Montenegro beim Eurovision Song Contest

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Bilanz

Flagge Montenegros
Übertragende Rundfunkanstalt
RTCG
Erste Teilnahme
2007
Anzahl der Teilnahmen
10 (Stand 2018)
Höchste Platzierung
13 (2015)
Höchste Punktzahl
63 (2014 SF)
Niedrigste Punktzahl
20 (2012 SF)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
39,80 (Stand 2018)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
0,99 (Stand 2018)

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Geschichte Montenegros als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Teilnahme vor 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1961 bis 1992 nahm Montenegro als Teil der SFR Jugoslawien am Wettbewerb teil. Der damalige montenegrinische Sender "TV Titograd" stellte zwei jugoslawische Beiträge:

Die nach dem Zerfall Jugoslawiens von Montenegro und Serbien gebildete Bundesrepublik Jugoslawien wurde von der EBU gesperrt und konnte von 1993 bis 2003 nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen. Nach der Gründung von Serbien und Montenegro durften die beiden ehemaligen Teilrepubliken 2004 an dem Wettbewerb wieder teilnehmen.

Montenegro nahm von 2004 bis 2005 als Teil von Serbien und Montenegro am Eurovision Song Contest teil. Dabei stellte das montenegrinische Fernsehen RTCG folgenden Beitrag:

  • 2005 - Die Gruppe No Name belegte mit Zauvijek moja in Kiew den 7. Platz.

Auch 2006 setzte sich die Popgruppe durch, wurde aber nicht zum internationalen Finale geschickt. Bei der Evropesma hatten die montenegrinischen Juroren nicht für Lieder aus dem serbischen Landesteil gestimmt, sodass die Favoriten der Telefonabstimmung lediglich den zweiten Rang erreichte. Die Union der öffentlich-rechtlichen Sender Serbiens und Montenegros erkannte den Sieg der Gruppe daraufhin nicht an. Da aber kein Kompromiss gefunden werden konnte, nahm Serbien und Montenegro mit keinem Liedbeitrag am Eurovision Song Contest 2006 teil, sondern nur bei der Abstimmung.

Regelmäßigkeit der Teilnahme und Erfolge im Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knez, der Montenegro 2015 vertrat, ist bisher erfolgreichster Teilnehmer des Landes

Nach der Auflösung des Staates Serbien und Montenegro, nahm Montenegro erstmals 2007 als eigener Staat teil. Das Debüt war allerdings wenig erfolgreich. Schließlich konnte sich Stevan Faddy nicht für das Finale qualifizieren. Auch 2008 scheiterte Stefan Filipović deutlich an der Qualifikation für das Finale. 2009 hingegen verpasste Andrea Demirović mit Platz 11 im Halbfinale nur knapp die Qualifikation für das Finale. 2010 zog sich der montenegrinische Rundfunk (RTCG) aus finanziellen Gründen vom Eurovision Song Contest zurück.[1] 2011 hatte sich RTCG zunächst auf die provisorische Teilnehmerliste setzen lassen, stornierte die Teilnahme aber ebenfalls aus finanziellen Gründen.[2] Erst 2012 kehrte Montenegro zum Wettbewerb zurück.[3]

Aber auch die Rückkehr 2012 war wenig erfolgreich. Rambo Amadeus landete nur auf Platz 15 im Halbfinale und verpasste damit das Finale. Auch Who See feat. Nina Žižić 2013 schieden bereits im Halbfinale aus. 2014 folgte dann Montenegros erster Erfolg im Wettbewerb. Sergej Ćetković schaffte es als erster montenegrinischer Interpret sich für das Finale zu qualifizieren. Mit Platz 19 im Finale holte er dann Montenegros bis dahin bestes Ergebnis. 2015 war Montenegro allerdings noch erfolgreicher. Auch Knez konnte sich für das Finale qualifizieren und holte mit Platz 13 im Finale das bisherige beste Ergebnis Montenegros beim Wettbewerb. 2016 konnte die Band Highway diesen Erfolg allerdings nicht fortsetzen. Montenegro schied zum ersten Mal seit 2013 wieder im Halbfinale aus. Auch die Beiträge von 2017 und 2018 konnten sich nicht für das Finale qualifizieren und landeten im Halbfinale jeweils nur auf dem drittletzten Platz.

