Monika Barz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Monika Barz

Monika Barz (* 5. April 1953 in Castrop-Rauxel) ist in der Frauen- und Lesbenbewegung aktiv und war von 1993 bis 2016 Professorin für Frauen- und Geschlechterfragen an der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monika Barz studierte zunächst Mathematik und Sport und arbeitete als Grund- und Hauptschullehrerin. Aufbauend studierte sie Diplompädagogik an der Universität Tübingen. Sie promovierte an der Universität Hannover über die Identifikationsmöglichkeiten lesbischer Frauen in den Kirchen.[1]

Monika Barz ist in der autonomen Frauenbewegung aktiv. Sie ist Mitbegründerin des Autonomen Frauenhauses Tübingen und des Notrufs für vergewaltigte Frauen Nienburg/Weser. 1985 initiierte sie zusammen mit Herta Leistner und Ute Wild die ersten Lesbentagungen an der Evangelischen Akademie in Bad Boll, die sie bis 1997 jährlich mitverantwortete.[2]

1987 verfassten Monika Barz, Herta Leistner und Ute Wild das Buch „Hättest Du gedacht, dass wir so viele sind. Lesbische Frauen in der Kirche“.[3] Das Buch und die Tagungen wirkten wie eine Initialzündung im ganzen deutschsprachigen Raum: Die Tagungen wurden zu einem geschützten Raum, an dem erstmals lesbische Frauen in den Kirchen Netzwerke und politische Formen der Solidarität entwickeln konnten. So fanden Netzwerke, wie die LUK (Lesben und Kirche), die MuM (Maria- und Martha Netzwerk) in Bad Boll ihren Ursprung und zogen die Netzwerke „Labrystheia“ und NKL (Netzwerk katholischer Lesben) nach sich. Im Jahr 2012 war Monika Barz Mitbegründerin des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg, dem Zusammenschluss verschiedener Organisationen und Initiativen aus dem LSBTTIQ-Bereich.[4]

Von 1993 bis 2016 lehrte Monika Barz als Professorin im Bereich „Theorie und Praxis Sozialer Arbeit mit Mädchen und Frauen“ an der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg. Forschungsgegenstand waren Fragen der Frauen- und Geschlechterforschung.[5]

Monika Barz war von 1995 bis 2013 Mitglied im Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg und in den Jahren 2014 bis 2015 in dessen Aufsichtsrat.

Für ihr langjähriges Engagement wurde sie im Jahr 2015 mit der „Goldenen Ehrennadel“ geehrt.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1985 bis 1993 war Monika Barz Stadträtin in Nienburg/Weser für die Wähler- und Wählerinnen Initiative für Demokratie und Umweltschutz (WIDU), 2013 stand sie auf der Landesliste der GRÜNEN für die Bundestagswahl.[7]

Sie ist Mitbegründerin der bundesweiten Dachkampagne RotlichtAus, die 2016 vom Landesfrauenrat Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Verein Sisters – für den Ausstieg aus der Prostitution e.V. initiiert wurde.[8]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Christiane Schmieder (Hrsg.): Spielräume gestalten – Soziale Arbeit im Rampenlicht (= Schriftenreihe der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. Band 17). VEG, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-7918-8045-7.
  • Systematik der Genderperspektive – Grundlagen zur Vermittlung familienpolitischer Aspekte der Sozialen Arbeit. In: Wilhelm Schwendemann, Hans-Joachim Puch (Hrsg.): Familien(n)-Geschichte(n) (= Evangelische Hochschulperspektiven. Band 7). FEL-Verlag, Freiburg 2011, ISBN 978-3-932650-48-2, S. 156–170.
  • Durch Daten und Fakten zu einem neuen Genderbewußtsein. Ein Lehrexperiment (= Schriftenreihe der Evangelischen Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg). Verlag der Evangelischen Gesellschaft, Stuttgart 2008
  • mit Cornelia Helfferich: Häusliche Gewalt beenden: Verhaltensänderung von Tätern als Ansatzpunkt. Eine Evaluationsstudie (= Schriftenreihe der Landesstiftung Baden-Württemberg. Band 23). Landesstiftung Baden-Württemberg, Stuttgart 2006.
  • mit Eva-Maria Garber und Carmen Rivuzumwami: geträumt – gewagt – gelebt. Bad Boller Anfänge der kirchlichen Lesbenbewegung. Evangelische Akademie Bad Boll, Bad Boll 2005, ISBN 978-3-93636-919-9.
  • mit Hans-Ulrich Weth (Hrsg.): Potentiale Sozialer Arbeit (= Schriftenreihe der Evangelischen Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg. Band 2). Verlag der Evangelischen Gesellschaft, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-79187-600-9.
  • mit Geertje-Froken Bolle (Hrsg.): Göttlich lesbisch – Facetten lesbischer Existenz in der Kirche. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1997.
  • mit Herta Leistner: Aus der Nicht-Existenz auftauchen – Der Beitrag von Tagungsarbeit zum Identitätsbildungsprozess lesbischer Frauen in der Kirche. Dissertation, Universität Hannover 1992.
  • mit Herta Leistner und Ute Wild: Hättest du gedacht, dass wir so viele sind. Lesbische Frauen in der Kirche. Kreuz-Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 978-3-78310-849-1 (2. Auflage unter dem Titel „Lesbische Frauen in der Kirche“, Kreuz-Verlag, Freiburg 1993).
  • mit Angelika Wagner und anderen: Bewusstseinskonflikte im Schulalltag, Denkknoten bei Lehrern und Schülern erkennen und lösen. Beltz, Weinheim 1984, 978-3-40725-087-2.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Evangelische Hochschule Ludwigsburg: Einzelansicht. In: www.eh-ludwigsburg.de. Abgerufen am 27. Oktober 2015.
  2. Herta Leistner: 20 Jahre Bad Boll. 2005, abgerufen am 27. Oktober 2015.
  3. Monika Barz, Herta Leistner, Ute Wild: Hättest du gedacht, dass wir so viele sind? Lesbische Frauen in der Kirche. Stuttgart 1987.
  4. Ludwigsburger Kreiszeitung,"Dann sind wir plötzlich Mensch", 7/8. Mai 2016, S. 20.
  5. Evangelische Hochschule Ludwigsburg: Einzelansicht. In: www.eh-ludwigsburg.de. Abgerufen am 27. Oktober 2015.
  6. Startseite – Der PARITÄTISCHE Landesverband Baden-Württemberg. In: www.paritaet-bw.de. Abgerufen am 27. Oktober 2015.
  7. Landesparteitag – Listenaufstellung für die Bundestagswahl 2013 | Beate Müller-Gemmeke. In: www.mueller-gemmeke.de. Abgerufen am 27. Oktober 2015.
  8. Stuttgarter Zeitung, Stuttgart, Germany: Performance im Schauspiel Nord: Kunstaktion für ausstiegswillige Prostituierte. In: stuttgarter-zeitung.de. (stuttgarter-zeitung.de [abgerufen am 5. Juli 2017]).