Montilla

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Montilla (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gemeinde Montilla
Montilla.jpg
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Montilla
Montilla (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Andalusien
Provinz: Córdoba
Koordinaten 37° 35′ N, 4° 38′ WKoordinaten: 37° 35′ N, 4° 38′ W
Höhe: 371 msnm
Fläche: 168,51 km²
Einwohner: 23.365 (1. Jan. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 138,66 Einw./km²
Postleitzahl: 14550
Gemeindenummer (INE): 14042 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: www.montilla.es
Lage der Gemeinde
Montilla-mapa.png

 

Montilla ist eine spanische Stadt in der Provinz Córdoba.

45 v. Chr. besiegte Caesar in der Schlacht von Munda die Söhne des Pompeius. Munda ist das heutige Montilla.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die spanische Stadt Montilla befindet sich im Süden der Provinz im geografischen Zentrum Andalusiens bei, etwa 44 km südlich der Provinzhauptstadt Córdoba.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermutlich fand hier die Schlacht von Munda statt, was eine römische Vorherrschaft der Region nach sich zog. Erst zwischen 1240 und 1241 eroberte Ferdinand III. die Stadt zurück und kolonisierte sie in der Folgezeit mit Siedler aus León.

Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt dem Adelsgeschlecht Aguilar übertragen und 1453 wurde Gonzalo Fernández de Córdoba im hiesigen Schloss geboren, dessen Eigentümer sein Vater, Pedro Fernández de Córdoba, Herr von Aguilar, war. Die Stadt wurde allmählich zur Festung ausgebaut. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war Montilla die Hauptstadt der Markgrafschaft von Priego und die Stadt erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung und ein Zunahme der Bevölkerung.

1508 ließ König Ferdinand der Katholische das Schloss von Montilla zerstören, um den Markgrafen von Priego zu bestrafen. Gleichzeitig besiedelten verschiedene religiöse Ordensgemeinschaften die Stadt, darunter die Franziskaner, Augustiner, Klarissen, Jesuiten und Konzeptionistinnen. Durch das Wirken bedeutender Kirchenmänner gibt es zahlreiche Heilige, die mit der Stadt in Verbindung stehen wie der heiliggesprochene Francisco Solana (dt. Franziskus Solanus), Schutzpatron Montillas, der 1549 in Montilla geboren wurde, Johannes von Avila, Franz von Borja oder auch Johannes von Gott. Aber auch bekannte Künstler oder Schriftsteller wie Miguel de Cervantes, der Inca Garcilaso de la Vega und Luis de Góngora y Argote haben die Stadtgeschichte mitgeprägt.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts brachten Missernten, Hungersnöte und Epidemien in Montilla eine Stagnation der Stadtentwicklung, dennoch verlieh Philipp IV. 1630 Montilla das Stadtrecht. In den nächsten hundert Jahren begannen die Bevölkerungszahlen wieder zu steigen und 1711 verband sich die Stadt mit der Markgrafschaft von Priego. Die damit verbundener Vertreibung des Jesuitenorden 1767 führte auch zur Schließung der von dem Orden geführten Schule, wodurch das überdurchschnittlich hohe Bildungsniveau in der Stadt sank.

Im 19. Jahrhundert folgten Choleraepidemien, die französische Besetzung und eine damit einhergehende Überführung von Kirchengütern in Nationaleigentum, aber auch ihre Versteigerung an Privatleute. Das wiederum erzeugte in der gesamten Region politische Unruhen (Carlistenkriege), was einen innerspanischen Kulturkampf entfachte und in der Ausrufung der Ersten Spanien Republik endete.

Nach dem Ende der Zweiten Spanischen Republik wendet sich auch Montilla politisch dem Sozialismus zu. Die Stadt war zu der Zeit eng mit der Person von Don Francisco de Alvear verbunden, der die Jesuiten zur Rückkehr in die Stadt bewegte. Der Graf erwarb auch das Haus des Garcilaso de la Vega und schenkte es der Stadt Montilla zur Einrichtung einer öffentlichen Bibliothek.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Montilla produziert praktisch ausschließlich Wein, was sich in der Herkunftsbezeichnung Montilla-Moriles widerspiegelt. Aus der einen weißen Traubensorte Pedro Ximénez werden vier verschiedene Grundtypen von Wein hergestellt: Fino, Amontillado, Oloroso und der Süßwein Pedro Ximénez, Grundlage für Málaga und Cream Sherrry. Die gebrauchten Fässer werden später teilweise zur Reifung verschiedener schottischer Whiskys verwendet. Alkoholgehalt (nicht aufgesprittet): mindestens 14 Volumenprozent.[3]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Böden sind extrem kalkhaltig, daher weiß: „Tierras albarizas“

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima Montillas ist grundsätzlich mediterran mit einigen kontinentalen Einschlägen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Montilla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Montilla bei cordoba24.info, abgerufen am 11. Februar 2017.
  3. Alvear Montilla-Moriles Pedro Ximenez 1927 bei whiskyshop.nl, abgerufen am 11. Februar 2017.