Montefalco

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Montefalco
Wappen
Montefalco (Italien)
Montefalco
Staat Italien
Region Umbrien
Provinz Perugia (PG)
Koordinaten 42° 54′ N, 12° 39′ OKoordinaten: 42° 53′ 33″ N, 12° 39′ 1″ O
Höhe 473 m s.l.m.
Fläche 69 km²
Einwohner 5.679 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte 82 Einw./km²
Postleitzahl 06036
Vorwahl 0742
ISTAT-Nummer 054030
Montefalco
Montefalco

Montefalco ist eine italienische Gemeinde mit 5679 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) in der Provinz Perugia in der Region Umbrien und ist Mitglied der Vereinigung I borghi più belli d’Italia[2] (Die schönsten Orte Italiens).

Montefalco, Blick gen Perugia

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einem Hügel oberhalb der Flüsse Topino und Clitunno in 431 Meter Seehöhe gelegen, bietet sich von diesem „Balkon Umbriens“ ein weiter Blick über die Ebene nach Perugia und Assisi, Foligno und Spello, Trevi und Spoleto.

Den Namen Falkenberg erhielt der Ort, welcher zuvor Coccorone hieß, in der Mitte des 13. Jahrhunderts, wahrscheinlich zu Ehren von Kaiser Friedrich II., der hier oft zur Falkenjagd weilte. Noch heute ziert der Falke das Stadtwappen und eines der Stadttore.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Altstadt ist von einer gut erhaltenen Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert mit vier Toren umgeben. Sehenswert sind[3][4]

  • Palazzo Comunale, das Rathaus an der Piazza del Comune (erbaut 1270)
  • Patrizierhäuser: Palazzo Bontadosi (16. Jh.), Palazzo de Cuppis (wiedererbaut 1480/9), Palazzo Santi Gentili (spätes 16. Jh.), Palazzi Senili (16. Jh., Corso Goffredo Mameli/Piazza del Comune), Palazzi Tempestivi (16. Jh., Piazzetta Mustafà/Via Tempestivi)
  • Kirchen:
    • Sant’Agostino (Augustinerkirche, erb. 1279-85, vorher San Giovanni Battista)
    • Kollegiatskirche San Bartolomeo, romanische Kirche (11. Jh.)
    • Santa Chiara da Montefalco (1615–70) mit dem Grab der heiligen Klara von Montefalco, Fresken, und dem Augustinerinnenkloster St. Klara [zum Heiligen Kreuz und St. Katharina von Alexandrien] (Santuario di Montefalco, Santuario di Santa Chiara della Croce)[5]
    • San Leonardo (13. Jh., ehem. Santa Maria del Paradiso) mit Kloster (Augustinerinnen, ehem. Mutterkloster von S. Chiara)
    • San Filippo Neri (Oratorianer, erb. 1705, profaniert 1860)
    • San Fortunato (erb. 1442, Observanten)
    • San Francesco (erb. 1336/40, Franziskaner, profaniert 1863): Hier befindet sich die Pinakothek mit Werken von Perugino und Benozzo Gozzoli
    • Sant’Illuminata (1491/1500, Augustiner, dann der Collegiata di San Bartolomeo unterstellt)
    • Santa Maria della Consolazione (erb. 1588): Fresken
    • Santa Maria di Piazza (16. Jh.)
    • Santa Maria della Selvetta, heute San Rocco (13. Jh., Kleine Franziskaner/Trertianer bis 1526, Klarissen 1536–1577, 1947 rekonstruiert)
    • Santa Maria di Turrita (12. Jh.)
    • sowie: Santa Maria delle Grazie (bis 1769, San Lorenzo, 12. Jh.), Santa Elisabetta di Vecciano (17. Jh.), Santa Maria dei Laici (17. Jh.), Chiesa dell’Addolorata (ca. 1269, ehem. Tertianerinnenkloster), San Clemente (erb. 1577, ehem. Tertianerinnenkloster, baufällig)

In der Nähe der Stadt liegen die Kirchen San Fortunato (15. Jh.) mit Fresken von Benozzo Gozzoli, Santa Illuminata (16. Jh.), Madonna della Stella und San Rocco (erste Franziskanerkirche).

Wein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Namen Montefalco DOC werden Weiß- und Rotweine aus Montefalco und Umgebung angebaut und vertrieben. Sie besitzen seit 1979 eine „kontrollierte Herkunftsbezeichnung“ (Denominazione di origine controllata – DOC), die zuletzt am 7. März 2014 aktualisiert wurde.[6] Im Jahr 2014 wurden von 401 ha 24.285 Hektoliter DOC-Wein erzeugt.[7]

  • Der Montefalco Bianco muss zu mindestens 50 % aus der Rebsorte Grechetto und zu 20–35 % aus Trebbiano Toscano bestehen. Höchstens 30 % andere weiße Rebsorten, die für den Anbau in der Region Umbrien zugelassen sind, dürfen zugesetzt werden.
  • Der Montefalco Rosso muss zu mindestens 60–70 % aus der Rebsorte Sangiovese und zu 10–15 % aus Sagrantino bestehen. Höchstens 30 % andere rote Rebsorten, die für den Anbau in der Region Umbrien zugelassen sind, dürfen zugesetzt werden.

Als Besonderheit wird rund um Montefalco die seltene Rebe Sagrantino angebaut, aus der auch der rote DOCG-Wein Montefalco Sagrantino gekeltert wird. Im Jahr 2014 waren es 12.502 Hektoliter.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Montefalco – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. I borghi più belli d’Italia. Borghipiubelliditalia.it, abgerufen am 13. August 2017 (italienisch).
  3. Monuments of Montefalco, keytoumbria.com (englisch, ausführliche Unterseiten)
  4. Arte, montefalco.it
  5. Chiara da Montefalco, Homepage (italienisch).
  6. Disciplinare di Produzione della Denominazione di Origine Controllata (Produktionsvorschriften und Beschreibung). wineacts.com, 7. März 2014, abgerufen am 3. Januar 2017 (PDF, italienisch).
  7. a b Weinbau in Zahlen 2015. In: V.Q.P.R.D. d’Italia 2015. federdoc.com, abgerufen am 2. Januar 2017 (PDF, italienisch).
  8. I borghi più belli d’Italia (offizielle Webseite), abgerufen am 22. September 2016 (italienisch).