Monreal

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Dieser Artikel beschreibt die Ortschaft Monreal in der Eifel, für weitere Bedeutungen siehe Monreal (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Monreal
Monreal
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Monreal hervorgehoben
Koordinaten: 50° 18′ N, 7° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Vordereifel
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 14,64 km²
Einwohner: 806 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56729
Vorwahl: 02651
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 074
Adresse der Verbandsverwaltung: Kelberger Straße 26
56727 Mayen
Webpräsenz: www.monreal-eifel.de
Ortsbürgermeister: Karl Schmitz
Lage der Ortsgemeinde Monreal im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte
Monreal, Luftaufnahme (2015)

Monreal ist eine Ortsgemeinde im Tal der Elz im Landkreis Mayen-Koblenz im Land Rheinland-Pfalz, die der Verbandsgemeinde Vordereifel angehört und ihren Verwaltungssitz in Mayen hat. Monreal ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Oberhalb des Ortes liegen die Ruinen der Löwen- und Philippsburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Monreal gehören auch die Wohnplätze Burghof, Cond, Lauxhof, Müsch, Obere Augstmühle, Polcherholz, Schäfereihof, Schnürenhof, Suhrhof, Untere Augstmühle.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten erhaltenen Siedlungsspuren in Monreal stammen aus vorchristlicher Zeit. Urkundlich erstmals erwähnt wird es 1193 als „Cunisberch“ (Königsberg). Anfang des 13. Jahrhunderts weiteten die Grafen von Virneburg ihren Einflussbereich auf die kleine Siedlung aus. Der Mode der Zeit entsprechend verwendeten sie von nun an den französischen Namen „Monroial“ (= Königsberg). Später wurde daraus der heutige Name „Monreal“.

Hermann III. von Virneburg begann um 1220 mit dem Bau der großen Burg, obwohl er weder die nötigen Genehmigungen noch die Rechte über den Grund und Boden besaß. Dieser gehörte zur Grundherrschaft Mertloch des Trierer Erzbischofs, dessen hiesiger Verwalter in weltlichen Dingen Hermanns Bruder Philipp von Virneburg war. Hermann sah sich zu diesem drastischen Schritt gezwungen, um seine Grafendynastie machtpolitisch voranzubringen. Sein Stammsitz, die Virneburg, lag zu weit abseits der wirtschaftlichen Zentren. Der Flecken Monreal jedoch grenzte direkt an das Mittelrheinische Becken. Dort lagen die landwirtschaftlichen Gunstgebiete und vor allem die vulkanischen Gesteinsvorkommen. Die Virneburger wollten davon ihr Stück abhaben. Tatsächlich ging Hermanns Kalkül auf: Er durfte seine Burg behalten und wurde noch im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts vom Pfalzgrafen bei Rhein mit dem gesamten Hochgerichtsbezirk der kleinen Pellenz belehnt. Ihrem Ort Monreal waren die Virneburger auch weiterhin wohlgesinnt. Bereits 1306 erwirkten sie die Verleihung der Stadtrechte und Marktrechte. Jeden Montag durfte in Monreal ein Wochenmarkt abgehalten werden.

Monreal gehörte zum Gebiet des Erzstifts Trier, die Virneburger Grafen aber unterhielten beste Beziehungen zum Erzstift Köln. Dies führte zu häufigen Konflikten zwischen den Monrealern und Trier. 1545 starb das Grafengeschlecht von Virneburg aus. Trier zog daraufhin das Lehen Monreal an sich und setzte eigene Amtmänner auf die Burg.

Der Ort mit seinen beiden Burgen – der Löwen- und Philippsburg – wurde 1632 von schwedischen und 1689 im Pfälzer Erbfolgekrieg von französischen Truppen zerstört.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand im Ort eine bedeutende Tuchindustrie, gestützt auf die Wolle der großen Schafherden der Eifel. Viele Fachwerk- und Bruchsteinhäuser zeugen noch vom einstigen Wohlstand der Monrealer Tuchmacher.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die Tuchherstellung wegen der starken internationalen Konkurrenz ihren Niedergang. Für den Ort war dies fatal, Monreal verarmte.

Erst in den 1930er Jahren erholte sich Monreal. Damals begann man, den Reiz der romantischen Eifel zu schätzen. Die imposanten Bauten der Tuchmacher bilden einen idyllischen Ortskern. Ein Zeugnis spätgotischer Steinmetzkunst findet sich auf der mittleren Elzbrücke in Monreal: das Löwendenkmal. Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts stand es zunächst vor den Toren der großen Burg. Wegen der vier Löwen, die die Zufahrt zur Burg „bewachten“, nannte man die große Burg später auch „Löwenburg“.

