Moonsorrow

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Moonsorrow
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Moonsorrow beim Myötätuulirock 2011
Moonsorrow beim Myötätuulirock 2011
Allgemeine Informationen
Genre(s) Pagan Metal
Gründung 1995
Website www.moonsorrow.com
Gründungsmitglieder
Ville Sorvali
Henri Sorvali
Aktuelle Besetzung
Gesang, E-Bass
Ville Sorvali
Gitarre, Keyboard
Henri Sorvali
Gitarre
Mitja Harvilahti (seit 2000)
Marko Tarvonen (seit 1999)
Live-Mitglieder
Keyboard
Markus Eurén (seit 2000)
Gitarre
Janne Perttilä (seit 2002)

Moonsorrow ist eine Pagan-Metal-Band aus Finnland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ville Sorvali (Gesang) beim Myötätuulirock 2011.
Mitja Harvilahti (Gitarre) auf dem Dark Troll Festival 2016.

Die Band wurde 1995 von Ville und Henri Sorvali (auch Keyboarder von Finntroll) gegründet. Ihre Idee war es, finnische Folklore mit Metal zu vereinen. Die erste Demokassette war Thorns of Ice. Die Hälfte der Aufnahmen verschwand jedoch auf ungeklärte Weise, und so blieb das Band erst einmal unveröffentlicht. Im Frühjahr 1997 erschien öffentlich ihre Debüt-Demo Metsä (‚Wald‘).

Zu Beginn des Jahres 1999 erschien die Demo Tämä ikuinen talvi (‚Dieser ewige Winter‘, Plasmatica Records) und zu diesem Zeitpunkt stieg Schlagzeuger Marko Tarvonen in die Band ein.

2001 erschien dann das Debütalbum der Band, das den Titel Suden uni (‚Traum eines Wolfes‘) trug über Plasmatica Records. Daraufhin stießen Mitja Harvilahti und Markus Eurén zur Band und erste Live-Auftritte fanden statt.

Im Jahr 2003 erschien mit Kivenkantaja das bis dato erfolgreichste Album der Band über das finnische Label Spinefarm Records, welches symphonisch aufgebaute Lieder mit progressiven Einflüssen vereinte. Es verbindet finnische Folklore mit symphonischen Keyboardklängen, harten Metal-Gitarren, aggressivem Kreischgesang und epischen Chören.

Der progressive Ansatz von Kivenkantaja wurde mit dem Album Verisäkeet (2005) fortgeführt. Das Album zeichnete sich durch überlange Lieder von bis zu 20 Minuten Länge aus. Das Album Viides Luku – Hävitetty enthält insgesamt zwei Lieder von 30 Minuten bzw. 26 Minuten Länge.

Im Februar 2008 wurde der Veröffentlichungstermin für Moonsorrows erste EP mit dem Titel Tulimyrsky EP auf den 26. April 2008 gelegt. Am 28. Februar 2008 wurde die Verschiebung des Veröffentlichungstermins bekanntgegeben und dieser für die weltweite Veröffentlichung auf den 30. April gelegt.[1] Ausgenommen hiervon waren Deutschland, Österreich und die Schweiz, wo die EP am 9. Mai erschien. Das Mini-Album wurde weltweit zum angekündigten Termin über Spikefarm Records und in Deutschland, Österreich und der Schweiz über das deutsche Label Drakkar Entertainment herausgebracht. Es wurde im finnischen Jive Studio in Helsinki aufgenommen und enthält fünf Titel, bestehend aus zwei Coverversionen (Moonsorrow covern Metallica und Merciless), zwei Wiederveröffentlichungen alter Moonsorrow-Demo-Lieder und das Titellied Tulimyrsky.

Im Rahmen der Paganfest-Tour im April 2008, bei welcher Moonsorrow zusammen mit Týr, Korpiklaani, Ensiferum und Eluveitie auftraten, kam es bezüglich eines Auftritts im Berliner Szeneclub SO36 am 17. April im Vorfeld zu Anschuldigungen des Vereins Berliner Institut für Faschismus-Forschung und Antifaschistische Aktion e. V. (alleiniger Kopf ist der Psychologe Peter Kratz) und der Antifa, man würde Nazibands an einem eher linksgerichteten Veranstaltungsort auftreten lassen.[2] Der Vorwurf gründete sich auf die angeblich absichtliche Verwendung der SS-Rune im Bandlogo Moonsorrows und auf Texte, die antisemitisch seien. Seitens der Bands und des Veranstalters wurde dieser Vorwurf deutlich zurückgewiesen.[3] Moonsorrow veröffentlichten zunächst eine Stellungnahme auf ihrer Website,[4][5] später folgte ein Video, auf dem sich Heri von Týr und Ville von Moonsorrow persönlich äußerten.[6]

Nach der EP Tulimyrsky wurden am 30. Mai 2008 von Drakkar Entertainment Wiederveröffentlichungen sämtlicher Moonsorrow-Alben auf den Markt gebracht.[7]

Ende Februar 2011 erschien das Album Varjoina kuljemme kuolleiden maassa.