Insgesamt landete also nur einer von den 10 Beiträge in der linken Tabellenhälfte. Dazu schied das Land bereits acht Mal im Halbfinale aus, wurde hingegen aber auch noch nie Letzter. Mit also nur zwei durchschnittlich erfolgreichen Finalteilnahmen gehört Montenegro zu den erfolglosesten Länder im Wettbewerb.

Liste der Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farblegende: – 1. Platz. – 2. Platz. – 3. Platz. – Punktgleichheit mit dem letzten Platz. – ausgeschieden im Halbfinale/in der Qualifikation/im osteuropäischen Vorentscheid. – keine Teilnahme/nicht qualifiziert.

Jahr Interpret Titel
Musik (M) und Text (T)
Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/
Qualifikation
Nationaler
Vorentscheid
Platz Punkte Platz Punkte
2007 Stevan Faddy
Стеван Феди
Ajde, kroči
M: Slaven Knezović; T: Milan Perić
Montenegrinisch Komm, steh auf Ausgeschieden 23 / 28 33 MontenegroSong 2007
2008 Stefan Filipović
Стефан Филиповић
Zauvijek volim te
M: Grigor Koprov; T: Ognen Nedelkovski
Montenegrinisch Ich liebe dich für immer Ausgeschieden 14 / 19 23 MontenegroSong 2008
2009 Andrea Demirović
Андреа Демировић
Just get out of my Life
M: Ralph Siegel; T: Bernd Meinunger
Englisch Geh einfach aus meinem Leben raus! Ausgeschieden 11 / 18 44 interne Auswahl
2010
2011
Auf Teilnahme verzichtet
2012 Rambo Amadeus Euro Neuro
M/T: Rambo Amadeus
Englisch, Montenegrinisch, Deutsch Euro Neuro Ausgeschieden 15 / 18 20 interne Auswahl
2013 Who See feat. Nina Žižić
Who See feat. Нина Жижић
Igranka
M: Đorđe Miljenović (Wikluh Sky); T: Dejan Dedović (Dedduh), Mario Đorđević (Noyz)
Montenegrinisch Tanz Ausgeschieden 12 / 16 41 interne Auswahl
2014 Sergej Ćetković
Сергеј Ћетковић
Moj svijet
M: Sergej Ćetković T: Sergej Ćetković, Emina Jahović, Biljana Marković
Montenegrinisch Meine Welt 19 / 26 37 7 / 16 63 interne Auswahl
2015 Knez
Кнез
Adio
M: Željko Joksimović; T: Marina Tucaković, Dejan Ivanovic
Montenegrinisch Abschied 13 / 27 44 9 / 17 57 interne Auswahl
2016 Highway The Real Thing
M/T: Highway
Englisch Die echte Sache Ausgeschieden 13 / 18 60 interne Auswahl
2017 Slavko Kalezić
Славко Калезић
Space
M: Stefan Örn; T: Momčila Zekovića
Englisch Weltraum Ausgeschieden 16 / 18 56 interne Auswahl
2018 Vanja Radovanović
Вања Радовановић
Inje
M/T: Vanja Radovanović, Bole Martinović
Montenegrinisch Raureif Ausgeschieden 16 / 18 40 Montevizija 2018
2019

Nationale Vorentscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 wurde der montenegrinische Beitrag in einer Vorentscheidung namens MontenegroSong gewählt. Er umfasste zehn Interpreten, entschieden wurde durch eine Telefonabstimmung. Auch 2008 entschied das Televoting über den Sieger der Veranstaltung, das Lied wurde später durch eine senderinterne Jury gewählt. 2009 ging RTCG zu einer internen Liederauswahl über, die auch nach dem Comeback 2012 bis 2017 beibehalten wurde.[4] 2018 fand am 17. Februar zum ersten Mal seit zehn Jahren im Rahmen der Montevizija wieder ein öffentlicher Vorentscheid mit fünf Beiträgen und Televoting statt.

