Moosalbe (Schwarzbach)

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Moosalbe
Moosalb
Karlstal der Moosalbe

Karlstal der Moosalbe

Daten
Gewässerkennzahl DE: 264262
Lage Deutschland
Rheinland-Pfalz
Pfälzerwald
Flusssystem Rhein
Abfluss über Schwarzbach → Blies → Saar → Mosel → Rhein → Nordsee
Quelle westlich von Johanniskreuz
49° 20′ 3″ N, 7° 49′ 3″ O
Quellhöhe 403 m ü. NHN[1]
Mündung in Waldfischbach-Burgalben von rechts in den SchwarzbachKoordinaten: 49° 16′ 46″ N, 7° 38′ 50″ O
49° 16′ 46″ N, 7° 38′ 50″ O
Mündungshöhe 248 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied 155 m
Länge 25,8 km, mit Aschbach 30,3 km [2]
Einzugsgebiet 188,174 km²[2]

Linke Nebenflüsse Hasendellbach, Meiserbach, Hirschalbe, Seetalbach
Rechte Nebenflüsse Kottelbach, Kaltenborn, Aschbach, Schweinsbach, Engtalbach, Queidersbach
Durchflossene Stauseen Wooge des Mittelhammers und des Unterhammers
Gemeinden Trippstadt, Stelzenberg, Schopp, Steinalben, Waldfischbach-Burgalben

Die Moosalbe (so laut amtlicher topographischer Karte) oder Moosalb (so häufig vor Ort) ist ein Fließgewässer in der Westpfalz (Rheinland-Pfalz) und ein rechter Zufluss des Schwarzbachs. Das obere Moosalbtal wird wegen seiner Industriedenkmäler zu Eisenverhüttung und Eisenbearbeitung auch Hammertal genannt, weil dort Hammerwerke standen, die mit dem Moosalbwasser angetrieben wurden. Im weiteren Verlauf ist das obere Tal identisch mit der touristisch genutzten Karlstalschlucht.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moosalbe in der Karlstalschlucht

Die Moosalbe entspringt im Herzen des Pfälzerwalds 400 m westlich der Pfälzischen Hauptwasserscheide in 403 m ü. NHN.[1] Östlich ihrer Quelle liegt der Weiler Johanniskreuz, der zur Gemeinde Trippstadt gehört und durch den die Bundesstraße 48 von Hochspeyer im Norden zum Queichtal im Süden führt.

Zunächst fließt die Moosalbe nach Nordwesten und Westen durch den Pfälzerwald. In diesem Bereich ist sie zu einigen Woogen aufgestaut, die einst als Wasserspeicher für die Hammerwerke angelegt wurden. Nach 11 km durchbricht sie den Westrand des Pfälzerwalds und knickt fast im rechten Winkel nach Südwesten ab, wobei nun ihre Aue den Pfälzerwald im Osten von der Sickinger Höhe im Westen trennt. Parallel zum Gewässer verlaufen die Bundesstraße 270 (KaiserslauternPirmasens) und die entsprechende Bahnstrecke.

Nach knapp 26 km Lauf mündet die Moosalbe in Waldfischbach-Burgalben auf 248 m Höhe[1] von rechts als dreifach stärkeres Gewässer in den Schwarzbach, der bis hierher auch Burgalbe genannt wird.

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der stärkste Zufluss der Moosalbe ist der 14,6 km lange Aschbach, der – wie die Moosalbe aus dem Pfälzerwald kommend – beim Bahnhof Karlstal von rechts her einmündet und an dieser Stelle die Moosalbe an Wasserführung um die Hälfte und an Gewässerlänge um 4,5 km übertrifft. Südlich von Schopp fließt – ebenfalls aus dem Pfälzerwald – von links die 6,5 km lange Hirschalbe zu, bei Steinalben mündet von rechts der 10,7 km lange Queidersbach, der seinen Ursprung auf der Sickinger Höhe hat.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterhammer – Die Anlage Unterhammer ist als ehemaliges Eisenhammerwerk ein Denkmal aus den Anfängen pfälzischer Industriegeschichte im 18. Jahrhundert.[3]

Klug’sche Mühle – Die historische Klug’sche Mühle an der Moosalbe, nahe beim unteren Ende des Karlstals, wurde bei der Restaurierung zu einem Gastronomiebetrieb umgestaltet. Bevor sie 1842 ins Eigentum der Familie Klug gelangte, deren Nachfahren sie bis heute bewirtschaften, hieß sie Wilensteiner Mühle.

Karlstal – Von der Aschbachmündung moosalbaufwärts gelangt man in das Karlstal, ein weitgehend naturbelassenes felsiges Engtal von etwa 4 km Länge.

Amseldell – Am linken Hang des Karlstals liegt eine ehemals bewohnte Felsenhöhle und weiter oben die Amseldell, eine heute verfallene Freizeitanlage aus dem 19. Jahrhundert, die ursprünglich mit einem Irrgarten, einer Kegelbahn, einem Schießstand sowie einem Pavillon ausgestattet war.[4]

Burg Wilenstein – Rechts oberhalb des Karlstals liegt auf einem Felssporn in 350 m Höhe die teilrestaurierte Burg Wilenstein, die in der Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut wurde. Das heutige Jugendheim Burg Wilenstein beherbergt als Schullandheim Schulklassen und Jugendgruppen.

Protestantische Kirche Trippstadt – Die barocke Trippstadter Kirche wurde 1744/45 auf dem Fundament der gotischen Vorgängerkirche errichtet.

Trippstadter Schloss – Das Trippstadter Schloss, in barockem Stil aus dem roten Sandstein der Region erbaut, entstand von 1764 bis 1767 nach Plänen und unter der Leitung des Zweibrücker Architekten Sigmund Jacob Haeckher. Der zugehörige Schlosspark war ursprünglich streng geometrisch im Versailler Stil angelegt und wesentlich größer als heute.[5]

Brunnenstollen – Der Trippstadter Brunnenstollen wurde 1767 fertiggestellt. Die Anlage, wie in der Antike im Gegenort-Tunnel-Verfahren errichtet, versorgte bis 1965 die Gemeinde mit Trinkwasser. Der Brunnenstollen gilt als in Europa einmaliges Baudenkmal.

Eisenhüttenmuseum – Das Eisenhüttenmuseum Trippstadt dokumentiert die Eisenverhüttung, deren Blütezeit die Gemeinde um die Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte.[6]

Skulpturenweg – Der Skulpturenweg Rheinland-Pfalz verläuft mit seinen Abschnitten Trippstadt-Stelzenberg und Karlstal in der Gegend der oberen Moosalbe.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Moosalbe (Schwarzbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise)
  2. a b GeoExplorer der Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz (Hinweise)
  3. Unterhammer im Karlstal. Unterhammer im Karlstal; abgerufen am 15. März 2015.
  4. Die Amseldell bei Trippstadt. Gemeinde Trippstadt; abgerufen am 25. September 2015.
  5. Barockschloss Trippstadt. Gemeinde Trippstadt; abgerufen am 15. März 2015.
  6. Eisenhüttenmuseum Trippstadt. Gemeinde Trippstadt; abgerufen am 15. März 2015.
  7. Skulpturenweg. Gemeinde Trippstadt; abgerufen am 16. März 2015.