Montemayor del Río

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Gemeinde Montemayor del Río
Montemayor del Río – Ortsansicht mit Kirche und Burg
Montemayor del Río – Ortsansicht mit Kirche und Burg
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Montemayor del Río
Montemayor del Río (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kastilien-León
Provinz: Salamanca
Comarca: Sierra de Béjar
Koordinaten 40° 21′ N, 5° 54′ WKoordinaten: 40° 21′ N, 5° 54′ W
Höhe: 677 msnm
Fläche: 15,30 km²
Einwohner: 296 (1. Jan. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 19,35 Einw./km²
Postleitzahl: 37727
Gemeindenummer (INE): 37201 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Montemayor del Río

Montemayor del Río ist ein Ort und eine Gemeinde (municipio) mit 296 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Süden der spanischen Provinz Salamanca in der autonomen Region Kastilien-León. Der Ort ist als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico eingestuft.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Montemayor del Río liegt etwa 18 Kilometer südwestlich von Béjar am Fluss Cuerpo de Hombre in einer Höhe von ca. 675 Metern ü. d. M. Das Umland ist eher bergig bis hügelig und wird durch Viehzucht und Ackerbau geprägt. Die Stadt Salamanca ist ca. 89 Kilometer Fahrtstrecke in nördlicher Richtung entfernt; nähergelegen ist die nur etwa 68 Kilometer südwestlich in der Region Extremadura befindliche Stadt Plasencia.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2000 2014
Einwohner 810 561 447 356 377 299

Im 19. Jahrhundert hatte der Ort meist zwischen 700 und 1000 Einwohner; die Mechanisierung der Landwirtschaft führte im 20. Jahrhundert zu einem Verlust an Arbeitsplätzen auf dem Lande und zu einer immer noch anhaltenden Abwanderung aus den ländlichen Regionen in die Mittel- und Großstädte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wahrscheinlich ersten, die auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde eine feste Ansiedlung besaßen, waren Angehörige des keltischen Volksstammes der Vettonen (um 400 v. Chr.). Um 138 v. Chr. wurde die Region von den Römern erobert, doch sowohl römische als auch westgotische und maurisch-islamische Funde sind bislang nicht gemacht worden. Im ausgehenden 11. Jahrhundert wurde sie von Alfons VI. von León zurückerobert (reconquista) und mit Christen aus dem Norden wiederbesiedelt (repoblación); viele Ortschaften wurden mit Burgen und Stadtmauern befestigt, doch blieben weitere maurische Einfälle aus. Im Jahr 1282 gehörte Montemayor zur Grundherrschaft (señorio) des Infanten Pedro de Castilla, der jedoch bereits im darauffolgenden Jahr verstarb, so, dass sein Erbe an seinen einzigen legitimen Sohn Sancho fiel, der es bis zu seinem Tod im Jahr 1312 innehatte – danach fiel das Gebiet der leonesischen Krone zu.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegkreuz, Kapelle und Brücke
  • Hauptattraktion von Montemayor ist die imposante Burg aus dem 14./15. Jahrhundert, deren kleines Portal von zwei kleinen halbrunden Wehrtürmen flankiert wird. Ihr ansonsten offener Innenhof ist umstanden von kleinen Ausstellungs- und Verwaltungsräumen, in denen das Centro de Interpretación del Medievo untergebracht ist. Von den Flachdächern der Räume im Erdgeschoss bietet sich ein schöner Blick über den Ort.
  • Die Pfarrkirche Nuestra Señora de la Asunción ist ein einschiffiger Bau des 13./14. Jahrhunderts, der von einem offenen Dachstuhl überspannt wird; die polygonal gebrochene Apsis ist dagegen rippengewölbt. Die Apsis birgt einen Altarretabel aus dem Jahr 1552 mit Tafelbildern zum Marienleben, in welches die Geburt und der Kreuzestod Christi als Randepisoden eingebettet sind. Der geschnitzte hölzerne Rahmen zeigt Renaissanceformen.
  • Ein ehemaliger Gerichtspfeiler (rollo oder picota) aus der Spätrenaissance steht heute in der Mitte eines Brunnenbeckens im Zentrum des Ortes. Er kann auch als Symbol der Eigenständigkeit des Ortes aufgefasst werden; in seiner Nachbarschaft befindet sich das Rathaus (casa consistorial).
  • Eine Einsiedlerkapelle (Ermita de San Antonío) und ein steinernes Wegkreuz auf einem abgetreppten runden Sockel befinden sich in unmittelbarer Nähe der Bogenbrücke über den Río Cuerpo de Hombre – derartige Ensembles sind in den ländlichen Regionen Spaniens mehrfach erhalten (z. B. in Plasencia).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Montemayor del Río – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).