Moosbronn

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Landschaft mit Moosbronn, Blick zum Tannschachberg
Wallfahrtskirche Maria Hilf
Innenansicht der Wallfahrtskirche

Moosbronn ist ein Marien-Wallfahrtsort im Nordschwarzwald etwa 25 km südlich von Karlsruhe. Moosbronn gehört zusammen mit Mittelberg zum Gaggenauer Stadtteil Freiolsheim.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chorbereich der Wallfahrtskirche

Der Legende nach befand sich in der Nähe der Quelle der Moosalb im Dorf Moosbronn an einer mächtigen alten Linde ein auf Holz gemaltes Muttergottesbild. Ein Bauernknecht, dem die Bremskette seines Fuhrwerks an einem steilen Berghang brach, rief im Jahr 1680 die Gottesmutter mit Maria hilf an und das Fuhrwerk blieb stehen. Aus Dankbarkeit stiftete er 1683 eine kleine hölzerne Kapelle, die bald Wallfahrer anzog. 1749 wurde die heutige barocke Wallfahrtskirche Maria Hilf eingeweiht.

Lindenbrunnen, Quelle der Moosalb

Die 1251 erwähnte kleine Burg Moosbronn (castro Mosebrunnen) ist im 16. Jahrhundert abgegangen.[1]

Bei der Volkszählung von 1910 wurde der damals badische Teil von Moosbronn als abgesonderte Gemarkung mit eigener polizeilicher Verwaltung (ebenso wie Mittelberg) und 25 Einwohnern geführt, getrennt von der damaligen Landgemeinde Freiolsheim.[2]

Heutige Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alter Grenzstein neben der Wallfahrtskirche

Am Moosbronner Friedhof findet sich eine Parkmöglichkeit, die von vielen Wanderern als Ausgangspunkt für Wanderungen auf den Mahlberg genutzt wird. Der Historische Grenzweg Michelbach–Moosbronn–Bernbach zeigt mit seinen Grenzsteinen die frühere Grenze zwischen Baden und Württemberg auf. Die Grenze zwischen dem Großherzogtum Baden und dem Königreich Württemberg verlief einst mitten durch den Ort (alter Grenzstein neben der Wallfahrtskirche). Gleichzeitig war diese Grenze auch Konfessionsgrenze. Der badische Teil war katholisch, der württembergische evangelisch. Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde der einst württembergische Ortsteil mit Wirkung vom 1. April 1972 vom Landkreis Calw an den Landkreis Rastatt übertragen.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schnell Kunstführer Nr. 1455: Gaggenau - Moosbronn, München 1991

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Moosbronn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rudolf Metz: Mineralogisch-landeskundliche Wanderungen im Nordschwarzwald. 2. Auflage, Lahr 1977, S. 348.
  2. Die Volkszählung vom 1. Dezember 1910 im Großherzogtum Baden. (= Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Baden.) Neue Folge, Heft 20, S. 54. (online)
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 501.

Koordinaten: 48° 50′ N, 8° 23′ O