Monkey 47

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Monkey 47 Schwarzwald Dry Gin

Monkey 47 ist eine aus dem Schwarzwald stammende Dry-Gin-Marke, bezeichnet als „Schwarzwald Dry Gin“. Der Gin wird von der in Loßburg (Baden-Württemberg) ansässigen Brennerei ‚Black Forest Distillers‘ hergestellt. Die Spirituose wurde von Alexander Stein und Christoph Keller seit 2008 entwickelt und gelangte erstmals im Jahr 2010 in einer Auflage von 2000 Flaschen in den Handel.[1] Im Jahr 2013 wurden 150.000 Flaschen produziert.[2] Monkey 47 schmeckt nach Wacholder mit Zitrusnoten, besitzt feinblumige, liebliche sowie leicht pfeffrige Noten und hat subtil herbe Fruchtkomponenten.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihren Ursprung soll die Rezeptur von Monkey 47 laut der Selbstdarstellung des Herstellers bereits in der Nachkriegszeit haben. Der Legende nach habe der Brite Montgomery Collins, der 1945 als Commander der Royal Air Force nach Berlin gekommen sei und sich für den Wiederaufbau des Berliner Zoos eingesetzt habe, eine Patenschaft für einen Javaneraffen namens Max übernommen. 1951 habe er sich der Liebe wegen im Nordschwarzwald niedergelassen, nach einer gescheiterten Karriere als Uhrmacher einen Landgasthof eröffnet und diesen wegen Max „Gasthof zum wilden Affen“ genannt. Er soll ein Faible für Gin gehabt haben und habe gemeinsam mit einem lokalen Brenner seine eigene Rezeptur entwickelt. Lange nach dem Tod von Collins sei bei Renovierungsarbeiten am Landgasthof eine alte Kiste Gin mit einem Etikett „Max the Monkey – Schwarzwald Dry Gin“ samt Brief von Montgomery mit rudimentären Aufzeichnungen der Zutaten gefunden worden, wodurch „Montys“ Gin für Alexander Stein und Christoph Keller von Black Forest Distillers als Basis für ihre Rezeptur habe dienen können.[4]

Im Januar 2016 hat Pernod Ricard die Mehrheitsanteile der Black Forest Distillers zur Ausweitung des eigenen Premium-Gin-Angebotes erworben.[5]

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Angabe des Herstellers finden genau 47 verschiedene pflanzliche Zutaten Eingang in die Rezeptur.

Neben Wasser mit einem sehr niedrigen Härtegrad von 2,5 °dh werden dem Gin 47 pflanzliche Zutaten („Botanicals“) zugesetzt. Darunter sind unter anderem Wacholder, Fichtensprosse, Robinienblüten, Hagebuttenschalen, Kubeben-Pfeffer, Cassia-Rinde, Koriander, Paradieskörner, Bisamkörner, Piment, Kardamom, Gewürznelken, Muskat, Mandel, Ingwer, Ceylon-Zimt, Süßholz, Kalmuswurzel, Lavendel, Blüten von Wildem Geißblatt, die Blüten der Goldmelisse, Veilchenwurzel, Jasmin (Blüte), Bitterorange, Zitronenmelisse, Samen der Arznei-Engelwurz („Angelika“), Zitronenschale, Zitronengras, Kaffernlimette, Zitronenverbene, Pomelo, Echter Eibisch, Schlehen, Holunderblüten, Hunds-Rose, Hecken-Rose, Brombeerblätter, Kamille, Salbei, Eisenkraut, Weißdornbeere und Preiselbeere,[1] wobei 15 Zutaten in größeren Mengen beigegeben werden und die übrigen lediglich dazu dienen, die Komplexität zu erhöhen.[6]

Die Zutaten werden zunächst gemeinsam mit dem Quellwasser und Ethanol für 36 Stunden in Plastikfässern mazeriert. Anschließend wird das Mazerat mit Dampfextraktion (Perkolation) über einen Geistkorb destilliert. Dabei werden die alkoholischen Dämpfe über frisches pflanzliches Material abgeleitet, wodurch es möglich ist, geschmackliche Betonungen und Schwerpunkte innerhalb der Aromakomposition des Destillats zu setzen und leicht flüchtige und subtile (z. B. florale) Noten gegenüber den dominanten Komponenten zu stärken. Anschließend wird das Destillat für etwa drei Monate in Steingutgefäßen gelagert. Danach wird das Destillat mit Quellwasser auf 47 % Vol. verdünnt und ohne Kältebehandlung grob mit einem Schichtenfilter filtriert.[1]

Es handelt sich bei Monkey 47 um einen ungeblendeten, „batch distilled“ Gin, der also von batch zu batch leichte Unterschiede im Geschmack aufweist.[1]

Verkauft wird Monkey 47 in 500-ml- und 50-ml-Apothekerflaschen sowie auch in einer Version als Sloe Gin.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 erlangte Monkey 47 bei der International Wine and Spirit Competition (IWSC) die Auszeichnung „Gold (Best in Class)“ in der Kategorie „Gin Worldwide“,[8] und „Gold“ beim World Spirits Award.[9] Monkey 47 brachte über diese geschmacklichen Auszeichnungen hinaus aber auch Auszeichnungen für die Gestaltung und Formgebung ein. Zu den Preisen für das Produktdesign zählen unter anderem der Red Dot Award in Communication Design,[10] der DDC AWARD in der Kategorie Graphic Fine Arts,[11] der San Francisco World Spirits Competition Award in Gold für Packing Design[12] sowie den Public Choice Award, vergeben vom Rat für Formgebung im Rahmen des German Design Awards.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Die Herstellung von Monkey 47 Gin. Mixology: Magazin für Barkultur, abgerufen am 10. Januar 2015.
  2. „Gin ist in – das ist das Problem“. Handelsblatt, abgerufen am 10. Januar 2015.
  3. Der weltbeste Gin aus dem Schwarzwald. World´s luxury guide, abgerufen am 10. Januar 2015.
  4. How The Monkey Came To The Black Forest... The monkey drum, abgerufen am 10. Januar 2015.
  5. Franzosen setzen auf den Schwarzwald-Gin. In: Handelsblatt. 29. Januar 2016, abgerufen am 13. März 2016.
  6. Der Affe aus dem Wald. Cocktails old fashioned, abgerufen am 10. Januar 2015.
  7. Monkey 47 - Bottles. The monkey drum, abgerufen am 10. Januar 2015.
  8. Spirit Details: Monkey 47 Schwarzwald Dry Gin. (Nicht mehr online verfügbar.) IWSC, ehemals im Original; abgerufen am 10. Januar 2015.@1@2Vorlage:Toter Link/www.iwsc.net (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. Monkey 47 Goes US! (Nicht mehr online verfügbar.) The monkey drum, archiviert vom Original am 1. August 2014; abgerufen am 10. Januar 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.monkey47.com
  10. Red Dot Award: Communication Design. Abgerufen am 8. Februar 2015.
  11. Übersicht Kategorie GRAPHIC FINE ARTS. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Deutscher Designer Club e.V., archiviert vom Original am 23. September 2015; abgerufen am 8. Februar 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ddc.de
  12. 2011 Packaging Design Award Winners Individual Division. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) San Francisco World Spirits Competition, archiviert vom Original am 8. Februar 2015; abgerufen am 8. Februar 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/sfspiritscomp.com
  13. German Design Award 2013. (Nicht mehr online verfügbar.) German Design Council, archiviert vom Original am 8. Februar 2015; abgerufen am 8. Februar 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.german-design-council.de