Moosthenning

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Moosthenning
Moosthenning
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Moosthenning hervorgehoben
Koordinaten: 48° 41′ N, 12° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Dingolfing-Landau
Höhe: 368 m ü. NHN
Fläche: 70,43 km2
Einwohner: 4931 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84164
Vorwahl: 08731
Kfz-Kennzeichen: DGF, LAN
Gemeindeschlüssel: 09 2 79 128
Gemeindegliederung: 6 Gemarkungen
57 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausweg 2
84164 Moosthenning
Webpräsenz: www.moosthenning.de
Bürgermeister: Markus Baierl (Aktive Bürgervereinigung)
Lage der Gemeinde Moosthenning im Landkreis Dingolfing-Landau
Karte

Moosthenning (Bairisch: Moosdenning) ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moosthenning liegt in der Region Landshut in etwa 100 km Entfernung nordöstlich von München, unweit der Kreisstadt Dingolfing, im landschaftlich reizvollen Isartal. Der Verwaltungssitz der Gemeinde liegt im Ortsteil Unterhollerau, Gemarkung Lengthal. Wichtige Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten bilden das Königsauer Moos und die südexponierten Hänge zum Isartal. Der Dreifaltigkeitsberg war ursprünglich Hauptdreiecksnetzpunkt der ersten bayerischen Landesvermessung von 1801.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile, geordnet nach Gemarkung und ehemaliger Gemeinde:

  • Gemarkung Moosthenning: Moosthenning, Burgstall, Reichenstall, Wolfsacker.
  • Gemarkung Dornwang: Dornwang.
  • Gemarkung Lengthal: Breitenau, Buchberg, Buchreith, Deisenau, Eglhof, Forst, Gießübl, Harpoint, Kattenbach, Klosterberg, Kronberg, Lengthal, Oberdietenau, Oberhollerau, Oberholsbach, Oberschellhart, Rothenbühl, Rothleck, Seyfriedsheim, Stopfenreuth, Strohberg, Unterdietenau, Unterhollerau, Unterholsbach, Unterschellhart.
  • Gemarkung Ottering: Franzberg, Gattering, Habich, Holzbuch, Königsau, Oberhaslau, Ottering, Stockerpoint, Töding, Unterhaslau, Winkl.
  • Gemarkung Rimbach: Dreifaltigkeitsberg, Neukreith, Rimbach.
  • Gemarkung Thürnthenning: Behrhof, Birket, Greßlsbach, Großweiher, Haid, Haiholz, Hammeröd, Kleinweiher, Oberviehmoos, Schöndorf, Thürnthenning, Unterviehmoos, Zieglstadl.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darstellung des untergegangenen Schlosses Thürnthenning im Gewölbe der Pfarrkirche Thürnthenning. Bemerkenswert ist, dass in Thürnthenning nachweislich während des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit Baierwein angebaut wurde. Darstellung zeigt Weinstöcke am Berghang unterhalb der Pfarrkirche und ist damit auch ein Bildbeleg für diese heute in Niederbayern verschwundene Sonderkultur

Moosthenning gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Dingolfing des Kurfürstentums Bayern. Die Herren von Aythalb und andere besaßen hier gefreite Edelsitze. 1818 entstanden im Vollzug des Zweiten bayerischen Gemeindeedikts die Gemeinden Rimbach, Dornwang, Lengthal, Moosthenning, Thürnthenning und Ottering, die im Zuge der Gebietsreform in den 1970er Jahren zur Gemeinde Moosthenning zusammengefasst wurden.

Im Ortsteil Thürnthenning befand sich eine Hofmark, die seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen ist. Nach verschiedenen Besitzerwechseln unterstand sie im 18. Jahrhundert dem niederadeligen Geschlecht der Auer vom Winkel. Diese erbauten nach einem Brand im Jahre 1732 ein neues Schloss, das 1851 abgebrochen wurde. Das Andenken an diesen Bau lebt im Hausnamen Schlossbauer weiter. Im zugehörigen nunmehr bäuerlichen Anwesen sind Fragmente des Schlosses inkorporiert. Das Aussehen des Schlossbaus ist bildlich überliefert, da es im Gewölbe der Pfarrkirche Thürnthenning im Ensemble mit der Kirche dargestellt ist.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Gemeinde und die im Zuge der Gebietsreform in Bayern direkt oder indirekt eingegliederten Gemeinden bilden im Wesentlichen die heutigen sechs Gemarkungen:

Ehemalige
Gemeinde
Fläche
ha
Einwohner
(1970)
Einwohner
(1987)
Datum Anmerkung
Moosthenning 618,10 504 635 - Ursprüngliche Gemeinde
Dornwang[2] 863,27 484 664 01.01.1972 Eingemeindung nach Lengthal
Lengthal[3] 1911,95 780 846 01.05.1978
Ottering[3] 1731,35 761 811 01.05.1978
Rimbach[2] 829,53 257 270 01.01.1972 Eingemeindung nach Lengthal
Thürnthenning[2] 1085,18 469 510 01.04.1971
Moosthenning 7039,38 3255 3736 01.04.1971 Heutige Gemeinde
Die früheren Gemeinden im nördlichen Teil des Landkreises Dingolfing

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nachfolgenden Zahlen sind gebietsstandsbereinigt, d. h. auch ältere Zahlen (1961 und 1970) sind auf das heutige Gemeindegebiet umgerechnet:

  • 1961: 3318 Einwohner
  • 1970: 3259 Einwohner
  • 1987: 3736 Einwohner
  • 1991: 3880 Einwohner
  • 1995: 4132 Einwohner
  • 2000: 4392 Einwohner
  • 2005: 4673 Einwohner
  • 2010: 4765 Einwohner
  • 2015: 4903 Einwohner

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Johannes von Nepomuk in Thürnthenning, westliches Langhausgewölbe mit Fresko von Joseph Anton Merz
barocke Wallfahrtskirche Dreifaltigkeitsberg, Anfang 18. Jahrhundert
Thürnthenning von Süden

Unter den Dorfkirchen der Gemeinde befinden sich zwei bemerkenswerte barocke Bauten: Die 1693 bis 1714 erbaute Wallfahrtskirche Dreifaltigkeitsberg (Turm von 1739, nach Blitzschlag erneuert 1770) sowie die Filialkirche St. Johannes Nepomuk in Thürnthenning. Letztere wurde durch den Dingolfinger Stadtbaumeister Georg Weigenthaler 1732 fertiggestellt und durch den Straubinger Maler Joseph Anton Merz mit qualitätvollen Deckenfresken ausgestattet. Die Kirche besticht wegen ihrer Lage auf den Nordhängen des Isartals durch ihre architektonische Fernwirkung.

Daneben sind in den Ortsteilen Lengthal und Rimbach noch einige der für die Region einstmals typischen traufseitig erschlossene Bauernhäuser in Blockbauweise in situ erhalten, die die vermehrten Abbrüche und Neubauten der 1960er und 1970er Jahre überstanden haben. In Dornwang (Dorfstr. 28) finden sich an einem Haus zwei Steinfiguren, die den Hl. Mauritius und den Hl. Florian darstellen. Sie wurden beim Abbruch des barocken Hochaltars der Kirche St. Johannes in Dingolfing 1884 von einem ansässigen Landwirt ersteigert und hier neu aufgestellt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit der Kommunalwahl 2008 Markus Baierl (CSU), der den von der Bürgerliste Lengthal gestellten ersten Bürgermeister Georg Kutzi, Josef Roglmeier (UW) und Otto Altendorfer (CSU) nachfolgt.

Steuereinnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2009 3.327.100 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 314.600 €.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindewappen zeigt auf weißem Grund einen roten Sparren über einem Löwenkopf. Die Basis des Wappens zeigt das fruchtbare Grün des Isartals.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2003 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 147 und im Bereich Handel und Verkehr 89 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1897. Im verarbeitenden Gewerbe (mehr als 20 Beschäftigte) gab es einen, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2003 169 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 5106 ha.

In einem zum BMW-Werk Dingolfing gehörenden Betrieb werden hier Karosserien für Rolls-Royce hergestellt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist über die Bundesautobahn 92 (München - Deggendorf) von Landshut (34 km), von Deggendorf (48 km), auf Staatsstraßen von Straubing (32 km) und von Eggenfelden (45 km) zu erreichen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2003/2004 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 100 Kindergartenplätze mit 135 Kindern
  • Volksschulen: eine mit 19 Lehrern und 331 Schülern

Im Jahr 2008 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 140 Kindergartenplätze mit 145 Kindern
  • Grund- und Hauptschulen: eine mit 26 Lehrern und 298 Schülern

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FC Ottering wurde 1948 gegründet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joseph Sturm (1888–1962), Politiker (Bayerische Volkspartei)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Moosthenning – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 447.
  3. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 634.