Am 1. April 2016 veröffentlichten Moonsorrow ihr siebtes Studioalbum Jumalten aika (zu deutsch ‚Zeitalter der Götter‘) via Century Media.[8] Der Song Suden tunti wurde am 21. März 2016 per Musikvideo veröffentlicht und ist gleichzeitig das erste, offizielle Musikvideo der Bandgeschichte.[9]

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moonsorrow spielen epischen Metal mit diversen Einflüssen, unter anderem aus der nordischen Folklore und Black Metal. Sie bezeichnen ihre Musik selbst als „Epic Pagan Metal“ bzw. „Epic Heathen Metal“. Die epische Länge der früheren Moonsorrow-Lieder fand im Album Viides Luku – Hävitetty mit zwei fast halbstündigen Titeln ihren Höhepunkt. Die Nachfolgeveröffentlichung Tulimyrsky enthält neben dem fast halbstündigen Titelstück wieder relativ kurze Stücke.

Texte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Texte der Band sind fast ausschließlich auf Finnisch verfasst und behandeln hauptsächlich mythologische Themen mit Bezug auf die Nordische Mythologie. Das Lied Sankaritarina vom Album Voimasta ja kunniasta ist beispielsweise eine direkte Übersetzung aus der Hávamál. Zudem werden finnische und skandinavische Traditionen, Legenden und Dichtung aufgegriffen und wie für Pagan-Metal-Bands üblich wird über den Kampf gegen und die Befreiung vom aufgezwungenen Christentum gesungen.

Auf der EP Tulimyrsky sind auch drei Lieder in englischer Sprache zu hören, nämlich ein Cover des Metallica-Titels For Whom the Bell Tolls, ein Remake des Liedes Hvergelmir ihrer Demo-CD Metsä und ein Cover des Merciless-Lieds Back to North.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[10]
Kivenkantaja
  FI 16 10.03.2003 (3 Wo.)
Verisäkeet
  FI 18 28.02.2005 (2 Wo.)
Viides Luku - Hävitetty
  FI 16 15.01.2007 (2 Wo.)
  DE 72 15.01.2007 (1 Wo.)
Varjoina kuljemme kuolleiden maassa
  FI 7 28.02.2011 (3 Wo.)
Jumalten aika
  FI 1 10.04.2016 (3 Wo.)
  DE 33 08.04.2016 (1 Wo.)
  AT 44 15.04.2016 (1 Wo.)
  CH 32 10.04.2016 (1 Wo.)
EPs
Tulimyrsky
  FI 2 05.05.2008 (1 Wo.)
  • 1996: Thorns of Ice (Demo; unveröffentlicht)
  • 1997: Promo (Demo; unveröffentlicht)
  • 1997: Metsä (Demo)
  • 1998: Tämä ikuinen talvi (Demo; 2001 Neuauflage durch Sagitarius Productions)
  • 2001: Suden uni (Plasmatica Records; 2003 via Spinefarm Records mit DVD wiederveröffentlicht)
  • 2001: Voimasta ja kunniasta (Spinefarm Records)
  • 2003: Kivenkantaja (Spinefarm Records)
  • 2005: Verisäkeet (Spinefarm Records)
  • 2007: Viides luku – hävitetty (Spinefarm Records)
  • 2008: Tulimyrsky EP (Spinefarm Records)
  • 2011: Varjoina kuljemme kuolleiden maassa (Spinefarm Records)
  • 2016: Jumalten aika (Century Media)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Moonsorrow.com: News auf der offiziellen Homepage (Zugriff: 8. April 2008)
  2. http://www.bifff-berlin.de/aktuell72.html BIFF: Rechtes Neuheiden-Festival mit Nazi-Runen im "SO 36" (Zugriff: 29. April 2008)
  3. SO36: Stellungnahme zum Paganfest (Memento vom 7. September 2008 im Internet Archive) (Zugriff: 29. April 2008; PDF; 189 kB)
  4. Moonsorrow: Statement (Zugriff: 29. April 2008)
  5. Metal-Hammer.de: Moonsorrow äußern sich zu Nazi-Vorwürfen (Memento vom 6. April 2009 im Internet Archive) (Zugriff: 29. April 2008)
  6. Metal-Hammer.de: Video zu den Nazivorwürfen vom 15. April 2008 (Memento vom 6. April 2009 im Internet Archive) (Zugriff: 29. April 2008)
  7. Moonsorrow-Alben bei Drakkar Entertainment (Zugriff: 29. April 2008)
  8. Moonsorrow: "Jumalten Aika"-Cover-Artwork und Tracklist veröffentlicht. Abgerufen am 28.12.2016.
  9. Moonsorrow: 'Suden Tunti'-Video veröffentlicht. Abgerufen am 28.12.2016.
  10. Chartquellen: Finnland / Deutschland / Österreich / Schweiz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Moonsorrow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien