Mont-Disse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mont-Disse
Mont-Disse (Frankreich)
Mont-Disse
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Pau
Kanton Terres des Luys et Coteaux du Vic-Bilh
Gemeindeverband Communes des Luys en Béarn
Koordinaten 43° 33′ N, 0° 9′ WKoordinaten: 43° 33′ N, 0° 9′ W
Höhe 125–264 m
Fläche 5,35 km2
Einwohner 75 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 14 Einw./km2
Postleitzahl 64330
INSEE-Code

Mont-Disse ist eine französische Gemeinde mit 75 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Pau und zum Kanton Terres des Luys et Coteaux du Vic-Bilh (bis 2015: Kanton Garlin).

Der Name in der gascognischen Sprache lautet Mont-Dissa.[1] Die Bewohner der Gemeinde werden Mont-Dissois und Mont-Dissoises genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mont-Disse liegt ca. 45 km nördlich von Pau in der Region Vic-Bilh der historischen Provinz Béarn am nordöstlichen Rand des Départements.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Diusse Aubous
Conchez-de-Béarn Nachbargemeinden Aydie
Cadillon
Aurions-Idernes
Arrosès

Mont-Disse liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Der Larcis, ein Nebenfluss des Lées, markiert die östliche Grenze zu den Nachbargemeinden Aubous, Aydie und Arrosès. Zwei Zuflüsse des Lasrcis, der Lisau und der Ruisseau de Libet, durchqueren das Gebiet der Gemeinde und münden in Mont-Disse in den Larcis.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zentrum des heutigen Mont-Disse liegt an einem Hang eines Hügels am Zusammenfluss von Lisau und Larcis. Auf dem höchsten Punkt des Hügels lassen sich noch heute Spuren einer befestigten Anlage in Form einer unregelmäßigen Raute zu sehen. Reste von Gräben und Böschungen von einer Höhe zwischen 1,5 m und 2 m sind an den Seiten zu erkennen. Die erste Siedlung wurde vermutlich an dieser Stelle während der gallorömischen Zeit oder ganz am Anfang des Mittelalters gegründet.[4]

Die Grundherren der beiden Dörfer wurden seit dem frühen 12. Jahrhundert in den Aufzeichnungen erwähnt. Bei dem Zensus im Jahre 1385 wurden in Mont neun, in Disse zwölf Haushalte gezählt. Beide unterstanden der Bailliage von Lembeye. Die Gemeinde Disse hat sich 1794 der Gemeinde Mont angeschlossen, die seit 1931 den heutigen Namen Mont-Disse trägt.[2][5][6]

Toponyme und Erwähnungen von Mont waren:

  • Ezmont (12. Jahrhundert, laut Pierre de Marcas Buch Histoire de Béarn, S. 449),
  • Le Mont de Vic-Vielh (1385, Volkszählung im Béarn),
  • Le Mont (1750, Karte von Cassini),
  • Mont (1793 und 1801, Notice Communale bzw. Bulletin des Lois) und
  • Mont-Disse (1931, Notice Communale).[5][7][6]

Toponyme und Erwähnungen von Disse waren:

  • Düsse (1487, Register der Betriebe im Béarn),
  • Dissa und Dyssa (1538 bzw. 1546, Manuskriptsammlung des 16. bis 18. Jahrhunderts) und
  • Duisse (1750, Karte von Cassini).[5][7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Höchststand der Einwohnerzahl von rund 385 Einwohnern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat sich die Zahl bei kurzen Wachstumsphasen bis zur Jahrtausendwende auf ein Niveau von rund 75 reduziert, das bis heute eingehalten wird.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2014
Einwohner 115 106 92 90 82 67 76 79 75
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[6] INSEE ab 2009[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche, gewidmet dem heiligen Stephanus. Der größte Teil des Gebäudes und das südliche Eingangsportal datieren aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Die Kirche wurde mit dem Anbau einer Sakristei im 18. Jahrhundert vergrößert, im 19. Jahrhundert kam ein kleiner Glockenturm hinzu. Das westliche Eingangsportal im neugotischen Stil datiert aus dem Jahr 1864, wie seine Inschrift mit der entsprechenden Jahreszahl bestätigt. Das einschiffige Langhaus endet mit einer romanischen Apsis mit einem Halbkuppelgewölbe und drei Fenstern. Sie ist mit einem Strebewerk ausgestattet und mit einem Gesims mit Kragsteinen verziert.[9] Auf dem Tympanon (Architektur) des Eingangsportals ist ein Christusmonogramm eingearbeitet, das traditionell die Buchstaben Rho („P“) und Chi („X“) und Alpha und Omega zeigt. Auffällig sind zwei halbe Sonnen links von der Schlinge des Rho, eine nicht oft anzutreffende Symbolik. Ebenso fehlt das verbreitete „S“ für „Salvator“ (deutsch Retter), das sich häufig um den Fuß des Rho schlingt. Zwei Säulen, deren Kapitelle mit Blattwerk, Vögeln und mythenhaften Tieren verziert sind, umrahmen den Eingang.[10] Zwei Glasfenster sind Werke der Glasmalerei Mauméjean aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Weitere Einrichtungsgegenstände stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und sind als nationale Kulturgüter registriert.[11]
  • Schloss von Mont. Im 16. Jahrhundert errichtet, diente es als Sitz der Grundherrschaft von Mont, die 1753 an die Familie Hiton ging. Diese vergrößerten das Anwesen in den Jahren 1770 und 1780 und behielten es bis 1844. Sie fügten ein Gebäudeteil östlich des Wohntrakts an und ließen die Fassade überarbeiten, um eine Symmetrie herzustellen, die alle bedeutenden Häuser des Vic-Bilh charakterisiert. Erneute Restaurierungen wurden im 20. Jahrhundert durchgeführt. Von dem ursprünglichen Bau sind heute nur der viereckige Turm, die Fenster mit Sitzbänken und die Kamine übrig geblieben. Das Schloss ist in Privatbesitz und nicht zu besichtigen.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinrebe der AOC Pacherenc du Vic-Bilh

Die Landwirtschaft ist traditionell der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Gemeinde. Mont-Disse liegt in den Zonen AOC der Weinanbaugebiete des Béarn, Madiran und Pacherenc du Vic-Bilh.[13]

Das Landgut Domaine Coustaü in Mont-Disse baut Weine der AOC Madiran und Pacherenc du Vic-Bilh an. Besucher können neben Verkostung und Kauf von Weinen auf Anfrage das Weingut besichtigen.[14]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[15]
Gesamt = 16

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mont-Disse ist angeschlossen an die Routes départementales 205 und 317.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mont-Disse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mont-Disse (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 8. Oktober 2017.
  2. a b Mont-Disse (fr) visites.aquitaine.fr. Abgerufen am 8. Oktober 2017.
  3. Ma commune : Mont-Disse (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 8. Oktober 2017.
  4. Camp de César à Mont-Disse (fr) visites.aquitaine.fr. Abgerufen am 8. Oktober 2017.
  5. a b c Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 55, 116. 1863. Abgerufen am 8. Oktober 2017.
  6. a b c Notice Communale Mont-Disse (fr) EHESS. Abgerufen am 8. Oktober 2017.
  7. a b David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 8. Oktober 2017.
  8. Populations légales 2014 Commune de Mont-Disse (64401) (fr) INSEE. Abgerufen am 8. Oktober 2017.
  9. Église Saint-Etienne de Mont-Disse (fr) visites.aquitaine.fr. Abgerufen am 8. Oktober 2017.
  10. Portail de l’église Saint-Etienne de Mont-Disse (fr) visites.aquitaine.fr. Abgerufen am 8. Oktober 2017.
  11. Eglise paroissiale Saint-Etienne (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 8. Oktober 2017.
  12. Château de Mont (fr) visites.aquitaine.fr. Abgerufen am 8. Oktober 2017.
  13. Institut national de l’origine et de la qualité - Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 8. Oktober 2017.
  14. Les domaines viticoles (fr) Tourismusbüro „LEMBEYE & GARLIN“ für die Region Vic-Bilh. Abgerufen am 8. Oktober 2017.
  15. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Mont-Disse (64401) (fr) INSEE. Abgerufen am 8. Oktober 2017.