Rund um die historischen Zeugnisse wird in Monreal versucht, die Geschichte des Ortes auch den zahlreichen Besuchern näherzubringen. Im Jahr 2003/2004 wurden daher an vielen historischen Gebäude Hinweistafeln mit Informationen zur Geschichte und Nutzung der Gebäude angebracht.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Monreal, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 551
1835 759
1871 653
1905 696
1939 687
Jahr Einwohner
1950 842
1961 795
1970 821
1987 886
2005 879

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Monreal besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Bis 2009 fanden personalisierte Verhältniswahlen statt.[4]

Wahl SPD WG 1 WG 2 Gesamt
2014 Mehrheitswahl 12 Sitze
2009 7 5 12 Sitze
2004 6 4 2 12 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens von Monreal lautet: „Schild Gold mit 7 roten Rauten.“[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Monreal

Schauplatz Monreal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1988 wurde Monreal Ziel einer Aktion des Satiremagazins Titanic, deren Redakteure sich als Team einer Produktionsfirma ausgaben. Sie gaben vor, auf der Suche nach dem Drehort für eine große Serie des ZDF zu sein. Ohne irgendeinen Beleg oder besondere Anstrengung gelang es den Satirikern, den Bürgermeister und mehrere Amtsträger zu einer völligen Neugestaltung des Ortes zu überreden – einschließlich des Abrisses einer Telefonzelle, der Rodung eines ganzen Hügels sowie der Verstellung der Löwenburg durch eine Fabrikfassade.[6]

Im Jahr 2009 war Monreal erstmals Drehort für die deutsche FernsehkrimiserieDer Bulle und das Landei“ mit Uwe Ochsenknecht und Diana Amft in den Hauptrollen. Insgesamt wurden bisher sechs Folgen der Serie in Monreal gedreht und von 2010 bis April 2016 im Ersten Programm der ARD ausgestrahlt.[7]

Ende des Sommers 2012 war Monreal Drehort für die Actionserie "Alarm für Cobra 11".[8]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monreal liegt an der L 98, welche Anschluss an die B 258 und an die A 48 gibt.

Der Bahnhof Monreal gehört zum aktuell befahrenen Abschnitt der Eifelquerbahn von Andernach über Mayen nach Kaisersesch. Der hintere Abschnitt bis nach Gerolstein ist seit 2013 gesperrt. Seit Dezember 2014 wird diese Bahnstrecke unter dem Namen Lahn-Eifel-Bahn vermarktet und umfasst drei Linien die über Koblenz bis nach Gießen reichen.

Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Monreal nahm mehrmals am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil:

  • Kreissieger in der Sonderklasse: 1979, 1990, 1998, 1999, 2003;
  • Landessieger in der Sonderklasse: 1990 und 2003
  • Bundessieger im 21. Bundeswettbewerb: 2004

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Ulrich Großmann (Hrsg.): Monreal in der Eifel. (Berichte zur Haus- und Bauforschung, Bd. 7), Marburg 2001, ISBN 3-89445-273-0.
  • Friedrich Hermes/Karl Müller: Heimatchronik von Monreal in der Eifel. Monreal 2002.
  • Achim H. Schmidt: Bauliche Reste vom Machtstreben der Grafen von Virneburg in Monreal/Eifel. In: Olaf Wagener (Hrsg.): "vmbringt mit starcken turnen, murn", (Beihefte zur Mediaevistik, Bd. 15), Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-631-60664-3, S. 291–310.
  • Wolfgang Schuler: Monreal in der Eifel. (Rheinische Kunststätten, Bd. 259), Neuss 1982, ISBN 3-88094-381-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Monreal – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 17 (PDF; 2,3 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Wappenbeschreibung auf der Internetpräsenz der Verbandsgemeinde Vordereifel
  6. PDF-Datei des Titanic-Magazins vom Juni 1988 (PDF; 18,3 MB)
  7. Der Bulle und das Landei, bei Fernsehserien.de
  8. http://www.wochenspiegellive.de/eifel/staedte-gemeinden/kreis-mayen-koblenz/mayen/monreal/nachrichtendetails/obj/2012/09/19/alarm-fuer-cobra-11-team-drehte-in-montreal/