Mongols MC

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mongols MC
Gründung 1969
in Montebello, Kalifornien
Vertreten in USA

Mexiko
Frankreich
Italien
Deutschland
Australien
Dänemark
Schweden
Spanien
Norwegen
Finnland
Malaysia
Israel [1]

Mitglieder 1.000–1.500

Der Mongols Motorcycle Club (auch: Mongols Nation) ist eine Outlaw Motorcycle Gang.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Mongols MC gründete sich im Jahr 1969 in Montebello, Kalifornien, gebildet durch Vietnamveteranen lateinamerikanischer Abstammung, denen es aufgrund ihrer Herkunft verweigert wurde, den Hells Angels beizutreten. Die Zahl der Vollmitglieder wird auf etwa 500 bis 600 geschätzt. Der Mongols MC hat seine Hauptpräsenz in Südkalifornien und besitzt Niederlassungen („Chapter“) in 14 Staaten sowie internationale Chapter in Australien, Deutschland, Italien, Schweden, Mexiko und Spanien. Die Chapter in Kanada haben sich im Jahr 2010 aus internen Gründen aufgelöst. Die Mongols haben eine lange Freundschaft mit dem Outlaws MC.

Kriminelle Aktivitäten[Bearbeiten]

Viele Mitglieder der Mongols in den USA zeichnen sich aus durch langwierige Konfrontationen mit den Strafverfolgungsbehörden in Bereichen wie Drogenhandel (vor allem Methamphetamin), Geldwäsche, Raub, Erpressung, Verstöße gegen das Waffengesetz, Totschlag und Körperverletzung sowie anderen Verbrechen.

Im Jahr 1998 infiltrierte der ATF-Beamte William Queen mit dem Decknamen „Billy St. John“ den Verein. Er wurde vollständiges Mitglied und stieg in den Rang eines Treasurer (Schatzmeisters) auf. Im April 2000, nachdem Queen 28 Monate lang Beweise gesammelt hatte, wurden 54 Mongols verhaftet. Bis auf einen wurden alle Verhafteten später wegen verschiedener Verbrechen einschließlich Drogenhandel, Motorrad-Diebstahl und Verschwörung zum Mord angeklagt und verurteilt.

Im Jahr 2002 hatten die Mitglieder der Mongols und die Hells Angels eine gewaltsame Auseinandersetzung im Harrah's Laughlin Casino in Laughlin, Nevada. Die Konfrontation wurde später Laughlin River Run Riot genannt und kostete drei Beteiligte das Leben. Mongol Anthony „Bronson“ Barrera, 43, wurde erstochen, die zwei Hells Angels Jeramie Bell, 27, und Robert Tumelty, 50, wurden erschossen. Am 23. Februar 2007 wurden die Hells-Angels-Mitglieder James Hannigan und Rodney Cox zu zwei Jahren Gefängnis für ihre Mitwirkung bei diesem Vorfall verurteilt. Cox und Hannigan waren auf dem Videoband zu sehen, wie sie Mongols im Inneren des Casinos schlugen. Ein Hells-Angels-Mitglied konnte eindeutig auf dem Casino-Sicherheitsvideo identifiziert werden, als er einem Mongol ins Gesicht trat, was wiederum der ausschlaggebende Punkt des Handgemenges war. Das flüchtige Mongols-Mitglied Christopher Ablett stellte sich den Behörden in Bartlesville in Oklahoma am 4. Oktober 2008, nachdem er den Hells-Angels-Präsidenten Mark „Papa“ Guardado in San Francisco, Kalifornien, zu Beginn des Jahres ermordet hatte. Das San Francisco Police Department hatte $ 5.000.000 Kopfgeld auf ihn ausgestellt.

Am 20. Dezember 2008 kamen Mongols-Mitglieder in der A Special Memories Wedding Chapel in Las Vegas für eine Hochzeit eines Mitgliedes zusammen, nachdem ein Hells Angels Charter in derselben Kirche gerade eine Zeremonie beendet hatte. KTNV Channel 13 News (Las Vegas) berichtete, dass die Hells Angels die Mongols angriffen. Drei Menschen wurden in das Krankenhaus von Las Vegas eingeliefert, von denen zwei Stichwunden erlitten hatten. Es wurden keine Verhaftungen vorgenommen.

Operation Black Rain[Bearbeiten]

Am 21. Oktober 2008 wurden 38 Mitglieder, darunter Ruben „Doc“ Cavazos (der damalige internationale President des Mongols MC), in Gewahrsam genommen. Vier ATF-Beamte infiltrierten die Gruppe ein zweites Mal. 110 Haftbefehle und 160 Durchsuchungsbeschlüsse wurden in Kalifornien, Ohio, Colorado, Nevada, Washington und Oregon ausgestellt. Am 23. Oktober 2008 erteilte US-Amtsrichterin Florence-Marie Cooper eine einstweilige Verfügung. Den Club-Mitgliedern, ihren Familienangehörigen sowie Unterstützern wurde das Tragen, Lizenzieren sowie der Verkauf oder der Vertrieb des Logos verboten. In der Regel zeigt das Logo (auch Patch genannt) einen mongolischen Krieger, der eine Sonnenbrille trägt. Der Polizei zufolge verwenden die Mongols das Logo und den Namen als eine Form der Einschüchterung zur Erfüllung ihrer Ziele.

Nach einem langen juristischen Kampf um das Mongols-MC-Patch gewannen die Mongols die Rechte zur weiteren Nutzung und zugleich das Eigentum an ihrem Patch zurück.

Mongols MC Europe[Bearbeiten]

Nachdem der erste Versuch, in Europa Fuß zu fassen, 2006 in Essen gescheitert war, entstand 2007 in Bologna, Italien ein neuer Ableger. Kurze Zeit später gründeten sich die Prospect Chapter Pistoia und Massa-Carrara sowie ein Schweizer Prospect Chapter, das aber kurze Zeit später aufgelöst wurde. Der Mongols MC Europe verkündete am 26. Juni 2011, dass sich ein Chapter in Spanien gegründet habe. Auch gibt es ein Chapter in Frankreich (Forbach) das Chapter Réunion Island wurde vor kurzem aufgelöst (Juni 2013).

Mongols MC in Italien[Bearbeiten]

2007 gab der Mongols MC bekannt, ein Chapter in Bologna, Italien zu besitzen. Dies wurde bald bestätigt und es folgten Chapter in der Toskana (North-Side), Lombardei (Black Hills) und Latium (South-Bay, Nomads). Auf der Verona Moto Expo 2009 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Mongols und den Hells Angels, die durch die dortige Polizei getrennt wurden.

Mongols MC in Deutschland[Bearbeiten]

In Bremen gründeten arabischsprechende Mhallami aus dem Miri-Clan im August 2010 einen deutschen Ableger des Mongols MC.[2] Nach Erkenntnissen der Polizei haben die Mitglieder weder Motorräder noch den notwendigen Führerschein. Lediglich der tödlich verunglückte Mitgründer des Chapters habe die Fahrerlaubnis zwei Wochen vor seinem Tod erworben.[3] 2010 hat sich der Präsident enttäuscht von der Gruppe abgewandt: „Keiner von denen hatte ein Motorrad, und die haben ständig nur dummes Zeug und Stress gemacht“.[4]

Nach einer Allgemeinverfügung des Stadtamtes Bremen vom 11. Mai 2011 wurde untersagt, im Stadtgebiet Bekleidungsstücke u.a. des Mongols MC zu tragen.[5][6] Am 20. Mai 2011 wurde vom Land Bremen der umstrittene Mongols MC Bremen verboten.[7][8] Nach Ansicht der Behörden besteht der Zweck des Vereins einzig und allein darin, Straftaten zu begehen. „Der Präsident und führende Mitglieder der Bremer Mongols seien hochgradig kriminell und gewaltbereit“.[9] Die Polizei hat die Vereinsräume durchsucht und das vorhandene Vermögen beschlagnahmt.

Im Januar 2011 erfolgte die Gründung des Chapters Berlin, das nach einer Pressemitteilung bei ride-free.de vom 24. Februar 2011 nach Bombenfunden von der Polizei aufgelöst wurde.[10] Darüber hinaus soll es ein Chapter Karlsruhe sowie die Probechapter Cologne (Köln), Frontline South, Mountainside und Kiel geben. Des Weiteren gibt es Chapter in Celle (Dark District), Cuxhaven (North Coast) und Iserlohn.[11] Im Juli 2014 meldete die Presse die Gründung eines Chapter in Hamburg[12].

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.mongolsmc.com/chapters/
  2. Neuer Motorradclub will in Bremen Fuß fassen, Radio Bremen, 14. Oktober 2010
  3. spiegel.de vom 18. Oktober 2010 Pest und Cholera
  4. tagesspiegel de vom 25. Februar 2011 Rockerkrieg: Mongols planten Bombenanschlag auf Hells Angels
  5. rathaus.bremen.de (abgerufen am 20. Mai 2011)
  6. stadtamt.bremen.de (PDF; 146 kB) Symbole der in der Allgemeinverfügung genannten Gruppierungen (abgerufen am 20. Mai 2011)
  7. presseportal.de/polizeipresse Senator für Inneres verfügt Verbot des Mongols MC Bremen (abgerufen am 21. Mai 2011)
  8. westreporter.eu vom 20. Mai 2011 Senator für Inneres verfügt Verbot des Mongols MC Bremen (abgerufen am 21. Mai 2011)
  9. focus.de vom 21. Mai 2011 Bremen verbietet Rocker-Club Mongols (abgerufen am 21. Mai 2011)
  10. BZ 21. Mai 2011: MONGOLS-VERBOT Bremen: Polizei stürmt Mongols-Club
  11. Der Westen:Mongols wollen Clubheim in Iserlohn errichten (27. April 2013)(abgerufen am 27. April 2013)
  12. „Einen Tag vor den 'Harley Days' 2014 gaben sie die Gründung des 'Mongols MC Hamburg' bekannt... Nach MOPO-Informationen soll sich das „Vereinsheim“ der Mongols auf der Veddel befinden“; Thomas Hirschbiegel: „Die schlimmste Rocker-Bande kommt nach Hamburg“, Hamburger Morgenpost, 22. Juli 2014