Montreuil (Seine-Saint-Denis)

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Montreuil
Wappen von Montreuil
Montreuil (Frankreich)
Montreuil
Region Île-de-France
Département Seine-Saint-Denis
Arrondissement Bobigny
Kanton Montreuil-1 (Hauptort)
Montreuil-2 (Hauptort)
Gemeindeverband Métropole du Grand Paris und
EPT Est Ensemble
Koordinaten 48° 52′ N, 2° 27′ OKoordinaten: 48° 52′ N, 2° 27′ O
Höhe 52–117 m
Fläche 8,92 km2
Einwohner 104.748 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 11.743 Einw./km2
Postleitzahl 93100
INSEE-Code
Website http://montreuil.fr/

Panorama, vom Parc des Beaumonts aus gesehen

Montreuil ist eine französische Gemeinde mit 104.748 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Seine-Saint-Denis in der Region Île-de-France. Sie gehört zum Arrondissement Bobigny und ist Hauptort von drei Kantonen. Nach Villeurbanne ist Montreuil die bevölkerungsreichste unter jenen Städten Frankreichs, die keine Präfektur eines Départements oder Unterpräfektur eines Arrondissements sind. Die Einwohner werden Montreuillois genannt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt im Osten der Agglomeration Paris, acht Kilometer von Notre Dame entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt beherbergte unter den Königen Ludwig XIV. und Ludwig XV. die Murs à pêches. Später hatten die Brüder Lumière und Georges Méliès ihre Werkstätten in der Altstadt von Montreuil.

Heute ist Montreuil in fünf Stadtviertel (Quartiers) aufgeteilt:

  • Le bas Montreuil (die Altstadt, angrenzend an Saint-Mandé; der Flohmarkt, Marché aux puces, an Paris, Porte de Montreuil, angrenzend)
  • Le Quartier de la Mairie (die Fußgängerzone, La Croix de Chavaux, das Bürgermeisteramt, die Kirche)
  • La Noue (Parc des Guilands, Cité de La Noue, Robespierre, an Bagnolet angrenzend)
  • Le Bel Air (Cité Jean Moulin, Parc des Beaumonts, Cité du Bel Air, Cité des Grands Pêchers)
  • La Boissière (der Norden von Montreuil, an Noisy-le-Sec, Rosny-sous-Bois und Fontenay-sous-Bois angrenzend)

Montreuil ist seit Ende des 19. Jahrhunderts eine Arbeiter- und Einwanderergemeinde. Hier entwickelte Émile Reynaud das Praxinoskop, und im späten 19. Jahrhundert bis ins frühe 20. Jahrhundert war die Stadt ein bedeutender Standort der französischen Filmwirtschaft. Nicht zufällig wurde die Produktionsfirma Les Films Albatros in dem Viertel gegründet, wo die russischsprachigen Immigranten sich um 1920 angesiedelt hatten.

Die größte Gruppe der Einwanderer stellen heute neben den Migranten aus dem Maghreb diejenigen aus Schwarzafrika, besonders aus Mali, weshalb der Ort den Beinamen Bamako-sur-Seine trägt. Die Bausubstanz besteht heute zu 80 Prozent aus Appartementhäusern und zu 20 % aus kleineren Häusern, die meist noch aus früheren Jahrhunderten stammen, etwa ein Drittel sind Sozialwohnungen (HLMHabitation à loyer modéré) von Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre. Die HLM-Immobilien werden zurzeit durch den Bau einiger Häuser mit einer menschlicheren und weniger systematischen Architektur wiederbelebt. 5 Prozent der Gemeindefläche sind Sportplätze und Parks, 5 Prozent aufgelassene Fabriken und Werkstätten, die mittlerweile vielfach in Lofts für die massiv in die Stadt strömende neue bohème-bourgeoisie verwandelt wurden, der Ort gilt daher als Paradebeispiel für Gentrifizierungsprozesse. In Montreuil befindet sich der Hauptsitz der größten französischen Gewerkschaft CGT sowie die Frankreich- und Europa-Zentrale der globalisierungskritischen Nichtregierungsorganisation Attac. Nach Fertigstellung des Neubaus wird auch das Deutsch-Französische Jugendwerk hier seinen französischen Sitz erhalten. Außerdem findet in Montreuil alljährlich die französische Jugendbuchmesse statt.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Bürgermeisterin von Montreuil ist seit 2008 Dominique Voynet, Mitglied der Grünen. Von 1984 bis 2008 war der nach seinem Austritt aus der Kommunistischen Partei Frankreichs parteilose Jean-Pierre Brard Bürgermeister.

Die Stadt ist in drei Kantone unterteilt:

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Montreuil unterhält Städtepartnerschaften mit

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben oder noch wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes de la Seine-Saint-Denis. Flohic Éditions, 2. Auflage, Paris 2002, ISBN 2-84234-133-3, S. 209–223.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Montreuil (Seine-Saint-Denis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien