Mont-Tramelan

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Mont-Tramelan
Wappen von Mont-Tramelan
Staat: Schweiz
Kanton: Bern BE
Verwaltungskreis: Berner Juraw
BFS-Nr.: 0437i1f3f4
Postleitzahl: 2723
Koordinaten: 570875 / 228980Koordinaten: 47° 12′ 40″ N, 7° 3′ 15″ O; CH1903: 570875 / 228980
Höhe: 1'060 m ü. M.
Fläche: 4,64 km²
Einwohner: 114 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 25 Einw. pro km²
Mont-Tramelan

Mont-Tramelan

Karte
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Mont-Tramelan (deutsch Bergtramlingen) ist eine mehrheitlich deutschsprachige politische Gemeinde im Verwaltungskreis Berner Jura des schweizerischen Kantons Bern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulhaus von Mont-Tramelan

Mont-Tramelan liegt auf 1'060 m ü. M., 17 km nordwestlich von Biel (Luftlinie), in der Nähe von Tramelan. Die Streusiedlung erstreckt sich nördlich der Jurakette der Montagne du Droit, am Rand der Hochfläche der Franches-Montagnes (deutsch Freiberge).

Die Fläche des 4.6 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt an der Nordflanke der Antiklinalen der Montagne du Droit sowie der nördlich anschliessenden Höhe der Freiberge. Ganz im Norden reicht das Gebiet bis an den Rand des Torfmoors La Tourbière. Der höchste Punkt von Mont-Tramelan wird mit 1'200 m ü. M. am Nordhang der Montagne du Droit erreicht. Die Gemeinde liegt im Einzugsgebiet der Trame, eines linken Zuflusses der Birs. Eine kleine Exklave erstreckt sich am Südhang des Höhenrückens Montbautier zwischen Tramelan und Tavannes. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 4 % auf Siedlungen, 36 % auf Wald und Gehölze und 60 % auf Landwirtschaft.

Die Streusiedlung Mont-Tramelan besteht aus zahlreichen Einzelhöfen, darunter Les Vacheries Brunier am Passübergang von Tramelan nach Les Breuleux. Nachbargemeinden von Mont-Tramelan sind Courtelary, Cortébert, Corgémont, Tramelan, Tavannes und Saicourt im Kanton Bern sowie La Chaux-des-Breuleux im Kanton Jura.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 114 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2014) gehört Mont-Tramelan zu den kleinen Gemeinden des Berner Juras.

Die Bevölkerungszahl von Mont-Tramelan belief sich 1850 auf 169 Einwohner, 1900 auf 149 Einwohner. Seither pendelte die Einwohnerzahl stets im Bereich zwischen 115 und 150 Personen.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Bewohnern sind 70.7 % deutschsprachig, 25.9 % französischsprachig und 2.6 % sprechen Serbokroatisch (Stand 2000).

Dass die Gemeinde mehrheitlich deutschsprachig ist, ist auf Mennoniten zurückzuführen, die sich um 1570 hier wie auf der Montagne du Droit (Sonnenberg) und dem Montbautier (Stierenberg) mit Bewilligung des Fürstbischofs von Basel auf den jurassischen Höhenzügen niedergelassen haben.[2]

Gemäss einem Bericht des Europarates[3] ist Mont-Tramelan eine offiziell französischsprachige Gemeinde mit deutschsprachiger Bevölkerungsmehrheit, während das Historische Lexikon der Schweiz schreibt, 1942 sei deutsch als Amtssprache eingeführt worden, was zu Spannungen in den umliegenden Gemeinden geführt habe.[2] Dieser kommunale Entscheid wurde von der Regierung am 19. Juni 1942 aufgehoben, die Gemeindebehörde verwendet jedoch weiterhin die deutsche Sprache im Umgang mit Deutschsprachigen. 1952 fiel wiederum ein Entscheid für die deutsche Sprache.[4] Gegen den offiziellen Gebrauch des Deutschen gab es immer wieder Proteste aus dem französischsprachigen Teil des Juras, insbesondere auch gegen die seit 1897 öffentliche, vormals private, deutschsprachige Schule, letztmals 1980.[4][5] Heute werden einige Fächer auf französisch unterrichtet; fast alle Schüler sind zweisprachig.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahl 2015 betrugen: SVP 48.3 %, EVP 16.8 %, BDP 15.2 %, GPS 6.4 %, SP 6.1 %, FDP 2.6 %, EDU 2.4 %, glp 2.0 %, CVP 0.1 %.[7]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mont-Tramelan lebt heute noch von der Landwirtschaft, wobei Vieh- und Pferdezucht sowie Milchwirtschaft überwiegen. Ausserhalb des primären Sektors gibt es nur wenige Arbeitsplätze.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Kantonsstrasse von Tramelan nach Le Noirmont. Durch einen Postautokurs, der von Tramelan nach Saint-Imier verkehrt, ist Mont-Tramelan an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von Mont-Tramelan wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts urbar gemacht und von Täufern besiedelt, die zuvor aus dem Emmental vertrieben worden waren. Die Gemeinde unterstand bis 1797 dem Fürstbistum Basel. Von 1797 bis 1815 gehörte Mont-Tramelan zu Frankreich und war anfangs Teil des Département Mont-Terrible, das 1800 mit dem Département Haut-Rhin verbunden wurde. Durch den Entscheid des Wiener Kongresses kam der Ort 1815 an den Kanton Bern, wo er dem Bezirk Courtelary zugeteilt wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mont-Tramelan besitzt einige charakteristische Bauernhäuser des Hochjuras aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mont-Tramelan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. a b Christine Gagnebin-Diacon: Mont-Tramelan im Historischen Lexikon der Schweiz
  3. [1] (PDF; 315 kB)
  4. a b Chronique Jurassienne: Mont-Tramelan
  5. Chronique Jurasienne: Écoles allemandes
  6. Internetseite Schule Mont-Tramelan (aufgerufen am 15. März 2013)
  7. Resultate der Gemeinde Mont-Tramelan. Staatskanzlei des Kantons Bern, 18. Oktober 2015, abgerufen am 17. April 2016 (html, deutsch).