Moosheide

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Moosheide (Begriffsklärung) aufgeführt.
Moosheide

IUCN-Kategorie IV − Habitat-/Species Management Area

Heidefläche

Heidefläche

Lage Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Fläche 442.7 ha
Kennung PB-027 (Hövelhof)
GT-017 (Schloß Holte-Stukenbrock)
Geographische Lage 51° 52′ N, 8° 40′ OKoordinaten: 51° 51′ 31″ N, 8° 40′ 5″ O
Markierung
Übersichtskarte des Naturschutzgebiets
Einrichtungsdatum 1994
Verwaltung Untere Landschaftsbehörde des Kreises Gütersloh,
Untere Landschaftsbehörde des Kreises Paderborn

Die Moosheide ist ein kreisübergreifendes Naturschutzgebiet mit einer Größe von 442,72 ha, das sich überwiegend (281,83 ha) in Hövelhof im Kreis Paderborn und zum kleineren Teil (160,89 ha) in Schloß Holte-Stukenbrock im Kreis Gütersloh befindet. In dem Gebiet liegen die Sickerquellen der Ems. Es wird mit den Nummern PB-027 und GT-017 geführt. Weitere 0,59 ha, geführt mit der Nummer PB-027E1, sind als Erweiterungsgebiet vorgesehen.

Der Gebietsteil im Kreis Gütersloh wurde im Jahr 1974, der Teil im Kreis Paderborn im Jahr 2004 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es dient zur Erhaltung eines geomorphologisch ausgeprägten Landschaftsraumes der oberen Senne mit erdgeschichtlich bedeutsamen Dünenbildungen, Sandtrockenfluren, Heiden, lichten Kiefernwäldern, erdgeschichtlich bedeutsamen trockenen und gewässerführenden Schluchttalbildungen mit Quellen, Quellbächen und Feuchtwiesen.[1]

Lage und Beschaffenheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Moosheide liegt am westlichen Rand des Truppenübungsplatzes Senne, am nördlichen Rand befindet sich das ehemalige Stammlager VI K (326), in dem sich heute die PolizeischuleErich Klausener“ befindet. Neben der Ems entspringt mit dem Holtebach ein weiteres Gewässer innerhalb der Moosheide.

Die im Gebiet vorhandenen Sanddünen werden zu den ältesten in Nordwestdeutschland gezählt, es wird vermutet, dass sie sich ab dem Ende der Weichseleiszeit, also beginnend vor etwa 10.000 Jahren, entwickelten. Aufgrund von Aufforstungen, die Mitte des 19. Jahrhunderts stattfanden, bieten sie lichten Kiefernwäldern Raum. Alte Wacholderpflanzen im Naturschutzgebiet zeugen von der ursprünglichen Heidevegetation, die hier regionaltypisch vor der Aufforstung zu finden war.

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Behaarter Ginster

Bemerkenswerte hier vorkommende Pflanzenarten sind neben Kiefern unter anderem Keulen-Bärlapp, Behaarter Ginster, Nickendes Wintergrün, Saat-Hohlzahn und Wacholder.[2]

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine männliche Zauneidechse

Es wurden 99 Vogelarten nachgewiesen, davon 39 Arten der Roten Liste beziehungsweise der Vorwarnliste gefährdeter Arten des Landes Nordrhein-Westfalen. Dazu zählen der Eisvogel, die Heidelerche, die Dorngrasmücke, die Uferschwalbe, und auch die Kreuzkröte und die Zauneidechse.[2]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet ist seit 1994 über einen naturkundlichen Lehrpfad erschlossen. Eine Begleitbroschüre enthält Erläuterungen zu 21 Stationen. Auf Teilflächen werden Senner Pferde zur Beweidung und Offenhaltung der Landschaft verwendet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Naturschutzgebiet „Moosheide“ im Fachinformationssystem des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 28. Februar 2017.
  2. a b @1@2Vorlage:Toter Link/www.biostation-senne.de Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven: Biologische Station Senne: Naturschutzgebiet Moosheide

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Moosheide – Sammlung von Bildern