Moodle

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Moodle
Moodle-logo.svg
Entwickler Martin Dougiamas

und viele andere Entwickler [1]

Aktuelle Version 3.1[2]
(23. Mai 2016)
Aktuelle Vorabversion 3.2dev[3]
(23. Mai 2016)
Betriebssystem Jedes System, das PHP unterstützt
Programmier­sprache PHP
Kategorie LMS
Lizenz GNU GPLv3+
Deutschsprachig ja
moodle.org

Moodle [/muːdl/] ist ein freies objektorientiertes Kursmanagementsystem und eine Lernplattform. Die Software bietet die Möglichkeiten zur Unterstützung kooperativer Lehr- und Lernmethoden.

Voraussetzung für die Installation sind PHP und eine Datenbank, z. B. MySQL oder PostgreSQL, aber auch Oracle, MS SQL oder andere Datenbanken, die DBXML unterstützen. Der Name Moodle war ursprünglich ein Akronym für Modular Object-Oriented Dynamic Learning Environment. Moodle hat einen hohen Verbreitungsgrad, was die über 84.500 registrierten Installationen mit 71,6 Millionen Nutzern in 7,6 Millionen Kursen in 236 Ländern zeigen, die auf der Projektseite erfasst wurden (Stand: Juli 2013).[4] Hierbei handelt es sich sowohl um Unternehmen, öffentliche Bildungseinrichtungen wie Schulen und Universitäten als auch um private Bildungsträger. Weltweit gibt es 81 autorisierte „Moodle-Partner-Unternehmen“[5], die Moodle professionell unterstützen, d.h. sie finanzieren die kontinuierliche Pflege und Weiterentwicklung des Programms. Im November 2015 nahm die Moodle User Association ihre Arbeit auf. Sie soll ein weiteres Finanzierungsstandbein für Moodle werden.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moodle stellt online „Kursräume“ zur Verfügung. In diesen werden Arbeitsmaterialien und Lernaktivitäten bereitgestellt. Jeder Kurs kann so konfiguriert werden, dass nur angemeldete Teilnehmer diesen besuchen können, Gäste zugelassen sind oder zur Teilnahme ein Passwort erforderlich ist. Verschiedene Kursformate erlauben eine „wöchentliche Übersicht“, eine thematische Gliederung, ein zentrales Forum oder eine SCORM-Lerneinheit im Mittelpunkt.

Arbeitsmaterialien in Kursen sind Texte, Links und Dateien. Lernaktivitäten sind Foren, Test, Aufgabe, Lektion, Wiki etc. Die Anordnung von Arbeitsmaterialien und Lernaktivitäten erlauben unterschiedliche didaktische Szenarien, die einem instruktionalistischen oder konstruktivistischen Lernmodell folgen können.

Die Nutzer haben über ihnen zugewiesene Rollen im Kursraum oder für einzelne Aktivitäten unterschiedliche Rechte als Trainer/Dozent/Lehrer oder Teilnehmer/Student/Schüler. Das von der Mozilla Foundation betriebene Projekt der Open Badges eröffnet seit der Version 2.5 die Möglichkeit der Herausgabe von digitalen Leistungsnachweisen, den sogenannten Auszeichnungen. Inhaber solcher Auszeichnungen können diese über das Internet präsentieren, beispielsweise im E-Portfolio-System Mahara.

Module[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den standardmäßig in Moodle enthaltenen Lernaktivitäten zählt beispielsweise die „Abstimmung“, die einer kleinen Umfrage entspricht, oder "Feedback" zur Durchführung von Bewertungen ("evaluations"). Mit einer „Aufgabe“ kann der Lehrende eine Übung vorgeben, die von Kursteilnehmern bearbeitet werden muss und dann als Text oder hochzuladende Datei termingerecht abzugeben ist. Dies können beispielsweise Ausarbeitungen, Präsentationen oder Berichte sein.

Neben den weiteren Kommunikationsmodulen wie Chat, Forum und dem Mitteilungssystem (Messenger) beinhaltet Moodle auch eine Wikifunktion, welche das gemeinsame Arbeiten an Texten ermöglicht. Blogs können im System direkt betrieben werden. Ein Testmodul zur bewerteten Abfrage der Lernerfolge kann über diverse Fragetypen – wie z. B. Multiple-Choice, Zuordnung und freien Text – verwendet werden. Lernlektionen können direkt in Moodle angelegt werden. Zusätzlich lassen sich SCORM-Lerneinheiten einbinden. Kurse und Lerneinheiten können jedoch nicht in diesen Formaten exportiert werden, sondern nur zwischen Moodle-Systemen ausgetauscht werden. Die SCORM-Funktionalität wurde von ADL zertifiziert.[6]

Moodle-Systeme können untereinander zum Austausch von Kursinhalten und zum übergreifenden Kurszugriff miteinander vernetzt werden. Seit Moodle 2.1 wird der IMS Learning Tools Interoperability-Standard (LTI)[7] unterstützt. Damit können externe Inhalte und Aktivitäten nahtlos integriert werden.

Über die Standardmodule hinaus gibt es eine große Zahl optionaler Zusatzmodule. Die hohe Flexibilität in der Gestaltung des Kursraums findet ihre Ergänzung in einem frei gestaltbaren Rollen- und Rechtemodell und der visuellen Anpassbarkeit auf der Basis von Cascading Style Sheets (CSS).

