Montazels

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Montazels
Wappen von Montazels
Montazels (Frankreich)
Montazels
Region Okzitanien
Département Aude
Arrondissement Limoux
Kanton La Haute-Vallée de l’Aude
Gemeindeverband Limouxin
Koordinaten 42° 57′ N, 2° 15′ OKoordinaten: 42° 57′ N, 2° 15′ O
Höhe 211–527 m
Fläche 4,39 km2
Einwohner 569 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 130 Einw./km2
Postleitzahl 11900
INSEE-Code

Montazels – Château de Cazemajou

Montazels ist eine südfranzösische Gemeinde mit 569 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Aude in der Region Okzitanien.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Montazels liegt in einer Höhe von etwa 265 Metern ü. d. M. westlich des Flusses Aude etwa 43 Kilometer (Fahrtstrecke) südlich von Carcassonne bzw. etwa 18 Kilometer südlich von Limoux. Couiza, der Hauptort des Kantons, befindet sich etwa anderthalb Kilometer östlich; die Ortschaft Rennes-le-Château ist weitere fünf Kilometer entfernt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 382 399 459 462 506 469 489

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl von etwa 200 stetig leicht an; auch die Reblauskrise und die Mechanisierung der Landwirtschaft hinterließen keine Spuren in der Bevölkerungsstatistik.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Umgebung des Ortes ist immer noch geprägt von der Land- und Forstwirtschaft, wobei die Viehwirtschaft (Rinder und Schafe) sowie der Obstbau (Pfirsiche, Aprikosen, Feigen, Kirschen, Äpfel, Birnen und Granatäpfel) den Großteil der Agrarproduktion ausmacht. Auch Weinbau wird betrieben: Montazels hat Anteil am Weinbaugebiet Languedoc und ist eine von rund 40 Gemeinden, die ihre weißen Schaumweine unter der Herkunftsbezeichnung Crémant de Limoux, Blanquette de Limoux AOC oder Blanquette méthode ancestrale AOC vermarkten dürfen. Im Ort selbst überwiegen Kleinhandel sowie kleinere Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde aus prähistorischer Zeit wurden auf dem Gemeindegebiet bislang nicht gemacht, doch ist die Anwesenheit von Menschen in der Gegend vielfältig belegt. Aus gallorömischer Zeit stammen die Ruinen eines Landgutes (villa rustica). Die Existenz einer Kirche ist urkundlich im Jahr 1004 nachgewiesen. Seit karolingischer Zeit existierte hier die Grafschaft Razès, die im Jahr 1226 im Zuge der Albigenserkreuzzüge (1209–1229) der französischen Krone unterstellt und dem in Carcassonne residierenden Seneschall übergeben wurde. In einem Dokument des Jahres 1319 ist von einer Festungsanlage castrum die Rede.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fensterrose an der Pfarrkirche
  • Das den Ort dominierende Château de Cazemajou stammt aus dem 17. Jahrhundert; es wurde zur Gänze aus Bruchsteinen errichtet und deshalb verputzt. Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Gebäude bewohnt, jedoch befindet es sich jedoch heute in einem erbärmlichen Zustand. Einzige Schmuckelemente sind das Portal und die Treppenaufgänge bzw. die Gartenterrasse mit ihren Balustraden.
  • Auch die weitgehend schmucklose heutige Pfarrkirche stammt aus dem 17. Jahrhundert. Sie wurde mit Ausnahme der Fensterrose und einiger Ecksteine gänzlich aus Bruchsteinen errichtet und ist deshalb im Innern verputzt.
  • Das Geburtshaus des Pfarrers von Rennes-le-Château steht am kleinen Dorfplatz in der Nähe der Kirche. Das runde Brunnenbecken (Griffoul) stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und wurde über eine drei Kilometer lange Wasserleitung gespeist; der Brunnen ist seit 1951 als Monument historique[1] anerkannt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bérenger Saunière (1852–1917) war von 1885 bis zu seinem Tod Pfarrer in Rennes-le-Château.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Montazels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fontaine, Montazels in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)