Bis 2009 nahmen alle Interpreten mindestens einmal an den vorherigen Vorentscheidungen Montenegros bzw. Serbien und Montenegros teil. Auch alle Komponisten waren bereits vorher im internationalen Wettbewerb mindestens einmal vertreten.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten beiden Beiträge Montenegros wurden in montenegrinischer Sprache gesungen. 2009 hingegen wurde Just Get out of My Life komplett auf Englisch gesungen. Von Zauvijek volim te existiert auch eine englische Fassung namens Never Forget I Love You, aber weder Stevan Faddy noch Andrea Demirović nahmen ihre Lieder in anderen Sprachen auf. 2012 wurde Euro Neuro erneut auf Englisch gesungen, enthielt aber auch einige Zeilen auf Deutsch und Montenegrinisch. 2013, 2014, 2015 und 2018 hingegen wurden die Beiträge dann komplett auf Montenegrinisch vorgestellt. 2016 und 2017 hingegen waren die Beiträge wieder komplett auf Englisch.

Punktevergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Länder erhielten die meisten Punkte von oder vergaben die meisten Punkte an Montenegro (Stand: 2018):

Die meisten im Finale vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 SerbienSerbien Serbien 90
2 ItalienItalien Italien 72
3 RusslandRussland Russland 50
4 AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan 38
5 Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina 35
Die meisten im Finale erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 ArmenienArmenien Armenien 20
2 SlowenienSlowenien Slowenien 17
3 MazedonienMazedonien Mazedonien 16
4 AlbanienAlbanien Albanien 12
SerbienSerbien Serbien 12
Die meisten insgesamt vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 SerbienSerbien Serbien 136
2 AlbanienAlbanien Albanien 106
3 RusslandRussland Russland 103
4 AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan 085
5 Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina 077
Die meisten insgesamt erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 SlowenienSlowenien Slowenien 56
2 SerbienSerbien Serbien 49
3 ArmenienArmenien Armenien 44
4 AlbanienAlbanien Albanien 43
5 Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina 38

Vergaben der Höchstwertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei zehn Contests vergab Montenegro die Höchstpunktzahl an sieben verschiedene Länder, davon siebenmal an Serbien.

Erhaltendes Land
Jahr Land Platz
2007 SerbienSerbien Serbien 1
2008 SerbienSerbien Serbien 6
2009 Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina 9
2010
bis
2011
Auf Teilnahme verzichtet
2012 SerbienSerbien Serbien 3
2013 AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan 2
2014 UngarnUngarn Ungarn 5
2015 SerbienSerbien Serbien 10
2016 MaltaMalta Malta (J) 12
SerbienSerbien Serbien (T) 18
2017 GriechenlandGriechenland Griechenland (J) 19
KroatienKroatien Kroatien (T) 13
2018 SerbienSerbien Serbien (J &T) 19

Impressionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Victor Hondal: Montenegro withdraws from Eurovision 2010 (englisch) In: esctoday.com. 17. November 2009. Abgerufen am 25. Dezember 2011.
  2. Victor Hondal: Montenegro officially out of Eurovision 2011 (englisch) In: esctoday.com. 23. Dezember 2010. Abgerufen am 25. Dezember 2011.
  3. Renee Pozzi: Montenegro: RTCG publicly confirms intentions to participate (englisch) In: escdaily.com. 30. November 2011. Abgerufen am 25. Dezember 2011.
  4. RTCG confirms ESC 2012 participation (englisch) In: oikotimes.com. 30. November 2011. Abgerufen am 25. Dezember 2011.