asaki Kan, Japan/UK
  • Batzorig Dugarsuen, Mongolei
  • Beatrice Catanzaro, Italien
  • Cheng Ran, China
  • Chimmeddorj Schagdarjav, Mongolei
  • Dolgor Ser-Od, Mongolei / Deutschland
  • Sereeteriin Dagwadordsch, Mongolei
  • Guido Canziani Jona, Italien / Deutschland
  • Huang Rui, China
  • Kim Young-ik, Südkorea
  • Lap Yip Wing, China
  • Lea Rekow, USA
  • Karin van der Molen, Niederlande
  • Marc Schmitz, Deutschland
  • Nicole Dextras, Kanada
  • Sabina Shikhlinskaya, Aserbaidschan
  • Michael Straub, Deutschland
  • Su-Chen Hung, Taiwan /USA
  • Shinji Turner Yamamoto, Japan/USA
  • Tan Xun, China
  • Tony Ng, Hong Kong (China)/ Deutschland
  • Michael Müller, Deutschland

2nd Land Art Biennial[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 2. Ausgabe der Land Art Biennale Mongolia 360° fand vom 6. August bis 31. August 2012 statt. Ort: National Mongolian Modern Art Gallery, Ulaanbaatar und Ikh Gazarin Chuluu, Gobi (ca. 300 Kilometer südlich von Ulaanbaatar). Kuratoren: Fumio Nanjo (Direktor des Mori Art Museums, Tokyo), Anja Brietzke (Freie Kuratorin, Berlin). Thema: Kunst & Politik – Zeitgenössische Kunst als räumliche Politik vor dem Hintergrund des entstehenden Urbanismus in der Mongolei.

Die Biennale 2012 setzt den Diskurs Art & Politics als künstlerisches Thema der Biennale 2012 fort mit besonderem Augenmerk auf die weitere Entwicklung internationaler Reputation der Biennale. Dazu wurden im Sommer 2011 von einer Gruppe internationaler Experten mögliche Themenschwerpunkte erarbeitet, die bei einem ausstellungsbegleitenden Symposium in der Akademie der Wissenschaften in Ulan Bator im August 2012 diskutiert wurden.

Beteiligte Künstler:

  • Maro Avrabou (GRK)
  • Luis Camnitzer (URY)
  • Shagdarjav Chimeddorj (MNG)
  • Thomas C. Chung (AUS)
  • Bruce Conkle (USA)
  • Blane De St. Croix (USA)
  • Batzorig Dugarsuren (MNG)
  • Eya Gangbat & Nomad Wave art group (MNG)
  • Sungpil Han (KOR)
  • Marne Lucas (USA)
  • Anna Macleod (IRL)
  • Michael Müller (GER)
  • Kingsley Ng (HKG)
  • Irene Pätzug (GER)
  • Marc Schmitz (GER)
  • Max Hoppe Schneider (USA)
  • Dolgor Ser-Od (MNG)
  • Jessica Segall (USA)
  • Dagvadorj Sereeter (MNG)
  • Hye Kyung Son (KOR)
  • Maik Teriete (GER)
  • Natsuko Uchino (JPN)
  • Marcus Vinícius (BRA/ARG)
  • Haiyuan Wang (PRC)
  • Dimitri Xenakis (GRC)
  • Paola Yacoub (LBN)
  • Tuguldur YondonYamts (MNG)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]