Monte Carasso

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Monte Carasso
Wappen von Monte Carasso
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin TI
Bezirk: Bezirk Bellinzonaw
Kreis: Kreis Ticino
BFS-Nr.: 5013i1f3f4
Postleitzahl: 6513
Koordinaten: 720549 / 115962Koordinaten: 46° 11′ 4″ N, 9° 0′ 0″ O; CH1903: 720549 / 115962
Höhe: 237 m ü. M.
Fläche: 9,70 km²
Einwohner: 2796 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 288 Einw. pro km²
Website: www.montecarasso.ch
Augustinerinnenkonvent, Kirche Santi Bernardino e Girolamo

Augustinerinnenkonvent, Kirche Santi Bernardino e Girolamo

Karte
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Kirche SS. Trinità, links Turm und Mauer der Fortini della Fame
Festungsanlagen, Fortini della Fame

Monte Carasso ist eine politische Gemeinde im Kreis Ticino, im Bezirk Bellinzona im Kanton Tessin in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monte Carasso liegt westlich der Kantonshauptstadt Bellinzona am Ausgang des tief eingeschnittenen Sementinatales und am rechten Ufer des Ticino in der Magadinoebene. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von 222 m ü. M. am Ticino im Süden bis zum Cima d'Erbea auf 2338 m ü. M. im Norden. Die Bewohner des in vier Teile gegliederten Dorfes lebten früher vorwiegend in den verschiedenen Fraktionen am Bergfuss, so in Orenno, Gaggio und Pedemonte. Eine Seilbahn führt vom Dorf aus (230 m ü. M.) über den renovierten Weiler Curzútt (600 m ü. M.)[2] zur Alp Mornera auf 1347 m ü. M. Weiter hinauf geht es zu Fuss auf die Alp Albagno, die auf 1867 m ü. M. liegt und auch eine Hütte (italienisch: Capanna) zum Übernachten umfasst. Die angrenzenden Gemeinden sind Bellinzona, Cugnasco, Giubiasco, Gorduno, Preonzo und Sementina.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1348 erstmals als Monte Carassio erwähnt. Die Einwohnerzahl blieb von 1591 (709 Einwohner) bis 1950 (1064 Einwohner) praktisch konstant und verdoppelte sich bis zum Jahr 2000 auf 2.133 Einwohner. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit sass ein ständiger Vertreter des Ortes im Rat von Bellinzona. Das Dorf erhielt 1506 das Fährrecht über den Fluss Tessin. Die Fähre blieb nach der Zerstörung der Torrettabrücke 1515 bis zu deren Wiederaufbau 1815 die wichtigste Verbindung über den Fluss.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung betrieb während Jahrhunderten Weidewirtschaft und Ackerbau. Von Mitte des 19. Jahrhunderts an emigrierten zahlreiche Einwohner nach Übersee. Im Jahr 2000 waren drei Viertel der Erwerbstätigen Pendler, da Monte Carasso zum Ballungsgebiet Bellinzona gehört.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
2000 2167
2001 2193
2002 2279
2003 2336
2004 2377
2005 2405
2006 2413
2007 2424
2008 2464
2009 2546
2010 2648
2011 2725
2012 2734

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche Santi Bernardino und Girolamo wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts an Stelle einer romanischen Betkapelle des 11.-12. Jahrhundert erbaut. Ihr angegliedert entstand gleichzeitig ein Augustinerinnenkonvent, der sich 1555 vom Frauenkonvent San Maria Elisabetta in Como löste[3][4][5]
  • Beinhaus[6]
  • Die Kirche San Bernardo im Ortsteil San Bernardo stammt aus dem 12. bis 13. Jahrhundert und enthält Fresken der Seregneser Meister aus dem 15. Jahrhundert[7],[3][8]
  • Das Oratorium Madonna di Loreto oder Madonna della Valle entstand im 17. Jahrhundert und enthält Fresken des Malers Gian Giacomo Gorla[3][9]
  • Die Kirche Santissima Trinità wurde 1655 vollendet; enthält eine Stuckarbeit von Carlo Antonio Nartinelli[10][3][11]
  • Im Ort finden sich zahlreiche Bauten des Architekten Luigi Snozzi, der ab den 1980er Jahren den Dorfkern neu gestaltete: das ehemalige Augustinerinnenkonvent[12], das heute Primarschule und Kulturzentrum beherbergt (1987/1993), die Turnhalle (1984), die Urnenhalle des Friedhofs (1983/1990), das Haus des Bürgermeisters (1984), Banca Raiffeisen (1984).[3]
  • Wohnhäuser Gebäude (1991/1996), Architekt: Mario Botta[3]
  • Wohnhaus Morisoli (1988/1989), Architekt: Luigi Snozzi[3]
  • Wohnhaus Roggero-Will (1992/1993), Architekt: Roberto Briccola[3]
  • Wohnhaus Briccola (1991), Architekt: Roberto Briccola[3]
  • Wohnhaus Taragnoli in Carà de Pedmúnt[13] mit Portal[14]
  • Volkswohnungen Gebäude Verdemonte (1974), erweitert (1994), Architekt: Luigi Snozzi[3]
  • Viertel Morenal (1989/1996), Architekt: Luigi Snozzi[3]
  • Albergo Möwenpick Benjamin (189/1990), Architekten: Bruno Reichlin, Fabio Reinhart[3]
  • Hängebrücke (italienisch: ponte tibetano, 2015) 270 Meter gespannt übers Sementinatal bei Carasc[15]