Zusatzmodule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erweiterungsmodule, die nicht zum Standard-Installationsumfang von Moodle gehören, sind z. B. „Certificate“ (zum Erstellen von Teilnehmer-Zertifikaten als PDF-Datei), „Individual Learning Plan“ (ILP, dient der Erstellung individueller Lernpläne). Schnittstellen zu LiveClassRoom-Systemen können ergänzt werden. Circa tausend verfügbare Zusatzmodule können über die Moodle-Website heruntergeladen oder auch eingestellt werden – Moodle ermuntert ausdrücklich Programmierer, ihre eigenen Entwicklungen dem Projekt beizusteuern. Bei der Implementierung von Zusatzmodulen sollte man sich immer vergewissern, dass diese von der verwendeten Moodle-Version auch unterstützt werden.[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

moodle-Entwickler Martin Dougiamas

Moodle wurde seit 1999 von Martin Dougiamas (Australien) entwickelt. Ausgangspunkt war die Kritik an klassischen Lernplattformen, die ausschließlich als Materialverteilstationen dienten. Dougiamas hatte Informatik und später Pädagogik studiert. Er beschäftigte sich umfassend mit sozial konstruktivistischen Lernansätzen.[9] Im Rahmen einer (nicht abgeschlossenen) Promotion entwickelte er eine neue Lernplattform: Moodle. Die erste Version wurde im Juli 2002 veröffentlicht.[10]

Moodle 2.0 wurde am 24. November 2010 veröffentlicht. Bestehende Funktionalitäten wurden grundlegend überarbeitet (z. B. Kurssicherung, Editor, Designs, interne Dateiverwaltung) und eine Reihe neuer Funktionalitäten implementiert (u. a. externe Repositories, „Community Hubs“).[11]

Moodle 3.0 wurde am 16. November 2015 veröffentlicht. Während Moodle 2.0 viele grundsätzliche Veränderungen enthielt, ist Moodle 3.0 das 'nächste halbjährliche Release' [12]

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nutzer von Moodle, die ihr System haben registrieren lassen, erhalten sicherheitsrelevante Informationen automatisch und vorab. Damit haben sie die Möglichkeit, ihr System zu aktualisieren. Informationen hierzu werden in den Security Announcements[13] veröffentlicht. Die Meldung von Sicherheitsproblemen erfolgt im Tracker.[14] Sofern Einträge als "Serious security issue" gekennzeichnet werden, werden sie nicht veröffentlicht, bevor das "security team" diese geprüft hat.

Datenschutz und Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschiedene Anwender haben unterschiedliche Anforderungen an die Bereitstellung von Daten zur Nutzung der Kurse und des Lernfortschritts. Unternehmen müssen häufig die Durchführung und das Ergebnis von Pflichtschulungen nachweisen. An Hochschulen wird die Einsicht in studentische Aktivitäten durch Dozenten zum Teil sehr kritisch gesehen. Schulen achten sehr sorgfältig auf den Schutz der Daten minderjähriger Schüler. Zugleich benötigen Lehrer aber Informationen über die Schüleraktivitäten in den Kursen, um die individuelle Förderung zu gestalten. Moodle kann für die verschiedenen Einsatzzwecke über Einstellungen und Berechtigungen individuell angepasst werden, um die unterschiedlichen Situationen zu gestalten. Kritik: Da sich die Benutzer des Moodle-Systems personalisiert anmelden, besteht die Möglichkeit, Verhaltensprofile von ihnen anzulegen. Durch die Option der Kurs-Veranstalter, Einblick in die Präsenzzeiten ("login", "logout") oder Zeitpunkte des Herunterladens von Materialien zu nehmen, können Studenten überwacht werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kay Hoeksema, Markus Kuhn: Unterrichten mit Moodle 2 – Praktische Einführung in das E-Teaching. Open Source Press, München 2011, ISBN 978-3-941841-02-4.
  • Ulrike Höbarth: Konstruktivistisches Lernen mit Moodle. Praktische Einsatzmöglichkeiten in Bildungsinstitutionen. 3., aktualisierte, ergänzte Auflage. Hülsbusch, Boizenburg 2013, ISBN 978-3-86488-033-9.
  • Ralph Meiers: Die Einführung von Learning-Management-Systemen an deutschen Hochschulen: fördernde und hemmende Faktoren. Saarbrücken 2012, DNB 1023235056 (Volltext PDF, kostenfrei, 255 Seiten, 3'175 KB Dissertation Universität Saarbrücken 2012, 247 Seiten).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Moodle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Urheber- und Nutzungsrechte für Moodle. 23. Juli 2013, abgerufen am 4. Februar 2015.
  2. Latest releases. Moodle, abgerufen am 23. Mai 2016.
  3. Development release. Moodle, abgerufen am 23. Mai 2016.
  4. Moodle-Statistik-Seite. Moodle.org, abgerufen am 18. Februar 2013.
  5. Moodle Partner-Unternehmen. Moodle.org, abgerufen am 2. Mai 2016.
  6. Helen Foster: Moodle 1.9.5 is certified SCORM 1.2 compliant. moodle, 23. Oktober 2009, abgerufen am 26. Juli 2012 (englisch).
  7. IMS Learning Tools Interoperability (LTI)
  8. Übersicht über Moodle-Zusatzmodule
  9. Martin Dougiamas: Martin Dougiamas. 8. September 2014, abgerufen am 4. Februar 2015 (englisch).
  10. Moodle Releases. 31. Januar 2015, abgerufen am 4. Februar 2015 (englisch).
  11. Moodle 2.0 Versionsinformationen
  12. Moodle 3.0 Versionsinformationen
  13. Security Announcements. moodle, 17. Juli 2011, abgerufen am 28. Februar 2013 (HTML, englisch).
  14. Summary. moodle, 10. September 2012, abgerufen am 26. Juli 2012 (englisch).