Festungsanlagen genannt Fortini della Fame[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1853/1854 wurde südlich von Bellinzona ein Teilstück der von Guillaume-Henri Dufour entworfenen Befestigungslinie erstellt. Tessiner, die 1853 aus dem Lombardo-Venezianischen Königreich ausgewiesen worden waren, wurden im Sinne einer Arbeitsbeschaffungsmassnahme beauftragt, zwischen Sementina und Camorino eine Verteidigungslinie zu bauen, die als Hungerfestungen (Fortini della Fame) bekannt wurden. Die dem Wildbach Sementina entlang führenden Festungsbauten sind in der Liste der Kulturgüter von nationaler Bedeutung im Kanton Tessin aufgeführt.[16][17]

Wakkerpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1993 erhielt Monte Carasso den Wakkerpreis für vorbildlichen Ortsbildschutz. 1998 wurde die Fondazione Curzutt gegründet, um die alte Siedlung auf der Collina Alta oberhalb des Ortes wieder zu beleben.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Unione Sportiva Monte Carasso[18]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Rudolf Rahn: I monumenti artistici del medio evo nel Cantone Ticino. Tipo-Litografia di Carlo Salvioni, Bellinzona 1894, S. 215–219.
  • Siro Borrani: Il Ticino Sacro. Memorie religiose della Svizzera Italiana raccolte dal sacerdote Siro Borrani prevosto di Losone., Tipografia e Libreria Cattolica di Giovanni Grassi, Lugano 1896.
  • Virgilio Gilardoni: Monte Carasso. In: Inventario delle cose d’arte e di antichità. Edizioni dello Stato. Bellinzona 1955, S. 241–255.
  • Luigi Snozzi: Monte Carasso, die Wiedererfindung des Ortes. Birkhäuser Verlag, Basel 1995.[23][24]
  • Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 48, 51, 52, 53, 54.
  • Graziano Tarilli: Monte Carasso im Historischen Lexikon der Schweiz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Monte Carasso – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. http://www.curzutt.ch/
  3. a b c d e f g h i j k l Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 52–55.
  4. Pfarrkirche Santi Bernardino e Girolamo in portal.dnb.de (abgerufen am: 8. Mai 2016.)
  5. Pfarrkirche Santi Bernardino und Girolamo (Foto)
  6. Beinhaus (Foto)
  7. Kirche San Bernardo
  8. Kirche San Bernardo (Foto)
  9. Oratorium Madonna di Loreto (Foto)
  10. Kirche Santissima Trinità
  11. Kirche Santissima Trinità (Foto)
  12. Ehemalige Augustinerinnenkonvent (Foto)
  13. Wohnhaus Taragnoli (Foto)
  14. Wohnhaus Taragnoli: Portal (Foto)
  15. Hängebrücke in Carasc
  16. Fortini della Fame
  17. Festungsanlage (Foto)
  18. Unione Sportiva Monte Carasso
  19. Isidoro MarcionettiPier Giacomo Branca: Ricordati, Signore, dei tuoi fedeli. Lugano 2015.
  20. Isidoro Marcionetti: Bibliographie in bsg.nb.admin.ch, abgerufen 4. Januar 2016.
  21. Giorgio Carmine in Sikart
  22. Andrea Pestoni
  23. Luigi Snozzi: Monte Carasso, die Wiedererfindung des Ortes in portal.dnb.de (abgerufen am: 8. Mai 2016.)
  24. Luigi Snozzi: Auf den Spuren des Ortes: ein Gespräch in und um Monte Carasso in portal.dnb.de (abgerufen am: 8. Mai 2016.)